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dis nach der Rückkehr des Saurgebietes an Leutsch­land hinsichtlich der Anpassung an die deutschen Systeme auf den genannten Gebieten Schwierig­keiten machen. Sehr wesentlich ist schließlich die Wahl des Zeitpunktes für die Realisierung der An­leihe. Der gegenwärtige Zeitpunkt, wo in Paris noch um die endgiillige Festsetzung der Repara- tionsschuld gerungen wird, wäre der denkbar un= geeignetste gewesen, um eine Anleiqe zu schaffen, die letzten Endes Deutschland nach 1935 zurückzu­zahlen haben wird. Die Neparationskonferenz wird nach menschlichem Ermessen im Juni, wenn der Rat zu seiner nächsten Tagung zusammentritt, ab­geschlossen sein. Dann werden hoffentlich die Wünsche der Saarbevölkerung, die an der Anleihe dringend interessiert ist — sollen doch etwa 50 Millionen Franken, d H. rund ein Fünftel des ge­samten Anleihebetrages, allein für den so dringen­den Wohnungsbau verwandt werden —, erfüllt werden können.

In der geheimen Sitzung, welche den formel­len Schlußpunkt fjinfer die Märztagung des Rates setzte, übermittelte Ouinones de Leon offiziell d'e Einladung der spanischen Regierung, die nächste Session in Madrid abzuhalten. Die Einladung wurde angenommen. Stresemann gab der deut­schen Presse noch ein Frühstück, an dem außerdem die deutsche Delegation und die deutschen Mitglie­der des Sekretariats des Völkerbundes teilnahmen. Die führenden Mitglied-r der Delegation haRm Genf am Montag verlassen.

Die Reparakionskonferenz

in Paris kommt nur langsam vom Fleck. Dafür sind die zu lösenden Probleme auch äußerst schwie­rig. Jetzt taucht der Plan einer zu schaffenden Zentralbank auf, durch die die Wiedergutmachunos- leistungen reguliert werden sollen. Das „Journal des Debats" schreibt und beweist damit, daß ein Widerstand gegen die gevlante Zentralorganisation in französischen Kreisen sich bereits geltend macht: Welche Haltung würden die Regierungen ein­nehmen gegenüber einem Versuch, ihnen die Re­parationen völlig aus der Hand zu nehmen? Man darf vorarssetzen. daß eine derartige Lösung sie wenigstens veranlassen wird, um so größere Ga­rantien zu fordern, da alsdann jeder weiteren For­derung die Tür verschlossen wäre. Hat man nicht schon von der Aufbebung der Reparationskommil- sion gesprochen? Derart durchgreifende Maßnah­men ins Auge fassen, heißt vergessen, daß das Pro­blem der deutschen Reparationen nur einen der Gegenstände der Betätigung der Reparationskom­mission ausmacht, die auch mit der Liquidierung aller durch den Krieg in Mitteleuropa aufgewor­fenen Fragen betraut ist. Nichtsdestoweniger muß schon die Voraussetzung einer so schwerwiegenden Abänderung des Versailler Vertrages ernstlich die Aufmerksamkeit der alliierten Regierungen in An- svruch nehmen. Was die Aufnahme des neuen Planes seitens d"r alliierten Regierungen betrifft, so ist es klar, daß sie in weitem Maße bestimmt wird durch die Zahlen, die der Ausschuß an einem der nächsten Tage sich entschließen muß, an die Stelle der unbekannten Höhe der Annuitäten zu setzen. Es ist daher klug, abzuwarten, bevor man ein Urteil fällt.

Offiziell wir den Blättern mitgeteilt, daß noch Immer die Absicht besteht, in Paris zu einem De- finttium zu kommen und es nicht zu einem Pro­visorium kommen zu lassen.

Roletak vom Reichsrak angenommen.

Der Reichsrat hielt am Samstag eine öffentliche Vollsitzung ab, auf deren Tagesordnung der Ge­setzentwurf über vorläufige Regelung des Reichs- haushaltes für das Rechnungsjahr 1929 stand. Na­mens der Ausschüsse berichtete Ministerialdirektor Dr. Brecht. Er betonte, daß der vorläufige Not­etat ganz nach Maßgabe der früheren Notetats ausgestellt worden sei. Der Rotetat soll für drei Monate, als Höchstgrenze der Ausgaben soll ein Viertel der für das Etatsjahr 1928 bewilligten $c= träge gelten. Es darf aber nicht hinausgegangen werden über ein Viertel der Beträge, die im Etat für 1929 enthalten sind.

Der Reichsrat hat noch hinzugefügt, daß unter der Voraussetzung der Zustimmung des Haushalts- ausfchusses des Reichstages auch Beträge ausgege­ben werden dürfen, die sich im Rahmen der Zusätze des Reichsrates zu der Regierungsvorlage halten. Das bedeutet eine Ermächtigung an die Regierung, womit nichts daran geändert wird, daß eine Mei­nungsverschiedenheit zwischen Regierung und

Reichsrat besteht. Im übrigen sind noaj veznm- mungen über Garantieermächtigung in dem Haus­halt ausgenommen worden, wie sie in das Haus­haltsgesetz hineinsollen. Die Vollversammlung nahm den Roèetat nach den Beschlüssen, der Aus­schüsse an.

