Der Mann gehörte zu hen „Aufgeklärten/ die da meinen, über alle Religion Hinkusgsuxlchsen zu fein.
Betroffen schwieg die Frau; sie fürchtete die heftigsten Ausbrüche ihres Mannes, die vielleicht eine Folge von Uebrrarbsitung waren, denn er machte oft die Nacht zum Tage, um Geld zu verdienen. Und auch das Kind schwieg nun ganz; müde schleppten sich die Füße weiter.
Da kam von fernher ein brenzlicher Geruch herangezogen; dicke Rauchwolken stiegen zur Höhe âuf, — gerade an der Stelle, wo das Häuschen der Familie stand.
Sie beulten ihre Schritte. Der Mann lief den Seinen voraus, angstvoll, Schauriges ahnend, folgten Frau und Kind ihm nach.
Es war eine Löschmannschaft aus dem nahen Orte am Werke, aber die Macht des Feuers war zu groß, das Häuschen brannte nieder.
Wie zerschlagen, ein Bild der Verzweiflung, stand der Mann da. Jahrelang hatte er gespart, gearbeitet darum, — und nun war alles vernichtet, in einer knappen Stunde!
Die Frau hatte die Hände gefaltet, ihr tränen- naffer Blij hob sich noch oben, zu Gott empor, von dein sie schon so oft Kraft und Trost empfangen.
Und das Kind, das sich ängstlich an die Mutter schmiegte, fing diesen Blick auf. Da mochte ihm wohl die Erinnerung getommen sein an bas ge- meinsaue häusliche Gebet mit der Mutter, denn es faltete ebenfalls die Hände und fing an zu sprechen: „Vater unser, der du bist im Himmel . . ."
Der Vater hörte es, fuhr herum, sah wild um sich. Erschrocken schwieg das Kind.
„Warum redest du nicht weiter?" fragte der Vater barsch. Und der Mutter Blick gebot tapfer und glaubensfroh: „Bete!" —
Da sprach das Kind fein Gebet zu Ende, ohne Furcht, ohne Bangen, deutlich und vernehmlich bis zum „Amen".
„Selig ruhten die Blicke der Mutter auf dem Kinde. Merkte es wchl den Segen dieser Stunde? Der Vater betete ja mit!
Sa, der Vater betete mit Frau und Kind. Und seitdem ist er wieder gläubig.
Starrsskus Tavsrms-verem
in der Diözese Fulda.
Die Sorge für die Glaubensverbrciiung, die unser aller Aufgabe ist, hat den Diözesan-Aus- schuß des Franziskus Taverius-Bereins neuerdings zu einer Besprechung zusammengeführt, in der die weitere Ausbreitung und Vertiefung des Mistionsgcistes in der Diözese Fulda zur Erwägung stand.
Wo stehen wir? Auf diese Frage gab der Dw- Sfian-Kassierer, Herr Direktor Wohlgemuth, die Antwort mit folgenden Zahlen: Nach dem Rechnungsabschluß für 1928 betrug die Gesamteinnahme in der Diözese Fulda 16 964.14 Mk. (1927: 15 934,14), die sich wie folgt verteilt: Mitgliederbeiträge 12 424,41 (11 726,81), Kollektengelder 4007,08 (3637,73), Heidenkinder 399 (361) besonne Gaben 133,65 (209) Mark. Die Gesamt- ^ehreinnahme betrug gegen das Vorjahr 1029 ârk. So sehr dieser Fortschritt zu begrüßen ist, bleibt aber auf der anderen Seite leider zu beklagen, daß nach dem vorgelegten Rechenschaftsbericht, eine große Zahl von Gemeinden dem Werke der Glaubensverbreitung im abgelaufenen ‘Mr fern gestanden haben. Festgestellt wurde ^uch, daß einige Pfarreien ihre Beiträge unmittelbar an die Zentrale in Aachen abgeführt haben. Diese werden gebeten, in Zukunft alle Beiträge an die Kasse des Diözeian-Ausschusses des âverius-Missionsvcreins Postscheckkonto 18538 Frankfurt a. M. abzuführsn. Cs wurde beschlos- den Rechenschaftsbericht, wie früher, im Bo- Gfatiusboten und Kirchl. Amtsblatt bekanntzuge- ven. Die Veröffentlichung soll dazu dienen, das wtereffe für die Weltmission zu wecken und jeder- mann gleichzeitig Einblick in den Stand des Mis- -onsvereins innerhalb der Diözese Fulda zu gs- wühren.
