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Ineinandersein von selber weckt. Sinkt die Liebe in den Tagen der Bekanntschaft, verliert sie sich in den Niederungen der Sinnlichkeit, dann schwin­den diese höheren Ziele. Der Menscherobert" nicht selvst sondern rerliert sich selbst und betrugt sich um sein bestes Glück. Gerade die Frau muß es in d-r Eße reichlich büßen, wenn sie vorher die Bfleae, der Keuschizeit vernachlässigte, dafür aber âdmâhkeit aber um so üppiger emporwuchern ließ. 9hm muß sie fühlen, wie richtig Hebbel sagt: Das Heimliästte Weh der Frau ist da, wo der Mann sie nicht seelisch besitzt. Wirkliches Glück wird nicht in sinnlicher Nachgiebigkeit, son­dern durch pflichtbewußte Selbstbeherrschung ge­wonnen

Ohne Keuschheit ist echtes Eheglück aber auch darum nicht möglich, weil in der Unkeuschheit sich die Selbstsucht am rücksichtslosesten äußert, und Selbstsucht ist der Tod des Eheglücks. Reine Liebe lebt vom Opfer. Wo sie herrscht, da wird der eine gern um des anderen willen Rücksicht üben, einen Verzicht, ein Entsagen auf sich nehmen. Mit Freu­den tut er es. Denn er fühlt, daß er dadurch das betätigt und vermehrt, was als Liebe in feinem Herzen lebt. Jedes Opfer bindet die beiden im­mer enger aneinander, erschließt und gewinnt dem einen die Seele des anderen tiefer und voller, macht die Liebe reifer. Hier ist kein schöner Wahn, der mit dem Gürtel, mit dem Schleier zerreißt sondern ein fortschreitendes Erobern der Persön­lichkeit, ein zunehmendes Einswerden der Herzen.

Ganz anders ist es da, wo die Liebe in Sinn- lichkeit ausartete. Je heftiger die Leidenschaft sich äußert und je lauter sie ewige Treue schwört, um so sicherer wird sie erkalten und in ihr Gegenteil umschlagen. -Die Abendröte der Verlobungszeit und die Morgenröte der jungen Ehe müssen erwei­sen, daß die Seelenliebe die Seele der Liebe ist."

Einer mit Leid.

Eine Hochzeilsgeschichke von Reimmichl.

Dem Reimmichl-Kalender 1928 (Tyrolia- Jnnsbruck), der neben einem volkskundlich wertvollen vierfarbigen Kalendarium fast nur Geschichten vom Reimmichl enthält, entneh­men wir folgende köstliche Probe:

Na, das gibt's nicht. Jeder Hungerleider und Lotterbauer kriegt meine Tochter mit dem schönen Hof nicht. Da muß mir einer schon blanke fünf Tausender auf den Tisch legen, wenn er das Madl haben will ja, das muß er und sonst gibts keine Wursteln!"

So brodelte der reiche Helmbauer von Breitegg allmal, so oft sich wieder ein neuer Bewerber um sein einziges Kind, die Erbtochter Gretl, einstellte. Die Tausender waren aber in Breitegg sehr dünn gesät, und darum blieben die Freier bald ganz aus. Nur ein einziger verlor den Atut nicht, der Besenbinder Karl, ein armer Hascher hinten und vorn, der noch nie einen ganzen Zehner im Vermö- ßen gehabt, dafür einen hellen Kopf und Kurasche für zwanzig besaß. Dem Mutigen ist das Glück hold, und wer das Glück hat, führt die Braut heim.

Eines schönen Tages war der Karl droben auf dem Berg, um Kefenruten zu schneiden, und stand just hinter dem Zarin der langen Waldwiese, die dem Helmbauer gehörte. Da iah er plötzlich den Helmbauer mit einem schweren Sack auf dem Rük- ken und mit einem Pickel in der Hand daherkom­men. Der alte Graukopf blieb fortwährend stehen und spähte wie ein Fuchs zwischen die Büsclze und Sträucher. Das kam dem Besenbinder verdächtig uor; er legte sich der Länge nach im Buschwerk nieder, um nicht gesehen zu werden, aber doch io, daß er den Alten genau beobachten konnte. Dieser suchte eine Zeitlang herum, endlich schien er den richtigen Platz ge= tunben zu , haben es war ein Steinge- rolie unter einem hohen Lärchen baum. Er räumte die Steine schnell weg, grub mit seinem Pickel ein tiefes Loch spähte angelegentlich nach allen Rich- tungen und tat dann seinen Sack auf, in dem ein bauchiger Hafen zum Vorschein kam. Den Hafen lenkte er in das Loch, schichtete die Erde darauf und aruber die Steine ganz in derselben Lage, die sie

r. gehabt hatten. Dann wischte er sich den Schweiß von der Stirne, spähte abermals scharf verum und schlich wie ein Dieb davon. Der Besen-

Karl blieb noch gut eine halbe Stunde zwi- vn Sträuchern liegen, dann erhob er sich bnchttg, spähte ebenfalls herum, und als er die

Luft vollkommen rein fand, schritt er rasch zur Un­tersuchung, was für Tote der Helmbauer unter der Lärche begraben habe. Das Loch war bald wieder aufgemacht, der Hafen kam zum Borschein und Himmelherrschaft! er war gestrichen voll Silber­taler.

