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katholische Priester und Hunderte von katholischen Laien.

Unter den (Befangenen sind auch zahlreiche ka­tholische Klosterschwestern. Die Gefanasnenwärter erblicken ein besonderes Vergnügen darin, diese ©d)meftern mit Vorliebe in Männerbaracken ar­beiten zu lassen, wo die männlid^n Gefangenen darauf ausgehen, die armen Schwestern zu be- lüstigen.

Jm letzten Jahre sind in dieser Strafkolonie nicht weniger als 3214 Gefangene gestorben.

Zum Tode des Paters Malinowski.

Eine Erinnerung an das Ende des Herero- aufsiandes.

Von Joseph Peters.

Am 7. Februar starb in einem böhmischen Klo­ster Pater Malinowski aus dem Orden der Ob­laten vom hl. Franz von Sales, dessen Name mit der Geschichte DeulschSüdwestafrikas für alle Zeit unauslöschbar verbunden ist. Es sei uns an dieser Stelle gestattet, auf Grund von seinerzeit veröffent­lichten Tagebuchnotizen aus dem Hererokriege die näheren Umstände zu schildern, in denen P." Ma­linowski seine so wertvollen Dienste der deutschen Kampftruppe zur Verfügung stellte.

Im Juni 1904, also während des Hereroauf- standes, hatten sich die kriegerischen Bondelzwarts erhoben. Unter Führung der Häuptlinge Morenga, Johann Christian und Abraham Morris bezogen sie Stellungen in den Oranjebergen jenseits der deutschen Grenzen, dort konnten' sie ihre Weiber, Kinder und Herden unterbringen und sich mit Mu­nition und Lebensmitteln versehen. Die deutschen Truppen unter von Deimling griffen die Voâelz- warts monatelang unaufhörlich an, bis sie mürbe wurden. Oberst von Deimling bat den Oblaten­pater Malinowski, den Frieden zu vermitteln, der weiteres unnützes Blutvergießen vermeiden sollte. Nach wochenlangem Suchen fand dieser in den Kharasbergen zuerst den Kapitän der Bondels Jo­hann Christian und dann auch die übrigen Führer der Aufständischen. Im Auftrag der Dondels ver­handelte der Pater nun mit dem deutschen Bevoll­mächtigten Oberstleutnant von Cstorff, dem Kampl- truppenkommandeur. Die Verhandlungen ende­ten am Abend des 23. De^mber 1906 zu Ukarnas. Am Weihnachtstage 1906 wurde in Heirachabis auf der Missionsstation der Friede geschlossen, der einem dreijährigen Kriege das Ende setzte. Vor Oberstleutnant von Cstorff, zwei Hauptleuten uni) drei Oberleutnants legten die Vondels am 23. De­zember auf dem Nische des Mfjfionsoberen die Gewehre nieder. Zuerst trat der kleine Sohn des Kapitäns Johann Christian vor, legte das Gewehr seines Vaters auf den Tisch und zog sich zurück. Ihm folgte ein Vondelzwart nach dem anderen. Mancher sah sein Gewehr noch einmal mit Weh­mut an, ehe er es ablegte. Der Kapitän bat Of­fiziere und Mannschaften mit Tränen in den Augen um Freundschaft für sich und seinen Stamm. Am Tage des Friedensschlusses selbst, dem hochheiligen Wrihnachtsfeste, legten die später eintrefstndsn Leute der Bondels die Gewehre unter dem Weih- Nacktsbaum der Station nieder.

Dann zog alles in die Missionskapelle: deutsche Offiziere, Missionare, Hottentotten. Pater Mali­nowiki hielt vor ausgesetztem Allerheiligsten eine Ansprache über das Thema: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen, die guten Willens sind. Am Schlüsse sang man das Tedeum. Ein fro­hes und schöneres Weihnachtsfest hatten die deut­schen Soldaten nach ihrem eigenen Geständnis nie erlebt.

Für die unterworfenen Dondelzwarts wurden die Missionsstationen Warmbad und Gabis ge­gründet, wo sie langsam sich auf die Annahme des Christentums vorbereiteten.

Die Statwn Heirachabis und die anderen Mis­sionsorte des Kampfbezirkes im Hererokrieg sahen, von nun an friedliche Weihnachten. Alljährlich strömten die stolzen Söhne der Vantustämme, die mit den Deutschen Krieg geführt hatten, zur Mit- tcrnachtsmcsse. Pater Krolikowski berichtet, daß manche aus einer Entfernung bis zu 420 Kilometer Zum Weihnachtsfeste nach Heirachabis kamen. Weihnachten wurde für die Schwarzen das größte Fest im Jahr, wohl nicht nur wegen der religiösen Weihe, die ihm eigen ist, sondern auch wegen sei­ner Bedeutung für ihr eigenes nationales Leben. Wurden sie doch an diesem Feste durch einen ka­tholischen Missionar mit der Kultur der Kolonial­

macht versöhnt, die ihnen zweifellos neben unaus­bleiblichen Einschränkungen der nationalen Frei­heit doch auch eine Fülle von Gütern brachte.

