Wochenkalender.
Sonntag, 19. Mai. Hochheiliges Pfingstfest.
Montag, 20. Mai. Pfing st montag.
Dienstag, 21. Mai. Pfingstdienstag.
Mittwoch, 23. Mai. Von der Oktav von Pfingsten. Quatemberfasttag.
Donnerstag, 23. Mai. Von der Oktav vgn Pfingsten. Freitag, 24. Mai Von der Oktav von Pfingsten. Quatemberfasttag.
Samstag, 25. Mai. Von der Oktav. Quatemberfasttag. Gregor VII., Papst, f 1085. Urban I., Papst, Mart.
Pfingstsonntag.
Epistel. Apostelgeschichte 2, 1—11.
Evangelium. Iohannes 14, 23—31. Die Pfingstgabe
des Herrn.
In jenen Tagen sprach Jesus zu seinen Jüngern: »Wer mich liebt, wird mein Wort bewahren, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer mich nicht liebt, bewahrt meine Worte nicht. Das Wort aber, das ihr gehört habt, ist nicht mein, sondern des Vaters Wort, der mich gesandt hat. Dies habe ich euch gesagt, solange 'ch noch bei euch weile. Der Tröster aber, der Heilige Eèist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was euch gesagt habe. Den Frieden hinterlasse ich euch, Meinen Frieden gebe ich euch. Euer Herz ängstige sich uicht und zage nicht! Ihr habt gehört, daß ich euch Nagt habe: „Ich gehe hin und komme wieder zu euch." ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, daß ich öum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. vchon jetzt habe ich es euch gesagt, ehe es eintritt, damit Mr glaubt, wenn es geschieht. Ich werde nicht mehr viel euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, hat an mir nichts; aber die Welt soll erkennen, daß den Vater liebe und so handle, wie hr der Vrier "Ufgeiragen hat." %
3m Zeichen des Pfingststurmes. fingsien ist wieder gekommen, das A liebliche Fest. Gottes allmächtiger Odem, der göttliche Geist, rillst über die Erde und kleidet sie in Pracht und Herrlichkeit. Während . . - die Schöpfung der Welt dem Vater m.M'ueben wird, weist die Schritt die Zier und Spin vU?!Jn? der Welt dem hl. Geiste zu, dem Kp>u s AMHeit, dem Geist der Heiligkeit, dem der da ^^E^^Euheit. Höre den Psalmisten, aef<wtr$ Wort des Herrn sind die Himmel 'dre' 3ier’"Un$ d"^ den Geist seines Mundes all
Ediere Herrlichkeit, noch größere Wirk- Seelon Ä^^^ der hl. Geist in der Innenwelt der ler ans sp'elt und waltet er wie ein Künst- licküon T-r Orâel, der seinem Instrument die herr- " -r-one, Harmonien und Akkorde entlockt.
Vernimm nun die grandiose Schilderung, die der hl. Lukas in seiner Apostelgeschichte von der ersten Ankunft des Geistes am Pfingstfest entwirft:
Als der Tag des P f i n g st f e st e s angekommen war. wmeK alle versammelt am selben Orte. Da entstand plötzlich vom Himmel in Brausen gleich dem eines daherfahrendsn gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, worin sie saßen. Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie $euet, und es ließ sich auf einen jeden aus ihnen nieder. Und alle wurden mit dem hi. Geiste erfüllt und fingen an. in verschiedenen Sprachen zu reden, so wie der hl. Geist es ihnen gab auszusprechen. Es waren aber zu Jerusalem Juden wohnhaft, wahrhaft fromme Männer aus allerlei Völkern. die unter dem Himmel sind. Als nun diese Stimme erscholl, kam die Wenge zusammen und entsetzte sich; denn es hörte ein jeder sie reden in seiner Sprache. Es erstaunten aber alle, verwunderten sich und sprachen: siehe, sind nicht alle diese, die da reden, Gaiilüer? Wie kommt es nun, daß ein jeder von " iS sie in seiner Muttersprache reden hört? W'r Parther und Weder, Aelsmiter und Bewohner von Mesopotamien, Judäa, 6ap- padozien und von den Gegenden Libyens bei Lyreue, wir Ankömmlinge von Rom, wir Juden und Judengenossen, wir Kreter und Araber — wir alle hören sie in unsern Sprachen die Großtaten Gottes preisen!" ---
Der hl. Geist ist in mancherlei und verschiedenen Gestalten und Symbolen erschienen, um die Mannigfaltigkeit und Vielseitigkeit seiner Wirkungen und Gnaden anzudeuten, sagen die Schristerklärer. In welcher Gestalt ist er denn bei der Taufe Jesu erschienen? In Gestalt einer Taube In welcher Gestalt aber am Pfingstfest? In Gestalt von Wind und Sturm, in Gestalt von Feuer und Zungen.
