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Sonntag, den 5. Mai P2y

Nr. 18

Ausgabe B

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6t. ElWeth-Mt

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 K-Pfennig B 45 R.-Pfennig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzelle tm Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bet Wiederholung Rabatt. Auskunft und Oss.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda jein.

- Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei. Verlagsork Fulda. ---

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»39. Wo. M

Wochenkalender.

Sonntag, 5. Alai. 5. Sonntag nach Ostern. Pius V., Papst, Bek., t 1572. Bußsonntag.

Montag, 6. Mai. Johannes von dem lat. Tore. Dienstag, 7. Mai. Stanislaus, Bisch., Mart., t 1079. Mittwoch, 8. Mai. Erscheinung des Erzengels Michael.

Vigil des Festes Christi Himmelfahrt.

Donnerstag, 9 .Mai. Christi Himmelfahrt. Freitag, 10 Mai. Antoninus, Bek., t 1459. Gordianus und Epimachus, Mart., f 362.

Samstag, 11. Mai. 3. Tag in der Oktav von Christi Himmelfahrt. __________

Fünfter Sonntag nach Gftern.

Epistel. Jakobus 1, 2227.

Evangelium. Johannes 16, 2330. Die Kraft des

Gebetes im Ramen Jesu.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch ge­ben. Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Na­men. Bittet, und ihr werdet empfangen, und eure o"uds wird vollkommen sein. Dies habe ich in Bil- ^n zu euch geredet. Es kommt die Stunde, da ch nicht mehr in Bildern zu euch reden, sondern euch offen vom Vater Kunde geben werde. An jenem Tage wer­det ihr in meinem Namen bitten. Ich sage euch nicht, daß ich ben Vater für euch bitten werde: denn der Ba- ter leibst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr glaubt habt, daß ich von Gott ausgegangen und in dis Welt gekommen: ich verlasse wieder die Welt und gehe zum Vater." Da sagten seine Jünger zu ihm:S-ehe, M "best du offen und sprichst nicht mehr in Bildern. wissen wir, daß du alles weist und niemand d.ch s ^u fragen braucht. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist."

Durch den Wonnemonat an der

MutLertzand.

UN ist er endlich gekommen, der Wonnemonat. Möge er feinem Namen Ehre machen. Genug des Eises, genug des Schnees, genug des rauhen Nord, genug des Frie­

rens, genug des geheizten Ofens. Panzt der warme, liebe Sonnenschein; glänzt und Tal, glänzt über Wald und'Feld, unh G E" Strom und Au, glänzt über Kirchturm Sp e' glänzt über das Antlitz unb hinein in nhr jSens sârs Kämmerlein. Da weicht es wie mj^ . ^?" Ker gepreßten Brust: da geht es wie Do nr»üLe-aute und Orgelklang durch das Gemüt, tet prhZu *un9 und alt zum Wanderstab und schrei- die früm tn ^riptes und geöffneten Auges durch »'spende, jubilierende Landschaft.

dir «i J> E'.u/u andern, schöneren Mai weiß -ch den Sg.,,?'> Unsere Vorfahren huldigten ihm mit Zurren des Dichters:

"Uns ist ein Mai beschrieben, M aller Maien Preis-

Die Wurzel hat getrieben, Schon alt ein junges Reis. Hat Himmelher ergossen Sich über Nacht ein Tau Und hat ein Reis erschlossen, Ein Blümlein licht und blau.

Da Hub in allen Landen Ein fröhlich Blühen an; Der Winter ward zu Schanden, Der Frühling, der gewann. Der Mai bist du gewesen, 0 edle Jungfrau zart, Davon sind wir genesen, Das macht des Wumkeins Art.

Schul Sonntag.

Der katholischen Schule gilt unser Be­sinnen, ihr erzeigen wir unsere Liebe, ihr gewähren wir unseren Schutz. Sie erhalten und fördern ist unsere dringliche Ausgabe. Darum unterstützen wir die katholische Schulorganisation!

Zorge für die MM ist sorge fit öle MM!

Erhalten wir uns die katholische Schule, so sichern wir den Fortbestand des deut­schen Katholizismus. Sehen wir zu, daß unsere deutsche Schule aus unseren katho­lischen Kindern ein katholisches Volk macht. Das ist grundlegende Aufgabe der katho­lischen Aktion. Die heutige

Sirta-Meitt für Dit SAulorgonifatiDn

gibt jedem Gelegenheit, zur Erhaltung und Förderung katholischer Jugend­erziehung beizutragen.

