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Sonntag, den 26. Mai (929

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monattich Ausgabe A 40 R.-Pfennig 3 45 M-Pfennig (Zustellgebühr extra) Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Coloneizeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Acliendruckerei in Fulda sein.

----- Druck und Verlag der Fuldaer Acliendruckerei. Verlagsork Fulda.-----

Wochenkalender.

Sonntag, 26. Mai. Fest der allerheil. Dreifaltigkeit. Kol­lekte für das Priesterseminar.

Montag, 27. Mai. Beda der Ehrwürdige, Kirchenlehrer, T 735. Johannes L, Papst, Mart., t 626.

Dienstag, 28. Mai. Augustinus von Canterbury, Bischof, T 607.

Mittwoch, 29. Mai. Maria Magdalena von Pazzi, f 1607.

Donnerstag, 30. Mai. Fronleichnam.

Freitag, 31. Mai. 2. Tag der Oktav von Fronl. Angela Merici, Jgfr., f 1540. Petronilla, Jgfr., t 1. Jhrh.

Samstag, 1. Juni. 3. Tag der Oktav von Front.

Zest der heiligsten Dreifaltigkeit.

Epistel. Römer 11, 3336.

Evangelium. Matthäus 28, 1820. Das Geheimnis der heiligsten Dreifaltigkeit.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker. Taufet sie im Namen des Vater sund des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und seht, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt."

Eine Massenbekehrung.

^ lle Flüsse kommen vom Meer und kehren wieder zum Meer zurück. Und alle Menschen kommen von Gott und müssen zu ihm wieder zurückkehren. Das ist unsere Be- ^ stimmung; das unsere Aufgabe;

- unser Glück. Wie es ein großes Verdienst ist, einem, Verirrten auf den rech­ten Weg zu verhelfen, so ist es e'n noch ll^ß Verdienst, einen Sünder zu Gott und cam o seinem Ziel und ewigen Glück öuruâzuf h großem Ausmaß ist eine solche Rückführung dem Apostelfürst am Pfingstfeste gelungen. E'ne senb-kehrung von dreitausend Seelen war d Frucht der Predigt aus dem Munde des hl. W" . hören wir, was der hl. Lukas m lerner Apoj Leichichte darüber berichtet:

t »Ihr Männer von Judäa und all ihrvon^eru Wem! Das sei euch kund! Vernehmet mern Worte! Wir sind nicht betrunken, wie einige von euch wähnen: es ist ja erst die 3. Stun d Tages. Vielmehr erfüllt sich hier, was durch den Propheten Joel verkündet worden ist:

In den letzten Tagen wird es geschehen, spricht Da will ich von meinem Geiste ausgießen über , alles Fleisch, . ,

~aB eure Söhne und eure Töchter weissagen, ^ eure Junglinge Gesichte sehen, und eure Greise Traumerscheinungen haben. aar über meine Knecht? und Mägde ich in jenen Tagen von meinem Geist gießen

aus-

Daß sie weissagen.

Ich will Wunder am Himmel oben Und Zeichen unten auf der Erde wirken!

Blut und Feuer und qualmenden Rauch: Die Sonne wird sich in Finsternis wandeln, Und der Mond in Blut,

Ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. Wer dann den Namen des Herrn anruft, würd gerettet.

Ihr Männer von Israel, vernehmet diese Worte: Jesus von Nazareth wurde bei euch von Gott beglaubigt durch Machterweise, Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte gewirkt hat, wie ihr wißt. Zwar wurde er nach Gottes festgesetztem Ratschluß und Vorherrvissen ausge­liefert, und ihr habt ihn durch die Hände der Gottlosen ans Kreuz geschlagen und getötet. Gott aber hat die Wehen des Todes gelöst und ihn auferweckt; der Tod vermochte nicht, ihn in seiner Macht zu halten. Sagt doch David von ihm:

Ich habe den Herrn allzeit vor Augen, Er stellt 3» meiner Rechten, daß ich nicht wanke. Brum sperrt sich mein Herz, drum jubelt meine Zunge,

Urid in froher Hoffnung ruht auch mein Fleisch; Denn nicht lässest du meine Seele im Totenreiche. Nicht lässest du Verwesung schauen deine Frommen. Du lehrst mich den Weg des Lebens, Erfüllest mit Wonne mich vor deinem Antlitz.

