Einzelbild herunterladen
 

Ir Mrt. g

Der reinen Seelen reines Brot, Der makellose, heilge Golk.

Religiöses Wochenblakt

für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 B.-pfentiig B 45 2L-pfennig (Zustellgebühr extra) Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Coloneizeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckeret in Fulda sem.

----- Druck und Verlag Der Fuldaer Actienüruckerei. Verlagsorl Fulda.

Wochenkalender.

Sonntag, 7. April. Weißer Sonntag.

Montag, 8. April. Mariä Verkündigung, (sonst am 25. März).

Dienstag, 9. April. Vom Tage.

Mittwoch, 10. April. Vom Tage.

Donnerstag, 11. April. Leo I. der Große, Kirchen­lehrer, Papst, t 461. Freitag. 12. April. Voin Tage.

Samstag, 13. April. Hermenegild, Mart., f 585.

Weltzer Sonntag.

Epistel. 1. Iohannes 5, 410.

Evangelium. Iohannes 20, 1931. Der Offetfriebe.

In jener Zeit, am Abend jenes ersten Wochentages, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei ver­schlossenen Türen versammelt waren, kam Jesus, trat in ihre Mitts und sprach zu ihnen:Friede sei mit euch!" Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen. Abermals sprach er zu ihnen:Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende 'ch euch." Nach diesen Worten hauchte er sie an und sprach zu ihnen:Empfanget den Heiligen Geist De­nen ihr die Sünden nachlasset, denen sind sie nachgelas­sen: denen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten." Ei­ner von den Zwölfen, Thomas, der den Namen ..Zwil­ling" hat, war nicht dabei, als Jesus kam. Die ande­ren Jünger erzählten ihm nun:Wir haben den Herrn gesehen." Er aber erwiderte ihnen:Wenn ich an sei­nen Händen nicht das Mal der Nägel sehen und meinen Finger nicht in die Stelle der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite legen kann, glaube ich nicht." Ackt

darauf waren die Jünger wieder in dem Hause, Thomas war bei ihnen. Da kam Jesus bei ver- Mossenen Türen, trat in ihre Mitte und sprach: "Friede sei mit euch!" Dann sprach er zu Tbomas: '-"eg deinen Finger hierher und sieh meine Hände: deine Hand und leg sie in meine Seite, und sei "icht ungläubig, sondern gläubig!" Da rief Thomas

Herr und mein Gott!" Jesus erwiderte ihm- '--meil du mich siehst, Thomas, glaubst du: selig, d's nicht legen und doch glauben!" Noch viele andere Wunder us vor den Augen seiner Jünger getan, die nickt n diesem Buche ausgezeichnet sind. Diese aber sind auf« damit ihr glaubt, daß Jesus ist Christus. der i?", Eo'tes, und damit ihr im Glauben das Leben Mbt in seinem Namen.

wasser und Blut.

Mahl des Lammes nahen wir M 2m weißen Fesigewnnde hier, And nach dem Gang durchs rote Meer Singen wir Christus Lob und Ehr.

Damit der himmelsliebe Glut Darreichet uns sein heilig Blut And seinen hehren Leib sogar Zuw Liebesöpfer bringet dar.

^un unser Heiland Jesus Christ ' 6nsermabl und Lueli« ist

Wort ist zwar an alle gerichtet, doch da heute die Festfeier der Taufgeheimnisse beschlossen wird, möchte ich euch ansprechen, ihr zarten Sprossen der Heiligkeit, neugeboren aus dem Wasser und dem hl. Geiste, ihr heiligen Blüten, jugendliche Schar, Blumen unserer Ehre, Früchte unserer Arbeit, meine Freude und m<ine Krone, ihr alle, die ihr feststeht im Herrn."

Als später aus zwingenden Gründen die Taufe schon den kleinen Kindern gespendet wurde, nmß- . ten Taufe und Kommunion weiter auseinander rücken Während die Taufe bald nach der Geburt gespendet wird, empfangen wir den Leib und das Blut des Herrn erst im siebenten bis zwölf­ten Lebensjahr Immerhin sind Taufe mrd Kom- munion auch heute noch im Geiste des Kirchenjahres nahe verbunden. Denn Ostern ist der Termin der Taufe, die Auferstehung mit Christus; und am Oktavtag von Ostern, also am weißen Sonntag, ist im allgemeinen der Termin der Erstkommunion. So ist derweiße Sonntag" aus dem Brauch der Urkirche herausgewachsen und zum Tag der feier­lichen Erstkommunion geworden für unsere glück­liche Jugend.

Wir wünschen ihnen Glück, diesen bevorzugten Kindern der Gnade, denen heute die Freundschaft des Heilandes lächelt, denen heute die Gnadensonne aufgeht Mit heiligem Neid sehen wir die Glück­lichen dahinschweben wie Gestalten aus einer an­deren Welt, wie Lichtengel, frei durch Taufe und Beicht von aller Schuld, im Schmucke einer para­diesischen Reinheit, in der Morgenfrische des Glaw bens, in der Glut seraphischer Liebe.

