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Innere der Kathedrale haben glücklicherweise nicht ge­litten. Die Soldaten brachten die sonstigen zahlreichen wertvollen Gemälde der altholländischen Schule sowie den Predigtstuhl, der ein Juwel der Bildhauerkunst ist, in Sicherheit. Der dem Ausbreiten des Brandes günstige Wind ließ das Schlimmste befürchten. Die Geistlichkeit, unterstützt von wackeren Laien, retteten die hl. Gefäße und die sonstigen Schätze. Die Kathedrale wurde im Jahre 802 zerstört, im Jahre 1030 neu erbaut. Die Re­staurierung dauerte 2% Jahrhunderte. Das Gotteshaus ist ein Meisterstück des romanischen Baustils.

Paris. Kardinal Dubois, Erzbischof von Paris, der in diesem Jahr sein goldenes Priesterjubiläum begeht, hat den Wunsch geäußert, daß die zu dieser Gelegen­heit geplante Sammlung für den Bau eines neuen Seminars Verwendung finden sollte. Nicht nur die ka­tholische Presse, sondern auch nichtkatholische Blätter ha­ben diese edelmütige Entschließung des französischen Kirchenfürstün beifällig ausgenommen.

Lourdes. Die Katholiken von Schottland beabsich­tigen, in Lourdes eine große Bronzsstatue der hl. Mar­garetha, der Königin und Patronin von Schottland, zu errichten. Bischof Schöpfer von Lourdes begrüßte den Entschluß und stellte für die Statue einen wundervollen Platz zur Verfügung. Die Statue der hl. Margaretha wird ihren Stand finden an dem großen Prozessions­wege zwischen den Statuen des hl. Herzen und des Pfarrers von Ars.

Portugal. Msgr. Nicotra, Apostolischer Nuntius in Lissabon, wurde mit dem Großkreuz des Ordens für Verdienste um Erziehung und Wohltätigkeit ausgezeich­net.

Die Zahl der katholischen Ausländsdeutschen ist mit rund 20 Millionen fast ebenso groß wie diejenige der im Reiche wohnenden Katholiken, 'sodaß also fast auf jeden deutschen Katholiken ein katholischer auslanddeutscher kommt. Während aber in Deutschland auf einen katho­lischen Priester durchschnittlich nur 1200 Seelen entfal­len, gibt es im Auslande viele Pfarreien mit nur einem einzigen Priester für 10—12 000 und mehr Seelen; dazu wohnen die Pfarrkinder vielfach auf weite Entfernungen zerstreut, sodaß eine regelrechte Seelsorge fast unmöglich wird. Für die Auslanddeutschen besteht noch die be­sondere große Gefahr, daß sie sich mit den meist der deut­schen Sprache nicht mächtigen Priestern nicht verständigen können, und gar oft gehen hierdurch ehemals brave Ka­tholiken unserm hl. Glauben verloren. — Da ist es er­freulich, daß die Deutsckie Auslandpriesteranstalt in Bad Godesberg am Rhein, die dem alleinigen Zweck dient, in einem religiösen Verbände Priester für die Seelsorge bei den katholischen Auslanddeutschen auszubilden, sich in diesem Jahre weiter gut entwickeln konnte. Aber es sind noch sehr, sehr viele Priester notwendig, ehe auch nur der schreiendsten Seelennot unserer Brüder im Aus­lande abgeholfen werden kann. Wer sich zu diesem Be­rufe hingezogen fühlt und in ihm seiner Kirche und sei­nem Volke zugleich dienen will, möge nähere Auskunft von der Anstalt verlangen. Auch brave Jünglinge aller Berufe, die Gott als Laienbrüder dienen und an diesen, Werke mithelfen wollen, sind willkommen.

Ihr, die ihr wohnt im Schatten der ktltäre, kennt ihr den jammer

eurer Brüder nicht?

Wie viele eurer Glaubensgenossen sind ge­zwungen, in der Diaspora zu lèben, das heißt in der Zerstreuung, vereinzelt und vereinsamt unter vielen Andersgläubigen. Vielfach durch die harte Not des Lebens in solche Gegenden verschlagen.

der Fremde. Fern von dem Zentrum katho­lischen Lebens, unter Bekennern fremden Glau­bens. Oft genug ohne Kirche und Seelsorger, stun­denweit von einer katholischen Schule entfernt.