Die Symbolik des Pfingststurmes soll uns etwas ausführlicher beschäftigen. Der Sturm bewegt, reinigt und erhebt. Und diese drei Wirkungen komnien auch dem hl. Geiste zu.
Zum ersten also die Bewegung Werden nicht die Luft, die Bäume, die Meereswogen, die Schifte durch Wind und Sturm in Bewegung gesetzt? So setzt auch der hl. Geist die menschliche Seele in Bewegung, führt sie zur Erkenntnis, treibt sie an zum praktischen Wollen. Wohl kann ein Apostel, ein Bischof, ein Priester uns predigen, uns zu- reden, uns ermahnen und anfeuern. Aber die Ueberzeugung und das Wollen sind Sachs Gottes und insbesondere des HI. Geistes. Das wollte offenbar der hl. Paulus andeuten mit den Worten: „Ich habe gepflanzt, Apollo hat begossen. Gott aber hat das Gedeihen gegeben." Darum ist es für dich so wichtig, vor Beginn eines Unterrichts, einer Predigt, den hl. Geist anzuflehen, damit er dich erleuchte und antreibe, die Lehren der Predigt auch ins Leben und in die Praxis umzusetzen. —
Zum zweiten kommt dem Winde die Reinigung zu. Wird nicht im bäuerlichen Kleinbetrieb das Ge
treide in die Windmühle geschüttet und so von Staub, und Unkraut gereinigt? Auch der hl. Geist reinigt von Irrtümern, Fehlern und Sünden. Der hl. Geist ist rein und macht rein, ist Heilig und macht heilig. Als darum der göttliche Heiland seinen Aposteln die Gewalt der Sündennachlasfunz übertrug, hauchte er sie an und sprach: „Empfanget den hl Geist; welchen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen." — Und in her kirchlichen Liturgie wird der hl. Geist geradezu „die Nachlassung der Sünden" genannt. Siehe, das ist auch die Ursache, weshalb wir den hl. Geist besonders vor Empfang des hl. Buß- Sakramentes anrufen.
Zum dritten eignet dem Winde die Erhebung. Der Wind hebt eine Feder, ja Gga^ ein ganzes Haus vom Boden und reißt es weg. Siehst du, wie jener Knabe seinen Papierdrachen beim Frühlingswind in die steile Höhe steigen läßt? So machte es der hl. Geist mit den Aposteln und Glaubens- boten. Wurden nicht die Apostel gleichsam von ihrem bescheidenen Platz im Judemande erhoben und in alle Welt fortgetragen? Ist nicht ein Paulus in einem Luftschiff über den ganzen Erdkreis weggeflogen? Und was schreibt der hl. Lukas von dem D'akon Philippus? „Der Geist riß ihn hin- m^g und entführte ihn in eine andere Gegend." Wenn ein Franz Taver, wenn ein Bonifatius und so viele andere Glaubensboten ohne Eisenbahn und Auto so große Strecken und weite Länder durchquert haben, ist das nicht auf den Treb des göttlichen Geistes zurückzuführen? Und bar nicht der Geist die Apostel und die Heiligen s,ii den Hohen der Mystik emporgerissen? Zu den Höhen des Wunders? Zu den Höhen der Ekstase? Zu den Höhen heroischer Tugend und engeloleicher Heiligkeit? Das alles, sagt S. Paulus, bewirkt ein und derselbe) Geist, der einem jeden zuteil wird nach seinem Belieben."
Behandle also den hl. Geist, den großen Gast des Pfingstfestes, nicht stiefmütterlich und ieze ihn nicht auf die Seite. Gewähre ihm vielmehr einen ansehnlichen Platz in deinem Herzen und m ' einer? Andacht.
„Heiliger Geist, du süßer East, Der du alle Gnaden hast, Komm zu mir, erleuchte mich.
Lehr mich Gottes Wort verstehn, Freudig seine Wege gehn."
Der I a l n f a r r 2 r.
Sommerland des Hell gen Geistes.)
Von Alban Stolz.
Wie schön ist jetzt die ganze Natur. Wenn man nur zwei Monate zurückdenkt, wie es da aus» gesehen hat, so meint man fast, wir feien unter" dessen aus dem Dampfer der Zeit in einen anderen!! Weltteil angelangt. Man tät sich gor nicht mehr