Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Pfennig B 45 R.-Pfe»nlg (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Pretze: Tolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aeiiendruckerei In Fulda fein.
Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerei. Derlagsort Fulda.
Kiijfel, den 28 SKiober <928.
58. 3*9. M
Wochenkalender.
Sonntag, 28. Okt. F est unseres Herrn Jesus Christus, des Königs. 22. Sonntag nach Pfingsten.
Montag, 29. Okt. Simon u. Judas Thaddaeus, Apostel.
Dienstag, 30. Okt. Vom Tage.
Mittwoch, 31. Okt. Vigil von Allerl>eiligen.
Donnerstag, 1. Roo. F e st Allerheiligen.
Freitag, 2. Nov. Gedächtnis Aller Seelen.
Canistag, 3. Roo. 3. Tag der Okta» von Allerheiligen
22. Sonntag nach Pfingsten.
6 önigsfest Christl.
Epistel aus dem Briefe des heiligen Apostels Paulus an die Kolosser 1, 12—20.
Brüder! Wir sagen Gott dem Vater Dank, weil er uns würdig gemacht hat, am Erbe seiner Heiligen im Lichte teitzunehmen. Er hat uns der Welt der Finsternis entrissen und in das Reich seines geliebten Sohnes »ersetzt. In diesem haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden. Er ist das Ebenbild Gottes, des Unsichtbaren, der Erstgeborene vor aller Gipsung. Denn in ihm ist alles erschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Fürstentümer, Herrich-rf- ten ober Mächte: alles ist durch ihn und für ihn er- schassen. Er steht an der Spitze von allem, und alles in ihm seinen Bestand. Er ist das Haupt des Leibes der Kirche, er, der da ist der Anfang, der Erstgeborene aus den Toten. So sollte er in allem den Vor- ranlt haben; denn es war Gottes Wille, in ihm die ganze Fülle (der Gottheit) wohnen zu lassen, und durch ihn "lies mit sich zu versöhnen, alles auf Erden und alles ™ Himmel, in Christus Jesus unserm Herrn, der durch sr>n Blut am Kreuze Frieden machte.
Die unvergängliche Königskrone. um drittenmale glänzt am Himmel .- des sterbenden Oktober wie ein Meteor das Königsfest Christi, unseres Herrn und Erlösers.
Schon der hl. David sah auf itin-t '"'^^5 dem Haupte des Messias die Kö- 8-krone und Herrscherwürde schimmern. Beweis Pur ist folgendes Gebet an Gott Vater: „Mit op[„i^ und Ehrs hast Du ihn gekrönt und ihn über alle Werke Deiner Hände."
der m Evangelien und alle Briefe und Schriften r Apostel und der hl. Schriftsteller waren von u e'-len Wunsch beseelt, es möge Christus herr- b„., "°er alle Chöre der Engel nicht bloß, wn- unh ^ über alle Scharen der Menschen in Zeit im BrhXeit' Dies ist auch der Grundgedanke khteVrni r bl. Judas Thaddäus, den wir das unh Vnfr ^Dnnen und ben wir heute fortsetzen nur „„ "?nden wollen. Er hat den Vorzug, b einem einzigen Kapitel zu bestehen.
„Bon den Irrlehrern hat Henoch, der siebente Nachkomme Adams, geweisfagt:
„Siehe, der Herr kommt mit feinen heiligen Zehnkausenden, um Gericht zu halten über alle
und alle Gottlosen zu strafen wegen der gottlosen Werke, die sie begangen,
und wegen all der frevelhaften Reden, die gottlose Sünder wider ihn verübt haben".
Sie sind Mißvergnügte, mit ihrem Schicksal unzufrieden, indes sie ihren Lüsten sröhnen. Ihr Mund führt hochfahrende Reden, während sie ins Gesicht hinein schmeicheln um des Vorteils willen.
Ihr aber, Geliebte, seid eingedenk der Worte, die schon die Apostel unseres Herrn Jesus Christus verkündigt haben. Sie taten Euch kund und sprachen: In der letzten Zeil werden Spötter auftreten, die nach ihren gottlosen Gelüsten wandeln." Das sind die, welche Spaltungen hervorrufen und den Geist nicht besitzen.
Ihr d er, Geliebte, erbauet Euch auf dem Grunde eures hochheiligen Glaubens, betet im heiligen Geiste und bewähret Euch so in der Liebe Gottes und harret auf das Erbarmen unseres Herrn Iesus Christus zum ewigen Leben.
Die einen, die zweifeln, weifet zurecht; andere reißt aus dem Feuer und rettet sie; wieder anderer erbarmt Euch in Furcht, voll Abscheu fei st vor dem Gewand, das vom Fleische befleckt ist.