Die Stellung des Zentrums.

In den letzten Tagen hat der Reichs­finanzminister mit verschiedenen Parteien Bespre­chungen über die Etatsfragen gehabt, die sich mehr in einem allgemeinen Rahmen gehalten haben.

Im Gegensatz dazu hat die Zentrumspartei den Reichsfinanzminister wissen lassen, daß sie ihr im einzelnen seit Wochen ausgearbeitetes Programm für fühlbare Streichungen an dem Etat für ver­wirklichungsfähig sowie sachlich und politisch als .notwendig ansehe.

Bedarf an Lehrkräften für die Volksschule.

Im Hauptausschuß des preußischen Landtages führte beim Kapitel „Volksschulwesen". Kultusmi­nister Dr. Becker aus:

Mein Bestreben geht dahin, eine innige Verbindung zwischen Schule und Bevölkerung herzustellen. Deshalb bin ich gegen die reine Staatsschule und verlange, daß die Gemeinden an der Aufbringung der Personal- Schullasten beteiligt werden. Die Klagen über Mangel an Autorität und Pflichtgefühl sind in einzelnen Fällen berechtigt, aber man darf nicht vergessen, daß der Au- toritätsbegriss eine Wandlung erfahren hat. Die päda­gogischen Akademien sind dringend notwendig, da mir 1931 mit einem katastrophalen Lehrermangel zu rechnen haben Es sind vorhanden Stellen für evangelische Leh­rer^ 59 328, die Zahl der Bewerber beträgt 9 675, ohne Beschäftigung sind 4 235. Bei katholischen Lehrern be­tragen die entsprechenden Zahlen 23 839, 7 297 und 4 439; bei weiblichen evangelischen Lehrkräften 13 880, 4 744 und 2 265, bei katholischen weiblichen Lehrkräf­ten 12 617, 4 760 und 3 440. Die vorhandenen evange­lischen Schulamtsbewerber reichen zur Deckung des Be­darfs bis Juni 1931, die evangelischen Bewerberinnen bis April 1934, die katholischen Bewerber bis August 1935, die katholischen Bewerberinnen bis November 1936. Es müssen also die pädagogischen Akademien auf evangelischer Seite Ostern 1932 den Normaljahresbedarf von rund 2 360 Bewerbern decken, das heißt, es müssen 20 Akademien vorhanden sein. Der Etat sieht bekannt­lich vor für 1929 vier neue, für 1930 sechs neue und weitere sechs für 1931. Außerdem muß 1929 eine ka­tholische Akademie in Obers djlefien gegründet werden, da wir auf Grund des Genfer Abkommens Einrichtun­gen zur Ausbildung von Lehrern an Minderheitenschu­len schaffen müssen. Die Bauten für diese 30 Akademien müßten einmal mit 50 Millionen angefetzt werden. Da­für ist aber in Anrechnung zu stellen der Wert der Se­minarien mit 60 Millionen.

Für den Kleinwohnungsbau.

Dem Reichstag ist vom Reichsarbeitsministerium der Gesetzentwurf über die Bereitstellung von Kre­diten zur Förderung des Kleinwohnungsbaues, das Bodenkreditgesetz 1929, zugegangen. Danach wird der Rcichsarbcitsminister ermächtigt, im Ein­vernehmen mit dem Reichsfinanzminster -n der Zeit vom 4. April 1929 bis zum 31. März 1932 für Darlehen an die deutsche Bau- und. Bodenkredit­bank A.-G. in Berlin bis zum Gegenwerte von 250 Millionen Reichsmark die Bürgschaft zu über­nehmen. Die Bau- und Bodenbank soll diese Dar­lehen als Zwischenkredite für den Kleinwohnungs- bau verwenden., Die Kredite dürsten nur geboten werden, wenn die volle Finanzierung des Bauvor­habens gewährleistet ist.

Die Kreuzzeikung gegen die Dikkakur.

Angesichts unser parlamentarischen Misere geht wieder ein Eeraune von Diktatur durch das Land. Es wird aber meistens nur von solchen gebraucht, die sich gern an einem großen Wort oder auch an einer Phrase berauschen. Daneben gibt es aller­dings auch politische Kreise, denen Herr Hugenberg nicht fernstehen dürfte, die zwar das rohe Wort von der Diktatur nicht im Munde führen, die aber doch mit dem Gedanken spielen, eine versteckte Oli­garchie aufzurichten. Es ist sehr bemerkenswert, daß die zum konservativen Flügel gehörende Kreuzzeitung diesen Kreisen deutlich abwinkt, indem sie schreibt:

