j W Beilage zum Bonifatiusboten
I Ur 9. Sonntag, den 5. März. (929.
Ans des Diözese Fulda.
Das Fuldaer Latholikenkomttee hielt am 20. Febr. abends in der Harmonie eine Sitzung ab, die der Durchführung eines wichtigen Beschlusses der letzten Fuldaer Bischofskonferenz galt. Die katholischen Vereine der Stadt waren wohl vollzählig vertreten Herr Dr. M. C a l m e s-Köln sprach über die Mittel, die zur Abwehr der sich ausbreitenden öffentlichen Unsittlichkeit zur Verfügung stehen. Der katholische Verband zur Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit, der V o l k s w a r t - b u n b, stellt nach dem Willen der deutschen Bischöfe die Einheitsorganisation für diesen im Interesse des Volkswohls notwendigen Kampf bar. D' bereits für die Diözese Fulda eingerichtete Organisation wurde im Rahmen des Katholiken- Komitees auch örtlich ausgebaut. Ein kleiner Ausschuß erhielt die Aufgabe, der Bedrohung der Jugend und des Volkes durch Schmutz und Schund im Einvernehmen mit der Polizei und anderen zuständigen Behörden und Organen in zweckentsprechender Weise entgegenzutreten.
Tagung des Diözesan-CaritasAusfchusses Fulda. Am Mittwoch, den 20. Februar, fand in der Harmonie zu Fulda die Tagung des Caritasaus- schusfes für die Diözese Fulda statt. Nach Verlesung des Protokolls der letzten Ausschußsitzung am 4. Oktober 1927 wurde der Kassen- und Geschäftsbericht über das verflossene Jahr gegeben. Danach wurden für Arme der Diözese 2549 Mk., für Anstalten 1698 Mk., für andere Wohlfahrtseinrichtungen 407 Mk., für Taubstummenfeelsorge 233 Mark verausgabt. Die Unterbringung hilfsbedürftiger Kinder verursachte 2285 Mk., die bei Kindern aus anderen Diözesen wieder ersetzt wurden. Beim Büro gingen ein 2239 Briefe; abgesandt wurden 2468 Briefe, 245 Postkarten, 1164 Drucksachen, im ganzen 3877 Schriststücke. Schriftsätze und Gesuche wurden in Mietsachen, Arbeitslosenunterstützung, Lehrstellenvermittlung, Sozialversicherung usw. angefertigt, sowie auch schriftliche Auskunft in den verschiedenartigsten Sachen, insbesondere auch in Ausbildungsmöglichkeiten in Krankenpflege, Fürsorge- und Wohlfahrtswefen gegeben. Bürobefuche und mündliche Auskünfte waren sehr zahlreich, wurden aber nicht zahlenmäßig erfaßt. Statistische Zusammenstellungen wurden für das Kirchliche Handbuch und für den Tätigkeitsbericht des Herrn Landeshauptmanns angefertigt. Bei 3 Kindern kam die gerichtliche Adoption zustande. Es wurden 45 Vormünder, 7 Schutzaufsichtshelfer, 1 Pfleger und 1 Gegenvormund vörgeschlagen. 10 Fürforgezög- änge wurden betreut, für 7 Jugendliche wurden Lehrstellen vermittelt. 393 Kinder kamen für kür- Zere ober längere Zeit in Pflegestellen, von denen 71 jetzt noch dort sind. Vierteljährlich wurde eigener Gottesdienst für die Taubstummen ermöglicht. Aieiterhin wurde Hilfe geleistet in Gerichtshilfe, Trinker- und Wandererfürsorge. 4 Konferenzen Kurden abgehalten und in den einzelnen Dekana- wn Schulungskurse für Dorfkaritas veranstaltet, ^ach dem Geschäftsbericht wurden noch kurze Angaben über den Stand der Karitas-Sterbevorsorgs gegeben Der Vorsitzende, Herr Domkapitular Prof. ~ r' Thielemann, erstattete sodann Bericht über die Tätigkeit des Gesamtverbandes, insoweit M für unsere Diözese von Bedeutung ist, sowie über Gefahren der sozialistischen Kinderfreundebe- Wegung und über die Ausdehnung und Bedeutung er wtzt erweiterten Unfallversicherung für die An- na ten und Einrichtungen der freien Wohlfahrts- «Ne. Sodann referierte Herr Dr. Calmes aus s Generalsekretär des Zentralarbeitsausschus- J oEr deutschen Katholiken zur Förderung der iif111 kCn Sittlichkeit und des Volkswartbundes, den Kampf gegen Schmutz und Schund.
