aiei«i«;s'ai6n;iiiiiiin
38. Zahrg. U
Kassel, den 30 September (928.
Nr. $0
6t EWeth-Mt
Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Pfennig 3 45 R.-Psennig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Oeb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens Im Besitz der Fuldaer Aetlendruckerek in Fulda fein.
Dmik und Bering der Füldner Actisndruckerel. Bering, ort Fulda. ■■
Wochenkalender.
Sonntag, 30. Sept. 18. Sonntag nach Pfingsten. Hieronymus, Kirchenlehrer, f 420.
Montag, 1. Ott. Remigius, Bischof, Bek., t 553.
Dienstag, 2. Oft. Fest der hl. Schutzengel.
Mittiroch, 3. Oft* Theresia vom Kinde Jesu.
Donnerstag, 4. Oft Franziskus von Assisi, Bek., f 1226.
Freitag, 5. Oft Placidus u. Gen., Mart, t 546. Herz- Jesu-Freilag.
Dinstag, 6. Oft Bruno, Bek., t HOI.
Achtzehnter Sonntag nach Pfingsten.
Epistel 1. kor. 1, 4—8.
Brüder! Ich danke meinem Gott allzeit für euch, ob der Gnade Gottes, die euch in Jesus Christus gegeben morden ist; weil ihr in allem durch ihn reich geworden seid, in aller Lehre und in aller Erkenntnis, wie denn das Zeugnis Thristi in euch befestigt worden ist, so daß st euch an keiner Gnade mangelt, euch, die ihr erwartet die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus, der euch Mch bis ans Ende festigen wird, damit ihr ohne Sünde seid am Tage der Ankunft unsres Herrn Jesus Christus.
Evangelium: Matth. 9, 1—8.
letzte Zurüstung auf die große Betfe.
icht so ohne weiteres kann man eine größere Reise antreten, wie man sich etwa an einen gedeckten Tisch setzt. Es verlangt viel Besinnung und Zurüstung, bis alles in B „ —— eingepackt und untergebracht ist ».^Mrn und Körben, in Taschen, Schachteln und Steten. Alles muß dabei sein, Spiegel und Geld und Paß. -
, ^un, haben wir alle eine große Reise bevor, e weite Reise, eine gefährliche Reise, von der s-i^ wehr zurückkommt' die Reise in die Ewig- frj; selbst diejenigen, die ihr ganzes Leben von ssmÄ^ Tugend an als Vorbereitung auf die tab avf9efc^t haben, müssen sich glücklich feh ’. wenn ihnen noch Zeit zu einer letzten ist uf ktun9 geschenkt wird. Erst recht notwendig iiim^h Spezialvorbereitung für D^rchschnitts- ie p „in'r Herren es im Traum nicht einfällt, daß ^^ färben und vor einem göttlichen Richter feM^i ablegen müssen. Ja, ich zweifle «?..".Augenblick, daß manche erst in letzter Stunde ‘ werden.
die gesteht nun diese lehle Vorbereitung auf M ei '^}° enbe, große Reise? Im Empfang der ! belung ^ "Eramente un^ insbesondere der letzten I ^haAxA’ *” welcher der hl. Apostel Jakobus dieses tröstliche Sakrament ausspricht, ist
letzte Oelung, uns mit dem Gevatter Tod ernstlich vertraut zu machen.
„Er rufe die Priester der Kirche." Bitte alsb deinen Pfarrer oder laß ihn bitten. Er ist dein verantwortlicher Seelsorger. Die Erteilung der letzten Oelung ist ein „Pfarr-Recht". Ein Priester genügt. Es dürfen auch mehrere sein. Darum heißt es „die" Priester. In manchen Gegenden wurde die hl. Oelung sehr feierlich gespendet unter dem Gebet und der Handauflegung vieler Priester. Diese sollen „über ihn beten und mit Oel ihn salben." Dieses Oel wurde vom Bischof am Gründonnerstag in der Kathedrale feierlich geweiht und in die einzelnen Pfarreien verschickt. Das Oel lindert ja auch Schmerzen, heilt Wunden und gibt einen vortrefflichen Leuchtstoff. Siehe unter solchen Sinnbildern die Wirkungen der letzten Oelung. Sie lindert den Zustand, heilt die Seelenwunden, erleuchtet die Nacht der Leiden und der Todesstunde. — Die Salbung geschieht in Kreuzeszeichen auf Augen, Ohren, Nase, Mund, Hände und Füße mit den Worten: „Durch diese heilige Salbung u. seine mildreiche Barmherzigkeit verzeihe dir der Herr, was du gesündigt hast mit den Augen usw." — Das Gebet des Glaubens wird dem Kranken zum Heile sein. Es wird heilsame Wirkungen hervorbringen an Seele und Leib. Der Herr wird ihn „aufrichten"; seelisch erquicken, stärken, ermutigen; selbst ihm die Gesundheit wieder schenken, ganz nach dem Ermessen seines heiligen Willens und mit Rücksicht auf das ewige Wohl des Patienten. — Wenn er Sünden auf sich hat, werden sie ihm vergeben werden. Der Apostel spricht von einem Ausnahmefall. Denn die Sünden sollen normaler Weise bereits vergeben sein. Wenn aber der Kranke weder Reue erwecken noch auch beichten konnte, so können sogar schwere Sünden durch die Kraft der letzten Oelung getilgt werden. So, ist die hl. Oelung schon manchem armen Sünder das letzte Rettungsboot geworden.