Gott allein ist groß!

Von Oskar Herzog- Fulda.

Fastenpredigt im hohen Dome!

Diästgedrängt sieht die gläuvige Schar, da es bei weitem nicht allein möglid) war, in den Bän­ken Platz zu finden. Von der Orgel herab tönen als Präludium wehmütige klagende Weisen; flu­ten durch die weiten Hallen des ehrwürdigen Got­teshauses, und lassen die Herzen der Menschen er­heben.

Unter den Tausenden ein junges, aber verhärm­tes Weib. Stilles Weinen zittert durch ihre Seele, während durch die feinen weißen Hände der Kranz der Stofen rinnt. Nicht fdmell und gedan­kenlos, sondern mit zuckendem Munde betet sie; ruft mit ganzer Seele zu der, der da kein mensch­liches Leiden fremd geblieben ist. O, du Brunn­quell des Erbarmens, du Heilige du!

Armes ALenschenl?crz! Und wenn du dich auch in Schmerzen windest; wenn du gar keinen Aus­weg mehr siehst, Christi Mutter, die dir der Gott- mensch selbst am Kreuze zur Mutter gab, sie läßt dich ganz bestimmt nicht ungetröstet von dannen ziehen!

Stabat mater . . .1"

Weinenden Engeln gleich singt die Orgel das alte und doch ewig neue Lied, Menschheit! Die du im Gewirr des Alltages an den Sorgen der Welt zu ersticken drohst: Siehe hin, ob ein Schmerz sei gleich ihrem Schinerze!

Aller Schmerz und alles Bangen,

Alles Leid hielt dich umpfangen,

Was nur je ein Mensch ersann!

Und fast plastisch steht nun vor ihren Augen die Geschichte ihres Leides, das ihr nun beim An­blick der Gottesmutter klein erscheint.

Vor acht Tagen wars:

Noch am Nachmittag hatte sie mit ihrem Manne die Fastenpredigt im Dome beilicht. Er war kein Frömmler, aber ein getreuer und gehorsamer Sohn seiner Kirckze. Heimlicher Stolz hatte ihr in der Seele aussteigen wollen, als er mit seiner wundersamen Baßstimme mit den Tausenden sang: O du Lamm Gottes unschuldig . ."

Das war um vier Uhr gewesen! Um acht brachte man ihn als Sterbenden heim! Er hatte in dem großen Gußstahlwerk Nachtschicht machen müssen! Vielleicht hatte er, der besinnliche Menich, noch an der Drehbank über das Thema der Pre­digt des Paters nachgedacht, da war der sausende Stahl von der Drehscheibe geflogen ihm vor den Kops!

Zu Tode getroffen!

Wimmernd, hoffnungslos verzweifelt rvar sie, als drei Tage später die gefrorenen Schollen auf den Sarg des Gatten und Vaters fielen. Hoff- nungsios! Nicht eingedenk des Wortes:S.het die Vögel unter dem Hirnmel an! Sie säen nicht, auch ernten sie nicht, Gottvater aber ernähret sie doch, seid ihr denn nicht viel mehr denn sie?"

Wer soll jetzt für dich und die Kinder aufkom­men?

Armes Mcnschenherz! Wenn alles bricht, Gott verläßt dich nicht! Aber schwer, unerDlich schwer ist es, sich durchzuringen zu der Erkenntnis: 211 le eure Sorgen werfet auf den Herrn! Wenn ihr selbst gar nicht mehr weiter könnt, wen ihr eure Ohnmacht cinseht, ganz auf den Herrn vertraut, dann ist seine Hilfe am nächsten! Ein junger Priester trat auf die Kanzel!

Leise noch sang die Orgel ihr Klagelied; der Priester aber lag auf den Knieen und rief zu Gott: Herr, sende mir Geist von deinem Geiste!

Anfänglich rauschten bte Worte des Predigers an ihrem gemarterten Herzen vorbei. Gleichsam verkrampft vor Schmerz war ihre Seele, nicht fähig, die Worte des Priesters zu verstehen! Aber der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Ver­minst, er brach hier das Eis, und sie lauschte den Worten der Predigt!

Im Paris des achtzehnten Jahrhundert war es!

Da stand auf den Zinnen feines Palastes der Sonnenkönig Ludwig XIV. Und sein Auge schweifte über das Häusermeer des schon damals berüchtigten Seinebabels! Ihm gegenüber die Türme von St. Ctienne! Und er, der Sonnen­könig, dem doch alles zujubelte, freiwillig oder gc- zwungen, erbleichte beim Anblick des Gotteshauses! Leben wollte er! Rasen im Lebensgenuß!

Si. Ctienne aber rief ihm ein stilles, dafür aber desto eindringlicheres Memento mori zu! Denn im Schoße des Gotteshauses da ruhten die Könige Frankreichs; ruhten aus von ihrer Erdenpilger» Mast St. Etienne würde auch einmal vor ihm die Tore öffnen, wenn er, wenn auch im Prunke der gleißenden Welt, so doch aber im schwarzen Sarge liegend Einzug hielt!