. Und Ihr? Ihr lebt im Schatten der Altäre, in einer katholischen Gemeinde, ihr könnt euch ihrer lebendigen Gemeinschaft mit all ihrem Segen, ihren religiösen Anregungen, ihren feierlichen Veranstal­tungen erfreuen. Ihr habt ein schönes Gotteshaus mit all dem Erhebenden des festlichen Gottes­dienstes. Allerheiligen und Allerseelen ist es euch wieder lebhaft zum Bewußtsein gekommen, auch am Kirchweihfeste. Euch leuchtet der milde Schein des „ewigen Lichtes". Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, wie­viel Halt und Stütze das alles in sich schließt? Und wenn bei euch einer krank wird, zu jeder Ta­ges- und Nachtzeit könnt ihr den Priester halten

Unter den amtlichen Büchern, die der Pfarrer zu führen hat, gibt es auch ein Buch, worin die Namen der Verstorbenen der Pfarrei eingetragen werden: das Totenregister. In diesem Buche fin­det sich eine Spalte, in der vermerkt wird, ob der Verstorbene auch rechtzeitig mit den heiligen Sa­kramenten der Kirche versehen wurde. Wie tröst­lich, wenn da hinter dem Namen des Verstorbenen

verzeichnet steht, daß er vor feinem Tode durch den Empfang der heiligen Sakramente der Buße, des Altars und der heiligen Krankenölung für die Reise in die Ewigkeit vorbereitet wurde. Wie traurig sieht so ein Buch oft aus in den Pfarreien und Kuratien der Diaspora! Wie viele tausende von Diasporakacholiken, von Katholiken, die unter den drückendsten Einflüssen des Irr- und Unglau­bens leben müssen, sind ohne priesterlichen Beistand gestorben, weil der nächste katholische Geistliche zu weit entfernt ist. Das Pfarrgebiet von Weimar umfaßt 243 Ortschaften. Die Kuratie Hofgeismar erstreckt sich über den ganzen Kreis gleichen Na­mens. Wie oft muß da der sterbende Katholik die Tröstungen feiner Religion entbehren! — Ihr, die ihr wohnk im Schatten der Altäre, kennt ihr den Jammer eurer Brüder nicht?

Doch noch nicht genug des Jammers! Wie viele Katholiken, die in die Diaspora ziehen, der Not gehorchend nicht dem eigenen Trieb, entbehren des warmen Zusammenlebens mit Gleichgesinnten, leben vereinzelt, sind schutzlos preisgegebsn den Anfein­dungen des Unglaubens, der Verhetzung glaubens­feindlicher Gesellschaften — ach, nur zu leicht gehen sie der Kirche gänzlich verloren. Die Gefahren der Diaspora für den heiligen Glauben und die guten Sitten sind oft wahrhaft riesengroß. Dazu kommen die Verluste durch die gemischte Ehe und die protestantische Kindererziehung. Für das Jahr 1925 beziffert sich der statistisch errechnete Gesamr- verluste aus den Trauungs- und Taufausfällen

auf 77 445 Seelen.

Infolge der neuzeitlichen Entwicklung der Industrie, durch die Verschiebung von Handel und Verkehr lebt aber

ein fünftel aller Katholiken Deutschlands in der Diaspora.

Das ist wirklich eine Not, die zum Himmel schreit. Wollt ihr an dieser Not so vieler katholi­scher Briider und Schwestern kalt vorüber gehen? Es handelt sich um nichts weniger als um die

katholische Kirche in Deutschland.