Warum der Helmbauer einen solchen Schatz von Silbergeld da heroben vergraben, mutte sich der Vefenbinder gut zu erklären. Der Helmer hatte eine tiefgewurzelte Abneigung gegen alles Papier­geld; denn Banknoten sind nur Schuldscheine des Kaisers, und der Kaiser kann nichtplnatscken" (bankrottgehen). Darum wechselte der alte Geld­fuchs alle Banknoten jeweils in Silbertaler um. Diese vertraute er aber keineswegs einer Sparkasse an, sondern behütete sie daheim in einer eisenbe- fchlagenen Kiste. Sportkassen sind nur Versuchs­anstalten für Langfinger, meinte er. Nun war aber letzte Woche beim Krämer im Dorf eingebro­chen worden, und das versetzte den Helmer so in Schrecken, daß er seinen Schatz im Hause nicht mehr sicher hatte und er kein anderes Mittel wußte, als ihn in der Waldwiese zu vergraben.

Hahaha", lachte der Karl,solch silberne Rol­len dürfen nicht tot im Grabe liegen, sie müssen auferfteben, arbeiten und Früchte tragen. Ich wüßte einen feinen Handel alles in Ehren."

In der folgenden Nacht behob der Vefenbinder auch den Schatz, und zwei Tage nachher wechselte er die schweren Taler auf der Bank in I. in sechzig papierne Hunderte um. Eine Woche später stand der Karl auch schon festlich gekleidet in des Helmbauers Stube und warb in aller Form um die Gretl.

Ja, was meinst denn," schnaubte der Bauer, so einem Menschen, der auf der Brenn­suppe daherschwimmt, geb ich meine Tochter? Das muß schon einer mit Geld fein."

Ist auch einer!" tat der Karl stolz.

Ja, wo denn? Auf dem Besenstiel?" Nein, Helmbauer unterm Rockfutter!" Mit diesen Worten lüpfte der Vefenbinder seine Brieftasche und zählte die großen Banknoten auf den Tisch. Der Dauer riß die Augen auf und fragte:

Ums Himmels willen, Karl, wo hast du das viele Geld her?"

Wohl aus meiner Brieftasche."

Hast du's geliehen? Hast du Verpflichtungen darauf?"

Gar keine andern, als deine Tochter zu hei­raten."

Und was willst du mit dem Geld anfangen?" Ich stelle es dir zur freien Verfügung aber erst am Tage nach der Hochzeit, wenn ich deins Tockter geheiratet hab. Kannst mit dem Kapital narhber machen, was du willst. Es gehört dir."

Dem geizigen Bauer stach das Geld scharf in die Augen und je länger er es anschaute, desto hö­her stieg feine Begierde. Wenn er es nur bebak­ten dürfte, die Herkunft war ihm gleichgültig.

Karl, man wird aber mit dem Geld wohl ge­wiß keine Ungelegensten bekommen?" fragte er ängstlich.

Nicht die mindesten," versicherte der Besenbin- der,wenn nur du keine machst."

Er itzache schon ganz gewiß keine, beteuerte der Alte und rief dann die Gretl. Die Gretl macht? noch weniger Schwierigkeiten, denn sie hätte längst schon gerne geheiratet und den Besenbinder Karl mochte sie besonders gern leiden.

So wurde denn der Bund geschlossen. Vier­zehn Tage später war große Hochzeit. Die Leute schüttelten ihre Köpfe, der Helmbauer sagte nicht viel, aber lächelte pfiffig vor sich hin noch pfif­figer lächelte Karl, der Bräutigam.

Am Tage nach der Hochzeit übergab der junge Ehemann die sechzig Hunderter seinem Schwieger- rater zur freien Verfügung. Zwei Tage später rannte der Helmbauer in die Stadt hinaus auf die Bank, um das Papier in schwere Silbertaler um­zuwechseln, die man doch ungefährdet und sicher vergraben konnte. Die Herren auf der Bank schüt­telten die Köpfe und sagten, es wäre doch spaßig- vor vierzehn Tagen sei ein Bursche dagewesen, der habe sechstausend Silbergulden in Papier einge­wechselt und jetzt komme wieder einer mit Papier und wolle Silber. Dem Helmbauer wurde ganz schwulig zu Mute. Er ließ sich den Burschen genau beschreiben, und da ging ihm ein Seifensieder auf. Schnurstracks lief er heim und den Berg hinauf, wo er richtig sein schönes Geldnest bodenleer an­

traf. Wutschnaubend rannte er seiner Behausung zu, wo ihm der Schwiegersohn gerade emgegen- tam.

