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Ausgabe 8

Nr. 15

Sonntag, 31- März (929

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für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Pfennig B 45 Ä.- Pfennig (Zustellgebühr extra) NèdaNinnsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Coloneizeile tm Reklameteil 0FO Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Ofs.-Geb. 0,10 Goldmark. Pono extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda jen.

-----Druck und Verlag der Fuldaer Acliendruüerei. Verlagsork Fulda. -----

Wochenkalender.

Sonntag, 31. März. Ostersonntag.

Nonlag, 1. April. Ostermontag.

Dienstag, 2. April. Osterdienstaag.

Mittwoch, 3. April. Oslermittwoch.

Donnerstag, 4. April. Von der Oktav. Isidor, Kirchen­lehrer, f 636.

Freitag, 5. April. Von der Oktav. Vinzenz Ferrerius, Bek., f 1419. Herz-Jesu-Freitag.

Samstag, 6. April. Von der Oktav.

Das hochheilige Osterfest.

Epistel. 1. Korinther 5, 78.

Evangelium, Markus 16, 17. Die Auferstehung Lhristl.

In jener Zeit kauften Maria Magdalena, Maria die Mutter des Jakobus, und Salome Spezereien, um hinzu- gehen und Jesus zu salben. In aller Frühe am ersten Wochentage, als die Sonne eben aufging, machten sie sich auf zum Grabe. Sie sprachen zueinander:Wer wird uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwäl- 3«!?" Als sie ausblickten sahen sie, daß der Stein weg­gewälzt war; er war in der Tat sehr groß. Sie gingen in das Grab hinein und sahen zur Rechten einen 3üng= fing sitzen in weißem Gewände. Da erschraken sie. Er aber sprach zu ihnen:Fürchtet euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist aufer- standen, er ist nicht hier. Seht da die Stätte, wo man ihn hingelegt hat. Geht nun hin und sagt seinen Jün­gern, zumal dem Petrus, daß er euch vorausgeht nach Galiläa. Dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat."

Fröhliche Wiederkehr.

1 der Krieger lebendig aus der

Hdüe der Schlackst hervorgeht, freut er sich und mit ihm Heer und Volk.

Wenn ein kühner Forscher aus den arktischen Eisregionen nach langer Verschollenheit mit Kroßer wissenschaftlicher Ausbeute und mit Heller Haut in seine Heimat zurückkehrt, schwillt in freu- ?!K°m Stolz seine Brust, und mit ihm freut sich ganze Welt. Radio, Kabel, Telegramm und Presse verkünden das große Ereignis.

~ Ist nicht auch Moses und sein Volk vom sicheren Pore zurückgekehrt? Der ägyptischen Knechtschaft 'Ursnnen, lagerten die Israeliten am roten Meer.

ist das plötzlich für ein Konzert von wiehern- ^n Rossen? Was ist das für ein Rollen eiliger ^agen? Was ist das für eine gräßliche Staub- - j ^ ? Die Feiirde! Es hat den Pharao gereut, Jawort gegeben zu haben zur Entlassung r Israeliten, dieser billigen Arbeiter, dieser be- Sklaven. Auf, rief er dem Volke zu, Lk die Pferde, jagt ihnen nach! Und jetzt ii»,en Jfe die Israeliten eingeholt. Jetzt sind sie ,."" dicht auf den Fersen. Ist denn keine Ret- £ ^ möglich? Rein. Keine Rettung. Auf den türmen sich gewaltige Berge, vorn dehnen

sich die Massen des Roten Meeres; im Rücken der blutdürstige Pharao. Doch höre, was spricht der Herr zu Moses?Strecke deine Hand über das Meer!" Da, o Wunder, seriellen sich die Fluten, standen rechts und links wie unbewegliche Stauern, und in der Mitte eine Straße, die ein Glutwind trocken machte wie ein Steinpflaster. So hat der Herr dem Volke den Weg gezeigt. Doch sieh, was tun die Aegypter? Mit Roß und Wagen steigen auch sie ins ausgetrocknete Meer, die ver­haßten Israeliten einzuholen. Als nun Gottes Lieblinge alle bis auf den letzten Mann sich leben­dig ans Ufer gerettet hatten, da streckte Moses au des Herrn Befehl abermals den Stab über das Meer. Die Wassermauern stürzten ein und be­gruben den Pharao mit allen Mannschaften und Rossen. Da sank Moses und die Israeliten in die Knie und gossen ein Danklied aus vor dem Herrn und riesen mit freudebebender Stimme:

Laßt uns singen dem Herrn; denn wunder­bar hat er gehandelt; Roß und Reiter warf er ins Meer. Retter und Helland ist er uns ge­worden. Das ist unser Gott; ihn wollen wir loben; er ist unser Vater, wir wollen ihn prei­sen."

