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digt an, daß man solche zutreffendenfalls bekanntgeben würde. Im Gegensatz hierzu wurde in den dem italienischen Außenministerium nahestehenden Journalistenkreisen schon seit Tagen ein bestimmtes Saturn, genannt, an dem die Vor­verhandlungen in der Hauptsache beendet seien. Es herrscht also offenbar ein Meinungsunterschied über das Stadium der Verhandlungen.

Die deutschen Weihnachtsfeiern in Bonn

Die Marienkinder versammelten sich am ersten Weihnachtstage im Heim der Grauen Schwestern.

Die Christmette mit deutschen Liedern wurde wieder in altgewohnter Weise in der National­kirche der Anima begangen. Um 11.30 Uhr nachts begann das vom Priesterkolleg gesungene Wech- nachtsossizium.

Die Kirchenmusik unter Leitung des neuen Chormeisters H. H. Bert! brachte herrliche Sätze zu Gehör. In der Mitternachtsmesse sang unter anderem ein acht stimmiger Frauenchor F. I. En- gelhartsBei Vehlehem". Und zum Hochamt am ersten Weihnachtsfeiertage gab es Mozarts Fest­messe in B=$ur für Soli, Chor und Orchester.

Sie Jahrcsschlußfeier wurde ebenfalls nach alter Sitte begangen. Sie deutsche Gemeinde suchte da am Silvesterabend die ehrwürdige Kirche beim deutschen Campo Santo auf, um nach der Predigt und dem Heiligen Segen in feierlichem Te Deum Gott für alle Wohltaten des vergangenen Jahres zu danken.

Es bedarf wohl kaum der Erwähnung, daß an allen diesen deutschen Feiern die Vertreter der Be­hörden gemeinsam mit den deutschen führenden Persönlichkeiten aus den verschiedenen Orden und geistlichen Anstalten und den in Rom ansässigen deutschen Katholiken zusammenwirken zum guten Gelingen der Veranstaltungen.

Alles in allem kann man sagen, daß für das Deutschtum in Rom das verflossene Jahr ein reich- gesegnetes gewesen ist. Durch die Einweihung so mancher wertvoller Neuerungen, die außerordent­liche Hebung des Gemeinschaftslebens in seinen verschiedenen Formen und den reichhaltigen Aus­bau seiner Veranstaltungen wird es allen Deutsch- Römern noch lange in gutem Gedächtnis bleiben. Es muß nur gehofft werden, daß diese aufsteigende Linie in den kommenden Jahren weiterhin gehal­ten werden kann.

Der katholische Gesellenverein hält seine öffent­lich» Weihnachtsfeier in hergebrachter Weise in Verbindung mit dem Stiftungsfeste am 6. Januar in der Anima.

Karolis d?e Gedenktage

des Jahres 1929.

Eine der größten Feiern des kommenden Jah­res, für die schon jetzt Vorbereitungen getrosten werden, wird fidjer die Vierhundsrt- jahrfsier von M o n t e c a f s i n o sein, der berühmten Abtei, die im Jahre 529 vom hl. Bene­dikt gegründet wurde. Sie wurde ein außerge­wöhnlicher Mittelpunkt des Glaubens, der Kunst und der Kultur.

Eine andere Erinnerung betrifft den auffallen­den Sieg, den am 8. Mai 1429 Ieanned ' Arc bei Orleans über die Engländer davontrug. Frank­reich gewann dadurch nach einem beständigen Rin­gen von mehr als 100 Jahren feine Unabhängigkeit wieder. Sie Jungfrau von Orleans wurde die Na­tionalheldin der Franzosen.

Bemerkenswert ist auch das irische Frei­st e i t s g e s e tz, das von dem englischen König Ge­org IV. am 13. April 1829 unterzeichnet wurde. Es war die Zeit Daniel O'Connells, des großen irischen Freiheitskämpfers. Bedrückt vom Joch des protestantischen England, das alles Grund­eigentum in Besitz hatte, und dermaßen verarmt, dâß als wohlbabend gelten durfte, wer sich Dreimal am Tage an Kartoffeln fattesfen konnte, hatte Jrlano I Jahr um Jahr vergebens zuerst mit Aufstanden, I dann auf gesetzlichem Wege für seine Freiheit ge­

Rus Ler Hauptstadt der Christenheit.

