bannten noH zu schikanseren. Der Kulkursampf- minister Sollt) in Karlsmhe stellte nämlich bei der Regierung in München allen Ernstes den Antrag, die in Baden seinerzeit bestraften Geistlichen aus Bayern auszuweisen! Diese Zumutung ging selbst dem liberalen StaatsmiwsterLutz in der bayerischen Regierung zu weit. Er ließ unter der Hand den jungen Herren sagen, sie sollten die bayerische StaatsangehSrigkett sich erwerben. Als das ge. chehen war, schrieb er seinem zudringlichen Mini- tertoOegen Dolly nach Karlsruhe: „Sie betreffen« )en Geistlichen seien jetzt bayerische Staatsangehörige und könnten darum nicht ausgewiesen wer- ben!"
1880 heimgekehrt, fand der Verbannte in Neu« stabt seine Verwendung als Vikar. Nun kam der badische Staat abermals und forderte 504 Mk. und 55 Pf. „Unterfuchrlngs- und Straferstehungs- tosten". Der Dikarsgehalt fürs Jahr betrug jedoch 200 Mk. Da bezahl, wenn kannst, würde der Mann des Volkes sagen. Man hat durch Monate und Jahre dem Vikar von Neustadt "und dann dem Warwerweser von St. Leon und Haslach behördlich zugesetzt und mit Pfändung gedroht. Endlich am 14. Juli 1883 wurden „die Untersuchung»- Straferstchungskosten* „gnadenweise erlassen". Ei- nett Monat barnad) kam aber noch die Portoforderung von 30 Pf. Sie wurden bezahlt.
Die Vorsehung Gottes machte nun den Sperrling zum Stadtpfarrer in Haslach, dann zum Pfarrer in Immenstaad am Bodensee und schließlich zum Pfarrherrn in Ebringen bei Freiburg. Im Kahre 1900 war die einstige Staatsgefährlichkeit des Cperriings in Karlsruhe so weit richtig eingeschätzt, deß sie ihm sogar das Ritterkreuz 1. Klasse vom Zâhnnger Löwen verliehen haben. Es lag darin vielleicht eine Art Genugtuung dafür, was der junge Sperrling ra vier Gefängnissen hat erdulden müssen.
Dem katholischen Volte aber waren die Sperr, kmge immer teuer und verehrungswürdig. Das weiß ich aus meinem elterlichen Haus. 83er» chrungswürdig sind sie ihm bis zur Stunde geblieben.
Daniel G'Lonnell.
Tur Jahrhundertfeier der Sakhollkenbefrelung in Eng
land am 13. April 1829.
Bon Otto Steinbrinck in Berlin.
Um diese Jahrhundertfeier recht würdig au begehen, wird vom 13. bis zum 16. September 1929 in Westminster ein nationaler katholischer Kongreß stattfinden.
Da die Tat der katholischen Emanzipation unter dem 13. April 1829 verzeichnet ist, wurde am 13. April dieses Jahres in der Westminster-Kathedrale ein feierliches Hochamt mit Te Deum abgehalten. Alle Erzbischöfe von England und Wales waren zugegen.
An der Nacht vom 30. auf den 31. März 1829 er» We im Haus der Gemeinen (Unterhaus) die endgül- uge Annahme der „Katholiken-Dill", die den einhundert Jahre lang geknechteten, versklavten irischen ^tholiken (und mit ihnen den schottischen und engli» Glaubensbrüdern) die Staatsbürgerrechte gab ym das vom Oberhaus eingelegte Veto der ^Mraten ausgeschaltet war, mußte am 13. April 9 König Georg IV. seinen langen Widerstand auf« 8Jen und durch Unterzeichnung in aller Form die Vor- Üi zum Gesetz erheben.
