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wie ihr nur sönnt! Hallet katholische Zeitungen! And wenn Du neben Deinem katholischen Heimak- MHt noch eine größere Zeitung halten kannst, dann bestelle nicht irgend einen farblosen Generatanzei- oer sondern eines der führenden katholischen Bkäk- ter' Kölnische Volkszeitung oder Ger­mania. Wenn alle Katholiken, die dafür in Frage kommen, diese beiden Zeitungen oder eine von ihnen hielten, was könnten diese Zeitungen doch ein Bollwerk der katholischen Sache sein im öffenlichen Leben. .

And dann die verschiedenen »Illustrierten"! Wie lax ist die sittliche Auffassung, die aus den Bildern, Romanen und Witzen der meisten dieser Blätter spricht. Und welche Riesenauflagen haben sie? Wer zählt und wagt das Unheil, das sie stiften! Aufs wärmste empfehlen wir um alle bedenklichen Blätter aus dem Felde zu schlagen denF e u e r- reifer und dieW e l l". Kefe beiden Illu­strierten vermeiden das Anstößige und suchen dem katholischen Standpunkt gerecht zu werden. Dabei stehen sie technisch auf der Höhe.

Sehr wichtig ist auch die Unterstützung der ka­tholischen Presse durch Annoncenaufträge, durch Be­rufung auf Ankündigung in katholischen Blättern, durch Empfehlung katholischer Zeitungen von Wund zu Mund.

And in den Bahnhofsbuchhandlungen, an Zei- tungssèänden und ähnlichen Verkaufsstellen ver­lange man immer wieder die katholischen Blätter. Steter Tropfen höhlt den Stein! Deine Reiselektüre fei nicht irgend eine beliebige Illustrierte, sondern derFeuerreiter", dieWelt", die Allgemeine Rundschau", dieKölnische Volkszei- t u n g", dieG e r m a n i a". Verlange diese Blät­ter hält der Buchhändler sie nicht, dann laß Dir auch kein anderes Blatt aufhSngen. Rur jo er­reichen wir, daß auch die katholische Presse sich durchsetzt im öffentlichen Leben!

i Kleine psliiilche Nachrichten. 5

Die Ehrenpatenschaft des preuß. Ministerpräsidenten. Bekanntlich übernehmen sowohl der Reichspräsident als auch der preußische Ministerpräsident Patenschaften beim Vorhandensein von mindestens sieben lebenden Kindern einer Ehe. Eine Kleine Anfrage der Deutsch­nationalen Volkspartei im Landtag behauptete im f)in= blick auf die Ehrenpatenschaften des preußischen Mini­sterpräsidenten, daß dieser nach geltendem Kirchenrecht den Anspruch verloren habe, als Taufpate zu fungieren, da Dr. Braun im Gegensatz zu dem Reichspräsidenten keiner christlichen Kirche mehr angehöre. Das Staats­ministerium wurde gefragt, ob es bereit sei, die Ehrenpatenschaft regelnde Verfügung zurückzuziehen bezw. so zu ändern, daß ein Mißbrauch des christlichen Patenamtes ausgeschlossen sei. Der preußische Mini­sterpräsident hat die Anfrage verneinend beantwortet, da die Uebernahme einer Taufpatenschaft im Rechts­finne weder beabsichtigt noch erklärt ist. Es handelt sich, so heißt es in der Antwort weiter, bei der Ehren­patenschaft vielmehr lediglich um eine Patenschaft in einem allgemeinen und rein bürgerlichen Sinne, wie auch aus der üblichen Uebernahmeerklärung hervorgeht, insbesondere aus der Ablehnung jeglicher Verpflichtun­gen, einem Vorbehalt, der mit der kirchlichen Taufpa­tenschaft nicht vereinbar wäre. Der mithin rein staat­liche Akt ist von einer kirchlichen Anerkennung unab­hängig. Anspruch auf kirchliche Beurkundung wird auch nicht erhoben, da in der Uebernahmeerklärung ledig­lich die Eintragung als Tauf zeuge gestattet wird. Abgesehen von einem kürzlich vorgetragenen Fall haben die Geistlichen dem Wunsch der Eltern auf Eintragung bisher auch anstandslos entsprochen, wobei festzustellen ist, daß 123 Kinder katholischen, 83 evangelischen und ein Kind neuapostolischen Glaubens waren.