An dem Konsistorium vom 17. Dezember, von dem wir schon berichteten, nahmen 27 Kurien- kardinäle und die gerade in Rom anwesenden Kar- dinalerzblschos Tosi von Mailand, Ascalejie von Neapel, sowie Hlond von Gnesen und Posen teil.

Die Kardinaldiakone Bisleti und Sincero wur­den in den Rang der Kardinalpriester erhoben. Der Kardinalpriester Donato Sbaretti wurde zum Kardinalbischof (anstelle des gestorbenen Kardinal­bischofs de Lai) ernannt und erhielt das suburbi- kariiche Bistum Sabina.

Der Präfekt der Ritenkongregation, Kardinal Vico, hatte gebeten, seines hohen Alters wegen ihn von der Leitung der Kongregation zu entheben. An seiner Stelle wurde Kardinal Laurenti Präfekt der Ritenkongregation. Des letzteren Nachfolger als Präfekt der Ordenskongregation wurde Kar­dinal Lepicier.

Der H! Vater wird in der Sixtinischen Kapelle am 13. Januar dem Präfekten der Studienkongre­gation, Kardinal! Visleti, und dem Sekretär der Kongregation für die orientalische Kirche, Kardinal Sincero ,die bischöfliche Weihe spenden.

Der neue österreichische Gesandte.

Der Papst empfing am 22. Dezember den neu« ernannten österreichischen Gesandten Kohlruß zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens. Pius XI. bekundete in seiner Antwortrede auf die Ansprache des Diplomaten warmes Wohlwollen für Regierung und Volk Oesterreichs. Kohlruß ist der Nachfolger des kürzlich verstorbenen Ludwig v. Pastor.

Weihnachtsempfönge.

Papst Pius XI. empfing am 24. Dezember %12 Ubr im Konfistorienfaal das Heilige Kollegium, im ganzen 25 Kardinäle, zahlreiche Bischöfe, darunter auch die aus dem Orient, die römische Prälatur und den weltlichen Hofstaat zur Entgegennahme der Weihnachts- und Neujahrsgratulation. Kar­dinaldekan Vannutelli verlas die Huldigungsrede, in der er zum Beginn des Gedenkjahres des golde­nen Priestersubiläum des Papstes einen umfassen­den Rückblick auf dessen Leben und Wirken, insbe­sondere als höchsten Lehrers der Kirche und Vaters der Christenheit warf.

Der Heilige Vater entgegnete mit einer längeren Ansprache, in welcher er zunächst der gött­lichen Vorsehung seinen Dank für die Obhut auf allen Lebenswegen abstattete und mit ergreifender Demut wiederholt die Unzulänglichkeit seiner Per­son mit der Erhabenheit seines oberhirtlichen Am­tes und seiner übernatürlichen Vaterschaft über die Christenheit verglich. Bei der Schwere und Ver­antwortlichkeit seines Amtes sei ihm immerwähren­des Gebet und die Fürbitte der katholischen Welt Trost und Stärkung. Dann beklagte der Papst die noch nicht beendete Christenverfol- gung in Mexiko, rühmte seine Märtyrer und den Glaubensmut seines Volkes und streifte die bedauernswerte Lage der katholi­schen Religion in Ruhland. Mit Aus­drücken warmer Sympathie und Eenefungswün- schen gedachte dann der Papst des englischen Königs, in dessen Weltreich der Katholizismus sich eines erfreulichen Schutzes und hoher Blüte er­freue. Endlich sprach der Papst Genugtuung dar­über aus, daß die Kriegsgefahr zwischen Boli­vien und Paraguay glücklich abgewendet ist.

Viel bemerkt wurde, daß der Papst, der über­haupt über Italien nicht sprach, mit keinem Worte die römische Frage behan­delte. ImCarriere della Sera" hatte man kürz­lich diese Mutmaßung ausgesprochen, der wir beim gegenwärtigen Stand der Angelegenheit keinen Augenblick Glauben geschenkt haben. In hohen vatikanischen Kreisen gibt man jetzt das Bestehen von Pourparlers (Vorverhandlun­gen) durch zuverlässige Vertrauensmänner des Hcikiasn Stuhles und der Regierung zu. Man stellt indessen in Abrede, daß jüngst entscheide n d e Fortschritte dabei erzielt wurden; man kün­

kämpft. Unter der Führung von Daniel O'Connell gelang es ihm endlich, diese durchzusetzen.

