Einzelbild herunterladen
 

besangen, sich vom Werkmeister einer- großen Pari­ser Farbik überreden zu lassen. Es ist immer dieselbe Geschichte: „Der Grund und Boden, das ist schwer und unsicher. Die Fabrik, die ist sicher und gewiß . Und zwölshundert Francs für den Anfang xs.o Monat." — „Ja, ich weiß. Hundertmal habe ich den Satz vernommen." — „Dann verkaufte Allain sein Bièh, sein Material. Und ging fort nach Paris Drei Monate später wurde der Werk­meister, der ihn kommen ließ, auf ihn eifersüchtig und entließ ihn. Sofort suchte Allain Arbeit in anderen Fabriken . . . Suchte, ohne zu finden auch eine Wohnung. — Kurzum, er untergrub seine Gesundheit." — „Wo ist er jetzt?" — „O, jetzt ist er endgültig untergebracht. Friedhof von Bag- neux^ Abteilung neunundzwanzig. Die Nummer kenne ich nicht. Lungenentzündung. Spital, Tod ohne Sakramente, die gewöhnliche Leier." — Und seine Frau?" — „Sie wird ihm bald folgen. Sie arbeitet im Haushalt. Da sie aber an die frÄie Luft gewöhnt ist, arbeitet auch die Tuberkulose in ihr." — „Und das junge Mädchen?" — „Ich weiß es nicht." — „Und der Knabe?" — „Noch weniger." — Ich glaubte, eine ausweichende Handbewegung des Pfarrers gesehen zu haben.

In diesem Augenblick kündete die Köchin das Mittagessen an. Die Fenster des Speisezimmers standen offen, die Sonne flutete ins Gemach. Ka­melien blühten auf, Vögel fangen. Auf dem Tisch prangte ein ländliches Mahl. Frühlingssuppe, frische Eier, geräucherter Speck mit Kraut, Milch, Kartoffeln, Honig, eingekochte Früchte, Most. Die Luft war meid) und liebkosend. Ein Bauer ritt auf seinem Ackerpferd vorüber und rief als er uns über der Mauer erblickte: „Guten Appetit!" — All das hatten auch die Allains gehabt. Warum nur waren sie fortgegangen? Inmitten dieses jung erwachenden Lebens, dieses Lichtes. Ziefer Ruhe klangen in mir die Worte meines alten Stlkdien« genossen nach: Jetzt ist er untergebracht, Friedhof ran Bagneux, Abteilung neunundneunzig. Die Nummer kenne ich nicht ... O, die Hauptstadt; die Würgerin! . . .

(Ori ginalüb ersetz un g für „Das Neue Reich" aus „La Eroix", Paris.)

Eine ZutzwaLfahrt

nach vierzehnheiligen.

„Wallfahrtsorte sind Feuerstätten katholischen Glau­bens". So schrieb vor einigen Jahren die „Fuldaer Zeitung" aus Anlaß der Wendelinusfeier bei Steinhaus. Und da die Bevölkerung des Fuldaer Landes die Wahr­heit dieser Worte zu schätzen weih, so sei heute an dieser Stelle auch eine andere uralte Wallfahrt in Erinnerung gebracht, die von Jahr zu Jahr wegen der befürchteten Schwierigkeiten mchr in Vergestenheit zu kommen scheint; wir meinen die Wallfahrt nach Bierzehnherligen, die alljährlich am Sonntag vor Christi Himmelfahrt aus unserer Diözese stattfindet. Es wäre zu bedauern, wenn wegen mangelnder Beteiligung diese schöne Wallfahrt eingehen müßte.

Am 5. Sonntag nach Ostern (d. J. 5. Mai) um 11 Uhr sammeln sich die Teilnehmer in der Pfarrkirche zu Sim­mershausen bei Hilders. Nach kurzer Vorbereitung-an­dacht verläßt die Wallfahrt mit Fahne die Kirche, von der Gemeinde und der Musik ein Stück Wegs begleitet. Teilnehmer, welche aus Hilders und über Hilders nicht nach Simmershausen gehen wollen, gehen direkt nach Frankenheim und schließen sich an der Sophienhöhe der Wallfahrt an. Der Weg der Prozession geht von da nach Leubach, woselbst Kirchenbesuch und kurze Andacht ist, Oberfladungen und Stadt Fladungen zur Kirche. Hier wird nach der Andacht 1 Stunde Pause eingelegt. Um ^® Uhr wieder Weitermarsch. In Heufurch, % Stunde weiter, ebenfalls Besuch der Kirche. Hier sowie in allen Ortschaften, in welchen die Kirche besucht wird, beteili­gen sich auch die Gläubigen recht zahlreich an unseren Gebeten. Es führt uns der Weg nun zur Sebastianus- kapelle auf der Anhöhe vor Nordheim, woselbst eine 21n= ocuijt zu Ehren dieses Heiligen gehalten wird. Gegen ^Uhr abends treffen wir an unserem ersten Tagesziel, Nordheim v. d. Rhön, ein. Hier findet gemeinsam mit er Gemeinde vom Herrn Pfarrer auf diese Zeit ver- egte Maiandacht statt. Zum Lobe der bayerischen Be- , ?0"erung sei gleich gesagt, daß sie den Teilnehmern an m^,-.. Ejahrt bereitwillig unentgeltlich Quartier zur lArtUn® fetten; auch die evangelischen Einwohner W ietzen sich davon nicht aus, wie auch sonst die ®ill= inh ♦ ^" evangelischen Dörfern Rücksicht und Achtung e. Ja Vierzehnheiligen ist selbstverständlich das 311 bezahlen und für die Wallfahrtszeit selbst durch den Wallfahrtsführer vorhA zu bestellen.