Oessentliche Gelder für sozialdemokratische Zwecke. Am vergangenen Samstag bot, wie derGreif" berich­tet, der Kreistag in Waldenburg das Schauspiel bru­taler Machtentfaltung der sozialistischen Mehrheit. Nach­dem schon im vorigen Jahre aus den Ueberschüssen der Kreissparkasse durch den Mehrheitsbeschluß der Linken 3000 Mark der sozialistischen Kinderfrontbewegung für ms Kinderrepublik in Kohlau und 4500 Mark für er­holungsbedürftige Schulkinder, fast ausschließlich aus weltlichen Schulen, zur Verfügung gestellt waren, ging die sozialistische Mehrheit in der Kreistagssitzung am Samstag noch brutaler vor in der Ausnützung ihrer .Machtposition, indem sie den Kreistag zu einer foziali- l ischen Versorgungszentrale für die sozialdemokratische ugendpsiege machte. Leider wurde diese Haltung des

^es auch vom Landrat gebilligt. Aus den Ueber« Wulfen der Kreissparkasse sollten 14000 Mark für die

teilweise Deckung der Hochwasserschäden verwendet wer­den. Die sozialistische Fraktion beantragte jedoch, daß diese Summe nicht den Hochwassergeschädigten zugute kommen solle, sondern den sozialdemokratischen Jugend­organisationen. Der Antrag, in paritätischer Weise die Summe auch für die evangelische und katholische Jugend zu verwenden, wurde rücksichtslos abgelehnt. Erfolg hatte ein Antrag der Kommunisten, daß chre Jugend bei der Verteilung dieser Summe Berücksichtigung finde und sie erhielten 750 Mark. Durch diesen Beschluß hat sich die sozialistische Mehrheit des Kreistages über jedes Gerechtigkeitsempfinden hinweggesetzt und die Ueber- schüsse einer Einrichtung des Kreises, die von allen Be­völkerungskreisen, ohne Unterschied der Partei und Kon­fession bedacht wird, für ihre sozialistischen Zwecke aus- gebeutet.

IT» CD Ausland. GD CD

Ungarn.

Die Landeskirche der ungarischen Kalviner hielt vor einiger Zeit eine Konventsitzung ab, in der der Antrag des ehemaligen Finanzministers Roland Hegedüs zur Verhandlung gelangte, nach dem auch die reformierten und kalvinischen Kirchentürme mit dem Kreuze versehen werden sollen. Der Ge­neralkonvent nahm gegen den Antrag Stellung und wird diesen Beschluß der Gensralsynode unter­breiten. In der Begründung wird angeführt, daß es eine Zeit gegeben habe, in der der Katholizis­mus das Kreuz als fein ausschließliches Zeichen in Beschlag nahm und eben in diesem Zeichen den Kalvinismus aus der Kirche Christi ausschließen wollte. Die reformierte und kalvinische Kirche sei die Kirche des Kreuzes; ihre Angehörigen wünschen aber das Kreuz nicht, äußerlich, sondern in ihrem Innern zu tragen. Es ist überflüssig zu betonen, daß dieser Beschluß des Konventes lediglich aus Abneigung gegen den Katholizismus gefaßt wurde.

Italien.

Die italienische Kammer hat fast einstimmig die Abmachungen zur Lösung der römischen Frage an­genommen. Nur zwei Abgeordnete stimmten da- gegen.

Nun gehen die Verträge noch an den Senat.

