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Abendläuten.

Von Aloys Hartung.

Immer, wenn es Abend läutet, Wenn die Dämm'rung niedersinkt, Wenn der Sonne Licht verglommen, Stern an Stern am Himmel blinkt, Immer, wenn die Glocken klingen Weithin über Stadt und Land, Ist es mir ob die Geschöpfe Ruh'n beschützt von Gottes Hand.

Immer, wenn es Abend läutet, Wenn der Lärm des Tages schweigt, Und ein süßer Abendfrieden Wieder aller Welt sich zeigt; Immer, wenn die Glocken klingen, Fühl' ich wohl ein stilles Weh, Und die Sehnsucht nach der Ferne, Drängt mich aus der Erde Näh'.

Immer, wenn es Abend läutet, Wenn das Tagewerk vollbracht, Wenn die Welt ruht traumverloren Und sich senkt die dunkle Nacht, Immer, wenn die ®fn-f-- 1 -.»n. Geht ein Raunen um mich her Und ein Flüstern und em ..^chen. Als von einem weiten Meer.

Immer, wenn es Abend läutet, Falt' die Händ' ich zum Gebet, Ist's mir doch, als ob ein Engel Mahnend mir zur Seite steht. Immer, wenn die Glocken klingen, Dünkt's mir, ob der Engel spricht: „Deine Heimat ist dort oben, Hier aus Erden ist sie nichti"

Bischof Konrab Martin-Gedenkfeier in Geismar.

Am 16. Juli waren 50 Jahre seit dem Tode des hochseligen Bekennerbischofs Dr. Konrad Mar­tin verflossen. Die Gemeinde Geismar als Ge­burtsort des Bif,Hofs veranstaltete an diesem Tage eine würdige Gedenkfeier ihres großen Sohnes.

Morgens 8 Uhr fand in der festlich geschmückten Kirche ein feierliches Hochamt statt, das Herr Prä­ses P. Bonaventura vom Hülfensbergs zelebrierte. Darauf versammelten sich die Anverwandten des verstorbenen Bischofs, die Geistlichkeit und die Ge­meindemitglieder im Saale der Gemeindeschenke zu einer eindrucksvollen Gedenkfeier. Inmitten grüner Tannen und Girlanden prangte das Bild des Bischofs, das Josef Landecker gemalt har. Mächtige Sträuße blauen Rittersporns und ein violett ausgeschlagener, altarmäßiger Unterbau vervollständigten die stilvolle Gesamtdekoration, die von Frl. Engelhardt und den Künstlern Herrn Schuchard und Ohlmer ausgeführt war. Geistlich­keit und Volk waren zu den Füßen ihres ehemali­gen Bischofs versammelt, um dem unerschrockenen Kämpfer für die Rechte Gottes und dem treuen Verteidiger des Hl. Stuhles ihre Gelöbnisse dar­zubringen. In den Gedichten der Schulkinder und einem eindrucksvollen Sprechchore kam dies zu­nächst zum Ausdruck.

Von Ost nach West ein grünes Tal;

Es wogen die Aehren im Sonnenstrahl!

Cs grüßen die Berge waldumkränzt,

Im Tale die Frieda gleißt und glänzt.

Ein Dorf, von Bäumen grün umfaßt, Ein Schmuckstück, dem Schmucke rings angepaßt,

Und drinnen ein Haus am Friedastrand,

In Geismar, wie in der Welt bekannt:

Hier wurde ein frommer Bischof geboren,

Ein großer Bekenner von Gott erkoren!

Ein Eichsfelder Kind mit frisch frommem Sinn,

Zog es den Knaben bald höher hin.

Der Weizen im Tal und ein Weinberg wohl

Erschienen ihm des Priesters Symbol,

Der Hülfensberg, der Gnadenort,

Riß ihn zu hoher Begeisterung fort, Und zu des Hohenpriesters Glanz

Wand Gott den dorn'gen Bekennerkranz

Die Heimat, die er so sehr geliebt,

Sein Bistum verließ er tiefbetrübt.

Verbannt und geächtet, in fremdem Land

Mußt weilen als Flüchtling er unbekannt.

Nicht Menschenwille, Gottes Gebot

Er treu erfüllte bis in den Tod.

Vor fünfzig Jahren nun, kindlich rein,

Ging Bischof Martin zum Himmel ein .---

Noch eilt die Frieda im ewigen Lauf,

Grüßt zu dem Monsalvat hinauf;

Noch rauschen die Wälder im sonnigen Schimmer:

Den Bischof von Geismar vergessen wir nimmer;

Noch strahlt sein Bild in hellem Schein

In jedes Eichsfelder Herz hinein.

So legen wir ihm heut treu und schlicht

Aufs Grab dies bescheidene Vergißmeinnicht!

Es folgte ein kleineres Gedicht und ein Wech­selgespräch zwischen einem Geismarer und einem Gelsenkirchener Knaben. Daran schloß sich ein Sprechchor, von einigen Mädchen vorgetragen, dessen Kehrreim nach jeder Strophe vom Massen­chor wiederholt wurde.

Feierlich die Glocken klingen

Weithin über Geismars Flur,

Und ins helle Feierschwingen

Hallet seiner Kinder Schwur:

Bischof Martin, droben höre.

Was wir heut geloben neu:

Treu zu Rom und seiner Lehre

Ewig unser Wahlspruch sei!

Throne wanken, Reiche schwinden,

Jahre fliehn durch Nacht und Licht.

Mag die Hölle sich verbinden,

Petri Felsen stürzet nicht!

Bischof Martin ....

Für die Freiheit Petri bahntest

Bischof Martin, du den Weg.