Am Montag schon in aller Frühe verlassen wir das gastliche Nordheim, um mit dem Zuge 3.15 nach Mell­richstadt zu fahren. Hier schließen sich wieder Teilneh­mer aus Unterfranken an. Bon da führt uns der Weg durch die um diese Zeit gewöhnlich im herrlichen Blüten- lchmuck prangende Obstgegend nach Hendungen, wo wir um ^6 Uhr noch rechtzeitig zur hl. Messe eintreffen, Nach derselben 1 Stunde Kasfeepause. Hendungen bringt uns immer beachtenswerten Zuwachs und langjährige Teilnehmer. Um 7.15 Uhr brechen wir wieder auf um nach einer halben Stunde die Dildeiche zu erreichen. Dieser Platz ist so benannt wegen einer an dieser Stelle gestandenen mächtigen Eiche von 8 Meter Um­fang. An derselben war ein uraltes Kreuz befestigt, welches fast in den Stamm gewachsen war. Als dieser Baum 1907 einem Sturm zum Opser fiel, wurde daselbst ein Kreuz errichtet, an welchem die 5 Wunden für die verstorbenen Teilnehmer der Wallfahrt gebetet werden. Nunmehr ist die Wallfahrt in ihrer Teilnehmerzahr ge­schlossen, da hier sich die letzten Teilnehmer, aus dem Streugrund und aus Wargolshausen, einsinden.

Nun nimmt uns eine starke Stunde ein schöner Ei­chenhochwald auf, der sog. Weigler. Hunderte kleiner Waldessänger loben und preisen hier mit uns den Herrn. Wir erreichen nun Gollmuthausen, um dann über ein endlos scheinendes Ackerfeld die Kirche von Herbstadt zu erreichen (ungefähr 10 Uhr). Hier wie überhaupt in allen katholischen Ortschaften, wo Pause eingelegt wird, findet Andacht statt. Neugestärkt geht es um 11 Uhr wieder weiter über Eyerhausen nach Als­leben, um gegen 3 Uhr die auf hohem Berge gelegene St. Ursulakapelle zu besuchen. Diese umwallen wir dreimal mit Gebet und Lied. Hier sehen wir zum letz­ten Male aus weiter Ferne die Rhön, die jetzt unseren Blicken entschwindet. Nun geht es wieder durch Wald ziemlich 1 Stunde, um nach weiteren 2 Stunden eine Pause einzulegen. Denn nach diesem Marsche müssen manche über MiDigkeit klagen, namentlich Frauen und Mädchen. Ungefähr 8 Uhr erreichen mir Gleismuthau- fen, unser Tagesziel. Wer bis jetzt ausgehalten hat, darf bestimmt hoffen, auch den folgenden leichteren Tag durchzuhalten. Wer sich diesen 12—13stündigen Marsch am Montag nicht zutraut, dem wäre die Möglichkeit ge­geben, statt des Marsches von Mellrichstadt aus nach Königshofen mit der Bahn zu fahren und von da nach Alsleben, eine Stunde weit, zu gehen, wo um ungefähr 1 Uhr die Prozession eintrifft.

