Sonntag, 8. September (929
39. Iahrg.
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Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Pfennig B 45 ZL-Pfennig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Pretse: Tolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzelle tm Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeige» müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda fein.
—— Druck und Verlag der Fuldaer Aetiendruckerei. Verlagsort Fulda. ——
Wochenkalender.
Sonntag, 8. Sept. Fest Mariä Geburt. 16.
Sonntag nach Pfingsten. Hadrian, Mart., f 306.
Montag, 9. Sept. Gorgonius, Mart., f 303.
Dienstag 10. Sept. Nicolaus von Tolentino, Bek., t 1308.
Mittwoch, 11. Sept. Protus u. Gen., Mart., f 257.
Donnerstag, 12. Sept. Fest des hl. Namens Mariä.
Freitag, 13. Sept. Vom Tage.
Samstag, 14. Sept. Kreuzerhöhung.
16, Sonntag nach Pfingsten.
Epistel. Epheser 3,13—21.
Evangelium. Lukas 14. 1—11. Beim Gastmahl des
Pharisäers.
In jener Zeit ging Jesus an einem ScLbat in das Haus eines vornehmen Pharisäers speisen. Sie gaben genau auf ihn acht. Und siehe, vor ihm war ein Mann, der die Wassersucht hatte. Jesus fragte die Gesetzlehrer und Pharisäer: „Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?" Sie schwiegen. Da faßte er ihn an, heilte ihn und hieß ihn von dannen gehen. Dann sprach er zu ihnen: „Einem von euch fällt ein Esel oder ein Ochs in die Grube.
er ihn nicht sofort heraus, auch an einem Sabbat? Darauf konnten sie ihm nichts erwidern. Da er bemerkte, wie die Geladenen die ersten Plätze aussuchten, trug er ihnen ein Gleichnis vor: „Wenn du zu einem Hochzeitsmahle geladen bist, so setze dich nicht an den ersten Platz. . Es könnte ja ein Vornehmerer als ou von jenem geladen sein, und der, welcher dich und d geladen hat, könnte dann kommen und zu dir fa- diesem Platz. Dann müßtest du beschämt oen letzten Platz einnehmen. Wenn du geladen bist, so ^i»^^tze dich an den letzten Platz. Wenn dann Gastgeber kommt und dich auffordert: Freund, * hoher hinauf! so wird dir das zur Ehre gereichen .^E^u, die mit zu Tische sitzen. Denn jeder, der sich ât> erniedrigt, und wer sich erniedrigt, wird erhöht werden".
Das Geheèmms im Lmnentnch.
m Hause des Gerbers Simon, in welchem der Fischer Petrus sein Absteigequartier genommen hatte, pochte es mit gewaltigen Hammerschlägen. Drei Männer stan- - . ^ den auf der Gasse, Abgesandte des Hauptmanns Kornelius aus Cäsarea. Unser Herr lendet uns, sprachen die Boten; du sollst so gut lein und mit uns kommen und unserm Herrn Unterricht geben.
Esu römischer Hauptmann, ein Krieger von ^eruf, ein Heide überdies, mit denen jeder Ver- einem Vollblutjuden als schweres Aergernis twnl Wie wird Petrus diesen Auftrag be- n? . WM er nicht die Abgesandten weg- E dein Bemerken, ich habe es nur mit mtV s-etrnen"' mtt den Juden zu tun? Was gehen cy diese „Hunde", diese von Gott verworfenen
Gestern oder vorgestern hätte dem guten Petrus ein solches Vorurteil wohl zu schaffen gemacht. Heute aber war dieses Vorurteil für immer gefallen. Denn im Linuentuch hatte Petrus ein Geheimnis erschaut, das wie ein Leuchtturm bis in die ferne Zukunft fein Licht ergoß. Was mar denn geschehen? —
Um die 6. Stunde, nach unserer Zeit mittags 12 Uhr, also um die Essenszeit, stieg Petrus auf das ebene Dach seines Gastgebers in Joppe. Lange verweilte er in stiller, lichtvoller Betrachtung, bis ihn der Hunger befiel und er zu speisen wünschte. Bereits waren geschäftige Hände an der Arbeit, dem geehrten Gaste ein Essen zu bereiten nach allen Regeln jüdischer „Reinheit". Da plötzlich wurde Petrus in einem Gesichte entrückt und er sah ein Leintuch, das von unsichtbaren Händen vom Himmel zur Erde niedergelassen wurde. Darin waren allerlei vierfüßige und kriechende Tiere der Erde und Vögel des Himmels. Eine Stimme rief ihm zu: „Wohlan, Petrus, schlachte und iß". „O nein", wehrte Petrus ab, „o nein, Herr; noch nie habe ich etwas unheiliges und unreines gegessen." Da rief die Stimme zum andermal: „Das Gott für rein erklärt hat, sollst du nicht unrein nennen." Dreimal wurde das Linnentuch herabgelassen und wieder hinaufgezogen; dreimal erscholl die Losung: „Was Gott für rein erklärt hat, sollst du nicht unrein nennen."
