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Ausgabe B

6t. UMt

Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Pfennig 3 45 R.-Pfenniq (Zustellgebühr exlra). Redaktionsschluß Montag. Anzelgen-Prelse: Tolonelzelle im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Osf.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aktiendruckerei in Fulda fein.

Druck und Beria, »er Fuldaer Actieudruckerei. Derlagsort Fulda

Wochenkalender.

Sonntag, 29. Juli. 9. Sonntag nach Pfingsten. Sim- plicius, Faustinus und Beatrix, Mart., t 304.

Montag, 30. Juli. Abdon u. Sennen, Mart., t 250.

Dienstag, 31. Juli. Ignatius von Loyola, Stifter der Gesellschaft Jesu, t 1556.

Mittwoch, 1. August. St. Petri Kettenfeier. 7 Makkab. Brüder, Mart.

Donnerstag, 2. August. Alphons Maria von Liguori, Bek,^Kirchenlehrer, t 1787. Stephan I., Papst, Mart.,

sfreitag, 3. August. Auffindung der Reliquien des hl.

Nephanus. Herz-Jesu-Freikag.

Samstag, 4. August. Dominicus, Bek., f 1221.

Neunter Sonntag nach Pfingsten.

Epistel: 1. kor. 10, 613.

Brüber! Seien wir nicht lüstern nach dem Bösen, Awie jene (die Juden) lüstern waren. Werdet auch M Götzendiener gleichwie einige von ihnen, wie ge­trieben steht: Das Volk setzte sich, zu essen und zu trin- standen sie auf, zu tanzen. Laßt uns nicht treiben, wie einige von ihnen Unzucht trieben, es kamen an einem Tage dreiundzwanzigtausend .MN uns Christus nicht versuchen, gleichwie einige mnen iljn versuchten und durch die Schlangen um= . Murret nicht, wie einige von ihnen murrten -? M den Würgengel umkamen. All dieses wider- ihnen vorbildlich: es ist zur Warnung geschrieben die wir in den letzten Zeiten leben. Wer dem- e^ zu stehen, der sehe zu, daß er nicht falle. tiWArl1fudjung möge über euch kommen, außer eine tau t , tt ist getreu; er wird euch nicht über eure ben ssDer^u$en Ia^en- sondern bei der Versuchung auch Ausgang geben, daß ihr ausharren könnet.

Evangelium: Luk. 19, 4147.

Ein

st wunderten sich die Zeitgenossen des lieben Heilandes über die Worte der Armut, die von feinen Lippen geflossen sind". Die Händ­ler aber, von denen am Schluß des

gutverzinstes Kapisas,

ist heutigen Evangeliums die Rede Worte h gewiß gewundert haben über die labest wge> mit denen er ihr Treiben ge= tat J , "Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber Siel M.^Mr Räuberhöhle gemacht." Heiland??" Christ, welch nützlichen Gebrauch unser ®cbe der Sprache gemacht hat.

Mal cnn diese Gabe als ein köstliches sta­bil fAr... deinem Herrgott erhalten. Vielleicht hast bansen ;. Mn Unglücklichen gesehen, dessen Ge- Wln Gefangenschaft schmachten, in den was ihr k^®^' Freud und Leid und alles, jammer? ^Mgt, müssen sie in ihres Herzens Sprache fließen. ^ nicht die Gabe der " ^dpital so groß, wie keines niederge­

legt ist in allen Banken von Berlin, London, New- Bork zusammen? Lassen wir es nicht ohne Zinsen daliegen. Machen wir einen guten Gebrauch da­von. Es ist ja, wie der weise Salomon sagt, eine Zeit zum Schweigen; es ist aber auch eine Zeit, zu reden. Immer reden ist schlimm; immer schwei­gen ist ebenso schlimm. Mithin müssen wir uns darüber klar werden, wann die Zeit zu reden ge­kommen ist.

Wir sollen reden, wenn die Interessen Gottes aus dem Spiele stehen. Wir sollen reden m i t Gott. Das geschieht beim Gebet, beim innerlichen und beim mündlichen. Das innerliche Gebet heißt auch Betrachtung. Da spricht die Seele mit ihrem Gott, auch ohne Bewegung der Lippen, ohne Arbeit der Zunge, ohne Laut und ohne Geräusch. Priester und Ordensleute üben die Betrachtung; aber auch viele Weltleute, Mitglieder von Kongregationen, Bruderschaften, Mitglieder des 3. Ordens üben diese Art des Gebetes. Unentbehrlich für alle ist das mündliche Gebet. Nach der Lehre des Heilandes soll es ein ununterbrochenes Gebetsleben sein. Der Faden des Gebetes, der uns mit dem Himmel ver- knüpst, darf nie abreißen. Das Telephon, das uns mit Gott verbindet, soll nie ausgehängt werden. Der schönste Weg zum ununterbrochenen Gebet ist die Verrichtung von Stoßgebeten. Nach seiner Bekehrung hatte der hl. Ignatius, dessen Fest der Juli beschließt, heftige Versuchungen, in das Welt­leben zurückzukehren. Da rief er immer wieder die Mutter Gottes an mit den Worten:Monstra, te esse matrem"Zeige, daß du Mutter bist" und es wurde ihm geholfen. Der Jesuitenpater Doyle, der im Weltkrieg als Opfer der Liebe ge­fallen ist, brachte es manche Tage auf fünfzig Tau­send und mehr Stoßgebete. Wenn du es auf wenigstens fünf im Tage bringst, soll es mich freuen.

