durtstag Noch heute geht die alte Frau allein in den' Wald zum Holzsammeln und täglich findet man sie an der Kommunionblink. Möchten der allzeit freundlichen I Alten noch manche Jahre beschiedcn sein.
— kraniucken. Am Mittwoch feierten die Eheleute Fabian Treis, Kriegsoeteran, und Maria geb. Wehner, seit 45 Jahren Hebamme dahier, ihr goldenes Ehe - I u b i l ä u m. Bereits am Sonntag abend wurde Las Jubelpaar bei einer von der Gemeinde Kranlucken in dem schön geschmückten Schulsaal veranstalteten Familienfeier, zu der alle Eheleute geladen und fast vollzählig erschienen waren, geehrt. Bei Musik, freiem Kaffee, Kuchen, Bier, entsprechenden Reden, Vorträgen und Gedichten mit Ueberreichung des goldenen Sträußchens und Kranzes an das freudig überraschte Jubelpaar flossen die schönen Stunden nur allzu rasch dahin. Auch die alten und kranken Eheleute, die nicht zur Feier kommen konnten, bekamen ihren Anteil vom Fest und wurden mit Kaffee und Kuchen bedacht. — Die kirchliche Feier bestehend in Dank-Amt und Einsegnung des Paares fand unter großer Beteiligung der Angehörigen und der ganzen Pfarrgemeinde am Mittwoch, den 30. Jan., statt. Im Laufe des Tages liefen viele Glückwünsche ein. Besondere Freude machte dem Jubelpaar der übersandte Glückwunsch und Segen des Hochw. H. Bischofs. Auch der ^rr Reichspräsident und das Thür. Staatsministerium schickten dem Paare Glückwunsch und Ehrengabe. Der schöne Tag wurde beschlossen durch einen Lampionzug, den die Schulkinder veranstalteten. Mögen die Eheleute Treis, die noch körperlich gesund und geistig frisch sind, auch das diamantene Jubiläum erleben!
— Borsch. Am vergangenen Montag, den 28. San., feierte das Ehepaar Kaspar Joseph Völker und Martina, geb. Limpert, das seltene Jubiläum der diamantenen Hochzeit. Die kirchliche Feier fand zum Teil, des ehrwürdigen Alters des Jubelbräutigams wegen zu Hause statt (92 Jahre). Zum Festgottesdienst war mit ihren Anverwandten die Jubelbraut erschienen. Bei der häuslichen Feier überbrachte die Kirche, der thüringische Staat und die Gemeinde ihre herzlichen Wünsche. Der Hochw. Herr Bischof von Fulda übersandte das Bild der hl. Familie. Das Staatsministerium übermittelte eine Ehrengabe. Die Gemeinde ehrte das Jubelpaar durch ein Geldgeschenk. Sie alle wünschten dem Paar einen glücklichen Lebensabend.
Pfaffenhausen. Am vergangenen Sonntag veranstaltete der hiesige katholische Gesellenverein in Saale des „Gasthauses zum Adler" einen Unterhaltungsabsnd. Die Vereinsleitung hatte ein reichhaltiges Programm zusammengestellt. Theater und Konzert wechselten harmonisch ab. Ein Vereinsmitglied hieß die zahlreich erschienenen Gäste — der Saal war überfüllt — herzlich willkommen und dankte allen, die zum Gelingen des Abends beigetragen. Nach dem schneidig vorgetragenen „Alte Kameraden-Marsch" gelangte zur Aufführung „Das Grab auf der Heide", Drama in 4 Akten von Karl Siber. Ein schicksalsschweres, alle Tiefen der Seele erfchütterndes Stück, das durch seine wilden, pak- kenden und hochdramatischen Szenen tiefen Eindruck auf alle Zuschauer machte. Nachher folgten noch einige kleinere SAicke. Die Pausen wurden durch gute Konzertvorträge der Ortsmusikkapelle ausgefüllt.
— Neuses. Zur Zeit wird in unserer Kirche eine neue Orgel aufgestellt, geliefert von der Firma G Steinmann Vlotho-Wehrendorf, Orgel und Harmoniumbau. Drei Monteure arbeiten nun schon seit 23. Januar denn das Werk soll bis zum 7. Februar vollendet stehen. Die Orgel ist mit allen technischen Neuerungen ausgestattet, hat 22 Register und wird somit die größte Orgel des Freigerichts sein. Am Sonntag, den 17. Februar, soll während des Hauptgottesdienstes die feierliche Einweihung erfolgen. Zur Abnahme soll ein bekannter auswärtiger Organist gewonnen werden. Zu dieser seltenen Feier werden sicherlich viele Kirchenfreunds und Freunde des Kirchengesanges aus der Umgegend sich einfinden.