Als Petrus noch über den Sinn dieser Worte nachdachte, da wurden eben die Boten des Hauptmanns vorgelassen, und Petrus nahm die Männer gastlich auf und machte sich andern Tages in ihrer Begleitung auf den Weg nach Cäsarea. In dieser bedeutenden Garnison war Kornelius Hauptmann. Ein Soldat von außergewöhnlichen Qualitäten, der nicht bloß dem Kaiser diente, der auch nach seiner Weise Gott die Ehre gab; der etwas für den Mitbruder und für die Religion übrig hatte Der reichlich Almosen gab und unablässig zu Gott um Erleuchtung bat. Eines Tages erschien ihm ein Engel lind sprach: „Kornelius, deine Gebete und Almosen sind zu Gott aufgestiegen. Laß nun den Simon aus Joppe zu dir kommen, der wird dir sagen, was du zu tun hast."
Und Simon kam, das Orakel des hl. Geistes der Hohepriester, der eingeweiht war in die göttlichen Ratschlüsse. Sobald Petrus eintrat, ging ihm Kornelius mit feinem Hause und feinen Freunden entgegen, fiel vor ihm nieder und bezeigte ihm seine Ehrfurcht. Petrus richtete ihn auf mit den Worten: „Steh auf; auch ich bin nur ein Mensch." Im Zwiegespräch mit ihm trat er ein und fand viele Leute versammelt. Da sprach er zu ihnen: „Wie ihr wißt, ist es einem Juden nicht erlaubt, mit einem Heiden zu verkehren oder ihm zu nahen. Mir aber hat Gott gezeigt, daß man keinen Menschen unrein oder unheilig nennen darf. Deshalb bin ich auch obne Bedenken mit
gegangen, als ihr mich rufen ließt. Run frage ich: Warum habt ihr mich rufen lassen?"
Kornelius antwortete: „Es sind jetzt gerade vier Tage her, daß ich um die neunte Stunde in meinem Hause betete. Mit einemmal stand ein Mann vor mir in glänzend weißem Gewände und sagte: Kornelius, dein Gebet ist erhört, und Gott hat deiner Almosen gedacht. Schicke nun nach Joppe und laß den Simon kommen; und nun stehen wir alle vor Gott da, um alles zu vernehmen, was dir vom Herrn aufgetragen wurde." —
Da tat Petrus feinen Mund auf und sprach: „Ich erkenne in Wahrheit, daß Gott nicht auf die Person sieht. Vielmehr ist ihm in jedem Volke angenehm, wer ihn fürchtet und rechttut. Und nun wißt ihr, daß Jesus von Nazareth umherzog und Wohltaten spendete und alle vom Teufel Besessenen heilte. Wir sind Zeugen von allem, was er in Jerusalem und im ganzen Judenlande gewirkt hat. Zwar hat man ihn ans Kreuzesholz geschlagen und getötet. Aber Gott hat ihn am dritten Tage auferweckt und sichtbar erscheinen lassen, zwar nicht dem ganzen Volke, wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen, uns, die wir nach seiner Auferstehung von den Toten mit ihm gegessen und getrunken haben. Und uns hat er aufgetragen, dem Volke zu predigen und zu bezeugen, daß er der von Gott bestellte Richter über die Lebendigen und Toten ist. Von ihm bezeugen
Zum Jugendsonnkag.
Hört ihr hen Werberuf her 3M Auf! Alle Rann an Bord! 3um Geisteskampf, zum Gottesstreist in Wille, Werk und Wort! Der Kirche Kämpfer stehn soll Ruh die Rannen, sturmerprobt Sie hoffen aus uns junges Blut, weiin's Wetter wieder tobt. Die junge Garde, das sind wir, an hie dec Rus ergehst Der Zukunsl Fahne, die weht hier, wo Deutschlands Fugend steht.
Einst üblen Knaben mit dem Schwerst mit Bogen Pfeil und Spiest Eh man als Krieger wohlbewehrt sie mit zum Kampfe lieh. Wir üben auch, wie man zum Streit die Wassen führt und trägt, Und halten Kraft und Rut bereit, bis unsre Stunde schlägt. Die junge Garde, das sind wir, an die der Rus ergeht, DerZukunst Fahne, die weht hier, wo Deutschlands Fugend steht!
Wir wollen bau'» am GotteSreich, in einer Hand das Schwert Und Steine fügen doch zugleich, wie uns hie Pflicht es lehrt. Wir üben uns im bauen seh , jedweder lernt sein Fach, M er, an seinen Platz gesetzt, sein Reisterslüch einst mach'. Die junge Garde, das stad wir, an hie her Ruf ergeht, Der 3uknnft Fahne, die weht hier, wo Deutschlands Fugend jle^