„Daniel O'E o n n e l l hatte gesiegt. Er ist der Münder und erste Führer der irischen Nationalbe- . 9Un9- der ungekrönte König des armen irischen Slot- , ö ®r ist der Windthorst Irlands, auf den in jener $ ^"^en der ganzen Welt gerichtet waren.
bestand die Not Irlands? Eng- teb«J- ^ Q*s ein protestantisches Land. Die Pro ji “M war oberstes Regierungsprinzip. Mit tou!! ^hikanen der Politik, mit Bestechung, Gewalt DrfJ Urlaub 1800 dem englischen Reiche einverleibt. Utern ^”6 ^es ^Mdes wurden den irischen Eigentü- Pg^, genommen die katholischen Eigentümer wurden nenVhUn6 ^aOen als angestellte Pächter ihres eige- Kirck- -^waltige Steuerlasten an eine ihnen fremde toyj "dzuführen: Gewerbe und Handel des Landes duno-s-^ Ausfuhrverbot lahmgelegt. Staat und ®il» ster^m, K’aren völlig katholikenrein. Die Prie- sierou^^^^" verfolgt — bei den armen, bedrückten, taub»? R°n Jbrem Glauben festhaltenden Volksgenossen so hernn <.?^brschlupf. Ein Volk von Helden wurde leit »in,, t ? ^1' ^hig und bereit, seine ganze Zâhig- aus h«r m x ' menn ein berufener Führer den Weg 5o!(6 : ^E zur Rettung wies. Dieser erstand dem °«« am 6. August 1775 geborenen Daniel der ein großer und würdiger Sohn sei
nes armen Volke« war, zugleich ein westschauender, kluger Führer und Politiker.
Vor der widerrechtlichen Union Englaich« mit Ir- land zu einem Staatswesen (7. Juni 1800) gibt er in dem mit aller Leidenschaft geführten Wahlkampf bae Ziel seiner Politik an „Wir wollen wechselseitige» verzeihen. Duldung. Bruderliebe. Jedermann erkläre mir, daß, wenn die Wahl steht zwischen der Union und bem Strafgesetz mit allen feinen Schrecken, er ohne Zaudern da, Strafgesetz als bas erträglichere der beiden Uebe! vorzicht " Al» die Unionsakt« im Juni des Jahre» doch Gesetz wurden, geschah die» mit dem Versprechen de» Staatssekretär» Pitt: Rechtsgleichheit aller Iren, Emanzipation der Katholiken. Ein Jahr später erklärte der König, daß dies seinem Strönungseib widerspreche und lehnte die Erfüllung der Zusag« ab. 29 Jahr« später mußt« sein Nachfolger zähneknirschend die Unterschrift geben; O'Connell drückte Georg IV. die Feder in die Hand.
Als erste Aufgabe seiner Befreiungspolitik erkannte Daniel die Einigung der Katholiken. Das Hohngclâchter, mit dem 1804 eine Petition um Aufhebung der Bedrückung ihm entgegenscholl, überzeugte ihn, daß nur der Druck des geeinten irischen Volkes die Londoner Regierung und das Parlament umstimmen könnt«.
Das Katholische Komitee mit der Zentrale in Dublin wich der Mittelpunkt der Organisation der Katholiken. Bei der Frage, ob d«r Staat bei Ernennung von kath. Bischöfen ein Veto-Recht habe, entschied er sich gegen die Staatseinmischung und es gelang ihm, die größere Mehrheit hinter sich zu haben. Nach einer öffentlichen Kundgebung wird der kommende große Führer im Triumphzug zu seiner Wohnung getragen. Scharf griff London direkt in die erwachende katholische Bewegung ein; die Strafgesetze wurden verschärft, das Katholische Komitee aufgelöst. Es gelang Connell, feine Organisation als karitativen Verein — die Beiträge wurden als Unterstützungsrasse angelegt — vor der Unterdrük- kung zu bewahren. Doch je mehr die Bewegung wuchs — und dies ging im Fluge — folgte eine Polizeimah- nahme der anderen. Doch als von einer Wahl zu anderen es sich bestätigte, daß Daniel O'Connell in Irland der beliebteste und angesehenste Mann war und eine ungeheure Majorität gewann, hielt Staatssekretär Peel die Stunde für gekommen, diefen Mann um seinen gefährlichen Einfluß zu bringen.. Hatte er noch am 10. Februar 1829 die Unterdrückung des Vereins der irischen Katholiken beantragt, so legte er schon drei Wochen später einen Gesetzentwurf zur Regelung der Katholischen Frage vor. Er hoffte dadurch die unangenehme Einheit der Katholiken zu brechen.
