2. Beilage zum Bonifatiusboten
Nr. 30.
Sonntag, den 28. Mi
1929.
A
Ans der- Diszeße Fulda.
Aulda. Der Leiter der städtischen Mittelschule in Neustadt, Kreis Kirchhain, Dr. Jos. Groß, Schüler des hiesigen Gymnasiums und Lehrerseminars, bestand vor dem Wissenschaftlichen Prüfungsamt der Universität Marburg das Staatsexamen für das höhere Lehramt in philosophischer Proprä- deutik und Geschichte mit „gut". Die wissenschaftliche Arbeit und die Prüfung in Erdkunde erhielten das Prädikat „Mit Auszeichnung".
Taubsiummentagung in Fulda. Der Verband katholischer Taubstummen Deutschlands hat seinen 4. Verbandstag für die Zeit vom 3. bis 5. August in Fulda anberaumt. Der 1. Verbandstag fand in Trier statt, die folgenden in Düsseldorf, Würzburg und Münster. Die Festnummer, die den Verbandstag vorbereitet, weift darauf hin, daß Fulda inmitten einer ausgedehnten Diaspora liegt. Gerade deshalb soll die Tagung ihre besondere Bedeutung fürd ie Taubstummen der Diaspora erlangen, die sich oft so einsam fühlen müssen. Weit- tere Wege müssen sie oft machen, um den Gottesdienst zu besuchen und andere Leidensgenossen zu treffen. Alle Taubstummenvereine sollen wenigstens ihre Delegierten senden. Aus der Fuldaer Gegend aber sind al l e Gehörlosen eingeladen. Insbesondere werden die Angehörigen unserer Taubstummen und alle Hörenden, die nur ein wenig Interesse für die Gehörlosen haben, zum ersten Stiftungsfest des kath. Gehörlosenvereins „St. Bonifatius, Fulda", am Sonntag, 4. August,
Krieger-Ehrenmal in der Pfarrkirche Großenlüder.
Am Sonntag, den 28. Juli, wird das Krieger-Ehrenmal in der Pfarrkirche zu Großenlüder feierlich enthüllt. Das vielhundertjährige „Vesperbild" der Pfarrkirche steht im Mittelpunkt des Ehrenmales für die 78 aus Großenlüder Gefallenen. Neben diesem ist bis auf weiteres auch eine Marmor-Gedenktafel an die 15aus Uffhausen gefallenen Helden angebracht. Die zwei kleinen im Sockel befindlichen Marmorplatten enthalten für die Besucher der ehrwürdigen Stätte die beherzigenswerte Mahnung:
Ehret durch ein fromm Gedächtnis Tapfrer Krieger Heldentod!
Ahmet nach ihr hehr' Vermächtnis: Pflichttreu bis zur letzten Not!
nachmittags 5 Uhr, im Eefellenhaus eingeladen. Auf die Anzeige in der heutigen Nummer des Bonifatiusboten fei hingewiesen.
Motzlar (Rhön). Ihren 91. Geburtstag feierte dis Witwe Margarete Kircher geb. Bernhard am 13. Juli ds. Js.
Eisenach. Am 22. Juli konnte Herr Phil. Osburg, Kol.-Waren und Spirituosen, sein 2 5 jähr. G e - schäftsjubiläum begehen. Von kleinsten Anfängen hat er sein Unternehmen zu bedeutendenr Höbe geführt, so daß sein Geschäft heute zu den bedeutendsten Eisenachs gehört. Als Katholik hat er oft schwere Kämpfe zu bestehen gehabt. Seine Existenz wurde oft in Mitleidenschaft gezogen. Sein mutiges Auftreten und seine kaufmännische Tüchtigkeit hat ihm auch bei seinen Gegnern Achtung verschafft. Als Vorsitzender des Kathol. Männer-Verein, Zentrumspartei, K. K. V. u. a. V., hat sein Name in Eisenach einen guten Klang, und ist er heute eine bekannte Eisenacher Persönlichkeit. Als treuer Katholik und echtes Eichsfelder Kind, ist er heute noch ein Eckpfeiler der kathol. Gemeinde und ein Pionier der Diaspora.
^iiöegaröisi^ft m Bingen.