So lieblich ist zu schauen Kein Blümlein mehr, kein Reis; Der schönsten aller Frauen Ward aller Kindlein Preis. Sie gibt der Welt den Segen All Jahr mit ihrem Kind, Davon auf Weg und Stegen Ein neuer Mai beginnt.---

Dieser geistliche Mai, dieses Meisterwerk un­seres allmächtigen und allgütigen Schöpfers ist also Maria, die Himmelskönigin, die Gottesmutter. An ihrer Mutterhand diesen Frühlingsmonat durch­schreiten, ist Lust und Freude aller Katholiken.

Und seht, liebe Freunde, da stehen wir ganz auf biblischem Boden. Die Marienverehrung ist alt wie die Kirche. Da komme ich gerade auf unsere Apostelgeschichte" zurück, die wir in den letzten Leiunaen behandelt haben. Wir haben zuletzt ge­

hört, daß der Heiland von seinen Jüngern Abschied genommen habe, und daß die beiden weißgekleide­ten Himmelsboten die Apostel aufgefordert haben, nicht länger zum Himmel hinaufzustarren. Die Apostel haben diesen Wink verstanden. Nun führt der hl. Lukas in seiner Erzählung wörtlich folgen­dermaßen weiter:

Du kehrten die Apostel vom Oelberg, der von Jerusalem einen Sadakweg entfernt ist, nach Jeru­salem zurück. Sie begaben sich in den Abendmahl- saal, wo sich aufhielten Petrus und Johannes, Ja­kobus und Andreas, Philippus und Thomas. Bar­tholomäus und Matthäus. Jakubus des Alphäus Sohn und Simon Zelotes und Judas des Iakobus. Diese alle verharrten einmütig ini Gebete mit den Frauen

und mit Maria, der Mutter Jesu.

und mit seinen Brüdern."

Sorveit der Text des hl. Schriftstellers. Was die Erklärung angeht, so beginnen wir mit dem Schluß-Satz: mit den Frauen und mit Jesu Brü­dern. Der letztere Ausdruck darf bekanntlich nicht von leiblichen Brüdern Jesu verstanden werden. Es ist uralte Tradition, daß Maria, die allerseligste Jungfrau, keinen andern Sohn hatte, als Jesus al­lein. Auch diesen hatte sie durch die Kraft der Ue- berschattung des hl. Geistes unter voller Wahrung ihrer unversehrten, immerwährenden Jungfrau- schaft. DieBrüder" Jesu sind also feine" Ver­wandten.

Was den Ort betrifft, in dem diese denkwür­dige Versammlung abgehalten wurde, so war es »das Eoenaculum". also derselbe Saal, in welchem Jesus das Osterlamm gehalten, die Füße der Jün­ger gewaschen, das heiligste Sakrament eingesetzt und ausgespendet. Dieser ehrwürdige Ort wurde jetzt auch die Stätte der Ausgießung des hl. Gei­stes.

Bemerke dann die Reihenfolge, in welcher Lu­kas das Kollegium der Apostel aufzählt. An die Spitze von allen stellt er den hl. Petrus. Ist das nicht ein durchschlagender Beweis von der Stel­lung, die Petrus gleich nach der Himmelfahrt des Herrn einnahm? Bei allen Aposteln war es eine ausgemachte Tatsache, daß eben Petrus ihnen vor­anging, daß Petrus nach dem Willen des Meisters ihr Oberhaupt war. Sodann fällt es in b;e Augen, daß Lukas immer zwei Apostel Zusammenstellt- Petrus und Johannes; Jakobus und Andreas. So bildet er fünf heilige Paare. Das letzte Paar ist aber unvollständig, da marschiert ein Apostel allein auf- Judas, des Jakobus Sohn. Somit bringt er es auf elf Apostel. Es fehlt mithin der zwölfte; das ist der unglückliche Judas Jskariot, der Ver­räter, von dem mir bald hören werden, daß die Apostel für ihn einen Stellvertreter gewählt haben.

Mit den Aposteln waren fromme Frauen ver­sammelt. Es waren das die ehrwürdigen Matro­nen, die schon zu Lebzeiten des Herrn sich dem hl. Kreis angefchlofsen hatten, um den Meister und seinen Aposteln zu dienen.