ligion und Familie" (Redner Prof. Dr. thsok. Weber). „Die katholische Familie als Erziehungsgemeichchaft" (Redner Studienrat Dr. Stsigleder).
— Buttlar (Rhön) Am 26. Jan. begeht Herr Hauptlehrer a D. und Kantor Joseph R a m b seinen 80. Ceburtstag. Es war ihm beschieden, 54 Jahre lang als Lehrer in Naumburg. VeZ. Kassel, wirken au können. Es war seine erste und letzte Stelle. Leider blieb es ihm nicht erspart, daß er im letzten Jahre Frau und einzige Tochter zugleich verlor. Möge es ihm vergönnt sein, noch viele Jahre die wohlverdiente Ruhe bei seinem Sohne, unserem Hochwürdigsten Herrn Pfarrer, verleben zu können.
Ilmenau. Das Meikmachtsfest übt, auch wenn es außerhalb der Gotteshäuser gefeiert wird, nach wie vor einen Einfluß aus, dem sich kein religiös empfindender Mensch entziehen kann, wenn, wie es bei der am vorigen Sonntag vom hiesigen kathol. Volksverein veranstalteten Feier geschah, das Geheimnis der Geburt des Heilandes in den Mittelpunkt der Feier geheilt wird. In seiner Begrüßungsansprache konnte der Vorsitzende des Vereins die den Saal bis zum letzten Platz füllenden Mitglieder der Katholis-ben Gemeinde, Freunde und Gönner unserer Sache freudig willkommen heißen. Der Seelsorger unserer Gemeinde feierte sodann in seiner Ansprache Weihnachten als das Fest der Gottes- und Menschenliebe. An der Krippe des göttlichen Kindes verschwinden die socialen Gegensätze, schweigen )ie Stimmen der Lieblosigkeit und des Hasses, reichen sich die Menschen in Versöhnlichkeit und Liebe die Hände. Auf einer aus München neu beschafften, künstlerisch vollendeten Bühne wurden daraus zwei Theaterstücke aufgeführt. ein Weihnachtssiück „Ruhe auf der Flucht" und dann ein heiteres Stück „Im roten Ochsen". Durch eine besondere Beleuchtung mittels zweier Scheinwerfer wurden farbenprächtige Lichtwirkungen und Bühnenbilder erzielt. Eine Verlosung brachte zum Schluß noch manch frobe Ueberraschung. Die frönen und gehaltvollen Weihnachtslieder und musikalische Darbietungen oaben dem ganzen Abend eine höhere Weihe. Möge der Zu- sammenschluß und die Eintracht in unserer' Diaspara- gemeinds durch diese schöne Feier weiterhin gefordert werden.
Jena. Am Sonntag abend veranstaltete der Volksverein für das Kath. Deutschland, Ortsgruvva Jena einen Familicnabend zu welchen der wohlbekannte Redner Herr Parteisekretär Rademacher zu einem Bar- trao über das Konkordat gewonnen wurde. Der Geschäftsführer. Herr Häusler, eröffnete die Versammlung mit einer Begrüßung der Anwesenden und erteilte Herrn Rademacher das Wort zu seinen Ausführungen. Der Vortrag des Herrn Redners wurde mit großem Interesse der Anwesenden verfolgt und mit großem Beifall ausgenommen.
Apolda. Auch die kathol. Gemeinde wollte in dem Reigen der Weihnachtsfeiern nicht fehle». Der Schützenhaussaal war voll besetzt, und viele Besucher mußten noch mit einem Plätzchen in den Seitenräumen vorlieb nehme». Ein mehrstimmiges Weihnachtslied, M'iter- nachtsglocken fein und schön vorgetragen durch die Schüler der Oberstufe unter Leitung ihres Herrn Lehrers Sinsel, gab die rechte Einstimmung für den Abend. Hierauf begrüßte Herr Pfarrer Kürst in beglichen Warten seine Gemeinde nebst den Gästen. Alsdann wechselten Theaterstückchen, ein Weihnachtsoratorium und Reigen harmonisch miteinander ab. Das Herz lachte vor Freude ob solcher Kinderausführung; denn aus Kindermund und Kindersviel die Lebenswahrheiten zu hören, ist für den Erwachsenen immer etwas Erhebendes und zu Herzen Gehendes Die mit vieler Mühe und Sorgfalt vorbereitete Aufführung ..Wolkenseggele" durch die Schüler der Mittelstufe unter Leitung ihrer Fräulein Lehrerin Dehler, verdient vollste Anerkennung Jedoch den Glanzpunkt der Feier bot das Weihnachtsoratorium. War es doch für alle Besucher von hohem künstlerischem Genuß, dieses musikalisch, sowie textlich hochsiedende