Du Lump! du Schelm! du Räuber", schrie er,du hast mein Geld gestohlen."

Ja wie denn, wo denn?" tat dieser frech.

Droben auf dem Berg im Hafen!"

Das mag wohl sein," lachte der junge Mann, aber ich hab's dir auch wieder zurückgegeben. Vor­gestern früh hab ich birs bis auf den letzten Hel­ler auf den Tisch gezählt. Du verlierst nicht ein­mal einen Zins."

Das Geld solltest du mir aber für meine Toch, ter zahlen", schäumte der Bauer.

Du, Schwiegervater, weißt du was?" sagte gleichgültig der Karl,bei uns in christlichen Län­dern tut man die Leute nicht verkaufen wie drun­ten im wilden Afrika. Rechte Leute sind mit Geld auch nicht zu bezahlen, und die Gretl ist ein rechtes Mensch. Die Gretl hat auch einen braven Mann bekommen, der den Kopf am rechten Fleck hat, und ein solcher Mann ist mehr wert als 6000 Gul­den!"

Der Helmbauer machte ein fürchterliches Gesicht, aber der Handel war geschlossen und ging nuht mehr zurück. Der Helmer hatte einen Schwieger­sohn mit Geld bekommen.

Wie Papst Pius XI. sein Zubeijahr begann.

Am Donnerstag, den 20. Dezember vorigen Jah­res, hat der Hl. Vater mit der hl. Messe über dem Grabe des hl. Petrus in der Peterskirche fein fünfzigstes Priesterjahr begonnen. Er wollte das aber nicht tun, ohne auch zugleich vielen Kindern die hl. Kommunion zu reichen. Es waren schon seit drei Monaten 50 Knaben und 50 Mädchen im Älter von sechs bis acht Jabren auf die erste Hl- Kommunion vorbereitet worden.

5 Kurz vor Beginn des Jubiläums bestimmte nun der Hl. Vater, daß er selbst diesen Kindern mit

I eigener Hand die erste hl. Kommunion rom Altare aus reichen werde. Der Tag rückte heran. Die Kinder hatten eine gute Prüfung im Beisein des Kavdinasttaatssekretärs Gasparri abgelegt. Sie waren sehr gut vorbereitet.

Während der hl. Messe waren die Kleinen in ihren Bänken, die zwischen den mit Purpur ge­schmückten Stühlen der Kardinäle und gerade hin» ter dem Betstühle des Papstes aufgestellt warew. In schönster Dränung, in andächtiger Haltung gin» gen die hundert Erstkommunikanten den Altar hin., auf, um aus der Hand des Papstes den eucharisti» schen Heiland zu empfangen.

Nach der hl. Messe und der Danksagung nahm der Hl. Vater auf seinem Sessel Platz und liess die Kinder zu sich herankommen, reichte ihnen bi«' Hand und übergab ihnen eine kunstvolle Silbern münze zum Andenken.

Nachdem die Kinder die Peterskirche verlosten,! hatten, wurden sie in den Vatikan geführt, wo fiij ein Bild des Hl. Vaters und andere Dinge zum. Geschenk erhielten.

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Wenn der Papst an seinem Jubeltage kleinen,, unschuldigen Kindern die erste hl. Kommunion rein eben moUte, so ist das ein Zeichen dafür, wie sehr ihm die Frühkommunion der Kinder HerzenxsaclA ist. Möchten doch alle Eltern, die dafür in Betracht kommen, diesem Wunsche der Kirche bereitwillig nachkommen!_________

St. Martin, hilf!

Im Rheinland wird St. Martin durch einen von Schulkindern gebildeten Fackelzug gefeiert. Alle Kinder haben Fackeln oder Transparente und fingen begeistert unter Begleitung von Musik­kapellen St. Martins-Lieder. Auf der Rückseite eines der vielen Transparente (in Opladen) wall folgender Hilferuf zu lesen:

St Martin mit dem Mantel an Der du den armen Wandersmann Die Hälfte gabst vom Mantel hin O wandle doch auch unfern Sinn. Schau wie auch unsere Frauen gehn, Sind noch armer anzusehen

Als seinerzeit dein Wandersmann

Zieh' doch auch unsere Frauen an!!

Nicht übel!