Einzelbild herunterladen
 

7

.niimiii

HlllHllll

Ausgabe B

M

W

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Pfennig B 45 R.-Pfennig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzetle im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens Im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda fein.

1 Druck und Verlag der Fuldaer Aettendruckerel. Verlagsort Fulda. -.....

Nr. 55.

Kassel, den 26 Äuguft (928.

iiliiili»niHinilHi»itilni8ii:«TliBHHillIi»nieiBigigiiia!»iliBiiiit»:»iaia:giii,-»:i7ä7tfaiihiiiii»!i;i;ii»iiiB!e*

Wochenkalender.

Sonntag, 26. August. 13. Sonntag nach Pfingsten. Ze- phyrinus, Papst, Mart., t 219.

Montag, 27. August. Joseph von Calasanza, Bek., t 1648.

Dienstag, 28. August. Augustinus, Kirchenlehrer, Bischof, t 430. Hermes, Mart., f 152.

Mittwoch, 29. August. Enthauptung des hl. Johannes des Täufers. Sabina, Mart., t 126.

Donnerstag, 30. August. Rosa von Lima, Jgfr., t 1617.

Felix und Adauctus, Mart., f 303.

Freitag, 31. Aug. Raymundus Nonnatus, Bek., t 1240.

Samstag, 1. Sept. Marien-Samstag. Aegidius, Bek., t 700. Zwölf Brüder von Benevent, Mart.

Dreizehnter Sonntag nach Pfingsten. Epistel: Gal. 16 bis 22. Brüder! Dem Abraham find die Ver­heißungen zugesagt worden und seinem Samen. Gott sagt nicht:Und den Samen", wie von vielen, sondern wie von einem:Und deinem Samen"; dieser ist Chri- Itus. Da sage ich nun: Das von Gott bestätigte Bünd­nis wird durch das Gesetz, das vierhundertdreißig Jahre darnach gegeben ward, nicht aufgelöst, so daß die Ver- dstßung vereitelt würde: denn wenn kraft des Gesetzes die Erbschaft käme, so käme sie nicht kraft der Berhei- Hung: dein Abraham aber hat sie Gott durch die Ver- n°Mng geschenkt. Wozu aber das Gesetz? Der Ueber- nuungen wegen ist es gegeben, bis der Same käme, dem o>e âncheißung geworden war. Angeordnet ist es wor- ^« durch Engel, durch die Hand eines Mittlers. Der «Nier aber ist nicht Mittler eines einzigen, Gott Hin- ist einer. Ist also das Gesetz gegen bie Verheißun- 8 n Das sei ferne! Denn wenn ein Gesetz ge- «loen wäre, das Leben verleihen könnte, so tüme wirk- dem Gesetze die Gerechtigkeit. Die Schrift hat m' , .A ßÜes unter die Sünde verschlossen, damit die sl^Wung durch den Glauben an Jesus Christus zuteil werde denen, die glauben.

Evangelium: Luk. 17, 1119

5 ^Atia er posten in derNechnu^. wW^M?-^ traf einmal einen Bauersmann,

«V

her bei nassem Wetter, als gerade _ der Wolksnschleier etwas zurück- wich, das Heu wendete. Ich hatte Mitleid mit ihm und sprach:Ihr will/' leid übel daran; das Regenwetter heiterem m ,. aufhören!" Er aber erwiderte mit wem- E"iu ®5 wird schon wieder aufhören, ;u es Gottes Wiste. ist!

oeierr- ^ ^®J der Bauersmann eine Weisheit au»« Willis?' himmelhoch über aller Weisheit der AuauskM^m ^m^ ^er Voiksmund, sagt der hl. ter Dusts 1 nicht selten himmlische Weisheit. Ja, Pvhen'^ Gottes ist der wichtige, der entscheidende fiei:td tolr 'N die Rechnung des Lebens ein- hunn bes Mnk ^äKn wir die diesbezügliche Mah- M > â Jakobus: Niern-?^", denn ihr, die ihr sprecht: heute oder llen wir in jene Stadt reisen und dort

Rase angewachsen wären." Da war der zweite Wunsch getan und erfüllt. Breit und saftig wie der Schnilrrbart eines preußischen Unteroffiziers hin­gen die Würste der Ehehälfte an der Nase. Nun war nur noch ein einziger Wunsch übrig. Was hätte nun das größte Vermögen genützt, wäre die unglückselige Bratwurst an der Nase der Frau ge­blieben.So wünsche ich denn", sprach die Frau, daß ich die vermaledeite Bratwurst wieder los- bekomme". Und weg war die schreckliche Zierrar, und verpufft war auch der letzte Wunsch, und die Leute waren so arm und so reich wie zuvor!-- Werden sie wohl von ihrem törichten Wunschfimmel geheilt sein?

Dieses uferlose Begehren und irdische Raffen ist gerade deshalb so unverständlich und töricht, da niemand über sein Leben zu verfügen hat als Gott allein.