Was brachte das Gesetz? Die staatsbürgerliche Gleichstellung, aktives und passives Wahlrecht Zutritt zu höheren Aemtern (Vizekanzler- und Lard-Kanz- ler-Posten ausgenommen). Dagegen wurde Ausübung des Wahlrechts von einem Steuerwert von 10 Pfund Sterling abhängig gemacht. Die religiösen Orden erhielten nur teilweise Freiheit. Uebereinkommen mit dem Heiligen Stuhle und Anerkennung der römischen Kirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts — — es ver steht sich, daß die Anerkennung der Katholiken als Staatsbürger so weit nicht ging. Das Gesetz war der Auftakt der Befreiung Irlands, die erst ungefähr 100 Jahre später (am 6. Dezember 1921) vollständig wurde. Immerhin: eine große Bresche war geschlagen.
O'Connell war der beste Redner im englischen Parlament und er war der geborene Volksredner. Graf Montalambert sagt von ihm: Er hat ohne einen Blutstropfen zu vergießen ein ganzes Volk neugeschaffen, für sechs Millionen Katholiken die politischen Rechte erobert. — Ohne einen Blutstropfen! Bei diesem bedrückten irischen Volk, das nach dem Tode feines großen Führers so oft in wildem Aufbegehren seine Kräfte verzettelt, ist diese Tatsache der beste Beweis für „Vater Dans" Führerqualität.
Am 1. November 1841 wurde er zum Lordmajor (Oberbürgermeister) in Dublin gewählt — seit her Reformation bekleidete zum ersten Male wieder ein Katholik diesen Posten. „Vater Dan" zog durch die Lande, ein Meeting (Versammlung) folgte dem anderen. An den Iren heiligen Orten sammelten sich um den Führer Hunderttausende: Selbstverwaltung für Irland, Widerruf der unliebsamen Union. die drückende Volksnot — das war jedesmal die Tagesordnung. Ein Sturm raste durch das Land. Da, am Vorabend vor einem Riesen-Meeting, der den Höhepunkt der irischen Willenskundgebungen bilden sollte, erfolgte das Verbot der Regierung. Und ein Wunder geschieht: die fieberhaft erregten Massen — ungefähr eine Million Menschen wo- ren es; ein ungeheures Polizeiausgebot stand in Bereitschaft — gingen auf das Wort ihres Führers vollständig ruhig und geordnet auseinander. Beispiellos war dieser Triumph her Selbstbeherrschung des irischen Volkes. England zitterte vor diesem einen Mann. Seine Rache war der Staatsprozeh, der den irischen Führer auf Grund wahllos $ufammcngeftellter und zum Teil unterstellter Aeußerungen in Volksversammlungen des Hochverrats beschuldigte — es war 15 Jahre nach Erlaß des Befreiungsgesetzes! Er wurde zu einem Jahr Gefängnis und 2000 Pfund Geldbuße bestraft. Nach einem halben Jahre wurde das Urteil kassiert: körper- lich und seelisch gebrochen, verließ der 69jährige Greis
das Gefängnis, vom TrAnnphgefang des Volkes umtost. Einige Jahre vorher, nachdem O'Connell es im Parlament erreicht hatte, daß sein Gegner Peel gestürzt wurde, war sein Ansehen im Unterhau» te gestiegen, daß London ihm eine öffentlich« Huldigung darbrachter General Lacy Evan», umgeben «so 400 Männern aller Parteien, nannte ihn am 21. Februar 1828 den bebet* tendsten und besten Mann England, un» Europas
Der krank dem Gesângni» Entronnene sah den Niedergang Irland», bie völlig« Erschöpfung feiner materiellen und moralischen Kräfte als düster geahnte, Zukunftsbild. Hinzu kam, daß bie Geheimaesellschaft ,Lung-Irland", eine radikale, anarchistische Bewegung, seine Anhänger spaltete . Die grausige Hungersnat 1846-47 bedrückte sein Herz. Die Kartoffelernte war mißraten, dennoch ließ England das glänzend geraten« irische (Betreibe und Vieh ausführen, so daß 1% Mill. Iren Hungers starben und ebensoviel« nach Amerika auswanderten. Die Einführung des Freihandels vollendete noch den Ruin. Der todkranke „Slater Dan* beschwört das Parlament, die Iren zu retten. Vergebens!