Alkenmikttau (Elternabend). Die Lehrkräfte der hiesigen Schule veranstalteten am Sonntag abend in dem von Schulkindern unter Leitung der Herren Lehrer und Frl. Lehrerin schön ausgeschmückten Saale der Gastwirtschaft Kraut einen Elternabend, welcher in allen Teilen seine volle Anerkennung fand. Diese Elternabende sind erwünscht, um den Eltern Gelegenheit zu geben, das Leben und Arbeiten der Schule kennen zu lernen gleichzeitig den Eltern bei der späteren Berufswahl sthrer Kinder ein Wegweiser zu sein. Man muß deshalb bei den Elternabenden auch Rücksicht auf die örtlichen Ver- hältnissc nehmen und das hat Herr Hauptlehrer Fitting, der Leiter des Abends, zu würdigen gewußt — und das reichhaltige Programm den einzelnen Klaffen und dem Können der Kinder angepaßt. Es war keine leichte Arbeit, die Vorträge und Rollen mit 75 Kindern einzuüben. Herr Hauptlehrer Fitting begrüßte die sehr zahlreich Erschienenen und brachte in seiner Eröffnungsansprache den Wunsch zum Ausdruck, die Eltern möchten mithelfen die deutsche Jugend wieder Zucht und Ordnung zu lehren. Mit vorbildlicher Ordnung wurden dann die einzelnen Darbietungen von den Schulkindern zur Ausführung gebracht: zwei Volkslieder, das Märchsnspiel „Dornröschen", das niedliche Tanzsviel zweier 7jährtger Mädchen. Darauf folgte die Deutsche Jugendkraft mit
ihrem Reigen und allerhand turnerischen Darbietungen, denen sich ein Mädchenreigen mit 3stimmigem Gesang anschloß. Weitere kleine Theaterstückchen heiteren und ernsteren Inhalts und Gesang sorgten dafür, daß man sich köstlich freuen konnte und mit dem Lied „Guten Abend, gute Nacht" schlossen die Darbietungen. Herr Kaplan Lenz, welcher als Vertreter des hochw. Herrn Pfarrers erschienen war, dankte in seiner Ansprache Herrn Hauptlehrer Filling, Lehrer Herbert und Frl. Lehrerin Hönnemann im Namen der Eltern für den schönen Abend und forderte die Eltern auf, mehr noch als seither, der Echtile und ihrer Arbeit ein warmes Herz entgegen zu bringen. Die Eltern nahmen die Gewißheit mit nach Hause, daß ihre Kinder in guten Händen sich befinden, welche ihnen nicht nur das Notwendige für ihr späteres Fortkommen lehren, sondern denselben auch ein Vergnügen gönnen und somit der Heranwachsenden Jugend wieder Lust an der Arbeit und Liebe zu ihrem deutschen Vaterlande geben.
Großauheim. (Marianische Jungfrouenkongregation). Am letzten Sonntag fand die feierliche Aufnahme von 28 Aspirantinnen in die Kongregation statt. Die gemeinsame hl. Kommunion in der Frühmesse ließ alte und junge Mitglieder ihre tiefste Zusammengehörigkeit erleben, wobei man auch der verstorbenen Konaregani- stinnen gedachte. In der Nachmittaasandacht vollzog sich dann die Aufnahmefsier. Herr Pfarrer Dunkel faßte Sinn und Aufgabe des Tages in bem Kommunionvers der Sonntagsmesse zusammen: Ich will hintreten zum Altare Gottes, zu Gott, der meine Jugend erfreut Er zeigte, wie das echte Marienkind die Freuds und das Glück seiner Jugend nur in inniger Verbindung mit Gott finden kann, unb wies hin auf die Glaubenskraft des hl. Paulus, dessen leuchtendes Vorbild die Sonntagsepistel gezeichnet. Mit brennender Kerze legten die Aspiranten das Treugelöbnis ihrer himmlischen Mutter ab und empfingen die geweihte Medaille. — Nachher sah man die Kongregation an festlicher Kaffeetafel vereinigt, wo Spiel und Gesang für gemütliche Unterhaltung sorgten. Die Mandolinen-Abteiluna verschönte die religiöse Feier, sowie auch den gemütlichen Teil durch wohlgelungene Darbietungen.