Der 11. Januar erinnert uns an den Tod Friedrich Schlegels, des Geschichtsschreibers, Schriftstellers, Philosophen und Philologen, Des Gründers der romantischen Schule in Deutschland. Bekanntlich trat er in späteren Lebensjahren zum Katholizismus über.

Am 31. März 1829 wurde Pius VIII. zum Papst erwählt. Sein Pontifikat Dauerte nicht viel länger als ein Jahr. Berühmt ist fein Breve über Die gemischten Ehen.

Bemerkenswert ist auch der 24. Juni. An die­sem Tage werden es vierhundert Jahre, daß Der Orden der Theatiner von Klemens VII. approbiert wurde.

Schließlich fei noch an den 4. August 1879 er­innert, wo Leo XIII. die EnzyklikaAeternI P a t r i s" veröffentlichte, durch die der große Papst das Studium Der Philosophie nach dem hl. Thomas von Aquin empfahl.

Katholikentag 1929.

Unter dem Vorsitz von Geheimrat Dr. Herbst fand in Der vorigen Woche in Freiburg eine Be­sprechung über Die Vorbereitungen des Freiburger Katholikentages statt. Generalsekretär Dr. Legge skizzierte kurz den Programmaufbau des Katholi­kentages. Wie in Magdeburg, so soll auch in Frei­burg ein katholischer Vertretertag mit dem Katholi­kentag verbunden werden. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Voraussichtlich werden die Ta­gungen am Mittwoch vor dem 25. August oder am Mittwoch vor dem 1. September beginnen. Hier ist ein Begrüßungsabend geplant ,der die Tagung eröffnen wird. Donnerstag und Freitag finden die Beratungen des Vertretertages statt. Am Freitag beginnt dann auch die eigentliche Generalversamm­lung Des Katholikentages ,bei der Die Entschließun­gen der Kommissionen beraten unD Die Wahlen zum Präsidenten vorgenommen werden. Am Abend ist eine öffentliche Versammlung vorgesehen, während der Samstag abend für Sonderveranstaltungen freigegeben ist. Der Sonntag wird mit einer von Nuntius Pacelli zelebrierten heiligen Messe begin­nen Als Ort sind die Sportplätze ausersehen. Der übrige Teil Des Sonntags ist für die Standesver- sommlungen vorgesehen, während nachmittags etwa %5 Uhr Die öffentliche Schlußversammlung in der Zelthalle stattfinden wird. Die Beteiligung am Frei­burger Katholikentag dürfte etwa 60 000 bis 80 000 Teilnehmer betragen. Geheimrat Herder teilte mit, daß Der päpstliche Nuntius Pacelli bereits fein Erscheinen auf dem Freiburger Katholikentag zu gesagt hat. ......

Außenpolitik 1929.

Man braucht kein Prophec zu sein, am sagen zr. dürfen was Der Politik des Jahres 1929 das kenn­zeichnendste Merkmal aufbrücken wird: allgemein gesprochen nach dem Motto von LuganoD r e vollständige und endgültige Liqui­dierung des Kriege s", ganz konkret aber in erster Linie dieEndregelungderRepara- tionen. Jenes Motto, so verheißungsvoll es klingt, mag einstweilen nicht mehr sein als eine Summe guter Vorsätze, unter denen der nationale Egoismus der verschiedenen Völker auch deren be­sondere Wünsche mitbegreift; möge er immerhin wie ein Spruchband über dem Gemälde der kom­menden Zeit schweben, getragen von den Engeln, den Kündern der wahren, Der ewigen Weihnachts­botschaft: Friede auf Erden Den Menschen die guten Willens sind! Ob die T a t e n Der Menschen dieser Botschaft entsprechen werden, Das ist die große Schicksalsfrage, die wir an das Jahr 1929 zu stellen haben.

Zunächst für die Eudlöfung Der Repara- tionsfrage. Das alte Jahr hat gerade noch die Vorfrage des Sachverständigen au s- schufses gelöst. Es ist langsam, viel langsamer gegangen, als es Die optimistischen Reden Briands seinerzeit für diese Angelegenheit und überdies für die Rheinlandräumung verheißen hatten. Das Rin-