Ihm, der mächtig ist. Euch ohne Fehl zu bewahren und Euch bei der Ankunft unseres Herrn Iesus Christus schuldlos und frohlockend vor seine Herrlichkeit hinzustellen, dem alleinigen Gott, unserm Heiland, durch Jesus Christus, unsern Herrn, Ehre und Herrlichkeit, Herrschaft undMacht, wie vor aller Zeit, so auch jetzt und in alle Ewigkeit! Amen." —
Jodas beschäftigt sich also mit den Irrlehrern. Wie ein Gewitter wird das Gericht über sie hereinbrechen, das schon der Patriarch Henoch gewris- sagt hat. Kein Wunder! Denn der Jrrlehrer will es' besser wissen als Christus, die ewige Wahrheit, besser als die Kirche, die Säule und Grundfeste der Wahrheit, dieser unfehlbare Mund des göttlichen Meisters. Versteift auf ihr vermeintliches Wissen, vermögen sie es nicht, ihr stolzes Haupt einer Auk- toritüt'zu beugen; dabei schämen sie sich aber nicht vor den Großen und Mächtigen dieser Welt ihre Kratzfüße zu machen.
Sodann mahnt Judas die Gläubigen zur Treue im Glauben und im christlichen Wandel, Hüten sollen sie sich vor Spaltungen, die den Leib Christi schmerzlich zerreißen, hüten vor Menschen, die da- Flusch erheben. Sie sollen sich aufbauen „im hochbEgen Glauben", den Christus und die Apostel gepredigt; verharren in der Liebe Gottes, die in der Erfüllung der Gebote besteht.
Sie sollen auch für die verirrten Brüder eifern, daß sie den ersten Zweifel überwinden, daß sie
schleunigst das Feuer verlassen, das [d;on unter ihren Füßen brennt, daß sie selbst mit den Unverbesserlichen und Unbekehrbaren Nachsicht und Mitleid haben und trotzdem mit aller Entschiedenheit vor jeder Ansteckung und Besleckung vonseiten der Wüstlinge sich bewahren.
Ztlin Schluß nimmt der hl. Judas einen 2luf= schwung so groß und kühn, daß selbst Zeppelin mit dem glorreichen Aufstieg seines Luftschiffes zurückbleiben muß. Bis zum Thron des allmächtigen Gottes, bis zum Thron des barmherigen Heilands erhebt sich des Apostels kühner, liebentflammter Geist:
„Dem alleinigen Gott und unserm Heiland Jesus
Christus sei Ehre und Herrlichkeit, <
Herrschaft und Wacht,
wie vor aller Zeit, so auch jetzt
und bis in Ewigkeit. Amen." —
Wie wird Judas Thaddäus, der Verfasser dieses Apostolischen Sendschreibens, sich freuen, wie werden mit ihm alle Engel und Heiligen sich freuen, wenn sie den heutigen Sonntag erfüllt sehen mit Ehrungen für die Herrschaft und die Macht und das Königtums Jesu Christi; Ehrungen des hl. Vaters, des Papstes, Ehrungen der Bischöfe, Ehrungen der Priester, Ehrungen der Ordensieute, Ehrungen von 300 Millionen Katholiken auf dem ganzen Erdenrund, die Christus als ihren einzigen Gebieter, als ihren eigentlichen, höchsten Herrn und König betrachten.
Schließe dich dieser hochgemuten Schar an und folge der Fahne des Welterlöiers. Was hättest du auch für einen Vorteil, dich der Herrschaft Christi zu entziehen? Du würdest vom Regen in die Traufe kommen, vom sanften Joch des guten Meisters, wie jene törichten Menschen, die da sprachen: wir wollen nicht, daß Christus über uns herrsche. Und der König sandte seine Knechte und ließ die Stadt in Brand stecken. Wer Christus leugnet, wer sich widerrechtlich seiner Lehre, seinen Geboten, seiner Kirche widersetzt, der schmiedet sein eigene Verderben, und das ewige Feuer ist sein Anteil Darum sei die Devise des hl. Paulus auch die linsrige:
„Christus ist mein Leben; Sterben mein Gewinn."
Der Burgpfarrer.
Das neue Fest.
Es ist unsere Pflicht, Christi Königsfest feierlich und öffentlich zu begehen, gerade deshalb, weil die Welt ihren Herrn und König nicht mehr senilen will. Das Fest unseres göttlichen Königs mutz ein Volksfest in des Wortes ebenster Bedeutung werden.
Christus ist unser König, der König über die einzelnen Personen, die Familien, die Gemeinschaf« ten, die Staaten, die Kirche. Er ist schlechtweg dec