» Aus den weiteren Veröffentlichungen, die der ^r Dözesandirektar Professor Dr. Heller bekannt mW, ist noch von besonderem Interesse, daß die L^krale des Tavsrius-Misfionsvereins neuer« ngs Werbeschriften herausgegeben hat, die in - T^m Teile Deutschlands bereits mit großem Er- i 7 Zuwachs von 50 000 Mitgliedern — ver- e> Pf mitrlvn 'tV.'fo 9aj> '«tioirhrii<nn frtfflmen in
der nächsten Zeit auch in der Diözese Fulda zur Verbreitung, hoffentlich mit dem gleichen Erfolge.
Die Jahresversammlung der Diözesan-Bertrau- ensmänner soll gelegentlich einer anderen Versammlung, um besondere Kosten zu ersparen, an- geschlossen werden.
Die Missionsausstellung auf dem vatikanisc^n Hügel, die der Heilige Vater Pius XI- im Heiligen Jahr 1925 veranstaltet hatte, war ein Leuchtfeuer in dunkler, sturm bewegter Zeit, das feine hellen Lichtstrahlen in breiten Garben über Länder und Völker warf. Es sollte, so sagt der Oblatenpater Robert Streit in seinem einzigartigen Buche „Die Lcltmission der katholischen Kirche" (Verlag in Oblaten, Hünseld) der ganzen katholischen Welt der Stand der gottgewollten Mifsionsarbeit an der Heidenwelt zeigen und das ganze katholische Volk mahnen an das, was es zu keiner Zeit vergessen und unterlassen darf, an sein großes göttliches Werk beer Weltmission und an seine heilige Ws- sionspflicht.
Möge diese Mahnung, die in dem Heilandes Wort: „Gehet auch ihr in meinen Weinberg" gipfelt, alle Katholiken der Diözese Fulda begeistern für das Gottes Werk der Glaubensverbreitung im Sinne des hl. Frairziskus-Taverius.
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Der kleine Aukoheld. 68 Bilder mit luftigen Versen Gr. öl 36 Seiten. Preis: Halbleinen Mark 5.—. Die tanzende Uhr, 100 Bilder mit lustigen Versen Gr. 8?. 51 Seiten. Preis: Halbleinen Mark 3 50. Von Iohannes Thiel. Verlag Joseph Rösel und Friedrich Pusiet, München. Was in den Köpfen unserer kecken Jungens und Mädels von heute an geheimen Träumen und Wünschen, an wagemutiger Abenteuerlust und Ent- becferfreuben lebt, hat Johannes Thiel, der Maler und Dichter, in aquarellierten Federzeichnungen und lustigen Versen feiner neuen Märchenbücher „Der kleine Autoheld" und „Die tanzende Uhr" erschaut und erzählt. Motz heißt der kleine Autoheld, just ein Kerlchen wie viele, rast mit seinem Auto durch Dörfer, Felder und Wälder. Kühn, wie er ist, scheut er keine Gefahren. Was kümmert ihn, ob die Planke zerbricht, ob er auf dem Ssegrund landet, ob ihn eine Autopanne im Walds festhält ober Zwergs ihn gefangen setzen! Immer verhilft ihm sein Auto zum Siege. Als Kriegsge- nerd zieht Motz mit seinem Drachenwagen gegen die Städter, diktiert den Frieden und dann gehts neuen Abenteuern entgegen. Nicht minder amüsant sind im zweiten Märchenbuch „Die tanzende Uhr", die Erlebnisse des kleinen Peter. Dieser arme Tropf, an Masern erkrankt, träumt in seinem Bett mit offenen Augen von seinen Bausteinen und all seinen luftigen Spielen. Plötzlich hört die Uhr auf zu ticken. Sekunden-, Minuten- und Stundenzeiger. Uhrblatt und Pendelschnur spazieren davon. Der Uhrmann versucht vergebens die Racker zu fangen, fällt hin und stöhnt. Alle Gegenstände beginnen zu lachen, zu reden und sich im Kreise zu drehen. Kasperl stellt den ganzen Chor Peterchen nor. Da kommt der Uhrmann mit bösem Schnaufen und alles drängt nach Hause. Als Peterchen wieder erwacht, entdeckt er voller Freude daß die Uhr ganz geblieben. Da wird er wieder fröhlich und gesund.