Auch der Gesang, zumal der religiöse Gesang, ist ein Dienst der Lippen und der Zungen an den Herrgott, den Schöpfer der Töne.Gut gesungen ist doppelt gebetet." Oft wird das Herz durch ein schönes Lied mehr gepackt und höher zu Gott ge­führt als durch eine wohlgesetzte Predigt. In einer Zeit, die so große Musikseste vermnstaltet wie s Ä ÄS ««"L Ä*" -^â W ** ^'ÄÄ -»-n m ®oll So tarnen

âl euch ihr Kirchensänger und Kirchen-' Benedikt und seine Schwester Scholastika jährlich fönaerinnen die Mühen und Proben nicht ver- Einmal zusammen in einer. Hütte in der Nähe des SS Zweifelhaft? Texte soll ein Christ nicht Klosters und redeten von himmlischen Dingen. Als singen ' Als der junge Bellarmin, der ein präch­tiges Organ hatte, Musikstunden nahm, legte ihm sein Lebrer bisweilen ein Lied vor, das der -Stu­dent vom Blatt fingen sollte. Da durch log Bel-

! stößiges Entdeckte," gab ^er das Mat?zurück äst den'ausdehnen bis zum Morgen. Knüpfen wir gerne

Worten:Meine Stimme sei nur dem Reinen ge« weiht".

Du sollst auch wegen Gott reden. Wenn wir sehen, daß ein Mensch im Begriff steht, seinen Gott und Herrn zu vergessen, zu beleidigen, zu verlieren, zu vernachlässigen, zu betrüben, sollen wir uns ein Herz nehmen und ihm zureden, ihn aufmuntern, ihn stärken, ihn liebevoll zurechtweisen. So hat Jonathas seinen Vater Saul von schwerer Sünde und Verblendung herausgerissen. Weil David so großen Erfolg hatte im Kampf gegen die Philister, weil das ganze Volk ihm zujubelte, schürte der Sa­tan Sauls Herz mit der Glut eines grimmigen Neides, daß er mit dem Gedanken umging, den David durch Mord aus dem Wege zu räumen. Jonathas erfuhr davon. Mutig machte er sich zu seinem Vater auf den Weg und stellte ihm sein Unrecht vor. Und für diesmal wich der Nebel des Neides aus dem Herzen Sauls.

Durch solch liebevolle Zurechtweisung würd« auch der Himmel der Heiligen um manchen Stern vermehrt. So erzählt die Legende aus dem Leben des schon genannten Ignatius folgendes. AlA Ignatius auf der Sorbonne zu Paris studierte, lernte er einen Landsmann kennen mit Namen

Franz Xaver. Diesen sah er eifrig im Studium. Doch sein Herz hing an der Welt. Einen Namen wollte er sich machen auf der Welt; Lob und Ehre und Aemter auf sein Haupt häufen. Mit Betrüb­nis gewahrte Ignatius diesen Weltsinn. Und er trat zu Franz heran und rief i^m die Worte des Herrn in die Ohren:Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, an seiner Seele aber Schaden leidet?" Und immer wieder träufelte er ihm diese Worte glühenden Oeles in die Ohren und in das Herz. Und der Erfolg war ein voller Sieg. Franz erkannte, daß der Welt Ruhm nichts ist als eine schillernde Seifenblase. Er weihte sein Leben dem Ordensstande und wurde der große, erfolgreiche Missionär von Indien und Japan. Siehst du nun deinen Mann, deine Frau, dein Kind, deinen Freund, deinen Bekannten auf unem Abweg, nimm ihn bei der ersten besten Gelegen­heit auf die Seite und sprich zu ihm ein offenes, ein mutiges, ein liebevolles Wort. Vielleicht, daß 'Gott es segnet. Dann hast du eine Seele gewon-

. Vielleicht, daß es nichts nützt. Dann hast

Klosters und redeten von himmlischen Dingen. Als sie wieder einmal zusainmenkamen und die Nacht hsreinbrach, wollte Benedikt ins Kloster zurück» kehren. Scholastika aber nahm die Zuflucht zum Gebet. Da brach plötzlich ein Gewitter los. Wohl oder übel mußte nun Benedikt die hl. Unterredung