^Die Reifeprüfung an der Winfried- lAufbauschule) in Fulda fand am 20. Febr.
Dom an Vorsitz des Vizepräsidenten Dr. Sondag m Ä!^ Provin-ialschulkollegium statt Alle Enni Ä'".b^ bestanden. — Am Institut der Fräulein hielt Herr Vizepräsident Dr.
Sondag am 21. und 22. Febr. ebenfalls die Reifeprüfung ab. Auch hier bestanden alle (19) Schülerinnen, die zur Prüfung standen.
Fulda. Unter dem Vorsitze des Herrn Vizepräsidenten Dr. Sondag bestand am Samstag, den 23. ds. Fräulein Lehrerin Maria Deichmann am Oberlyzeum der Engl. Fräulein ihre zweite Lehrerprüfung (Abschluß der A. G.) mit der Note L — Der Domschule dahier wurde vom Fürsorgeamt Herr Lehrer Otto Mildner aus Neiße-Oberneu- land überwiesen.
Fulda. Hier starb am 21. Februar ganz unerwartet, wenn auch schon länger leidend, der 2 Organist der Domkirche, Herr Edmund R u s s a ck. In dem Heimgegangenen betrauern wir einen Mann, der, von regem Interesse und feinem Verständnis für die Musica sacra erfüllt, mehrere Jahre hindurch sein Amt mit unermüdlichem Eifer verwaltet und auch im Domchor und Domorchester für die Verherrlichung des Gottesdienstes treulichst mitgewirkt hat. Er ruhe in Gottes heiligem Frieden!
Fulda. Bekanntlich erstreben die bei einem Amtsgericht zugelassenen Rechtsanwälte seit Jahren die Zulassung auch bei den übergeordneten Landgerichten. Nach langem Kampfe und unter Ueberwindung heftiger Widerstände haben sie dieses Ziel nunmehr erreicht. Cs müssen sonach im Laufe einiger Jahre- alle sogenannten Amtsgerichlsanwälte auch bei den übergeordneten Landgerichten zugelassen werden. In Fulda sind nunmehr die beiden ältesten der hiesigen Rechtsanwälte, dis Herren Justizrat Rang und Justizrat Dr. Pfeiffer zum Landgericht Hanau zugelassen worden.
Vachrain. Am Montag, den 25. Februar feierten die Eheleute Amand Heil und Margarete Theresia, geb. Diel, das Fest der Goldenen Hochzeit. Aus diesem Anlaß findet in der Kirche zu Bachrain am Montag um 10 Uhr vormittags ein Festgottesdienst statt Dies ist innerhalb Jahresfrist die zweite goldene Hochzeit in Bachrain.
Iossa (Kreis Fulda) Am 18. Februar feierten der Rentner Andreas Pfeil und dessen Ehefrau, geb Gies, in körperlicher und geistiger Frische das Fest der golden e n Hochzeit im engen Familienkreis.