Für Dienstag wird die Wallfahrt so eingerichtet, daß die um 5 Uhr in Autenhausen (% Stunde meifér', stattfindende hl. Messe besucht werden kann. Nach der­selben geht es durch früher koburgische Dörfer nach Dorf Altenbanz (bayerisch), wo Mittagspause eingelegt wird. Von hier brechen wir um 1 Uhr auf, um Schloß und Kirche Banz um 2 Uhr zu erreichen. Nach der Andacht in der berühmten herrlichen Kirche ist noch Gelegenheit zur Besichtigung des schönen Schlosses. 5 Minuten ent­fernt erreichen wir den Main, den wir im Nachen über­fahren und nun grüßt uns schon von der eBrgeshöhe unser Ziel, der Gnadenort Vierzehnheiligen, dessen Ba­silika, sonst weithin sichtbar, auf unserer Seite bis jetzt durch den Banzberg verdeckt war. Mit dem Liede: „Wir rufen an im Büßertone Euch Vierzehn Heiligen in der Not" geht es den Berg hinauf bis zum großen Kreuze am Anfang dès Kriegerkreuzweges. Von hier aus bis zur Höhe werden die Stationen gebetet. Lands­leute, die mit der Bahn gekommen sind, können sich am besten am großen Kreuze anschließen (ungefähr 1-5 Uhr). Unter dem Gesang: Großer Gott, wir loben dich zieht unsere Wallfahrt als die erste und auch als die aus der größten Entfernung herkommende der zahlrei­chen Fußwallfahrten in die herrliche Basilika ein, um Gott an seinem Gnadenthron zu danken, jedesmal aufs neue ganz erfaßt und überwältigt von der Andacht und Schönheit des Gotteshauses. In der Basilika halten wir Schlutzandacht, dann ist Beichtgelegenheit und Mittwoch morgen während eines besonderen Amtes gemeinsame hl. Kommunion. Durch rechtzeitige Anmeldung ist für Nachtquartier gesorgt. Wir schließen uns gemeinsam mit den zahlreichen anderen Wallfahrten um 11 Uhr und nochmals nach der Nachmittagspredigt zur großen Prozession zusammen, die dann stundenlang den Gna­denaltar in der Nähe der Kirche und diese selbst um­wallt. Es sei noch bemerkt, daß die verstorbenen Mit­glieder der Vierzehnheiligenbruderschaft zwecks Verkün­dung ihrer Namen durch den Wallfahrtsvorsteher oder direkt beim Franziskanerkloster Vierzehnheiligen gemel­det werden mögen. Auch die freie Zeit und auch die Nacht über in'den Gaststätten wird zu gemeinsamen Andachtsübungen benutzt. Himmelfahrtstag 4 Uhr ist erste hl. Messe; %6 Uhr Aufbruch unserer Wallfahrt Manche Teilnehmer ziehen es vor, mit der Eisenbahn über Bamberg oder Meiningen heimzufahren, die an­deren gehen den gemachten Wallsahrtsweg wieder zu­

rück, um am Freitag abend in Simmershausen einzu» treffen, wo sich die Wallfahrt, insoweit sie noch zulam- mengeblieben ist, auflöst. Es ist eine weite Wallfahrt, aber auch eine segensreiche Wallfahrt. Die Schwierig­keiten sind nicht zu groß, wenn man, wie auch bei an­deren Wanderungen, sich nicht unnötig belastet und kräftiges, paffendes Schuhzeug trägt. Möge tue Zeit des Wandersports auch diese Wallfahrten sich im­mer mehr verbreitet sehen. Viele, die daran teilgenom­men haben, sehnen sich alljährlich nach der Teilnahme an der neuen. Teilnehmer mögen sich bei dem Wall­fahrtsvorsteher Joseph Herget, Simmershausen, Post Tann, zeitig melden. ®.

cd Schexx. cd cd

Zuviel verlangt. Herr zum Bettler, der über ein zu kleines Almosen schimpft: „Ich denke, Sie sind stumm?!" — „Wat, vor fünf Pfennige ooch noch stumm fein?!"

Er kennt sein Metier. Chef: „Sie bewerben sich also um die Stelle eines Schaufensterdekorateurs bei uns. Sind Sie in der Lage, ein Schaufenster so fesselnd aus­zugestalten, daß unbedingt jede Dame wenigstens vor dem Fenster stehen bleibt?" — Bewerber: „Das traue ich mir zu" — Chef: „Wie wollen Sie das machen? — Bewerber: ,,Zunächst stelle ich einen großen Spie­gel ins Schaufenster, der die ganze Figur der Draußen- stehenden wiedergibt ..." — Chef: „Das genügt Sie sind engagiert." .

Mr keine Beleidigung. „Entschuldigen Sie, frmnex Sie mir nicht sagen, wo man gut und billig zu Mittag ißt?" — „Erlauben Sie mal, nur keine Beleidigung, sehe ich aus, als ob ich billig zu Mittag effe!"

' Beim Wort genommen. Arzt: Wir müssen einmal eine Magenspülung vornehmen. — Patient: „Gut, Herr Doktor, kommen Sie mit zum Frühschoppen.

