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Ausgabe B

Nr <5

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Religiöses Wochenblakk für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag uud kostet monatlich Ausgabe A 40 R. -Pfennig B 45 R.- Pfennig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Colanelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz 6er Fuldaer Acttendrulkerei In Fulda sein.

Deut unb Settat ter Fuid«r Setienhniiferel Berttiton Fuld«.

Wochenkalender.

Sonntag, 4. Nov. 23. Sonntag nach Pfingsten. Borromäus, Erzbischof, t 1584.

Karl

Montag, 5. Nov. Gedächtnis der Kirchweihe.

Dienstag, 6. Nov. Reliquienfest.

Mittwoch, 7. Nov. 7. Tag der '

Mittwoch, 7. Nov. 7. Tag der Oktav von Allerheiligen.

Donnerstag, 8. Nov. Oktav von Allerheiligen. God der hl. vier gekrönten Brüder, Mart.

Freitag. 9. Nov. Fest der Weihe der Erlöserbasilika. Theodor, Mart., f 303.

Samstag, 10. Nov. Andras Avellinus, Bek. t 1808. Lryphon, Rèspicius und Nympha, Mart.

23. Sonntag nach Pfingsten.

Epistel: Phil. 3, 1721 und 4. 13.

Brüder! Werdet meine Nachahmer m.d schaut aut die. welche so wandeln, wie ihr uns zum Borbild habt. Denn viele von ihnen wandeln, oft habe ich es schon zu euch gesagt und nun tue ich es wieder mit Tränen, als Feinde des Kreuzes Christi. Ihr Ende ist Berderben, | ihr Gott ist der Bauch, ihr Ruhm besteht in ihrer - Schande, sie sinnen auf Irdisches. Unser Wandel aber ist im Himmel, von wannen wir auch als Heiland erwar­ten unseren Herrn Jesus Christus. Dieser wird den i Leib unsrer Niedrigkeit umgestalten, daß er gleichgestaltet ' W dem Leibe seiner Herrlichkeit, gemäß der Kraft, mit d" er sich auch alles zu unterwerfen vermag. Demnach. : meine geliebten und ersehnten Brüder, meine Freunde "ad meine Krone, so stehet denn fest im Herrn. Evodia bitte ich und Syntyche ermahne ich, eines Sinnes zu sein "a Herrn. Auch bitte ich dich, ebenbürtiger Bruder, ; "'""" dich ihrer an, die mit mir für das Evangelium gearbeitet haben zugleich mit Klemens und meinen übrigen Mitarbeitern, deren Namen im Buche des Le- »!ns stehen.

Evangelium: Matth. 9, 1826.

Das Holz, auf dem die Heiligen wachsen.

frohlocken wollen wir alle im Herrn da wir den Festtag begehen zu i Ehren aller lieben heiligen, über Oberen Feier die Engel sich freuen und gemeinsam lobpreisen den

_ _ Sohn Gottes.

eiJ^bMen Worten leitet die' Kirche wie mit Fanfarenstoß das FestAllerheiligen" ein, | öffnet ^b®ir ^" Monat November soeben et- I um?1' ^r Schar der Heiligen, welche die Kirche, i fl°aX u *", 'N das Reich der Seligkeit hmüber- ! 9lam» bemerke ich eine der jüngsten, deren j bat h»Jnem wunderbaren Siegeslauf angetreten äste ^"bm hinausläuft in alle Städte, Pa- Hutten, deren Wunder wie ein Rosen­

Klarissen von Aleneon. Seine Gemahlin war ihrem Manne in der Caritas ebenbürtig. Als einst eine Magd erkrankt war, schickte sie dieselbe keineswegs zu ihren Eltern oder in ein Spital, sondern pflegte dieselbe eigenhändig in ihrem eigenen Hause bi» zu ihrer Wiedergenesung.

Was fehlte diesen wahrhaft christlichen Gatten noch zum vollen Glücke als eine zahlreiche Nach­kommenschaft, der sie nicht sowohl ihre Reichtüme« als vielmehr ihre Tugenden vererben konnten? Und Gott erhörte die Bitten des frommen Ehepaares und schenkte ihnen die stattliche Zahl von neun Kindern. Sie wollten, daß jedes von ihnen schon beim Eintritt in die Welt der Himmelskönigin ge­weiht würde. So kamen der Reihe nach Marie Luise, Marie Pauline, Marie Leonie, Marie He­lene. Jedoch in ihrem Wunsche, recht viel Gutes durch ihre Familie zu stiften, baten sie Gott durch die Fürsprache des hl. Johannes umeinen kleinen Missionar" Sie glaubten ihr Gebet erhört. Die Mädchen, die schon das Haus mit frohem Lachen und Zwitschern erfüllten, bekamen ein Brüderchen, dem man den Namen Maria Joseph Ludwig gab. Aber ach, es hatte kaum Zeit seine Mutter anzu- läckzeln: fünf Monate nach seiner Geburt ging es wieder von dannen, in den Himmel zu den Engeln, um für seine Familie auf Erden zu beten.