Schätzen wir die „letzte Oelung" als ein tröstliches, herrliches, gnadenvolles Sakrament unserer hl. katholischen Kirche. Zögern wir keinen Augenblick. es zu empfangen, wenn gute Menschen uns darauf aufmerksam machen Verrichten wir eine Lebensbeicht, empfangen die hl. Wegzehrung und nehmen entgegen die wohltuende Salbung mit dem heilkräftigen Oel. Die Engel werden sich dann beeilen, uns die Himmelspforte zu öffnen. Ob wir leben, leben wir dem Herrn; ob wir sterben, sterben wir dem Herrn; ob wir also leben oder sterben, gehören mir dem Herm.
Der Burgpfarrer.
eine wahre Perle der religiösen Literatur. Hören wir seine Worte:
Ist jemand krank unter euch, so rufe er die Priester der Kirche; die sollen über ihn beten und ihn mit Oel salben im Namen des Herrn. Das Gebet des Glaubens wird dem Kranken zum Heile sein, und der Herr wird ihn aufrichken; und wenn er Sünden aus sich hat, werden sie ihm vergeben werden." (Zak. 5, 14 16).
Es ist eine ausdrückliche Entscheidung unserer unfehlbaren Kirche, daß der hl. Jakobus mit dieser geheimnisvollen Handlung das Sakrament der letzten Oelung gemeint hat. Deutlich erkennen wir aus der Beschreibung die Wesensmerkmale eines Sakramentes: zunächst das sichtbare Zeichen; es ist das Del, mit dem die Kranken gesalbt werden. Sodann die unsichtbare Gnade: Heil für Seele und Leib, Aufrichtung, Verzeihung der Sünden. Endlich die Einsetzung durch Jesus Christus. Es soll ja die Salbung geschehen „im Namen des Herrn", also im Auftrag des Meisters, kraft der Einsetzung Jesu Christi, der alle Gnaden uns am Kreuze verdient hat.
„Ist jemand krank". Voraussetzung zum Empfang der letzten Oelung ist ernstliche Erkrankung. Darum dürfen Gesunde sie nicht empfangen; auch nicht Soldaten, die ins Trommelfeuer geschickt werden; auch nicht Verurteilte, die zum Schaffst geführt werden. Wohl aber Kranke, die einer gefährlichen Operation entgegensetzen; denn eben darum unterziehen sie sich der schweren Operation, um von ihrer schweren Krankheit zu genesen. Und wenn der Ausgang der Operation immerhin zweifelhaft ist, empfiehlt sich die letzte Oelung. Denn besser ist es, sie zu empfangen, wo es nicht nötig war, als sie zu unterlassen, wo es nötig war. Deswegen soll man auch mit dem Empfang der letzten Oelung nicht so lange warten, bis einem der Tod im Nacken sitzt. Denn so könnte es dir gehen wie manchen törichten Christen der ersten Jahrhunderte, die ihre Taufe auf das Todesbett verschieben wollten und endlich ohne Taufe gestorben sind und der ewigen Seligkeit verlustig gingen. Nur keine Angst, du müßtest wegen der letzten Oelung ins Gras beißen. Als lebendigen Gegenbeweis biete ich mich selber an. Denn ich ließ mir in schwerer Krankheit die letzte Oelung erteilen und lebe heute noch und walte "meines Amtes.---
Unwissende, ängstliche, abergläubige Seelen nenne ich jene, die vor dem Wort „letzte" Oelung einen so heillosen Respekt haben. Als ob die „letzte" Oelung davon ihren Namen hatte, daß dann alles aus wäre! Das hat doch eine ganz andere Bedeutung: es sind sthon andere Oelungen voraus- aegangen: die Oelung bei der Taufe, bei der Firmung, und bei Priestern bei der Priesterweihe. Also ist die Oelung bei der Erkrankung im allgemeinen die „letzte". Immerhin mahnt uns die
Das Nosenkranzgebet.
Als der Divisionsgeneral Graf Huyn, der ah K. K. Feldzeugmeister 1889 gestorben ist, einst eine Kontrolle abhielt, bei der alle Tornister visitiert wurden, kam bei einem Soldaten ein Rosenkranz