Werk Schnipperings auf sich wirken au lassen Fühlte doch ein jeder die Feinheiten des musikalischen Ablaufes der Intervalle, Akkorde. Rnthmen und Dynamik sowie den tiefen Sinn, der das Werk durch seine musikalische Ausdruckskraft melodische und rhythmische Jntern^ll- spannungen und Motive zum Ausdruck brachte Man war ganz erstaunt über die Leistungen des hingen Cä- cilienchores der unter Leitung seines musikalisch bervor- ragend befähigten Chorleiters Herrn Schober vortreffliches leistete Auch das Baritonsolo des Quarteffhin’ gers Herrn Koch muß lobend hervorgehaben werden. Mck süßer milder, gefäffiaer, ja dem Ohre überaus wohltuender Stimme, fesselte er alle Jedoch die W-r- kunq des Oratoriums ist erst so recht durch die 'ebenden Bilder zur vollsten Geltuna aekommsn. Sin-gemäß wurden sie dem Chore eingefügt Ja, so kunstgerecht und aufs feinste ausgedacht hinterließen die Scenen bei alten Besuchern einen überwältigenden, tieferq-eifenben, religiösen Eindruck; denn gerade die recht schöne, far- benfrohe der ganzen religiösen Stimmung angepassten Kostüme und die Gruppierung der Bilder, war nur mit weihevoller Anmut zu schauen Die so in künstlerischer unb sinniger Art ausgestellten Bilder wurden von Herrn Pfarrer Fürst selbst entworfen und ausgeführt. Den gemütlichen Teil des Abends füllten zwei lustige Theaterstückchen der Jungfrauen aus. Kurzum, der Abend als voller Erfolg für die Gemeinde zu buchen.
Darum allen, die so selbstlos an dem genußreichen Abend mitgewirkt haben, herzl. Dank.
Heldenmütiges Zierden des Kranziskanerbruders Sakfius Kraft
(aus Siesel bei Fulda).
Am 14. Suh traf aus San Francisco in Kalifornien cm Radio mit der Nachricht ein: „Salesms ist an einem Unfall gestorben." Diese schmerzliche Mitteilung über den unerwarteten Tod des lieben Mitbruders fern seiner Heimat und seinen Lieben wurde später durch folgende briefliche Nachrichten ergänzt:
Bruder Salestus hatte bis vor einem halben Jahre am Wiederaufbau der Mission San Luis Rey unermüdlich mitgearbeitet. Mit großer Freude begrüßte er den Auftrag, nach Fertigstellung der dringendsten Wiederherstellungsarbeiten mit seinem Guardian, Pater Albert Braun, einem gebürtigen Eichsfelder, in der St. Josephs- Mission zu Mrscalero/Neu Mexiko den durch die kultur- kämpferischen Maßnahmen des Calles aus Mexiko vertriebenen Franziskanern ein neues Haus zu schaffen.
Kaum eine andere Arbeit hat er mit so viel Liebe und opferfreudiger Hingabe ausgeführt, als dies Not- gebäude, und nur wenige Tage vor dem traurigen Unglücksfall, der seinen Tod zur Folge hatte, sandte er dem Provinzialrat einige kleine von ihm selbst hergestellte Lichtbilder des von ihm aufgeführten Holzhauses. Ganz beglückt schrieb er von der ersten Einkleidung in Mescalero und vom Einzug der verbannten Mitbrüder ins bescheiden« Heim, und als der unterdessen zum Kommissar ernannte Pater Albert den Plan faßte, den schwergeprüften mexikanischen Mitbrüdern auch eine kleine Steinkirche zu bauen, freute sich Bruder Salesms wiederum über den von S. Francisco kommenden Auftrag, auch an diesem Bau mitzuarbeiten, an den er nach dem Willen Gottes sein Leben hingeben sollte. Sein Oberer, Pater Albert, schreibt barüb er:
„Am Miltw och, den 11. Juli, kamen Bruder Sale« sms und ich mit einer Fuhre Steine für den Kirchenbau heim. Während ich nach dem Mittageffen aussv.hr, um einige Handwerkszeug« einzukaufen, begab sich Br. Salesms ans Mladen der Steine. Bei meiner Heimkehr fand ich ihn zu meiner Ueberraschung, wie ich meinte, schlafend; denn es war das erste Mal in vier Jahren, daß ich ihn unbeschäftigt fand. Weil ich aber an einen Unfall nicht dachte, machte ich den Lastwagen zu einer neuen Fahrt fertig und wartete auf den Bruder. Als er nicht kam, ging ich zu ihm und fand ihn zu meinem Schrecken mit geschlossenen Augen aus dem Boden liegen.
