Ausgabe B.
Religiöses Wochenblakk
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Yjennig B 45 R.-Pienntg (Zustellqebüln extra) Redailinnejchlaß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzelle im Anzeigenlell 0,15 Goldmark, Eoloneizeile im Retlameieil 0,èü Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Ojf-Zeb. C,1D Goldmark. Poco extra Anzeigen müssen spälestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Acllendruckeret in Fulda len.
----- Druck und Verlag der Fuldaer Acliendruckerei. Verlagsort Fu da. ——
Sonntag, 17. Februar (929
Wüste; Zeugen sind die Geister des Himmels. Widerpart ist der Fürst der Hölle.
Von: Hl. Gerste wurde Jesus in die Wüste geführt, damit er dort vom Teufel versucht würde. Der erste Waffengang war eine Versuchung zur Fleischeslust. Denn als Jesus 40 Tage und 40 Nächte gefastet hatte, da hungerte ihn. Der Teufel, der eine feine Spürnase für gute Geiegenhei- ien besitzt, merkte diesen Umstand. Und er trat hinzu und sprach zu Jesus: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, daß diese Steine Brot werden". Vorzeitig und gegen den Willen des Vaters sollte Jesus seinen Hunger stillen. Gleichzeitig sollte er sich nach dein Wünsche des Teufels in den Hochmut verstricken und vor der Zeit ein Wunder wirken.
Der Herr aber sprach: „Cs steht geschrieben: nicht vom Brote allein lebt der Mensch, fordern auch von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes kommt."
So verweigerte Jesus die vorzeitige Nahrungsaufnahme und wies die Versuchung zum Hochmut entschieden zurück. —
Auch uns wird dis Versuchung zur Gaumen- lust manchmal plagen. Wird dir das Aasten im» nter so leicht fallen? Wird dir nicht manchmal der Gaumen einrcden, du könntest es nicht mehr aushalten? Wird dir nicht die Phantasie vorspiegeln es würde deiner Gesundheit schaden? Widerstehe solchen Anwandlungen und halte deine Fastenvor- iäße treu durch und gib nicht Luck in den klemm Abtötungen, die du dir auf das Programm oe'eßt hast. Gleichzeitig widersteh auch allen Einflüsterungen der Eitelkeit, als ob es etwas besonderes wäre, was du tust; als ob andere sich zu solchen Opfern nicht aufrafften. Verlege dich darauf, deine Strengheiten unter der Obhut der Verborgenheit so gut als möglich zu bewahren. Wenn du fafMt, spricht der Heiland, so mache es ja nicht wie die Vharlläsr, die Heuchler. Sie entstellen nämlich ihr Angesicht, damit die Leute eine große Meinung bekommen. Sir vernachlässigen ihr Aeußeres, damit es den Anschein hat, als wären sie von lauter Fakten bald am Sterben. Du aber, wenn du fastest, töricht der Herr, wasche dein Gesicht und falbe dein Haupt und unterlaß nichts von der gewohnten Leibespflege, damit die Menschen nicht sehen, daß du fastest und nur der Vater im Himmel es si ht; und der Vater wird es dir vergelten." — Eure fromme Jungfrau in der Welt bat mir vor einiger Zeit mstgeteilt, daß sie an gewissen Tagen die Gewohnheit habe. nichts flüssiges zu sich zu nehmen, nicht einmal morgens den so wohltuenden. oelleb- • en Kaffee. Bis jetzt aber, fügt sie schalkhaft hinzu, ist es mir gelungen, vor meinem Bruder alles zu verbergen. —
Der zweite Waffmgang war „Der Hofsart des Geistes" gemünzt. Denn eg nahm der Temel den Heiland mit zu einer Luftreise und stelle ihn auf die Zinne des Temvels und sprach: „Stürze bub ha hinab: denn es sieht gefcsiriebm: der Herr bat seinen Engeln deinetwegen befohlen, dich auf dm Händen au trauen damit du nicht etwa deinen Fuß
Wochenkalender.
Sonntag, 17. Febr. 1. Fastensonntag
Montag. 18 Febr. Vorn Tage. Simeon, Bisch., Mart., t 105.
Dienstag, 19. Febr. Vom Tage.
Miirwo-â'' 20. Febr. Vom Tage. Quateniber- m i t t w v ch.
Donnerstag, 21. Febr. Tom Tage.
Freitag, 22. Febr. Stuhtfeier St. Petrt zu Antiochien. Quatemberfreitag.
Samstag. 23. Febr. Petrus Damianus, Bisch.. Bek.
Q u a t e m b c r s a m s t a g. Vigil des hl. Apostels Matthias. 22. Jahrestag der Wahl unseres H. H. Bischofs Joseph Damian.
Erster Fastensonntag.
Epistel 2. Korinther 6, 1—10.
Svan^chlum. Matthäus 4 ,1—11. Die Versuchung Christi.