Die Aussprache im Senat, die dieser Tage statt­findet, soll durch eine neue Rede Mussolinis ihren Abschluß finden. Darauf wird der Senat die Ver­träge annehmen und der König alle diesbezüglichen Gesetze unterzeichnen. Der Austausch der Ratifika­tionsurkunden mit der Kurie wird zum 27. oder 28. Mai erwartet. Am Fronleichnamstage wird, wie üblich, eine große Prozession nach St. Peter stattfinden. Man rechnet damit, daß der Papst hierbei seinen Segen urbi et orbi erteilen wird.

Afrika.

Ende April dieses Jahres wurde durch den zum Katholizismus übergetretenen Richter Solomon am Transvaal-Bezirksgericht ein Urteil gefällt, das in der ganzen englisch sprechenden Welt ungeheures Aufsehen erregte. Zum ersten Lale in der Geschichte Südafrikas wurde ein Weißer zur Auspeitschung verurteilt. Außerdem erhielt der Angeklagte (Jack Raste) 7 Jahre Zwangsarbeit zudiktiert, weil er mitschreckenerregender Grausamkeit" einen Ne­ger getötet hatte. Der Schwarze war, wie die amt- üd>e Totenschau ergab, durch Schläge bewußtlos gemacht worden. Einige Rippen und das Brustbein waren zerschlagen. Jack Raste hatte den Bewußt­losen dann mit dem Kopfe nach unten an einem Baum aufgehängt, so daß er am Schlagfluß starb. Die Exekution (10 Peitschenhiebe) wurde am 1. Mai ausgeführt. Die Presse hat meist dem muti­gen Richter Recht gegeben. Die katholische führende Wochenschrift SüdafrikasThe Sputhern Groß" meint in einem Leitartikel:Mr. Solomon hat ein Exempel statuiert, dem, wie wir hoffen, jeder Rich­ter in Südafrika zukünftig folgen wird. Er hat dem Lande und der Sache der Justiz einen Dienst erwiesen; und indem er der Gerechtigkeit diente, hat er Gott gedient." .

Richter Solomon hatte vor einigen Jahren auf sein Amt verzichtet, um in den anglikanischen Kü­chendienst zu treten. Er wurde aber dann Katho­lik. Da er verheiratet war, konnte er nicht Prie­ster werden. Er nahm deshalb sein Richteramt wieder auf.

Delgifchkongo.

Im Apostolischen Vikariat Kwango, wo im Vor­jahr täglich 35 Menschen die Taufe empfingen, dauern die Massenkonoersionen fort. Sm ganzen

zählt der Sprengel 62 898 Katholiken, denen die ganz außergewöhnlich hohe Zahl von 62 652 Tauf- bewerbern gegenübersteht. Seit 1907 nimmt die Mission alle 5 Jahre um 100 Prozent zu. So ist in der Tat die Mission der belgischen Jesuiten am Kongo eine der fruchtbarsten der ganzen katholi­schen West. Das Christentum marschiert in Zen- tralafnka. Auch das Schulwesen, die missionsürzt- liche Hilfe, der ökonomische Hilfsdienst sind in stän­diger Entwicklung. Die 10 Missionsposten mit Mut- terhilfs-Stationen sorgten im Vorjahr für Ernäh­rung von 1378 Müttern nebst Kindern.

Oesterreich und die Presse.

Wien und Niederösterreich haben eine fast aus. schließlich katholische Bevölkerung. Trotzdem erschei­nen dort 22 gegnerische, kirchenfeindliche Zeitungen mit 2 684 000 Beziehern. Und die gesamte christ­liche Tagespresse Oesterreichs zählt 144 000 Abon­nenten. Und was die Kirchsnfeinde mit dieser Rie­senübermacht erreichen! Wien hatte im Jahre 1927 nicht weniger als 31 000 Kirchenaustritte zu ver­zeichnen. Wie viele Katholiken haben durch Un­terstützung der gegnerischen Presse schwere Schuld auf sich geladen.

Kleine Kirchliche Nachrichten.