Vergebens sucht er Heilung im Ausland. Ehrfurchtsvoll begrüßen die französischen Katholiken den große« Führer ihrer irischen Glaubensgenossen. In Genua muß er die Reise abbrechen: der 88jährige Erzbischof reicht ihm die heiligen Sterbesakramente; am 15 Mat 1847 gibt er feine Seele dem Schöpfer zurück. Sein letztes Wort: „Meinen Leib nach Irland, mein Herz nach Rom, meine Seele zu Gott!" Sterbend stellte er fein geliebtes Irland unter Gottes und der seligstenIung- frau Schutz. In Rom, wo sein Herz in St. Agatha bete gesetzt wurde, hält Pius IX. für „den Helden des Katholizismus", wie er ihn nannte, eine königlich« Trauerfeier ab. In Irland trauerte die ganze Nation. Zwei Erzbischöfe und zehn Bischöfe geleiteten sein« Leiche zu Grabe. Er ruht zu Füßen eines ragende, runden Turmes, der nach irischer Sitte dein „ungekrönten König von Irland" errichtet wurde. So lebt „Batet Dan" fort im Herzen seiner Nation.
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In diesem Zusammenhänge ist wohl ein furzet Ueberblick über die weitere Entwicklung des Verhältnisse« von Irland zu England angebracht. Erst 1912 setzten die Nationalisten durch, daß Asquith ein Home-Rule- Gesetz, d. h. einen Vorschlag für eine irische national« Selbstregierung, einbrachte. 1914 wurde es Gesetz, dach erst nach dem Kriege kannte es in Kraft treten. Im Kriege riefen irische Republikaner (1916) die irisch« Republik aus. 1919 bildete sich eine republikanisch« Regierung unter Oe Valera. Englands Antwort: Plünderung, Einäscherung von Hunderten von Ortschaften, wahllose Niederschiebung von Frauen und Männern. Doch ganz Irland stand wie ein Mann zusammen. Da gab Lloyd George am 6. Dezember 1921 mach. Irland ist Freistaat mit eigenem Parlament.
Der Landeshauptmann von vorarl» berg hat in ein Wespennest gegriffen.
Und er hat nach dem Sprichwort gehandelt: Greif nicht in ein Wespennest, doch wenn du greifst, bann greife recht, das will fagfli, so, daß die Wespen es spüren. Er hat im Landtage eine Rede gehalten über und für den Fremdenverkehr, hat dabei auch über Schäden des Fremdenverkehers gesprochen. Er führt« hierüber folgendes aus: Ich habe hier im Landtage schon einmal die Meinung vertreten, und ich vertrete sie heut« noch mit aller Entschiedenheit, daß es weitaus da« Wichtigste ist, daß wir für einen
richtigen Hochstand unserer Gaststätten sorgen. " Es ist und bleibt die wirksamste Fremdenverkehrsförderung in Vorarlberg. Pflege des qualitativen Fremdenverkehr kann nicht gemacht werden mit Annoncenankündigungen und Werbebüros, sondern die Pflege des aua« itatioen Fremdenverkehrs ist zur Gänze in die Hand der Gastwirte, vielleicht nicht zur Gänze, aber zu 90 Prozent in tue Hände der Gastwirte gelegt, oder sagen wir meinetwegen zu 80 Prozent, und dann zu 10 Proz. in die Hand derjenigen, die das Verkehrswesen in der Hand haben, und vielleicht noch zu 10 Prozent in di« Hand der Gemeinden, die im Wege des Verfchönerunas- rereines einiges für das Wohlbefinden der Fremden tun können. So schaue ich die Sache an und ich glaube auch, es ist so. Es kommt alles darauf an, daß unsere Baste
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In IDeuna im schönen Eichsfeld wird Mitte Ma' das Frauen-Erholungsheim 51. 3 cf es eröffnet. Das Heim befindet sich in einem Seitenflügel des Gutshofes der Familie Busch. Die Kirche ist gleich gegenüber, der Wald in wenigen Minuten zu erreichen Ein schöner Garten mit Liegestühlen steht zur Verfügung. Preis bei reichlicher Verpflegung nur 3 Mark. Bäder verschiedener Art werden auf Wunsch verabreicht. Errichtet wird das Heim durch Frauenbundmitglieder ans Kassel, Heiligenstadt, Worbis und Erfurt. Es soll Erholungsstätte fein für alle, die in Stille und schöner Land- luft neue Kraft für Familie und Beruf sich holen wollen-,'