Denn das Leben ist nur ein Hauch, der kurze Zeit zum Vorschein kommt und dann wieder ver­schwindet." Als Kinder sind wir oft auf der Schwelle des Hauses gesessen und haben Schaum in'eine Schüssel getan und mit Strohhalmen Seifen­blasen aufgebläht und sie wie Luftballone hinaus­gepafft in das Weltall. Vergnügt haben wir dem schillernden Geb'lde nachgeschaut. Doch plötzlich zer­riß die herrliche Kugel und fiel als schmutziger Tropfen auf den Erdboden nieder. So sandten wir vielleicht ein halbes Stündlein Blase für Blase in den Weltenraum. So ist es mit den Menschen. Sie kommen und gehen und werden und sterben. Unser Leben wird gesponnen und aufgespult und wieder abgespult unö abgeschnitten. Zum Zeit­vertreib kaufte ich mir vor einiger Zeit eineIllu­strierte" und blätterte darin im Schnellzug. Bald blieben meine Augen auf einem interessanten Bild haften: ein schmuckes Auto steht auf der Straße. Ein Herr ist eingestiegen und reicht seinen Freun­den die Hand zum Abschied. Hinter dem Herrn steht aber noch ein Fahrgast von unheimlichem Aussehen und greift mit frevler Hand nach dem Herzen des lebenslustigen Herrn: es ist der Kno­chenmann, der Herr Tod. Und niemals waren ja die plötzlichen Todesfälle io an der Tagesord­nung: Entgleisungen auf der Eisenbahn, Unfälle auf dem Auto und Luftschiff. Niemals waren die Menschen so gefährdet wie heute, wo ein Geschwin­digkeitsrekord den andern schlägt.

Welche Lehre wollen mir daraus ziehen? Daß wir keine eitlen, übermütigen, vermessenen Pläne schmieden für die Zukunft, sondern uns der Vor­sehung Golles in den Schoß werfen. Bei keinem Ereignis wollen wir das Gleichgewicht verlieren Gern wollen wir auf unsern eigenen Willen ver­zichten und dem Willen Golles die Ehre geben mit den Worten der dritten Vaterunserbitte:Fial oo- hinfas tua":Dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden."

Der Burgpfarrer.

ein Jahr zubringen und Handel treiben und Ge­winn machen die ihr doch nicht wiszt, was der morgige Tag bringen wird. Was ist euer Leben? Ein Hauch nur seid ihr, der nur kurze Zeit sicht­bar ist, dann aber verschwindet anstatt daß ihr sagt: wenn der Herr es will, werden wir leben und dieses oder jenes tun. Run aber rühmt ihr euch mit euren Prahlereien. Jedes derartige Rühmen ist schlecht. Wer also weiß, das Gute zu tun und es dennoch nicht tut, dem ist es Sünde." Iak. 1317.

Der hl. Jakobus betrachtet sich die Menschen, wie sie damals waren und die den Menschen von heute auf ein Haar gleichen. Menschen, die ganz verrannt und versessen sind auf das Irdische.Wir wollen in die Stadt ziehen, Handel treiben und Gewinne einstecken." Wie in einem Traum wäl­zen die Menschen große Pläne im Kopf, bis die rauhe Wirklichkeit mit grausamer Hand alles zer­stört. Die Menschen gleichen jenem Bäuerlein, das in einem zerbrechlichen Gefäß Milch auf den Markt trug; diese Milch will ich verkaufen, sprach das Bäuerlein stillvergnügt zu sich selber; aus dem Er­lös werde ich mir eine Henne anschaffen; bald wird diese Küchlein bekommen; diese werde ich verkaufen und dafür ein Schweinchen beschaffen. Ist es seit geworden, so gibt es dafür ein Rind; ist dieses groß geworden, dann reicht es Zu einem Pferd. Ha, wie fein wird es werden, wenn mein Söhnlein darauf reitet. Und unwillkürlich tat er einen Freu­densprung. Da. o weh, lag schon das Milchgefäß in Scherben und mit der köstlichen Flüssigkeit wa­ren auch all die schönen Träume zerronnen uno zerflossen.

Unter den zehn Plagen, die über den störrischen Pharao und sein Volk kamen, spielte auch die Mückenplage eine Rolle. Die Mücke ist ein freches, unruhiges Tierchen, das uns fortwährend um den Kopf summt. Grassiert nicht eine solche Mücken- vlage auch heutzutage, und nicht bloß m Aegypten, sondern auch in Italien, in Frankreich, in Deutsch­land, in deiner Heimat, vielleicht in deinem Hause und mitten in deinem Herzen? Ich meine die vie­len Wünsche und Sorgen, mit denen sich so man­cher unnötig den Kopf zerbricht. Und wie weit brin­gen wir es oft mit unsern unüberlegten Wünschen und Einfällen? Das sagt uns der folgende hübsche Schwank: Betrübt laß ein Ehepaar in der Küche und verzehrte das magere Essen und verwünschte sein Daiein und wünschte sich eine rosige schönere Zukunft Da stand eine gütige Fee vor ihnen und sprach: .Drei Wünsche dürft ihr tun; drei Wün'cke Und euch gewährt." Da sie nun die Kartoffel aßen entfuhr der Frau das Wort:So wünscht ich, daß wir zu den Kartoffeln zwei Bratwürste hätten." Dg war der erste Wunsch getan Lieblich und duf- tmb lag das Würstepaar in der Schüssel. Wütend daß man itair zehn Tausend Mark nur zwei ein- tältiae Würste hatte, sprach der Herr G-mabl: ^.So wünschte ick. daß dir die Bratwürste an der