Ihr könnt und dürft da nicht müßig zusehen! Der Not der Diaspora sucht

der Bonifakiusverein

zu steuern, genannt nach dem heiligen Bonifatius, dem Apostel der Deutschen, jener Verein, der sich seit 79 Jahren unentwegt für die Erhaltung und Förderung des katholischen Lebens in der Diaspora einsetzt. Aus kleinen Anfängen entstanden, hat er sich von Jahr zu Jahr entwickelt. In gleichem Maße, wie seine Mitgliederzahl wuchs, konnte er auch seine segensreiche Wirksamkeit immer weiter entfalten, so daß der Bau neuer Kirchen, Kapellen und Missionshäuser, die Begründung katholischer Privatvolksschulen und die christliche Erziehung der Kinder in Waisen- und Kommunikantenanstalten ihm zu verdanken ist. Soll er feine segensreiche Wirksamkeit auch ferner und noch umfassender ent­falten, so bedarf er eurer Unterstützung. Nächsten Sonntag, am Erntedankfest ist die' Kirchenkollekke für den Bonifakiusverein angesetzt. Mit Rücksicht auf den Segen, den auch der liebe Gott im Ernte­jahr diesmal so reichlich beschert hat, spendet gern und reichlich für den Bonifatiusverein, von dem eure Bischöfe immer wieder sagen, daß er Deutsch­lands wichtigster Verein und erster Missionsverein ist.

Sei zum Geben stets bereit, Miß nicht kärglich deine Gaben;

Denk, in deinem letzten Kleid Wirst du keine Taschen haben.

Dr. Alois Wurm: Vom Innerlichen Christentum. Gr. 67 Seiten Text und 60 Kupfertiefdruckbilder. Leinen 12 Mark. Verlag Joseph Müller, München 23. Ein Dornebm ausgestatteter Band: das würdige Gefäß eines würdigen Inhaltes! Das Buch enthält beste Religiosität Und wenn es dem ernsten Verfasser auch weiterhin ge­lingt, auf solcher Höhe zu bleiben, so ist diese Weise der Bilderverwertung und Rilderbetrachtung, die so leicht zur Gescymacklosigkeit und Verirrung werden kann eine ebenso dankenswerte als mustergültige Tat. Das Werk Wurms ist nicht für den Kunsthistoriker geschrieben; Ur= fprung unb Absicht ist religiös-pädagogischer Art; nicht kunstgeschichtlich belehren will der Verfasser — sofern es geschieht, geschieht cs mittelbar; er will erbauen predi­gen, religiös fördern und vertiefen, und das Bild eins Auswahl von Bildern soll ihm dabei helfen. Der nor- liegende Band spricht in zehn Aufsätzen, die man noch zutreffender als religiöse Vorträge bezeichnen möchte.

über wichtigste Stücke des christlichen Lebens: Vom Glauben; Das Himmelreich leidet Gewalt; Die Anbe­tung Gottes im Geiste und in der Wahrheit usw. Di- Themen sollen zeichnen das christliche Lebensideal im Sinne des Verfassers, um die Leser des Abstandes von demselben bewußt und zur Ergreifung desselben geneigt zu machen. Zu jedem der „Vorträge" gibt Wurm durch­schnittlich 6 — die Zahl schwankt in Wirklichkeit zwischen 4—9 — Bilder. Die meisterliche Auswahl der Bilder ge­schieht unter dem, wie man einwenden könnte, wohl sehr subjektiven, aber sehr fruchtbaren und sehr kritischen Maßstabe der Frage, „ob und in welchem Sinne und in welchem Maße die mit christlichen Gegenständen sich be­schäftigende Kunst auch von christlichem Geist angehaucht, ergriffen, durchdrungen ist".

Gehet an die Sonne. 32 Betrachtungen über das hl. Meßopfer mit Beigaben zur geistlichen Lesung. Von Pater Valentin von Freyung, Kapuziner der bayerischen Ordensprovinz. Mit kirchlicher Druckerlaubnis. XVI und 296 Seiten. Gebunden in Ganzleinen 2,80 Rm. 1928. Verlagsbuchhandlung Karl Ohlinger, Bad Mer­gentheim. Diese Betrachtungen waren jahrelang Ge­genstand frommer Erwägungen eines alten Kapuziner­paters in einsamer Klosterzelle. Sie wurden dann zu aszetischen Borträgen für geistliche Personen zusammen- gestelit und mit geistlichen Lesungen vermehrt. Sie werden nun im Druck der Oeffentlichkeit übergeben zu Nutz' und Frommen aller zu Gott im Himmel aufstre­benden Seelen. Die Meßhörenden werden aus diesem Buche verstehen lernen, was sich Großes im 'hl. Meß­opfer zuträgt, welchen Gnadenreichtum es enthält und wie wir es mitfeiern sollen.