Bingen. Die Feierlichkeiten aus Anlaß des 750. Todestages der Heil. Hildegard werden 25 000 Fremde nach Bingen führen und in 15 Sonderzügen die Besucher der näheren und weiteren Umgebung der Stadt. Die hohe Geistlichkeit wird mit Nuntius P a c e l l i und Prälat Seipel an der Spitze erscheinen; auch die Reichs- und preußischen Behörden werden durch Minister vertreten sein, während das hessische Kabinett geschlossen unter Führung von Staatspräsident Dr. Adelung
Wenn Erfolg auch nicht hinieden
Deiner Pflichttreu ist befchieden, Bau auf Gott — er gibt zum Lohne
Einst dir ein ew'ge Krone!
erscheinen wird. Das Fest wird am 14. Septembei durch ein Glockenläuten des ganzen Rheingaues einge- leitet werden. Die Ausstellung religiöser Kunst, die in Zusammenhang mit der Feier in der Bauschule n-' Bingen stattfindet, wird bereits am 17. August eröffne'
Gesinnungslosigkeit.
Unlängst schrieb ein Bischof in einem Aufruf: „Wir zerbrechen uns den Kopf und können nicht begreifen, warum die katholische Kirche, dieser Staat Gottes auf Erden, der die größte Anzah: von Bürgern hat, mit dem sich auf Erden kein anderer Staat vergleichen kann, selbst in den klein sten Staaten der Welt um ihre Rechte betteln muß.
Wo ist der Schlüssel zu diesem Geheimnis?
In der Presse!
Wenn die Katholiken eine Presse in der Hand Hütten, wie sie die Feinde des Katholizismus zur Verfügung haben, dann würde sich bald zeigen, wac für eine Weltmacht die katholische Kirche ist.“
Und warum haben die Katholiken eine solche Presse nicht in der Hand?
Weil zahllose Katholiken alle möglichen Blüt ter kaufen, halten und lesen, nur keine katholi schen und weil zahllose Katholiken in allen möglichen Blättern inserieren, nur nicht in katholi schen.
Mit ihrem Gelde dienen sie kirchenfeindlichen Mächten, nicht der Sache Gottes. /
Die neue Vasilika
zu Ehren der hl. Rosa von Lima.
Am 30. August feiern wir das Fest der h! Rosa von Lima, deren Name so viele unserer Leserinnen tragen.
Dieser liebenswürdigen Heiligen, einer Terzia rin des Dominikanerordens, wollen die Peruane eine prachtvolle Basilika bauen, die ein Nationalheiligtum werden soll. Ist doch die hl. Rosa vor Lima schon 1669 zur Patronin von Lima, vor: ganz Peru und den Indianer-Stämmen des spani schen Amerika erwählt worden, hat also schon 26 Jahre lang ihren Schutzmantel über die ihr An empfohlenen gebreitet.
El Pueblo, eine der einflußreichsten Zeitung^ von Peru, spricht von dem kommenden Tage, a: welchem die amerikanischen Katholiken den Riesen tempel der hl. Rosa, der sich in der Residenz de früheren spanischen Vizekönige erhebt, als eine; neuen Ausdruck der Kunst und als ein symbolische Monument amerikanischen Friedens betrachte, werden.
Die genannte Zeitung tadelt die peruanisch Regierung und das Volk, daß sie die Kosten für dieses ungeheure Werk durch Zuschüsse bestreiten anstatt der anderen spanisch-amerikanischen Be völkerung zu gestatten, ihr Scherflein zu dem Bau beizutragen.
Die Basilika soll vor allem ein Nationalheilic tum werden, wie Lourdes in Frankreich, Zan goza in Spanien, St. Peter in Italien. Von fe- nem Fundament, aus verstärktem Zement, bis ? dem kupfsrbeschlagenen und sorgfältig ausgsarbe teten Kreuze auf der Spitze des höcbsten Turm-' soll der großartige Bau den unermeßlichen Reic' tum der peruanischen Gebirge und Täler bekunde: Der Turm erhält einen vierseitigen Glockenstu' und ein Glockenspiel, das täglich zur Mittagsze und um Mitternacht die Nationalhymne und ier ’ Viertelstunde und jede Stunde einen deutlich ve. stündlichen Satz daraus spielt.
Neben der Kirchei ste in großes Hospiz für 35t Pilger vorgesehen und eine Nachbildung der b scheidenen Wohnung, worin die hl. Rosa am 20. 1586 geboren wurde, deren Eltern von Porto Ri nach Peru ausgewandert waren. Sie hießen Kc par Florez und Maria Florez de Ohira. Diel' Geburtshaus wird genau nach Skizzen, Zeichnu gen, Umrissen und Biographien hergestellt, die s in den Archiven des alten Lima befinden und d