Hünfeld. Der hiesige Kath. Meister- und Gesellenverein hielt dieser Tage seine 6 6. Generalversammlung ab. Die Versammlung wurde von dem Herrn Präses mit einer packenden Ansprache eröffnet. Zum Schluß dankte er allen denen, die sich im verflossenen Vereinsjahre um die Kolpingssache verdient gemacht haben. Ganz besonders dem seitherigen Senior des Vereins Hermann Kohlmann, der in= folge Verheiratung statutengemäß aus dem Vorstände ausscheidet. Ueber 5 Jahre ruhte die Führung und Veranwortung auf seinen Schultern. In diesen Jahren hat er sich als ein Mann von Charakter gezeigt, der in echtem Kolvingsgeist keine Mühe scheute, um das Ansehen und die Interessen des Vereins zu wahren Aus diesem Grunde wurde er auch vom Vorstand zum Ehren- fenior ernannt, und es wurde ihm durch den Präses eine Ehrenurkunde überreicht. Hierauf gab der Schriftführer Konrad Schäfer den Jahresbericht. Der Verein zäblt heute 224 Mitglieder. An Eyerzitienkursen und religiösen Wochen beteiligte sich der Verein gut. Im Laufe des Jahres wurden 144 Zugereisten 152 Uebernachtungen unentgeltlich gewährt. Der Kaisenbericht, den der Kassierer Othmar Hillenbrand gab, zeigte eine günstige Bilanz. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. In der darauffolgenden Vorstandswahl, wurde der seitherige Meistervorstand: Altmeister Albiez Obermeister Aug. Bräuning und Meister Karl Kohlmann einstimmig wiedergewählt. Zum neuen Senior wurde Heinrich Lübeck erkoren. Weiter wurde in den Vorstand gewählt: Karl Diez als Schriftführer, Othmar Hillenbrand als Kassierer. August Ritz und Adolf Drinnenberg als Beisitzer. Erweitert mürbe der Vorstand durch den jeweiligen Abteilungsleiter der DJK. In vielem Jahre ist es Joseph Habersack. Nach einigen Anregungen, die Umbau der Uebernachtungs- zimmer. Einrichtung einer Zentralheizung, Feier des 25 jähr. Bestehens des Haufes betrafen, wurde die in allen Teilen gut verlaufene 66. Generalversammlung gegen 11% Uhr geschloßen.
= Eiterfeld. Die Fortbildungsschule für Mädchen hat nun ihre Pforten wieder geschlossen Am Donnerstag fand im Beisein des ganzen Lehrerkollegiums die Abschlußprüfung statt. Schwester Franziska prüfte in der Nahrungsmittellehre An einer großen Puppe zeigten die Schülerinnen, was sie in der
Säuglingspflege gelernt hatten. Die Handarbeitsausstellung legte Zeugnis ab, mit wieviel Fleiß und Ausdauer Schwester Valeria gearbeitet hatte. Einige Lieder, recht sinngemäß vorgetragen, beschlossen die Prüfung. Fräulein Lück dankte dem Lehrerkollegium für seine hingebende Arbeit und sprach den Schülerinnen für ihren Fleiß und ihr musterhaftes Betragen Anerkennung aus. — Der hiesige Ortsdiener Jakob S ch ä - f e r konnte in diesen Tagen aus eine 2 5jährige Tätigkeit in hiesiger Gemeinde zurückblicken. In Anerkennung seiner treuen Dienste wurde ihm von der Gemeinde ein Geschenk überreicht.