König von Frankreich! Auch du wirst einmal tommen müssen, ob gern oder nichft Und wenn auch Millionen von Menstl-en vor dir im Staube liegen, der bleiche Sensenmann, der wird auch dich nicht verschonen, er wird auch zu dir kommen. halte dich bereit!

Tag für Tag riefen die Türme von St. Etienne dem König dies furchtbare Memento zu!

Und um den stillen Mahner nicht mehr zu sehen, ließ Ludwig XIV. west braus vor den To­ren von Paris in einer Einöde ein Paradies ent­stehen: Versailles!

Armer Mensch! Und ob du die Flügel der Morgenröte nähmest und an die Enden der Erde flößest, dem Tode entrinnst du nicht! Der Tod ist der Sünde Sold! Unb weil alle Menschheit, mit Ausnahme der unbefleckt empfangenen, den Stem­pel der Sünde trägt, deshalb muß alles was im Fleische wandelt, den Weg durch das dunkle Tor des Todes machen!

Durch die weitgeöfsneten Tore von St. Etienne schwankte der Königsarg! Steidxs Gefolge füllte die Hallen! Ein Priester stieg langsam,die Stufen zur Kanzel empor, dem Verstorbenen die Gedächt­nisrede zu halten.

Und während die sensationslüsterne Menge auf eine pompöse Grabrede wartete, donnerte der Mund des Priesters von der Kanzel herab:

Gott allein ist groß!"

Menschheit, die du Gott willst bienen, wenn dir dein eigenes Leid zu schwer erscheint; wenn du dich brüsten willst mit deiner Intelligenz und Stärke: Vergiß cs nie:

Gott allein ist groß!"

Atemlos hatten die Tausende der Stimme des gottbegnadeten Redners gelauscht! Wie manche stolze Seele mochte gezittert haben, wie manches arme, dam edsrged rückte Herz aber auch mochte gött­lichen Trost in den Alltag mit hinaus nehmen!

Und als nun die Menge aus den Toren des frohen Domes flutete, da schritt auch ein junges Weib hinaus in das Leben, bereit, den Kamps für sich und die Kinder aufzunchmen; der Vater der himmlischen Barmherzigkeit würde arid) ihr zur Seite stehen! Niemals würde sie mehr einsam sein; denn Gottes Wort bleibet in Ewigkeit:

Alle eure Sorgen werfet auf ihn, denn er sor­get für euch!

Gott allein ist groß!

CD CD Kiichöv. CD CD

Die Blume von Annecy. Geschichte eines heiligen Kindes für groß und klein von C. M. ßajeunie., lieber» fetzt von Doris Zacherl 8°. 224 Seiten Text. Mit 8 Kupfertisfdruckbildern. Kartoniert Mk. 2 90. Leinen Mark 4.. VerlagArs facra" Joseph Müller, Mün­chen 23. Ich gratuliere den Eltern, in deren Hände die­ses wundervolle Büchlein kommt, ich freue mich mit allen Kindern, die darin das gottbegnadete Mädchen Anna von Guigne kennen lernen. Die kleine Anna, geboren am 25. April 1911, ein Kind voll glänzender, aber auch bedenklicher Anlagen, sucht ihren Vater nach seinem tra­gischen Heldentod 1915 im Himmel, denkt nun täglich an Gottes Güte und Schönheit: ihre Sehnsucht nach dem Vater wird zur Sehnsucht nach dem Himmel, ihre Sehn- nach dem Himmel wird zum Kampf um den Himmel, ihr Kampf um den Himmel wird zum bewunderungs­würdigen Ringen um die Tugend der Jesuslisbs. der rastlosen Opfer- und ßeibensltebe. Der Vater ein Held auf dem Schlachtfeld, dos Töchterlein eine Heldin auf dem Kampffeld der restlosen und selbstlosen Gotthin- gabe! Cine zarte Blüte voll Liebreiz im Paradiesgarten der Kinderwelt, ein fröhliches Vöglein Gottes voll Sonne und Sang, eine Lilienbraut dos Herrn in überirdischem Glanz, eine Opferseels voll glühender Apostelliebe für Gottes Ehre und Msnschenheil. Mit 10 Jahren war die­ses kostbare engelgleiche Leben verhaucht heute ist f116 kleine Anna aus allen Winkeln Frankreichs eine gütige und große Fürsprecherin für gottnahe und gottferne See­len in geistigen und leiblichen Anliegen.

Peter L i p p e r t S. I., Aus dem Engadin, Briefe zum Frohmachen. 108 S. Text, 11 Kupfertief­druckbilder. Halbleder Mk. 4,60. VerlagArs facra Joseph Müller, München 23. ... P. Lippert ist ein Meister des Seelenbriefes: Das hat er in feinen -Brie­fenVon Seele zu Seele" bewiesen. Das beweist e neu in dieser kostbaren und köstlichen Brieffolge: ^,AU dem Engadin". Es sindBriefe zum Frohmachen , o°