Die Frömmigkeit 3efu Christi. Von Otto Cohausz, S I. 320 Seiten. Kartoniert Rm. 4.50, in Ganzleinen Rm. 5.50. Verlag der Schulbrüder, Kirnach-Villmgen. Baden. In einer Zeit, in ter auch die Frömmigkeit in die moderne Gärung hineingezogen wird, ist es gewiß am Platze, sie wieder auf die einzig rechte Urform zurückzuführen: die Frömmigkeit Jesu Christi. Solchem Versuch möchte sich dieses Buch unterziehen. Cs möchte versuchen, die Frömmigkeit Christi in ihrer reinsten Form wieder zu ersassen, sie in ihrer tiefsten Wurzel und in ihrem innersten Wesen darzulegen, aber auch ihrem Auswirken in alle Verästelungen des Lebens nachspüren. Unseres Wissens ist es das erste, das unserseits alle einschlägigen Fragen behandelt. Nicht nur allen, denen es selbst um wahre Frömmigkeit zu tun ist, sondern auch allen, die andere darin zu leiten haben, wie Predigern, Seclenführern, Novizenmeistern usw., dürfte es für ihren Zweck Anregung, Stoss und Richtlinie bieten.
Wiesen, W., Der Laienapostel. Handburch für praktische Mitarbeit in der Seelsorgehilse. 8” (127 S.) Preis geb Rm. 2 75, drosch. Rm. 2 20. Freie Vereinigung für Seelsorgehilse, Freiburg i. Br. 1929. Diese Schrift ist wirklich etwas Neues. Sie ist nichts mehr und nichts weniger als ein Katechismus des Laienapvstoletes. Wenn in den letzten Jahren immer stärker die Pflicht des Laienapostolates in den Vordergrund der katholischen Oessentlichkeit getreten ist, so bietet das von der Freien Vereinigung für Seelsorgehilse herausgegebene Handbuch uns praktische Mittel und Wege. Darum ist die Schrift außerordentlich zu begrüßen.
Böser, Fidelis, Liturgische Kanzeluorkräge. Die Opfer- ß^r,^ unh hiö 9<*?^01f n Ahmo hor ^nianm^ £° ^ uni»
123 Ö. Freiburg im Breisgau 19Z9, Herder. Kart. 2.66 Mark. Ein Beuroner Benediktiner, der mitten in der liturgischen Bewegung steht und mit Wort und Schrift für sie arbeitet, veröffentlicht hier auf viele Bitten von Interessenten einige seiner Vorträge, deren erhebende, aus dem liturgischen Leben geschöpfte Gedanken schon io vielen die „Quelle des christlichen Geistes" — die kirchliche Liturgie — erschlossen haben. P. Fidelis Böser er» rüdt damit auch einen Wunsch seiner Mitbrüder aus dem Seelsorgsklerus, die in ihrem pastoralen Wirken vor der Gemeinde ober in Kongregationen und Vereinen mit diesen Gedanken ihre Zuhörer begeistern möchten für das Heiligste, was die katholische Kirche besitzt, das Opfer unserer Altäre.
Das Jahr des heiles 1929, 2. Band. 8°, 600 Seiten, kartoniert Rm. 2,50, in biegsamen Ganzleinenband Rm. 3,50. Verlag Volksliturgisches Apostolat, Klosterneuburg bei Wien. — Der vielerwartete 2. Band des Klosterneuburger Liturgie-Kalenders ist nun erschienen. Er beginnt mit den Tagen der Charwoche und umsaßt den restlichen Teil des Kirchenjahres. An Hand des Direktoriums enthält der Kalender die entsprechenden Angaben der liturgischen Tagesfeier. Er bringt für jeden Tag eine vertiefende, das rechte Verstehen und Erleben erweckende Einführung in die Grundgedanken der Tagesliturgie, geschichtliche Hinweise zur heutigen Liturgie wie zur Heiligenverehrung. Daneben bringt der Kalender fast für jeden Tag Texte aus Schrift und Brevier. So wird er für den das Kirchenjahr Mitfeiernden zugleich ein tägliches Lesebuch.