Jesu, Jesu, komm zu mir, O wie sehn' ich mich nach dir!

Uns Erwachsenen ist dieser Anblick wieder eine Lehre, daß die hl. Eucharistie, daß Christi Fleisch und Blut, daß die hl. Kommunion die Krone und der Höhepunkt unseres katholischen Glaubens sind. Daß wir wieder mit neuem Glauben, mit neuer Liebe, mit neuem Vertrauen, mit neuer Reinheit, mit neuer Gesinnung zum Tische des Herrn gehen.

Auf den heutigen Tag fällt gerade das Anden­ken eines Heiligen, den wir als Landsmann be­grüßen dürfen. Es ist der selige Hermann Joseph, ein Sohn des heiligen Köln, der im glaubensstar­ken 13. Jahrhundert in deutschen Landen blühte. Als Mönch im Prämonstratenser Kloster zu Stein­feld in der Eifel bekleidete er das Amt eines Sa» kristans. Wie war er da besorgt für die Rein­heit der Gesäße, für den Schmuck des Altares, für die Würdigkeit Äer Paramente. Als Priester brachte er das hl. Meßopfer mit sichtlicher Ergrif­fenheit dar, empfing den hl Leib und das kost­bare Blut des Herrn mit Engelandacht und ver­brachte oft Stunden in Anbetung des höchsten G>" tes.

Diese und andere Strophen eines uralten Kir­chenliedes, daâ anhebt mit den Worten:Ad regias agni dapes", sangen einst die Neugetauften, wenn sie in wallenden, weißen Gewändern zum Tische des Herrn zogen. Dasrote Meer" ist das Wasser der Taufe, das vorher über ihren Scheitel floß und ihre Glieder benetzte. Das heilge Blut aber ist die heiligste Eucharistie. Wochenlang vom W» schof oder einem Priester vorbereitet, war das- Verlangen dieser Katechumenen auf den Siedepunkt gestiegen Bis zuletzt war ihnen das Mysterium des Altars verborgen gehalten worden. Die Ar- kandisziplin wurde ja in der jungen Kirche streng­stens gehandhabt. Hat ja Christus, der Meister, selber gesagt:Ihr sollt die Perle nicht den Schwei­nen vorwerfen und das Heilige nicht den Hunden geben." Endlich gegen Schluß des Taufunterrichtes, als die Christenschüler bereits erprobt waren, als sie die letzten Fasern des Heidentum abgeschnitten hatten, wurde ihnen die erhabene Lehre von der heiligsten Eucharistie anvertraut. Christus ist gegen- märtig in der Brotsgestalt, sprach zu ihnen der M- schof. In der hl. Messe opfert Christus selber, der ewige Hohenpriester, sich dem himmlischen Vater auf. In der hl. Kommunion aber reicht er sein Fleisch und Blut den reinen Seelen zur Speise und zum Tranke.

Hatten die Katechumenen diese Lehre gläubig ausgenommen, wurden sie feierlich getauft. Als Sinnbild der schneeweißen Unschuld, die ihnen in der Taufe geschenkt wurde, bekamen sie ein lan­ges, weißes Kleid In diesem Schmuck, rein an Leib und Seele schritten sie nun, ein Schauspiel für Engel und Menschen, zum Tische des Herrn.

Taufe und Erstkommunion geschahen in der Osternacht; in ihren weißen Kleidern wohnten dann die neugelaulten Christen und Erstkommuni­kanten täglich während der Osteroktao der hl. M:sse bei und empfingen auch täglich den Leib des Herrn. An diese Tatsache erinnert uns das Ge­bet. das der Priester unmittelbar vor der hl. Wand­lung verrichtet, wenn er die Hände über die Opfer­gaben ausbreitet:Wir bitten dich, o Herr, diese Opfergaben gnädigst anzunehmen, die mir dir auch für diejenigen darbringen, die du in deiner Güte hast wiedergeboren werden lassen aus dem Wasser und dem hl. Geiste und denen du Verzeihung der Sünden geschenkt hast."

Am Ostersamstag, also am Tag vor dem weißen Sonntag, wurden diese weißen Kleider zum letzten­mal getragen und dann abgelegt. Darum hieß dieser Tage und heißt in der Sprache der Kirche heute nochWeißer- Samstag". Wir haben noch eine Predigt vom hl. Augustinus, worin er auf die­sen Brauch anspielt.Das Osterfest wird mit der heutigen Feier abgeschlossen; darum wird heute das Kleid der Neugetauften gewechselt, doch so, daß das weiße Kleid des Leibes zwar abgelegt wird, wöh- ronh *>« bis Seele für immer behalten soll. M.m

Geliebt, gelobt sei ohne End' Jesus im heiligsten Sakrament!

Der. Burgpfahret»