Er erzählte mir dann: .Beim Ausladen eines großen Steines bin ich ausgeglitten, wobei mir der Stein auf den Leib gefallen ist. Warten Sie bitte noch einige Minuten; ernstliche Verletzungen habe ich nicht erlitten, und gleich werde ich wieder aufstehen können.' Weil ich aber sah, wie der Kranke furchtbare Schmerzen litt, machte ich sofort den Kraftwagen fertig und brachte ihn zum Hospital, mutzte aber zu meinem großen Bedauern feftftelien, daß der Arzt in Ferien war und keinen Vertreter hatte.
Ich fuhr nun weiter und hoffte, in Tularofa einen Arzt zu finden; unterwegs aber erklärte mir Bruder Salestus, sein Unwohlsein sei vollständig geschwunden und er fühle sich wieder vollkommen 'wohl; als ich trotzdem weiter fahren wollte und ihm riet, sich jedenfalls einer gründlichen ärztlichen Untersuchung zu unterziehen, kletterte er zum Beweis seines einroanbfreien Zustandes aus dem Wagen zu meinem Führersitz herüber. So brachte ich ihn nach Mescalero zurück und befahl ihm, sich sofort zu legen. Nach titrier Zeit kam dann bet Zusammenbruch, der mich gl ich das Sch'immste befürchten ließ. Ein sofort aus der Feme herbeigerufe- ner Arzt, der im Kraftwagen herbeieilte, gab zur Lin- berung seiner Leiden Betäubungsmittel, sodaß wir den Kranken ms Hospital bringen konnten.
AIs ich ihm am Donnerstag sagte, daß er sterben müsse, lächelte er glücklich rind sagte: ,Deo gratias!' Datz er als Opfer feiner Pflicht mitten aus der Arbeit heraus sterben dürfe, war ihm eine Quelle der Freude und Zuversicht, und diese stöhliche Stimmung blieb ihm trotz größter Schmerzen bis zum Tode.
In der Nacht vor dem Tode war er etwa drei Stunden etwas unruhig; da hatte ich Gelegenheit, seinen kindlichen Gehorsam zu bewundern. Wenn er, von Phantasien geplagt, sich aufrichten und das Bett verlassen wollte, brauchte ich nur zu sagen: .Bleiben Sie schön liegen,* so legte er sich lächelnd sofort wieder hin. Als die Krankenwärterin kurz vor dem Tode noch eine Einspritzung machte, sagte der B ruber zu ihr: Machen Sie sich meinetwegen doch keine Mühe mehr; ich sterbe gleich Die Krankenwärterin, die Tag und Nacht bet ihm aushielt, sagte, sie habe noch nie ein so heldenmütiges und fröhliches Sterben miterlebt.
Die amerikanische Legion, die den Bruder kannte und auch wußte, datz er während des Weltkrieges ein pflichttreuer Soldat gewesen war, hielt sich über de» Zustand des Bruders telephonisch stets auf dem Laufenden. Als er gestorben war, wünschten sie, einem Krieger, der auch aus dem Sterbebett wahren Heldenmut bewiesen hatte, ein feierliches militärisches Begräbnis zu geben. Bruder Salestus aber hatte mich dringend gebeten, ihn schlicht und einfach, wie es ihm als Franziskaner zukomme, auf dem Gottesacker der Indianer beizusetzen. Ich ehrte den Wunsch des lieben Toten und gab der
Legion deshalb kerne Nachricht, was viel böses Blut gemacht hat, weil der Bruder unter der Bevölkerung autzeiordentlich beliebt war. In überfüllter Kirche hielten wir die Exequien.
Der liebe Verstorbene — so schließt der Bericht des Pater Albert Braun — kann durch niemanden ersetzt werden; diesmal trifft es zu, daß diese durch feinen Tod gerissene Lücke nicht ganz ausgefüllt werden kann. Kilrz vor seinem Hmsch-iden sagte er mir- ,Vom Himmel aus werde ich für die St. Josephs- Mission mehr tun, als ich je auf Erderi hätte hm können.' Sein Versprechen gibt mir die zuversichtliche Hoffnung, daß wir das hiesige Unternehmen glücklich zu Ende führen werden." $
Bruder Salesms Kraft wurde am 24. Februar 1886 in Giesel bet Fulda geboren, wo heute feine alte Mutter und seine Geschwister um ihn trauern. Er arbeitete aber als Schreinergeselle stets hier im Westen und meldete sich von Essen-Bergeborbeck aus int Jahre 1910 zum Eintritt in unsere Provinz. Am 7. September desselben Jahres erhielt er das Ordensk'eid. Sein fast vollendetes Teri rat wurde jäh durch den Ausbruch des Weltkrieges unterbrochen; schon am dritten Mobilmachungstag wurde er zum Reserve-Feld-Artillerie-Regt. Nr. 14 eingezogen; den ganzen Weltkrieg hat er aus dem westlichen Kriegsschauplatz bis zum Ende miferlebt, und erst am 28. November 1918 konnte er ms Kloster zurückkehren.