Stromaufwärts. Aphorismen von Felix Joseph Klein 8". (24. Seiten). Bonn a. RH., Uni'versitäts- druckerei. Der ©fand der lehrreichen Gedankensplitter macht viel Freude.

Johann Michael Sailer. Selbstbildnis. Eine Aus­wahl autobiographischer Stücke. Herausgegeben von Dr. Franz Bauer, Hochschulprofessor in Regensburg. (Heft 4 der Schriftenreihe des Klerusblattes). Sf 8" 8 und 72 Seiten mit Titelbild, eleg. geb. Rm. 2.—. Ver­lag: Geschäftsstelle des „Klerusblatt" in Eichstätt (Bay.) Drei köstliche Stücke find hier aus den Werken Sailers ausgewählt: Sailers Selbstbiographie, die uns den äuße­ren Lebensgang des 'großen Mannes bis in eine Landshuter Zeit schildert; das Kapitel „Der Friede", das uns einen ebenso ergreifenden wie tröstenden Blick in die ringende Seele Sailers tun läßt; die Sammlung „Aphorismen", die uns Proben Sailerscher Sehens- Weisheit und Frömmigkeit darbietet. Das Büchlein wendet sich nickst bloß an Geistliche und Lehrer, die in erster Linie an dem großen Bischof und Menschheitser­zieher interessiert sind; es möchte das Bild und den Geist des edlen Menschen Sailer auch in die Herzen des deutschen Volkes und der' hochgesinnten deutschen Jugend tragen. '

Dom Ehekrieg^schauplatz.

Früh um 9 Uhr hatte der Zahnarzt der Patisn- tin, die von ihrem Manne begleitet war, «n Mund voll Gips gestopft, um einen Abdruck zu ma­chen, und dann hatte er sie mit den nötigen An­weisungen seiner neuen Assistentin übergeben.

Als er um 1 Uhr sein etwas abgelegenes War­tezimmer betrat, saß die Dame immer noch da.

Der Zahnarzt entfernte den Gipskloß und be­gab sich zum Gatten, um ihm unter vier Augen das Vorkommnis aufzuklären und um Entschuldi­gung zu bitten.

Kaum hatte er die Türe des Zimmers, wo der Mann wartete, geöffnet, da stürzte der ihm entge­gen, umarmte ihn stürmisch, schüttelte ihm minu­tenlang die Hand und sagte:

„Ich danke Ihnen, Herr Doktor, das waren vier schönsten Stunden meines Lebens!" rr--—™™-- an co Scherz, cd cd

Unterhaltung. „Also, fermlich runterjefomrn is de. Fremd Albert? Sucht er Arbeet?" — „Nee, — I 0 E' terjekomm' is er nid)!"

Inserat. Gesucht wird ein älters Mädchen, Kinder pflegen und plätten kann! _ , .

0 weh! Sie: „Warum schreiben die Maler eig lich immer ihren Namen unter die Bilder?" — Er: „ mit man eine Ahnung hat, wo bei dem Bilde oben unten ist!"

Wörtlich befolgt „Schlucken Sie dies morgen nüchtern!" sagte der Arzt und reichte das Rezept, anderen Tage war der Patient geheilt. Er hatte lich das Rezeptpapier heruntergeschluckt. ^

Menschenfreundlich. Fritzchen rutscht m 1 * c neuen Anzug unermüdlich am Treppengeländer ) und herunter Die Mutter ruft ärgerlich: „Was « du da, Kind?" Fritz entgegnet: „Hosen tu Buben!" . , , Vlatz

Ein Herr überläßt in der Straßenbahn s r ^ einer neben ihm stehenden Dame, woraus I H c§j„sn seinem Erstaunen ein anderer Herr hmsetzt. ' cmrtlf;t Hinweis, daß er den Platz für d.e Dame habe, erwidert der andere: „Die Sache geht das ist nämlich meine Kron *'