Heut' erfüllt ist, was du ahntest,

Frei liegt Romas Pilgersteq!

Bischof Martin ....

Heut' nach fünfzig Jahren blühet

Deine Saat in Himmelslust,

Bischof Martin, dir erglühet

Heut noch dankbar jede Brust!

Bischof Martin ....

Dazwischen sangen die Kinder passende drei­und vierstimmige Chöre, die eigens zu diesem Tage gedichtet waren. Nun sollte die Festrede des Schriftstellers G. H. Daub aus Heiligenstadt. In begeisterten und begeisternden Worten schil­derte der Redner, was Bischof Martin gewesen und was er noch heute für uns und unsere Zeit bedeutet. Sein Lebensgang, wohl jedem bekannt, wurde mit vielfach noch unbekannten Tatsachen durchwoben, sodaß er die Zuhörer in atemloser Spannung hielt. Nach einem Schlußwort des Pfarrers von Geismar Riethmüller schloß die er­hebende Feier mit dem alten, schönen Treuelied des Glaubens: „Fest soll mein Taufbund immer stehen!" Ein besonderer Dank gebührt dem Haupt­lehrer Feldmann, der die Dichtungen und Worte zu den Chören schuf und der Lehrerin Frl. Bren­

necke, die die Gedichte teilweise mit eingeübt hatte. Allen Teilnehmern wird diese Feier unvergeßlich bleiben.

Siir den lustigen Eichsfelder.

Der kleine Moritz kommt Ostern zur Schule. Schon wochenlang vorher denkt er nur noch an seine Zucker­tüte. Weil er den Herrn Lehrer gut kennt, faßt er sich ein Herz und geht schon acht Tage vor Schulbe­ginn zu ihm und es entspinnt sich folgender Dialog:

Moritz: „Och, Herr Lehrer, gam'n se mer doch minne Zockerdieden!"

Lehrer: „Aber Moritz, da mußt du noch acht Tage warten. Die ist ja noch gar nicht reif."

Moritz: „Och, man emmer har dermättl E ch frässe se ooch griene!"

*

In einem Dorfe ist eine evangelische und eine ka­tholische Schule. Klein Hildchen, die neben der evan­gelischen Schule wohnt, ist kacholisch. Aber sie hält mit dem evangelischen Lehrer enge Freundschaft und oft genug sitzt sie als Gast zwischen den evangelischen Schulneulingen. Als nun die Zeit herankommt, wo sie selbst in die Schule ausgenommen werden soll, sagt ihr der evangelische Lehrer: „Hildchen, bald mußt du nun auch zur Schule. Aber du kommst nicht zu uns. Du mußt zum katholischen Herrn Lehrer, weil du katholisch bist." Klein Hildchen ist darüber sehr bestürzt. Tief­traurig eilt sie zu ihrer Mutti und sagt: „Mutti, ist das wahr, daß ich nicht zu Herrn H. in die Schule ge­hen darf?, daß ich in die katholische Schule muß?" Um Hildchen nicht gleich aus allen Himmeln zu reißen, fragt die Mutti: „Ist dem Herrn Lehrer H. seine Schule nicht katholisch?" Hildchen läßt nachdenklich ihr Köpf­chen hängen und antwortet nach einer Weile zögernd: „Ich glaube — Mutti sie ist grün -- ka­tholisch ist sie nicht." Karl Weidenhaun.

Ans der Heimat.

Eichsfeldische Rundschau. Geismar: Oekonomie- rat Edmund Lorenz feierte seinen 70. Geburtstag. — Am 16. Juli jährte sich zum fünfzigsten Male der To­destag des von hier gebürtigen Bekennerbischofs Kon­rad Martin. — Heiligen st adt: Als ihr Ehemann am vergangenen Sonntag von einem Spaziergang mit den Kindern heimkam, war die Frau Margareta An­halt, geb. Kirchhoff, einem Herz- und Lungenschlag er­legen. — Steinbach: Zur sogenannten Pferdewall­fahrt in Etzelsbach hatte sich eine sehr große Schar frommer Beter eingefunden. — Struth: Der vor einigen Wochen verunglückte hiesige Motorradfahrer Wachtel ist feinen schweren Verletzungen erlegen. — Dingelstädt: Der Hochw. Herr Bischof Dr. Klein weilte im hiesigen Dekanat, um die hl. Firmung zu spenden. — Weißenb orn-Lüderode: Die erste Primiz seit 30 Jahren feierte hier der Maristenpater Adalbert Herzberg. — Kirchworbis: In körper­licher und geistiger Frische vollendete Adam Kaufhold sein 85. Lebensjahr. — Niederorschel: Der 22« jährige, von hier stammende Maler August Hentrich ist bei Düsseldorf im Rhein ertrunken. — Heilige n» stadt: Im Bergkloster legten 39 Novizinnen die drei­jährigen und 32 Schwestern die ewigen Gelübde ab, die der Hochw. Herr Bischof von La Paz in Bolivien entgegennahm.— Dieterode: Bei Sägearbeiten kam der Tischler Martin Günther der Maschine so sehr zu nahe, daß ihm drei Finger der linken Hand schwer ver­letzt wurden. — Leinefelde: Die Eheleute Kart Schneider feierten ihre goldene Hochzeit. — Gerbers­hausen: Unter großer Teilnahme wurde der Theo­logiestudent Heribert Apel, ein Sohn des Lehrers i. K. Apel, zu Grabe getragen. — Kefferhausen: Un­ter großer Beteiligung wurde der Organisator des Km- stergutes Maria Bildhausen, der von hier gebürtige Geistliche Rat und Oekonomierat Karl Joseph Gunther» zu Grabe atrage»