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6t KWeih-

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

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Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 10 R.-Pseunig B 45 L-pfenulg (Zustellgebühr exlra). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Eolonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Eolonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Oss.»Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Ariiendruckerei In Fulda fein.

-' Druck und Beklag »er Fuldaer Actlrndruckerel. Berlagearl Fulda.

MM

Kassel, den 7. Gdtoder <928.

wochenkalenösr.

$?iitii«g, 7. OL 19. Sonntag nach Pfingsten Roscn- kranzfest. Markus und Sergius, Mart., t 336.

Montag, 8. Okt. Brigitta, Wwe., t 1373.

Dienstag, 9. Oft. Dionysius und Gen., Mart., t 272.

Mittmoch, 10. Okt. Franz Borgia, Bek., t 1572

Donnerstag, 11. Okt. Vom Tage.

Freitag, 12. Ott. Vom Tage.

Samstag, 13. Okt. Eduard, Bek., f 1066

Neunzehnter Sonntag nach Pfingsten

Epistel: Eph. 4, 23 bis 28.

Brüder! Erneuert such durch den Geist eures Sinnes und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott ge- schaffen ist in Gerechtigkeit und Heiligkeit der Wahrheit. Darum legt ab die Lüge, redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten: denn wir sind Glieder untereinan­der Zürnet, aber sündiget nicht: laßt die Sonne nicht untergehen über eurem Zorne. Gebt dem Teufel nicht Kaum. Wer gestohlen hat, stehle nicht wieder, sondern mühe sich nb' und arbeite mit seinen Händen, was gut ist, damit er ' .....

etwas habe, um dem, der Mangel leidet, mit= Evangelium: Mntth. 22, 114.

Süfeiien.

vtine siegreiche Waffe, m siebten Oktober des Jahres ein Tau'end fünf Hundert siebzig und eins ist es gewesen: im Hafen von tepanto bei Korinth tummelten sich die türkischen Schiffe, zwei , . Hundert fünfzig an der Zahl, ge=

E mit todesmutigen Muselmannen, mit Kanv- und Waffen, mit Munition und Proviant R>n Wunder, daß den Türken der Kamm ge- Mwilen war beim Bewußtsein ihrer Uebermacht.

i Ji gegenüber stand das kleine Häuflein der ^chtm, zusammengewürfelt aus Oesterreichern, ÄWern und Päpstlichen. War da nicht der â des Halbmondes gum voraus schon gewiß? Mlle er sich nicht in der Rolle des Goliath, als er . "i Hirtenknaben David zurief:Komm nur her, fresst ^in ^Fleisch den Bögeln des Himmels zu h-A^ dennoch! Das Unerhörte, das Ungeglaubte, der änderbare wurde zur Wirklichkeit: wie einst nioAAA mit einem Steinwurf aus Davids Hand »gestreckt wurde, so mürbe auch heute der Seschlagew ^nnbnoIt Christen blutig aufs Haupt mit natürlichen Sinnen zugegangen?

iwiür Aall. Es war ein unsichtbarer Mit- Unb hüt. L?? blitzende, siegreiche Waffe fdfmang.

Ä , A - war das Gebet.

J itoen A Ar Stunde, da b<e türkischen und christ- nifcßo^ m?'ue in den blutigen Gewässern des Ja- ' teereg iich maßen, zogen in Rom Scharen

von Betern durch die Straßen und riefen, den Rosenkranz in der Hand, die Hilfe des allmächtigen Gottes, des Herrn der Heerscharen, und die Hilfe der Jungfrau, die der Schlange den Kopf zertrat, vertrauensvoll an. Und diese Waffe, aus weiter Ferne geschleudert und geschwungen, erreichte ihr Ziel wie der Stern Davids, als er aus Davids Schleuder in die Stirne des Riesen fuhr.

Aber nicht bloß in Rom, auch in vielen anderen Stödten und Orten der gangen Christenheit haben damals die Katholiken für die kleine Schar der Streiter und füreinander gebetet. So war der glän­zende Sieg nicht bloß ein Erfolg des Don Juan d'Austria, des genialen Führers der christlichen Truppenmacht, sondern auch ein Sieg der ganzen Christenheit, nicht bloß ein Sieg der Waffen, son- deru nod) mehr und hauptsächlich ein Sieg des Ge­betes.Eine mächtige Waffe", sagt der Goldniund, ist das Gebet." Damals haben die Christen die schöne Mahnung des hl. Apostels Jakobus in die Tat umgsseßt:

liefet für einander, damit ihr das Heil er- lanast; denn viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten." (3at. 5,16.)