W! ckl Rupert t S. I., Ein Büchlein vom himmlischen Vater. Verlag Felizian Rauch, Innsbruck, 5. Auslage mit einer kurzen Lebcnsskizze des t P Wickl von P. Harrasssr S. I. Preis Mk. —.65. Der bekannte kürzlich verstorbene Verfasser, hat es verstanden, in diesem schönen Büchlein in die Lehre vom himmlischen Vater die wichtigsten Glaubenslehren einzuflechten.
rNal-Audachks-Büchiein. Betrackstungen über das Leben der Gottesniutter für den Maimonat von E. Thill S. I. Herausgegeben von Wilh. Hutmacher S. J. Fünfte, verbesserte Auflage, 22.—32. Tausend, Größe 12 mal 17K Zentimeter, 96 Seiten, Preis elegant kartoniert Rm. 1,20. Staffelpreise bei Abnahme von 25 Stück je Rm. 1,10, 50 Stück je Rm. 100, 100 Stück je Rm. 0 90. Verlag L Schwann, Düsseldorf, Charlottenstraße Nr, 80—86 „Nun hat man endlich ein Büchlein, bas für Maiandachten in K'rche und Haus alles bietet, was man sucht. Die Gedanken sind kräftig und anregend, das ganze Leben der Gottesmutter wird verwertet, und die Anwendungen, ungesucht und selbstverständlich, leiten zu inniger, vertrauensvoller Muttsrgot- tesverehrung an. Hoffentlich wird cs bald überall bekannt, damit es vielen als Hilfsmittel biene". So schrieb P, F. Ehrenborg S. I., Rom, beim Erscheinen der 1. Auflage.
Aus Gottes Saatfeld. Erlebnisse und Beobachtungen aus der Ruanbantiffion. Von Schwester Pia Kühn und Schwester Jgnatio Engel (Weiße Schwestern). Bd. 4 der Sammlung „Unter der Aequatorsonne". Bilder aus den innerafrikanischen Missionen der Weißen Väter. Mit Titelbild und 16 Abbildungen nach Originalausnahmen, 8°, 134 Seiten. Kartoniert Mk 3.—. Druck und Verlag der Paulinusdruckerei, Trier. Das Buch gibt einen lehrreichen Einblick in das opfer- -und erfolgreiche Leben und Wirken einer Mijsionsschwester auf dem innerafrikanischen Missionsselde.
Stolz Wilh. Friedr., Schloßkaplan, Der jungen Kirche Erdenwallen. 474 S. 8°, Mk. 6.00, geb. Mk. 8.00. Verlag Fel. Rauch, Innsbruck. Ein originelles Buch —- die Apostelgeschichte nicht in trockener historischer Darstellung, sondern in 52 Betrachtungen. Die erste Zeit des Erdenwallens der von Christus selbst gestifteten Kirche von der Gründung — Christi Himmelfahrt — bis zum Hinscheiden bezw. zum Martyrium der Apostst. Ein belehrendes, erbauendes und erhebendes Betrachtungsbuch für das ganze Jahr.
Springer Eniil, S. 3., Katechismus der Eltern zum Erstkommunionunkerrlcht der Kleinen. (Sendbo- tcnbroschüren 1. 3.) 2. Auflage, 32 Seiten, 24°, Preis 20 Pfennig. Verlag Felizian Rauch, Innsbruck. „Glaubt ja nicht, christliche Eltern, daß es schwer ist, die kleinen Kinder zur ersten Kommunion vorzubereiten. Nichts kann für eine katholische Mutter schöner und erfreulicher sein" heißt es in dem Vorwort dieses trefflichen Büchleins, das neben einem sehr leicht faßlichen Katechismus für die erste hl. Kommunion eine Anleitung zur ersten Beicht und den Wortlaut des „Kommuniondekrets" enthält.
Der H a n n s Eder Verlag, München.Schel- l i n g st r a ß e 39, gab eine Sondernummer seiner „Deutschen Illustrierten Rundschau" heraus „Das Katholische Berlin". Die Redaktion des Sonderhestes hat der Germania-Redakteur Heinrich Bachmann übernom men. Für alle Gebiete des öffentlichen Wirken und Schaffens der Katholiken in Berlin hat er die maßgebenden Persönlichkeiten zur Mitarbeit gewannen. — Wir begrüßen es, daß der Verlag das Zustandekommen des Heftes ermöglicht hat, zumal durch die Verbreitung des Heftes außerhalb Berlins auf die kirchlichen Einrichtungen Berlins mirffam hingewiesen wird.
Die Passion. Ein Gedichtzyklus von Martha Grosse, as Äjifci, HNnn Sm K-nrtnnumfcNlaa 1 Mk tVertaa