Bockenheim. Die Frauenfriedenskirche wird am 1. Sonntag im Mai feierlich cingsweiht werden.
Mardorf. Herr Anton Becker und seine Ehestau Elisabeth feierten kürzlich ihr goldenes Ehejubiläum. Der Jubilar kommunizierte im Festgottesdienst, während der Jubilarin krankheitsbalber die hl. Kommunion ins Haus gebracht wurde. Der Hochwürdigste Herr Bischof von Fulda übersandte dem Jubelpaar èin Bild von der hl. Familie mit herzlichen Glückwünschen und die Staats- regierung ein Gnadengeschenk von 50 Rm. Wir wünschen dem Jubelpaar einen gottgesegneten Lebensabend!
Anzefahr (Kr. Kirchhain). Vergangenen Sonntag hatte der Jugend- und Jungmännerverein Theaterabend. Das echt volkstümliche Stück von Schare „Wenn eine Mutter befét für ihr Kind" gab einen guten Einblick in das Leben des Landvolkes. Jugendliche Unerfahrenheit und Eigensinn kämpft gegen die ruhige Lebenserfahrung weisen Alters, und nur die tiefe, selbstlose Mutterliebe erringt den Sieg über das Herz des in größte Not und Schuld geratenen Kindes. „. ... Die herrlichste der Blumen, die da blüht, ihr findet sie allein, wo fromm gesinnt und still eine Mutter betet für ihr Kind." Auch „Das Jesuskind" verfehlte feine Wirkung nicht und ließ hineinschauen in die Seels des schwergeprüften „lachenden" Bajazzo, dem das Schicksal noch das letzte raubt, sein Kind. Es war eine gute Leistung der Jungmänner, die trefflich den tiefen Inhalt wiedergaben.
Niederheffen. In Fritzlar und in Kassel sprach am Sonntag nachmittag und am Abend der Reichstagsabg. Dr Bef sauer in zwei Zentrumsversammlungen über das neue Wirtschaftsprogramm des Zentrums. Die eindringlichen und überzeugenden Ausführungen machten einen tiefen Eindruck.
Jena. Die Vorgänge bei der Reichsgründungsfeier der Universität Jena, bei der die Vertreter der katholischen deutschen Studentenverbindung „Sugambri" von einem Teil der übrigen Studentenschaft mit Gewalt am Betreten des Festsaales gehindert wurden, wirft ein plötzliches Schlaglicht auf die Zustande, die man heute für unmöglich balten sollte, und die hier nur das Glied sind einer Kette vor Terrorakten, die im Laufe von mehr als zwei Jahrzehnten gegen diese eine katholische Korporation inszeniert worden sind. Zu diesem ebenso unmöglichen wie rüpelhaften Vorfall findet das „Jenaer Volksblatt" vom 23.1. unter anderem folgende, den Sachverhalt gut treffende Worte: „Cs handelt sich hierbei um einen planmäßig vorbereiteten Zwischenfall. Die seit Jahren bestehenden Gegensätze zwischen der „Studentischen Vertreterschaft" und der Sugambria" — man erinnert sich, daß die „Sugambria" von 1904 bis nach der Revolution (!) durch den Terror der übrigen Korvo- rationen keine Farben tragen durfte — haben sich in den letzten Jahren wieder verschärft. Die Ver- treterschast sucht auf jede Weise zu verhindern, daß sich die „Sugambria" bei Veranstaltungen der Universität offiziell durch ihre Chargierten tiertreten lasse. Da sich rechtlich keine Handhabe bot. die „Sugambria" in der Ausübung dieses selbstver
ständlichen Rechtes zu beschränken, versuchte man es nach dem bewährten Rezepte der Drohungen und des Terrors. Bereits vor zwei Jahren suchte der Vorsitzende der Vertreterschaft beim Rektor ein Verbot durchzudrücken, indem er erklärte, die Ver- tveterschaft würde geschlossen den Saal verlassen, wenn die Chargierten der „Sugambria" an der Reichsgründungsfeier teilnshmen würden. Bei den Beisetzungsfeierüchkeiten für Admiral Scheer ben sich ähnliche Dinge abgespielt. Jetzt nun glaubte man, mit offenem Terror eine unbequeme Mnder- heit vergewaltigen zu können. Bezeichnend hierbei ist, daß dieser „nationale" Teil der Studentenschaft einen feinen Takt entwickelt, nationale Gedenk- und Crinnerungstage besonders würdevoll zu gestalten. „Sugambria" war genau wie die Vertreterschaft durch das Umversitätsamt zu dieser Veranstaltung geladen worden, sie war demnach Gast der Universität, wie die anderen Korporationen and). Diese Tatsache unterstreicht das Unglaubliche des Vorfalles." Der unparteiischen und sachlichen Meinung dieses nicht katholischen Blattes wird sich wohl auch der Fernstehende Nicht entziehen fönen. Jedenfalls beleuchten solche Vorgänge blitzartig die ganze Gesinnungsart der „nationalen" Studenten. ___
Partei- und VolksSüro.