In jener Zeit wurde Jesus vom Geiste in die Wüste gejährt, um vom Teufel versucht zu werden. Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte hungerte ihn. Da trat Jier Versucher an ihn heran und sprach: „Wenn du der Sohn Gottes bist, io befiehl, daß diese Steine da zu Brot werden." Er gab ihm zur Antwort: „Es steht geschrieben: „Nicht vom Brot allein lebt der Mensch, sondern von jedem Worte, daß aus dem Munde Gottes kommt." „Dann nahm ihn der Teufel mit in die Heilige Stad!, stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: „Wenn du der Sohn Gottes bist, so stürze dich hinab. Es steht ja geschrieben: Deinetwegen hat er seinen Engeln befohlen: wie sollen dich auf ihren Händen tragen, damit du deinen Fuß an keinen Stein stoßest." Jesus entgegnete ihm: „Es sieht auch geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen!" Sodann nahm ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herr- Weit und sprach zu ihm: „Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest." Da sprach Jesus zu ihm: „Hinweg, Satan! Es steht geschrieben: Den Herrn, deinen Gott sollst du anbeten und ihm allem dienen!" Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, Engel kamen herbei und dienten ihm.
Ein dreifacher Waffengang.
mter uns liegt das Getöse und Ge- fasch der Trubel und Subel einer entarteten „Fastnacht" Am Do- WMÄM den liegen Masken, Kostüme und (WW Firlefanz. Die Stirne drr Kalho-
Uten ist mit Asche bezeichnet. Bereits sind wir mit vollen Segeln in die hl. Aasten- Zesf eingelaufen und haben vier Tage derselben schon zurückgelegt.
Lassen mir nun alle Weichlichkeit und Be- qiiemli^Eeit bei Seite. Merkst du nicht, daß uns die Kirche in eine Arena führt? Daß Karnpieslust uns umfängt? Blicke nur hinein in die Spalten $es heutigen Evangeliums. Da blitzen die Waffen, da flirren die Schwerter, da wird ein dreifacher Waffengang ausgeso.hten.
Als Held und S eger erhebt sich Christus, der ^-rr. Die Arena ist die stumme, ickwriaende
an einen Stein stoßest". Der Heiland merkte aber die Av acht. Er June sich groß tun vor dem Publikum und im Angesicht bet ganzen Stadt dieses Kunststück machen, das so unnötig und so lä« cherlich war. Und er ließ dm Satan abblitzen mit den Worten: „Cs steht auch geschrieben: du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen."
Eine besondere Sorte des Hochmuts, vor der ich dich ausdrück.ich warne, ist der Hochmut in Glaubensfachcn. Da meint so mancher eingebildete Katholik, er könne sich seinen Glauben nach Belieben Zusammenzimmern und brauche sich um die Lehren und Entscheidungen der Kirche nicht zu kümmern. In der Legende steht heute die Geschichte des hl. Alauian, Erzbisckofs von Konstantinopel um das Jahr 440 nach Christi Geburt. In seinen Tagen erhob ein gefährlicher Jrrlshrer, Eutyches mit Namen, fein Haupt und stellte den o-rwmflichen Satz auf, in Jesus Christus fei nur eine Natur. Indem er die Goitbeit Christi einseitig betonte, löste er feine Menschheit in nichts auf. Ihm trat der Patriarch Flarian entgegen, und die Irrlehre des Eutyckes wurde von einer Synode einstimmig verurteilt. Dod) viele fügten sich nicht, und die Srrlcbre wucherte noch geraume Z"it weiter. Welches Unhell richk"n doch solche Häretiker an. W'e sva'ten sie die Kirck-e und Zerschneiden Christi Glieder. Halte dich a'so in Clou- bensangelegenheiten an die unfehlbare Gehre der hl. Kirche, die im Papste ihr Oberhaupt verehrt. Dann darfst du das canae Verdienst des Glaubens für dich in Anspruch nehmen.
Der dritte Waffengang mar auf die Augenlust berechnet. Denn der Teufel führte unsern Heiland auf, einen i hr hohen Berg urb zeigte ihm alle Reiche der WA: u"d ihre Hsrrückkeit und ioracd: dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und inich anbeteft. Da schleuderte ihm der H'rr die Worte entgegen: weiche. Satan: denn es steht geschrieben: du sollst ben Herrn, deinen Gort an» beten und ihm allein dienen." —
Eine Versuchung, die jedem ins Gesicht fprihen kann. Macht es ja dem Burd/dinittsmenfchen Freuds, zu besitzen und immer mehr zu erwerben. Da schrecken die Habgierigen vor keinem Mebsiohl. keinem Einbruch, keinem Raub und keinem Tod- schlag zurück, wenn es gilt, sich an frembem Eigentum zu bereichern und dann ein erhlarafen'ebrn zu führen Und viele von betten, die es zum Rsiw- tum nicht bringen können, stelzen verbittert auf her Seite und haltern mit Gott mib der We't Da wäre mm eine schöne Fasienübung die Zufriedenheit und selbsterwäb'te Genügsamkeit. Dann könntest du mit dem hl. Paulus sprechen: „Wir darben und machen doch rie’e reich; nrr haben nichts "nd besitzen hoch alles." Also auf zum dreifachen Was- fsngüng; auf zum Kampf gegen den Satan; auf mm Kamps geam Auamlust. Fleischeslust und Hochmut. So dürfen mir an der Sckwllle her Ewigkeit uns die Worte Pauli aneignen: „Ich habe den p"'cn Hampf L-?-mp^; da'ür ist mir auch KinLerleat die Krone." „L.,., Ter Vurgpfarrer«