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Kassel, den 25, November (928.

38. Zahrg.

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Pfennig B 45 R.-Pfennig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzeile Im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda sein.

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Wochenkalender.

Sonntag, 25. Nov. 26. und letzter Sonntag nach Pfing­sten. Katharina, Jgfr., Mart., t 307. Kollekte für die Frauenfriedenskirche.

Diontag, 26. Nov. Silvester, Abt, f 1267. Petrus, Bischof, Mart., f 311.

Dienstag, 27. Nov Vom Tage.

Mittwoch, 28. Nov. Vom Tage.

Donnerstag, 29. Nov Vigil des hl. Apostel Andreas.

Saturnin, Bisch.. Mart., t 250.

Freitag, 30. Nov . Andreas, Apostel.

Samstag, 1. Dez. Weihe des hl. Bonifatius.

Letzter Sonntag nach Pfingsten.

Epistel: fioL 1, 914.

Bruder! Wir hören nicht auf, für euch zu beten und N flehen, daß ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis des Willens Gottes in aller Weisheit und geistigen Einsicht, auf daß ihr Gottes würdig wandelt, in allem fein Wohlgefallen findet, an allen guten Werken fruchtbar werdet und wachset in der Erkenntnis Gottes, in jeder Tugend gekräftigt, gemäß der Macht feiner Herrlichkeit, W aller Geduld und Langmut mit Freuden. Wir sagen Sott dem Vater Dank, der uns würdig gemacht hat, An­teil zu erhalten am Lose der Heiligen im Lichte, der uns aus der Gewalt der Finsternis errettet und in das Reich des Sohnes seiner Liebe versetzt hat. In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Nachlassung der Sün­den.

Evangelium: Matth. 24, 1535.

(Einkritischer" Tag.

chon vielekritische" Tage haben

die Wetterpropheten vorhergesagt:

Tage des Zusammenpralls der Erde mit anderen Weltkugeln, Un= glücksfÄle, Naturkatastrophen. M Manchmal hat ihnen die Wirklich- ^â)t gegeben, manchmal aber haben sie gründ- daneben gehauen.

Ich weiß aber einen Tag, der ist vor allen an= kritisch". Denn er bringt die große Entschei- für die Ewigkeit. Es ist der Tag, auf den 'uer^ mehr folgt, der letzte oderjüngste" Tag. v05 S der Tag, deralles an den Tag bringt"; % < Q' wo jedem sein Recht wird; es ist der . der Heiland im heutigen Evangelium beiv s hat:Die Sonne wird verfinstert rver- in. . v ^ond wird seinen Schein nicht mehr ge- bip* e - Slâiw werden vom Himmel fallen, und bin ^^ des Himmels werden erschüttert wer- 6; ®Q5 Zeichen des Menschensohnes wird am in m/-^scheinen; dann wird er selbst kommen liAtVi « ^er Ringel mit großer Macht und Herr- Ker»^ , ^"d aus seinem Munde w rd das Urteil die ^^"u, das für die einen ewiges Glück, für anbeten ewiges Unheil im Gefolge bat.

Neugierig, wie wir Menschen schmal sind, hat es uns immer gelüftet, einen Blick hinter die Ku­lissen zu werfen und das genaue Datum jenes entscheidungsreichen Tages zu erfahren. Doch die­ser Tag ist und bleibt mit einem eisernen Tor verrammelt, durch das nicht die kleinsten Ritze einen verstohlenen Durchblick gestattet. Wie viele sind auf der Suche nach diesem Tag 'n die Irre getappt und haben leichtgläubige Menschen an der Nase herumgeführt. Da sind dieAdventisten", die es besser wissen wollen als unser Heiland, die ewige Wahrheit, der erklärt hat:Den Tag und die Stunde weiß keiner, nicht einmal die Engel des Himmels." Zweimal hat Miller, der Begrün­der der Adventisten, das Datum des Weltunter­gangs und des Weltgerichtes einer sensationslusti­gen Weltprophezeit". Das erstemal hat er einen Spielraum von einem ganzen Jahr gelassen. Zwi-

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Heute in allen Gotteshäusern der Diözese

Kollekte

für die

Frauensriedenökirche

in der Diasporapfarrei Frankfurk-Bockenhein.