In der Legende lese ich die ziemlich unbekannte Geschichte des hl. Ludwig Gertraud, eines spa­nischen Ordensmannes. Sein Feuereifer litt ihn nicht in den heimatlichen Fluren vonKastilien oder Andalusien; nein; ihn zog es fort in die neuent- deckten Länder von Amerika. Dort predigte er den wilden Karotten, die unter allen indianischen Stämmen als die wildesten und grausamsten gal­ten. Mutig suchte er sie in ihren Wäldern und Schluchten auf. Hunger und Durst waren seine Begleiter; reißende Tiere bedrohten sein Leben. Dabei ging sein Wort nur spärlich auf wie Weizen auf einem steinigen Boden. Da bestürmte der liebe- glühmde Missionär den Himmel mit unausgesetz­ten Gebete unter heißen Tränen. Einem solchen Anprall konnte der Himmel nicht länger wider­stehen. Scharenweise begehrten die Rothäute die hl. Taufe und liefen in das heilbringende Netz der katholischen Kirche.

Betel für einander; denn viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten."

Mein Christ! Diese Waffe ist auch deinen Hän­den anvertraut. Bist du denn nicht in der Taufe schon gum Vorkämpfer Christi gesalbt worden? Und noch mehr bei der hl. Firmung? Eine der ersten und stärksten Waffen im Kampfe mit der Sunde mit dem Satan, mit der Hölle ist das Gebet Eme Waffe die nicht verwundet, sondern hellt, mast kötet sondern belebt, nicht trennt, sondern eint. Gewiß sollst du in erster Linie für dich selber beten Deine eigene Seele hat es wahrhaftig bitter notig. Denn jeder ist sich selber der Nächste. Unausgesetzt 64? für Nfb selber. Sonst bist du wehrlos dem Teiifcl und deinen Gelüsten preisgegeben. Wust örnte der Seelenjägerei, des Unglaubens, ber Sekten? der Sittenlosigkeit, des Leichtsinns. Deine

Seele wird kraftlos und schwindsüchtig wie ein Kör­per, der keine Nahrung gu sich nimmt. Wirst wie ein Schiff, das ohne ^Bemannung, ohne Steuer hinausgestoßen wird in die tobenden Meereswogen. Wer nicht betet, ist verloren und verkauft.

Sei aber kein Egoist: bete auch für andere. Betel für einander," lautet die Devise des hl. Jakobus. Wir brauchen einander, wie die Glieder des Leibes auf einander angewiesen sind. Bete für den Mann und die Frau, bete für die Stuber und die Estern, bete für die Brüder und Schwestern, für die Verwandten und Fremden, für die Gesun­den und Kranken, bete für die Gerechten und Sün­der, bete für die Lebendigen und für die Gestor­benen; bete für Freunde und Feinde; bete für die Stammesgenossen der Heimat: bete für die Christen in Frankreich, Italien und anderer Europäischen und Außereuropäischen Länder. Bete für die Laien und für die Priester, für die Beichtväter, für die Bischöfe und für den hl. Vater, den Papst. Sehnlichst wünscht derselbe, es möchten alle Katho- liken demGebetsapostolat" beitreten und täglich ihre Gebete, guten Werke und Opfer dem hl Her­zen Jesu übergeben. Seien wir keine Schmarotzer, keine Parasiten. Siehe, so viele in der Welt und in den Klöstern beten für dich. Und du solltest nur empfangen, nicht aber geben? Bete also auch du für die große Gemeinschaft und wirf deine Gebete und Verdienste in den großenGnadenschatz", in das unerschöpfliche Stauwerk der katholischen Kirche. Laß die Waffe des Gebetes niemals rosten in deiner Land. Das Himmelreich selber kannst du damit für dich und für viele Mitbrüder erobern und erkämpfen. Denndas Himmelreich leidet Ge­walt. und nur diejenigen, die Gewalt brauchen, reißen es an sich." Das ist der schöne, der heilige, brr wunderbare, der segensvolle Kommunismus der katholischen Kirche.

Betel also für einander, damit ihr das heil erlanget."

Laß keinen Tag vergehen ohne Fürbittgebet, und wäre es auch nur ein Vaterunser oder ein Gesetzchen Rosenkranz. Der Burgpfarrer

Bei den Wallfahrern am Kreuzberg.

Am sonnigen Septembersonntag war's. Um die Zeit des Festes Kreuzerhöhung.Wallfahrer ziehen durch das Tal" nicht blos, auch auf Berges- höhc hinan klettert ihr frommer Zug.

Wallfahrten find nicht zur Seligkeit notwendig, aber sie find gut. Sie find herangewachsen aus der religiös empfindenden Volksseele, und es liegt auf ihnen ein Hauch von warmer Poesie. Gewiß, die Wallfahrten sind in ihrer äußeren Gestaltung oft vielfach anders geworden; sie haben auch die neuen Verkehrsmittel in ihren Dienst gestellt; es mag dabei manches von dem Schönen und Poesie- vollen verlorengegangen sein, aber das Wesentliche der Wallfahrt ist geblieben: Das gläubige Volk will