Der Garten Eden. Eine Lehrerin der Unterklasse schildert den großstädtischen Kindern die Herrlichkeiten des Gartens Eden: „Da waren viele Bäume mit run­den Aepseln und saftigen, goldgelben Birnen, und schöne Blumen wuchsen überall." Da unterbricht sie eine lebhafte Kleine: „Fräulein Schneider, da war ich schon — das ist bei meinen Großeltern in Pinnel"

Goltesdienstordnung.

Sonntag, den 26. Mai. Die Kollekte ist situ das Pri ester-Seminar. Zulda. vom 1. Beicht, wlegenbeiten sind: Samstag morgens von ' -6 Uhr ab; nachmittags von 2—3 für Kinder; von ^5—7 Uhr und von Vi8 Uhr ab für Erwachsene; Sonntag morgens von 1,6 Uhr ab. 2. Sonntagsgottesdienste: p»6, 6, W und 7 Uhr bl. Messen mit Gelegenheit zum Empsana der bl. Kommunion. In der 6 Uhr-Messe Komm, des Mütter- vereins und der Frauen der Pfarrei 8 Uhr Pfarramt mit Predigt und Komm, der diesjähr. Erstkammunikanten. >/210 Kathedralamt mit Predigt. s/*l 1 Christen!. der Jünglinge. V412 letzte hl. Messe mit Predigt. U-2 Uhr Andacht um gute Priester mit Segen. 2 Christen!. der Jungfrauen. “/»S Predigt und Andacht für den Mütter­verein. Um 4 Uhr nachm. Predigt, Andacht und Segen. Um 7 Uhr abends ist die Maiandacht mit Segen. 3. Werktagsgottesdienste: Jeden Morgen von */26—7 Uhr halbstündlich hi. Messen mit Kommunion-Austeilung. '^8 Pfarraottesdienst mit hl. Kommunion. Um 9 Uhr letzte hl. Messe mit Austeilung der heiligen Kommunion. Jeden Abend um V»8 Uhr Mai-Andacht mit Segen. Freitag abend V,8 Uhr feiert. Schluß der Maiandacht. — Stadtpsarrkuche. Beichtgelegenheiten: Samstag nachm. V. 3—7, 7V2—8V?, Sonntag früh 6—7. Sonntagsgottes, dienste: 6 hl. Messe. 6»/« hl. Messe und Kommun. der Frauen und Mütter. 8 erster Schulgottesdienst, Pred gt und Kommun, des 4. Jahrgangs. äVi Pfarramt und Predigt. 11 zweiter Schulgottesdienst und Predigt. 91/4 Christenl. der Jünglinge und Jungmänner in der Severlkirche. Ichs Christenl der Jungfrauen. LU, Andacht zur Erstehung würdiger Priester. 8 Uhr Maiandacht. Die Hei ige Kommunion wird von 6—7'A Uhr jede halbe Stunde gespendet, außerdem um 8U, und O'A Uhr. Werktagsgottesdienste: Um 6, 6’A, 7V« und um 8 Uhr. Jeden abend 8 Uhr wird die Maiandacht gehalten. — Pfarrkirche zum hl. Geist. 6—7 Beichtgelegenheit. 7 Uhr rühmcffe mit Ansprache. 8 Uhr Hochamt und Predigt. S/411 Uhr Kindergottesdienst mit Ansprache. V 12 Uhr Christen!, der Jünglinge. >/,3 Müttervereins-Andacht. 8 Maiandacht. Komm, des Mütterver. u. 4.-;>. Schustahr.— Sobalttät Vormittags um Vs 10 Uhr Gottesdienst. — st Sturmius - Pfarrkirche. 7il4 Komm.-Austtg. 7*A Uhr Frühmesse mit Predigt. 9'/, Uhr Hochamt mit Predigt. Darauf Christenlehre. Um V22 Uhr Segensandacht. — kibleilircheder tzenedstNinerimlen Sonnta .^ßftilleWfje, V? 9 Korweniamt,2Herz-Jesu-Br»derschaftsvcrsammlg. — sserz-3efU-Heim. Sonntags um 6 Uhr hl. Messe. 8 Uhr Preoigl und Amt. 2 Uhr Andacht und Segen. Werktags fi hl. Messe Mittwoch abend 8V4 Andacht und Se^en. — friedhofrigpelle am Zronzofeuwäldchen Sonntag: 6'/, Ql. Messe mit Ansprache und Kommunion-Austeilung. Werktags: 7 hl. Messe mit Kommunion-Austeilung. — Seoerikircht. 7 hl. Messe. 8 Obcrrealschulgottesdwnst. — Frauenberg. Ablaßtag und Generalabsolution für die Lerzlaren. Hl. Messen von 5 Uhr (mit Maiandacht»