Gute Leserin, gabst Du bereits Deinen Baustein ? Ueberhöre nicht die Bitte Deines Bischofs! scheu dem 31. März 1843 und dem 31. März 1844 sollte die große Katastrophe erfolgen. Ver- nünftige Menschen bewahrten ruhiges Blut. Die Adventisten aber saßen ein ganzes Jahr auf den Nadeln der Erwartung, die von Miller durch den mitternächtigen Schrei" und dielärmende Po­saune" noch künstlich gesteigert wurde. Das Jahr kam, das Jahr ging vorüber; nicht das geringste Zeichen zeigte sich am Himmel, und der Herr kam nichk. Doch ein Anhänger Millers '-erlot den Mut nicht, erkannte einen kleinen Rechenfehler, rechnete aufs neue und entdeckte den 22. Oktober 1844 als unfehlbar letzten Termin der Parusie, der Ankunft des Herrn. Doch auch dieser Termin kam und ging vorüber, und die Adventisten waren um eine Ent­täuschung reicher. Doch auch so wurden sie von ihrem Wahne nicht geheilt, und Rutherford ver- künd'gte mit vollen Backen in tausenden von- chern, daßMillionen von Menschen nicht sterben und den Tag des Gerichtes erleben werden".

Bon anderen Irrtümern, die gegen die Bibel verstoßen, ganz abgesehen, genügt dieser eine, um Öle Adventisten und alle übrigen alt-n und moder­nen Sekten verdächtig zu machen. Wir halten uns an die Worte des Heilandes:Den Tag und die Stunde weiß niemand, nicht einmal die Engel des Himmels." Der Weltuntergang wird aller­

dings kommen. Alle Bücher der hl. Schrift stehen für diese Wahrheit ein. Tag und Stunde aber sind und bleiben unbekannt. Jede Behauptung, die das Weltende auf ein Datum fixieren will, ist Afterprophezeiung, ist Lug und Trug. Gewiß hätte der Heiland auch den Tag des Untergangs bekannt geben können . Er hat es aber für besser gefunden, uns darüber einer heilsamen Ungewiß­heit zu überlassen, um uns so zu nötigen, ohne Unterbrechung Gott zu dienen und unser Seelenheil sicher zu stellen.

Ausdrücklich hat unser Heiland in ferner bi nun« lischen Weisheit auf diese Absicht der göttlichen Vorsehung hingewiefen mit den Worten:Also seid bereit, denn ihr wißt nicht den Tag und die Stunde." Dabei hat er sich zur Veranschaulichung eines Vergleiches bedient.Wenn der Hausvater wüßte, zu welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er sicherlich wachen und nicht einbrechen las­sen in sein Haus."

Wer ist nun im glücklichen Zustand dieser Be» rcnschaft? Wer seine Standes- und Christenpflich­ten treu erfüllt, wer nicht ein Sklave des Flei­sches oder des Alkohols ist, wer nicht mit den Pflichten der Nächstenliebe auf dem Kriegsfuße steht. Leider gibt es aber Menschen, Christen und Katholiken!, die haben eine Binde vor den Au­gen und Ohren, daß sie nichts sehen und nichts hören. Die Warnungen des Heilandes schlage» sie in den Wind und erfüllen zu 'hrer eigenen Schande die Vorhersagung unseres Herrn und Meisters:

Bei der Wiederkunft des Menschensohnes wird es sein wie in den Tagen Noes; sie aßen und kranken und hielten Hochzeiten bis zum Tage, wo die Flut anbrach."

Sehen wir nicht Menschen, die heutzutage ähn» sich handeln? Nicht zu reden von jenen, die von den schmutzigen Wogen der Unzucht und des Ehe­bruchs fortgetrieben werden, will ich nur jene trau­rigen Christen erwähnen, die nicht glauben, es sei ein Festtag, ein Geburtstag, eine Hochzeit, ein Geschäftsabschluß gewesen, wenn sie nicht einen Rausch getrunken haben. Und besonders, wenn der neue Wein im Keller und in den Wirtsstuben lockt, und wenn gar eine so ausgezeichnete Qualität ge­wachsen ist wie der Jahrgang 1928, dann finden manche es für selbstverständlich und betrachten es als ihr gutes Recht, sich bisweilen sinnlos zu be­trinken und dem Tiere Konkurrenz zu machen nein, schlimmer zu handeln als Ochsen und Esel, die in den Grenzen der Natur bleiben. Nur der Mensch, dem der Schöpfer den Funken des Ver­standes und das Szepter der Freiheit gegeben hat, handelt gegen die Natur. An den letzten Sonn­tagen, wo allerwärts dieKirchweih" oder das Erntefest gefeiert werden, sah ich auf der Straße, in Gasthäusern, auf der Eisenbaln und im Auto besoffene Tiere, nein Menschen! Und gerabe