Rach längeren eingeheirden Vorbereitungsarbeiten ist es gelungen, in Fulda wieder ein Partei- sekretariat der Zenlrumspartei für Kurhessen, das auch die Aufgaben des früher hier bestehenden Dolksbüros des Volksverein für das katholische Deutschland wahrnehmen wird, ins Leben zu rufen. Das Büro erteilt Rat und Auskunft in allen politischen und sozialen Angelegenheiten und steht den Freunden unserer Sache unentgeltlich zur Verfügung. Der Sitz des Büros ist im katholischen Gesellenhaus, Florengasse 17. Möge das durch die Opferwilligkeit weiterer Kreise ins Leben gerufene Büro seinen Zwecken mit Erfolg dienen und vor allem auch den Erfolg haben, daß es den Zusammenhang zwischen der Wählerschaft und den Par- tennstanzen lebendig gestaltet. So kann es dem Hohen Ziele dienen, eine echte volkstümliche Demokratie aufeubauen, die dem gesamten deutschen Vaterland zum Wohle gereicht.
Ein Leuchtturm in düsterer Seit.
Von Schulrat Franz May, Fulda.
Dieser wahrhaft Große unter den Heiligen, dessen Fest die Kirche am 29. Januar begeht, ist Franz von Sales, der 1567 in dem Schlösse Sales bei Annecy in Savoyen geboren wurde. Sein reicher und vornehmer Vater, Graf Franz von Sales, wollte ihn zu einem Rechtsgelehrten und Staatsmann ausbilden lassen. Die tief fromme und gemütvolle Mutter hegte mÄere Wünsche, lehrte ihn mit innigster Andacht beten, jede schwerst Sünde sorgfältig meiden, freudig Werke der Räch- stenliebe üben und legte so den Keim zum geistlichen Stand M sein Herz.
Seine Ausbildung erhielt der begabte Knabe und Jüngling auf den berühmten Hochschulen in Paris und Padua. Um hier seine Unschuld zu bewahren, hörte er täglich die hl. Messe, betete er gern den Rosenkranz und empfing er oft die hl. Sakramente.
Dennoch plagte ihn der Teufel mit schweren Versuchungen und dem Gedanken, er werde verdammt. Da bat er die liebe Gottesmutter inständig, sie möge ihm von ihrem Sohn die Gnade erflehen, daß er doch Gott nicht ewig in der Hölle lästern müsse. Sofort schwand die Seelenangst.
In seine Jugend fällt die Ausbreitung der Lehre Kalvins in Genf und in der Grafschalt Chablais, südlich vom Genfer See. Nachdem sich der strebsame Franz von Sales den Doktor der Rechte und gründliche Kenntnisse in der Theologie erworben hatte, wurde er zum Priester geweiht' Der Fürstbischof Garnerius von Genf gab ihm alsbald den schweren Auftrag, seine vom Mutterglau- ben abgefallenen Landsleute wieder für die katholische Kirche zu gewinnen.
Da begab er sich nach Thonon, einer Stadt am Südufer des Genfer Sees und predigte den wahren Glauben mit einer solchen Beredsamkeit und Ueberzeugungskrast, daß er trotz Verleumdung, Spott und Mordanschlägen in 4 Jahren 72 008 Verirrte zu rückgewann.