Mit erhöhtem Eifer begannen die Eltern Bitt­gebete und neuntägige Andachten: sie wollten um jeden Preis einenPriester", ein Kind, dasein großer Heiliger" würde. Ein neues Englein schien ihnen die Antwort zu bringen: aber auch der kleine Maria Joseph Iohannes Baptist verließ sie noch acht Monaten wieder, um im Himmel feine Auf- gäbe zu erfüllen, die ihm Gott auf Erden versagte.

Nun beugten sich die Eltern: sie erkannten, daß die Gedanken Gottes anders sind als die Gedan- ken der Mensct)«n und beteten nicht weiter um einen Missionär oder Priester.

Es wurde ihnen noch Maria Celine geschenkt, die mit ihrem sonnigen Lächeln das Haus er­freute, und Maria Melanie, die bald zu ihren Brü­dern ging. 9(1« neuntes beschloß die Reihe der Kinder unsere Maria Theresia, die 1873 das Lickst der Welt erblickte, die sie mit dem Glanz ihrer Heiligkeit und Wunder erfüllen lallten.---

Siehe, mein Christ, das ist das Holz, aus dem die Heiligen wachsen, eine gute, gläubige Familie, die ihren Blick zum Himmel erhebt, die ihre Er­ziehungsmethode von den ewigen Gesehen her- nimmi Ihr Väter, ihr Mütter, erkennet eure Auf­gabe und euer Glück. Eure Beispiele, eure Leh. ren sollen die Bücher sein, aus denen eure Kinder lernen. Ist die Wurzel be:Ha, dann au» die Zweige, faat der hl. Paulus. Möge manche Straße bes Himmlischen Jerusalems mit Heiligen gepfla­stert sein, die aus eurer Familie, eurem Dors, eurer Stadt entsprossen sind.

Der Burgpfarrer.

regen die Menschheit erfreut: es ist die heilige Theresia vom Kinde Jesu. Erst im Jahre 1897 im jugendlichen Alter von 24 Jahren gestorben, wurde sie in unerhört kurzer Zeit zur Ehre der Altäre erhoben. Obwohl ein Kind Frankreichs, hat ihre Verehrung sich in der ganzen Welt Bahn gebro­chen, und schon findet man bei uns in Deutschland manche Stube und manche Kirche, wo ein Bild oder eine Statue dieser anziehenden, hilfreichen Heiligen aufgestellt ist.

Es lohnt sich nun der Mühe, der Geschichte ihrer Heiligkeit nachzuspüren und das holz zu er­forschen, auf dein sie gewachsen, die Familie zu studieren,,in deren Schoß sie die Vorbereitung empfangen zum Aufstieg auf dem schweren Pfade der Tugend.

Ihre Eltern waren Vater und Mutter Martin, die zu Atencon in der frommen, fleißigen Norman­die ein Spißengeschäft verbündet: mit einer Schmuckwarenhandlung betrieben. Barer Martin und Mutter Martin wohnten troß vieler Arbeit fast täglich gemeinsam der hl. Messe bei. Gemeinsam schritten sie zum Tische des Herrn, nicht bloß an Sonntagen, sondern bisweilen auch an Werktagen Gewissenhaft hielten sie alle Fast- und Abstinenz­tage, wie die katholische Kirche in ihrer Weisheit sie ihren Kindern vorschreibt. Wenn Sonntags Landleute sich vor dem Laden einfanden, die io gern irgend ein Schmuckstück, eine Spitze. ein Arm- banb mitgenommen hätten, fanden sie jederzeit eine geschlossene Tür.Lassen Sie doch wenigstens eine Seitentür offen", sagten die Nachbarn zu Herrn Martin:dann ist Ihr Laden dem Anschein nach geschlossen und man kann doch heimlich hereinkom­men, und Sie können hübsche Geschäfte machen." Doch Vater Martin war nicht der Mann. von sol­chen Sirenensti.'nmen sich berücken zu lassen.Es ist mir lieber", sagte er,wenn der Segen des Himmels über meinem Hause bleibt."

Vater und Mutter Martin verrichteten gemein­sam ihre häuslichen Gebete. Das Vaterunser, das Gebet des Herrn pflegte Vater Martin mit einer solchen Ehrfurcht vorzubeten, daß sich die Zuhörer der Tränen nicht erwehren konnten. Eines Ta­ges, als die junge Frau Martin die Lebensbe­schreibung einer gewissen Frau Akarie las, deren sämtliche Kinder Karmeliterinnen geworden waren, und die sie zuletzt auch selbst im Kloster Gott ge­weiht batte, rief sie aus:Alle ihre Töchter Karme­literinnen! Ist es möglich, daß eine Mutter einer solchen Auszeichnung gewürdigt wird?"

Vater Martin hatte von seinem ausgedehnten Geschäft nur wenig Zeit zur Erholung übrig Manchmal benutzte er dieselbe, um in einem nahen Bach zu fischen und dabei die sanfte Ruhe der Gegend zu genießen. Aber au» dieses unschuLuge Vergnügen wurde in den Dienst der Nächstenliebe nestèllt Denn gewöhnlich wanderten die gefan­genen Aale und'Forellen in die Küche der armen