Rom. Reichskanzler a. D. Marx und Frau wurden am Dienstag in einer längeren Privataudienz vom Papst empfangen.

Rom. Der aus Rom versetzte Botschaftsrat der deutschen Botschaft beim Päpstlichen Stuhl, Clemens v. Brentano, wurde in Abschiedsaudienz vom Papst und von dem Kardinalstaatssekretär empfangen. Herrn o. Brentano wurde bei dieser Gelegenheit das Komtur­kreuz des Piusordens mit dem Stern verliehen.

Rom. Durch Dekret der Propaganda ist der Fran­ziskanerpater Cyrillus Jarre zum Apostolischen Vikar des chinesischen Vikariats Tsinanfu ernannt worden. Der Erwählle wurde in Ahrweiler im Jahre 1878 geboren, widmete sich feit seiner Priesterweihe im Jahre 1903 der chinesischen Mission und war lange Jahre in Tsi- nanfu, der Hauptstadt des gleichnamigen Apostolischen Vikariats, Direktor des Priesterfeminars. Im Jahre 1924 erhielt er einen ehrenvollen Ruf als Professor für Mifsionskunde an dem Internationalen Kolleg der Fran­ziskaner in Rom und hielt zu gleicher Zeit Vorlesun­gen über Missionsgeschichte an der Propaganda.

Alailand. In der Heimatstadt des Papstes, Desto, soll auf der Piazza Vittorio Emanuele ein Monument Pius' XI. errichtet werden. Auf einem Sockel von gelbem Marmor wird sich die Bronzestatue erheben, die den Papst auf der Sedia Gestatoria darstellt. Das Denkmal wird von vier allegorischen Figuren umgeben sein. Vor der Errichtung des Denkmals soll noch erst der Dom mit Marmor bekleidet und der Platz würdig hergerichtet werden.

Rom. Aus Kairo wird der Tod des syrischen Pa­triarchen von Antiochien, Ignatius Efrem II. Rahmani, gemeldet. Der Patriarch ist 1848 geboren; er wurde 1887 Erzbischof und seit 1898 war er in seinem bisheri- gen Amt tätig.

Würzburg. Der Franziskanerpater Nikolaus wurde am 2. Pfingsttage abends 7 Uhr auf der Kanzel tödlich vom Schlage getroffen. Er hatte eben die Einlei­tungsworte zur Hl.-Geistpredigt gesprochen, als er auf der Kanzel umsank. Als man ihm zu Hilfe eilen wollte, war er bereits verschieden.

Limburg. Ein lang gehegter Wunsch der Bischöfe von Limburg und der ganze Diözese soll jetzt in Erfül­lung gehen. Am 14. Mai erfolgte in Gegenwart des Generalvikars, des Domkapitels, des Regens und der Dozenten des Priesterseminars, sowie zahlreicher Vertre­ter des übrigen Klerus der erste Spatenstich zum Neubau des Priesterseminars. Der Bauplatz liegt an der Die- zerstraße gegenüber dem Dom. Die Pläne für den Neubau stammen von den bekannten Frankfurter Archi- tekten Gebr. Rummel. In einer Ansprache hob der Generalvikar, Domdekan Göbel, hervor, daß es der Herzenswunsch des Hochwürdigsten Herrn Bischofs Dr. Augustinus Kilian gewesen sei, an dem denkwürdigen Moment des ersten Spatenstiches teilzunehmen. Es fei zu hoffen, daß er die feierliche Grundsteinlegung per­sönlich vornehmen könne. Im Namen Gottes vollzog dann der Generalvikar den ersten Spatenstich. Es folg­ten mit kurzen Segenssprüchen die übrigen Domkapi­tulare, Regens und Subregens des Priesterseminars, die übrige Geistlichkeit, zuletzt die Architekten und Bau- leute. .

Worms. Unter großer Anteilnahme der Bevolke- rung wurde am Donnerstag die Weiht der lange Jah»