Meine Brüder, ich darf wohl mit Freimut zu euch vom Patriarchen David reden. Er ist ge­storben und begraben, und sein Grabmal befindet sich unter uns bis auf den heutigen Tag. Als Prophet wußte er, daß Gott ihm geschworen hatte, einen seiner leiblichen Nachkommen auf seinen Thron zu erheben. Und so redete er mit dem Blick in die Zukunft von der Auferstehung Christi: er werde nicht im Totenreichs bleiben und sein Fleisck werde nicht die Verwesung schauen. Eben diesen Jesus hat Gott auferweckt; des sind wir alle Zeu­gen. Nachdem er durch die Rechte Gottes erhöht worden ist, hat er den vom Vater verheißenen hl. Geist ausgegossen, wie ihr seht und hört. Denn David ist nicht in den Himmel gefahren und denn- noch sagt er:

Der Herr spricht zu meinem Herrn:

Sege dich zu meiner Rechten,

Bis ich deine Feinde mache zum Schemel meiner Füße.

So erkenne ich denn das ganze Haus Israel mit Sicherheit: eben diesen Jesus, den ihr ans Kreuz geschlagen habt, hat Gott zum Herrn und Messias gemacht.

Diese Rede durchschnitt den Zuhörern das Herz, und sie fragten Petrus und die anderen Apostel: .Brüder, was sollen wir tun?" Petrus sprach zu ihnen:Bekehret euch, lasse sich im Namen Jesu Christi kaufen; dann werdet ihr Vergebung eurer Sünden und die Gnade des hl. Geistes empfangen. Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung, aber auch allen Fernstehenden, soviel ihrer der

Herr berufen wird. Noch mit vielen anderen Wor­ten beschwor und ermahnte er sie:Laßt euch aus diesem verderbten Geschlecht erretten!"

Die nun sein Wort annahmen, wurden getauft. Es kamen an jenem Tage

gegen dreitausend Seelen hinzu.

Soweit die Erzählung des hl. Lukas. Gewaltig wie ein Wetter hat diese Predigt des Apostelfürsten eingeschlagen. Darin hat er auch im Vorüberi- gehen das Geheimnis berührt, das wir heute feiern. Redet er ja von Gott Vater, der die Verheißung gab; vom Sohn, der gekreuzigt wurde, auferstanden ist, zur Rechten des Vaters erhöht wurde, den Geist gesandt und als Herrn und Gott sich erwiesen hat; vom hl. Geist, der so gewaltige Wirkungen hervorbringt im Reiche der Natur und der See­len. Sind das nicht die drei höchsten göttlichen Personen, die den einen, unbegreiflichen, unend­lichen, anbetungswürdigen Gott ausmachen? Ist das nicht die heiligste Dreifaltigkeit, deren Fest wir heute begehen? Dos ist jenes unergründliche, un­erschöpfliche, lebenspendende, allumfassende, beglük- kende Meer, von dem wir alle wie lebendige Trop­fen ausgehen und zu dem wir alle zurückkehren. An diese Aufgabe immer zu denken, war der Kunstgriff der Heiligen. Der hl. Philippus Reri, dessen Andenken gerade auf den heutigen Sonn­tag fällt, hat mit diesem Kunstgriff manche Seele gerettet. Eines Tages sagte ein ehrgeiziger Jüng­ling zu dem guten Pater Philippus:Herr Pa­ter, mir eröffnet sich eine vielverheißende Zukunft: ich habe mich soeben auf das Studium der Rechts­wissenschaft verlegt." Ganz trocken erwiderte S. Philippus:Und was dann?"Dann werde ich ein großer Doktor werden."Und was dann?" Dann werde ich zu Ansehen und Reichtum gelan­gen."Und was dann?" Der Jüngling kam in Perlegenheit und verstummte. Der Heilige aber half ihm nach mit den Worten:Dann, mein Sohn wirst du sterben und was dann?---"

Dieses letzte und unerbittliche:Was dann?" öffnete dem Weltkind die Augen. Deutlich erkannte er die Nichtigkeit eitlen Ruhmes und vergänglicher Reichtümer, trat in die Genossenschaft des hl. Phi­lippus und oblag nur noch dem einen 'großen Geschäft, seine Seele vom Verderben der Welt zu retten und ihrem letzten Ziele, der Seligkeit in Gott, dem Dreieinen, zuzuführen.

Reffet euch aus diesem verdorbenen Geschlecht" das ist auch unsre große, einzige und entschei­dende Aufgabe, an der wir wieder mit aller Kraft und Zähigkeit arbeiten wollen.

Der T a l p f a r r e r. ;

Dreifaltigkeits- und

Fronleichnamsfest.

Der heilige Dreifaltigkeitssonntag zeigt uns dis unendliche Majestät Gottes in ihrer unaussprech­lichen Größe, die so gewaltig und unfaßbar vor