— Hilders (Rhön. Am Sonntag, den 24. Februar, fand hier ein Leichenbegängnis statt, wie unser Ort es noch selten gesehen hat. Es wurden die irdischen Ueberreste des in Fulda unerwartet rasch verstorbenen zweiten Domorganisten Edmund R u s s a ck auf dem neben der Pfarrkirche gelegenen Gottesacker, wo auch der Vater des Verstorbenen ruht, zu Grabe gebracht. Von Fulda waren troh der rea»"ri!^en Witterung die Freunde des Verstorbenen vom D o m ch o r, Deputationen von der „W i n f r i d i a" und vom K a t h o L Kaufm. Verein, sowie Herr Domdechant Prälat Dr. Leimbach gekommen. Bei der nach hieüger Sitte vor dem Trauerhause aufgebahrten Leiche sang der Domchor das Lied „Selig die Toten, die im Herrn verschieden" und auf dem Wege zum Friedhofe „Herr gib Frieden dieser Seele". Als der Sarg in die Gruft h'nabgelassen wurde intonierte der Domchor das „In Paradisum deducant te Angeli" und nach Beendigung der kirchlichen Zeremonien das Lied „Dort unten ist Friede". Neben den auf dem Grabhügel niedergelegten Kränzen der Fuldaer Vereine befand sich auch ein solcher vom „Norddeutschen Lloyd" dessen Vertreter der Verstorbene war. Die Fuldaer Sangesfreunde schieden von dem offenen Grabe mit der Hoffnung auf. ein Wiedersehn dort oben im Reiche der ewigen Harmonien
Somborn. Der Valkstrauertag wurde in diesem Jahre hier auf breitererGrundlage gefeiert. Nach dem unsren im Weltkriege gefallenen Kämpfern geweihten Gottesdienst gingen die Ortsvereine mit ihren Fahnen ge- chlostsn zum alten Kriegerdenkmal, woselbst nach dem Trauerspiel der Musikkapelle „Germania" „Wie sie so sanft ruhen" Herr Lehrer Paul Hupach eine warm empfundene Ansprache hielt Nach der von Mitgliedern des hiesigen Kriegervereins abgegebenen Ehrensalve fand die eindrucksvolle Feier einen würdigen Abschluß durch die vom Gesangverein „Sängerlust" zu Gehör gebrachte Motette „Der Mensch lebt und besteht nur eine kleine Zeit.
Hanau. Der kathol Gesellenverein Hanau a. M. hielt in dielen Tagen seine diesjährige Generalversammlung ab Die Jahresberichte der einzelnen Vorstandsmitglieder zeigten, daß der Verein stetig voranschreitet. Heute zählt der Verein 57 aktive Mitglieder und 68 Schutzmitglieder. — Ein guter Gradmesser für den Verein sind seine Leistungen auf dem Gebiet der Wanderfürsorge. Unser Gesellenverein konnte im vergangenen Jahr 318 Kolpingsbrüder Unterkunft gewähren und über 400 Mahlzeiten verabreichen. Nach Entlastung des alten Vorstandes schritt man wr Neu- wähl. In Hinsicht auf unser am 4. August ftattfinben» des 25jähriges Jubiläum und der damit verbundenen, vermehrten Arbeiten des Vorstandes wurde noch ein 2. Schriftführer und 2. Kassierervosten geschaffen, und die Zahl der Vertrauensleute verdoppelt. Bei Erledigung verschiedener Anträge wurde u. a. die Monatskommunion eingeführt. Der Präses schloß die an Inhalt reiche Versammlung mit herzlicher Mahnung an die Mitglieder, auch weiterhin dem Gesellenverein und der Sache Kolpings Liebe und Treue zu bewahren.
Naumburg (Bez. Kassels'. Das seltene Fest der goldenen Hochzeit feierte am Mittwoch, den 20. Februar das allseits geachtete Ehepaar Franz Hamel und Frau Anna geb. Hehler. Zahlreiche Glückwunschschreiben, u a. auch ein Chrenglückwunschdiplom des Hochw. Herrn Bischofs sowie ein Glückwunschschreiben des Herrn Landrats v. Uslar gingen dem Jubelpaare zu.
Fritzlar. Am ersten Faktensonntag hielt der hiesige katholische Gesellenverein seine gut besuchte Generalversammlung ab. Der Vereinsicnior Wett erstattete den Bericht über das verflossene Vereins- jahr 1928. Am Jahresschlüsse zählte der Verein 39 aktive sowie 130 inaktive Mitglieder und Schußmitqlie- ber. Im Laufe des Jahres 1928 gingen 4 aktwe Mitglieder auf die Wanderschaft. Das Vereinsleben war lehr rege. Die Gesangsabteilung ist zu neuem Leben erwacht' 122 durchreisenden Kolpingsjüngern konnte freies Nachtquartier mit Frühstück verabfolgt werden. Das finanzielle Ergebnis der Vereinskasse kann als günstig bezeichnet werden Die vom Verband vorge- schriebene neue Berelnssahne wurde angeschafft. Im Laufe des Vereinsjahres schied der bochverehrte Horch