Bruder Salesms aber gehörte zu jenen, die das furchtbare Kriegserlebnis innerlich reifer gemacht hat, die in der Sehnsucht nach bem Kloster die Gnade ihrer Berufung zum Ordensstand erst recht schätzen und lieben lernten. Seine Auszeichnungen und Feldbrief« sind rührend in ihrer ungesuchten Schlichtheit und betraten immer wieder den lauteren und ganz auf selbstverständliche Pflichterfüllung eingestellten Charakter dieses aufrechten und geraden Menschen. Still und nicht leichten Herzens ist er hinausgezogen und von lauter Begeisterung war bet ihm nichts zu finden. Aber dafür faßte er das feiner Natur so zuwider« Kriegshandwerk mit starker Opferbereitschaft als eine gottgewollte Tugendübung bet Vaterlandsliebe auf.
In einem „vor Verdun" geschriebenen Weihnachts- brtefe vom Jahre 1916 lesen wir z. B.: „Wir haben unser Weihnachtsfest wegen der kritischen Lage hier vor Verdun- schon am Sonntag borgefeiert; Weihnachten selbst werden wir auf dem Marsche sein. So feiern wir schon das dritte Weihnachtsfest des Friedens ohne Frieden; wir wollen gemeinsam mit den Mitbrüdern zu Hause beten, daß uns der Herzensftiede bewahrt bleibt und daß uns der liebe Gott auch bald den äußeren Frieden wieder schenkt." In einem Briefe schreibt er von dem großen Glück, daß er eine kleine Zeit jeden Morgen bet der heiligen Messe dienen konnte; wenn sie in Ruhe lagen, machte er stundenweite Wege, um die heiligen Satramenfe empfangen zu können; wo immer er Gelegenheit hatte, ging er auch in den französischen Gottesdienst, und zweimal berichtet er boll Freude, daß er bet einem deutschsprechenden Pfarrer beichten konnte.
Für seine Formation wurde er zum guten Geist; er sammelte die katholischen Mannschaften um sich, und tm Malmonat hielt er mit ihnen vor einem von ihm errichteten Marienaltar die Maiandacht. Hervorgehoben zu werden verdient, daß er, obschon er „wegen besonderer Tapferkeit vor dem Feind" mit dem Eisernen Kreuz mrsgezeichnet wurde, kn keinem feiner Briefe von irgend welchen Erlebnissen und Taten schreibt, und auf dem nach seiner Rückkehr ausgefüllten Fragebogen machte er hinter der Rubrik „besondere Erlebnisse" einen dicken Strich.
Datz dc aber vor allem vor Verdun Furchtbares mitgemacht haben nmtz, lässt eine Stelle aus einem „vor Reims" im Januar 1917 geschriebenen Brief vermuten: „Wenn es so bleibt, wie es hier ist, dann ist der Krieg für uns ein Kinderspiel gegen. Verdun. Wie es der liebe Gott bestimmt, so wird es genommen; bis heute hat Gott geholfen, er wird mir auch weiter helfen. Aber wenn ich mich gelernt habe, mich in allem SoiteS Willen unterzuordnen, so habe ich doch eine grosse Sehnsucht nach dem Kloster. Wir haben hier jeden Sonntag Gottesdienst; die Feldgeistlichen geben . sich die grötzte Mühe, um uns Soldaten die Segnungen . und Tröstungen der heiligen Kirche zu spenden..."
Seine zarte Gewissenhaftigkeit leuchtet aus einem Rechenschaftsbericht an feinen Provinzial: „Die vor- geschriebenen Vater unser zu beten, war mir nicht immer möglich; doch hielt ich's, so gut ich konnte. Im Juni und Juli (1918) war es mir nur einmal möglich, der heiligen Messe beizuwohnen und die heiligen Sakramente zu empfangen. Die ersten Tage im August langten wir in einem lothringischen Dorfe an. Hier habe ich jeden Morgen der heiligen Messe beigewohnt und die heiligen Sakramente empfangen. Jede Woche habe ich gebeichtet ... Mit Gottes Gnade wollen wir pflichttreu mrsharren bis zum Ende. Möge die liebe Himmelsmutier uns behilflich sein in allen Lagen des Lebens!..."
Bald nach seiner Rückkehr aus bem Felde kam Bruder SalefiuS endlich ins Noviziat zum ersten Orden, und am 19. März des folgenden Jahres legte er die einfachen Gelübde ab. Dann versah er zunächst in Düsseldorf das Amt eines Pförtners, bis er in der Neueinrichtung und im Ausbmr des Provinzialats sich wieder als tüchtiger Schreiner betätigen konnte. Dann wurde er nach Mörmter geschickt, wo er an der Innenausstattung des neuen Klosters und der Kirche arbeitete.