Osterglocken schallen heute! Die Rückkehr ins Leben künden sie uns; siegreiche Rückkehr; frohe Rückkehr. Der Fürst des Lebens, Christus, unser Heiland, hat sich freiwillig in das Meer der Leiden, der Schmerzen und Qualen, hat sich in den Rachen des Todes geworfen. Heil und gesund ist er nun ins Leben zurückgekehrt. Er neigte am Kreuz sein Haupt und gab den Geist auf; fromme Menschen haben ihn hinabgesenkt in des Grabes Schwel­gen. Der Freitag abend, der ganze Samstag unb der frühe Sonntag sahen den großen Herrn des Todes im Verließ der Steinhöhle. Ein schwerer Felsblock davor; ein Siegel dran; eine Wache Sol­daten mit Schwertern dabei.

Doch am dritten Tags hat der Herr die Fessel des Grabes gesprengt, den Zwinger Tod besiegt, das Leben wieder an sich genommen. Und keiner ist ihm zu Hilfe gekommen. Mit der Kraft seines eigenen Armes, mit der Kraft seiner Gottheit hat er sich selbst zum Leben erweckt, ist mit verklärtem Leib aus des Grabes Schoß heroorgegangen, hat sich einen Weg gebahnt mitten durch den Stein wie der Sonnenstrahl, der durch die Glasscheibe geht; zu einem neuen, glorreichen, leidensunfäht- gen, unsterblichen Leben ist er eingegangen.

Christus ist erstanden;

Von des Todes Banden

Schwebt er frei, und auf fein Grab Schaut er mit Triumph herab.

Welche Freude hat das Herz Jesu durchströmt bei dieser siegreichen Rückkehr; welcher Dank gegen den himmlischen Vater.Preisen will ich dich, o mein Gott, denn du hast mich ausgenommen und meine Feinde nicht triumphieren lassen."

Teilen wir mit dem Heiland diese Freude Feiern wir mit ihmfröhliche Wiederkehr". Ist

ja Jesu Auferstehung nicht bloß sein Ruhm und seine Ehre, sondern auch unsere Erlösung, unser Glück. Darum beschäftigt sich die Kirche so gern mit diesem Zentralgeheimnis unserer hl. Religion. Mitten in den Schmerz des Karfreitags hinein tönt sogar die Freudenbotschaft der Auferstehung. Bei der Verehrung des hl. Kreuzes bricht der Glaube an die Auferstehung mit elementarer Gewalt durch.

Crucem tuam adoramus: Dein hl. Kreuz ver­ehren wir, o Herr, und mir loben und verherr­lichen deine hl. Auferstehung: denn siehe, um des Kreuzholzes willen kommt Freude über den ganzen Erdkreis." Und obwohl der Karsamstag eigentlich der Grabesruhe des Herrn gilt, wird er in der Liturgie eine Vorfeier der Auferstehung. Drum schon am Karsamstag bei der hl. Messe das drei­fache Alleluja, das feierliche Gloria mit Orgel, das Jte misia eft mit vierfachem Alleluja. Der Oster­sonntag aber und die ganze Osterwoche sind ver­klärt von unermeßlicher Freude.Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat; laßt uns frohlocken und fröhlich sein an ihm. Preiset den Herrn, denn er ist gut, und ewig währet sein Erbarmen."

Diese Freude der Sirdje soll auch unsere Freud- sein Soll aber diese Freude keine leere, keine bloß äußerliche sein, so muß sie in Beziehung stehen zur Auferstehung des Herrn. In der Liturgie deutet die Kirche diese Beziehung an mit den Wor­ten der Postkommunio von Ostersonnlag:Unser Osterlamm ist geopfert worden, Christus; darum laßt uns Ostern feiern im ungesäuerten Bros wahrer Heiligkeit, Alleluja, Alleluja, Alleluja!" Willst du mit Grund dich freuen, will die Kirche sagen, willst du mit gutem Gewissen in das Alleluja einstimmen, dann mußt du dich immerfort bemühen um unge­heuchelte, echte Tugend und Selbstheiligung. Tu­gend und Heiligung sind ja besser als wirtschaft­liche Vorteile und großer Kapitalbesitz. Zu diesem Zweck hast du ja deine Ostersakramente empfangen. Alles kommt nun darauf an, nickst mehr in das Grab alter Sünden und ausgetretener Gewohn­heiten zurückzukehren. Wir sollen im Osterkleid der Gnade und des Tugendstrsbens verharren. Am 3. April liest man in vielen Legenden die Geschichte der hl. Maria v. Aegypten. Diese Büßerin ist nicht mehr in ihren Sündsnschmutz zurückgekehrt. Sie begab sich vielmehr in die Wüste und verharrte dort in Fasten, Beten und Buhwerken volle 47 Jahre. Ihr wurde die Krone der Beharrlichkeit zuteil. Das ist der Triumph der Osterfeier, die Be­harrlichkeit. Und das ist die Täuschung mancher Oesterlinge, daß sie nach der Ostsrbsicht zu dem alten Sündenwust zurückkehren wie das Schwein, )os sich übermal im Kote wälzt. Sollen wir nicht« olche Charakterlosigkeit weit von uns weisen? Ist richt solche Treulosigkeit eines Christen unwürdig? Seien wir treu in der Ostergnade, und wir wer­den auch treu sein in der Ostertteude.

Der Burg Pfarrer,