„Vom Diktator sprechen alle. Weder rechts noch links oder in der Mitte ist auch nur fein Schatten in Sehweite. Ein erfolgreicher Diktator ist ein Mann, der sich durch das von feiner Persönlichkeit geschaffene Rechl zum Träger des Wollens seines Volkes macht. Er ist Klarer und Crfüller der Sehnsucht der Besten. Der­artige ^änner zur rechten Zeit sind ein Geschenk der Vorsehung. Man Tann sie nicht finden, ernennen oder

erwarten. Sie ergeben sich nicht aus den Sei)emnafei» politischer Wunschträume. In keinem Lande der Erde wird eine Diktatur so schwer auszurichten sein wie in Deutschland, einmal wie der alte Tacitus sagen würde, „prop er moibiam", wegen des Neides, dann aber auch weil das deutsche Volk es auf die Dauer nicht erträgt, anders als mit paragraph'erter Ordnung regiert zu wer­den. Ferner ist die Durchsetzung einer diktatorischen Persönlichkeit aus das engste mit der Wiedererlangung der deutschen Freiheit nach außen verbunden. Ein Kamps um die deutsche Freiheit mit dem Ausland ist aber auch für einen Diktator erst dann möglich, wenn er im Innern Ordnung geschaffen hat und wenn eine Wen­dung der Dolkskraft nach außen ohne die Gefahr eines inneren Zusammenbruches möglich ist. Solange man keinen Diktator hat, kann man also das Wort Diktatur auf sich beruhen lassen. Es führt nur Putschisten in Versuchung, wobei zu bemerken ist, daß Putschgefahr von rechts nicht besteht."

Sozialdemokratie und Religion.

Die sozialistische Danziger Volksstimme (Nr. 52 vom 2. März 1929) fordert unter der großen Ue berschrift die Eltern auf: „Meldet eure Kinder vorn Religionsunterricht ab!" Der Artikel lautet dam- weitcr: „Zuviel werden die kleinen Köpfe mb überflüssigen, ia sogar mit schädlichen Dingen be­lastet. Hier Wandel zu schaffen, ist Pflicht aller Eltern, die ihre Kinder wirklich lieben und aus die­sem Gefühl heraus zu selbständ'gen Menschen ma­chen wollen. Erste Voraussetzung dafür ist, daß die Kinder von dem Religionsunterricht abgemeldet werden, da in diesem die Kinder nicht auf das wirk­liche Leben vorbereitet, sondern auf ein besseres Leben nach dem Tode vertröstet werden. Die b-'u- tige kapitalistische Wirtschaftsordnung oder bester Unordnung wird als die „gottgewollte" hingeste" und so schon in den kleinen Gehirnen der Dre g nach Freiheit und Recht erstickt. Darum , ihr Pro­letariereltern, erklärt beim Schulbeginn oder bet Anmeldung dem Schulvorsteher, daß ihr eure Km- ber ^nicbt am Religionsunterricht teilnehmen las en

Ja, Religion ist — Pirvatsack>e. Hier mischt sich aber das offizielle Sozialdemokratische Organ in die Rechte der Eltern ein und sucht sie für seine ei­genen materialistischen und atheistischen Theorien zu gewinnen.

Waldecks Anschluß an Preußen.

Gelegentlich einer Besprechung beim Regie­rungspräsidenten in Kassel wurde auch der liber- gang der dermaltung des Landes Waldeck auf Preußen besprochen, der sich bekanntlich am 1. April bs. Ss. vollzieht. Vorgesehen ist in Arolsen eine öffentliche Feier unter freiem Himmel, an der der preußische Innenminister, der Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau, der Regierungspräsident in Kassel usw. teilnehmen werden. Der preußische Innenminister wird im Anschluß an die Feier die Ausstellung „Waldecker Land" in Arolsen eröff­nen. Die Beamten der Waldecker Regierung wer­den vom preußischen Staat übernommen. Die drei Landkreise bleiben vorläufig bestehen, ebenso das Hochdauamt und das Katasteramt.

Die Sozialdemokraten gegen Cesellenhausbau.

Die Sozialdemokraten spielen sich als die allei­nigen Vertreter der Interessen der arbeitenden Be- völkcrnng auf. Darum erhofften sie eine Vereini­gung der katholischen Arbeiter mit dem Sozialis­mus. Konsequent wäre es nun, wenn sie auch jetzt schon, wenn es sich um die Wahrung der Interes­sen der werktätigen katholischen Jugend handelt, sich als deren Freunde zeigten. Rette Freunde sind das aber, die die Schaffung von Ledigenhäusern für die werktätige Jugend unmöglich machen wol­len, indem sie gemeindliche Zuschüsse zum Gesel­lenhausbau verweigern. So ist es geschehen in München, wo der Gesellenverein St. Anna für seinen Neubau 10 000 Mark von der Stadt be­kommen sollte. Dagegen waren die „Genossen"! I Wir werden uns das merken müssen, wenn sie wieder von „gemeinsamer Zusammenarbeit zur Aenderung der Notlage des werktätigen Volkes" reden. Trotz des Widerstandes der Sozialisten Hut aber St. Anna den Zuschuß erhalten.

<22 GD Ausland. CD CD

Oesterreich.

Der katholische Presseverein für die Diözese St. Pölten (Nieder-Oesterreich) hat einen weitere»