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58. Zahrg

Religiöses Wochenblatt

für die kakholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Pfennig B 45 R.-Pfennlg (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzetgen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile Im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens Im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda fein.

- - Druck und Verlag der Fuldaer KettenbrutereL Bertagfort Fulda. -

wochenkalender.

Sonntag, 15. Juli. 7. Sonntag nach Pfingsten. Heinrich II., Kaiser, f 1024.

Montag, 16. Juli. Maria vom Berge Karmel. Skapu- lierfest.

Dienstag, 17. Juli. Alexius, Bek., f 417.

Mittwoch, 18. Juli. Camillus von Lallis, Bek., t 1614.

Symphorofa u. ihre 7 Söhne, Mart., f 2. Jhrh.

Donnerstag, 19. Juli. Vincenz von Paul, Stifter der Bmcentmerinnen, t 1660.

Freitag, 20. Juli. Hieronymus Aemilianus, Bek., t 1537, Margareta, Jgfr., Mart., t 275. Samstag, 21. Juli. Mariensamstag. Praxedes, Jgfr., t 2. Jhrh.

Siebter Sonntag nach Pfingsten.

Epistel: Röm. 6, 1923.

Brüder! Ich rode nach menschlicher Weise um der Schwachheit eures Fleisches willen. Wie ihr eure Glie­der in den Dienst der Unreinigkeit und Gottlosigkeit tjuigab-et zur Gottlosigkeit, so gebt nun eure Glieder hin m den Dienst der Gerechtigkeit zur Heiligung. Denn als

Knechte der Sünde wäret, seid ihr wohl frei gewesen vom Dienste der Gerechtigkeit; aber welche Furcht hattet ihr damals von den Dingen, über die ihr euch nun ichamt? Das Ende davon ist ja der ewige Tod. Nun âr, da ihr, befreit von der Sünde, Diener Gottes ge­worden seid. Habt ihr zu eurem Gewinn die Heiligung und als Ende das ewige Leben. Denn der Sold der dnnde ist der Tod: die Gnade Gottes aber ist ewiges wen in Christus Jesus, unsrem Herrn.

Evangelium: Matth. 7, 1521.

Das £IM der bösen Junge.

m Land der Trauben und Feigen war der Vergleich unseres Heilan­des am Schlüsse des heutigen Evangeliums ebenso praktisch als durchschlagend. Denn keiner von

, seinen Zuhörern hat es jemals er-

daß man von einem Dornenstrauch Trauben »eschmtten hätte.

. hl. Apostel Jakobus, der diesen Vortrag ^ . w^ gehört hat, bedient sich eines ähnlichen um die Ungereimtheit zu veranfchau- ?en, die darin besteht, daß jemand mit derselben ^E preist und die Mitmenschen beschimpft. ,en wir die Mahnung des Apostels im Zu- i^^u^ang. Sie ist wahrhaftig für unsere Zunge BUueichelhaft; aber bei gutem Willen können , daraus lernen, um den Gebrauch der ounge richtig zu regulieren.

Zuv» » 'st eine Welt der Bosheit. Die dar 11 ilch unser unseren Gliedern als Macht bahn w Elizen Leib befleckt und die Lebens­volle ' 1 ^ selbst in Brand gesetzt von der

Don kri-Ig Art von Landtieren und von Vögeln, ^ibmtunh^^ und ÜOn Wassertieren wird! yuw ..^VT' "bösen ^unge Sie isteine ganze!

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zu zähmen, dieses ruhelose Uâel voll tödlichen Gif­tes. Mit ihr preisen wir Gott, den Vater; und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die nach Gottes Ebenbild geschaffen sind. Aus demselben Mund geht Segen und Fluch hervor. Das sollte nicht so sein, meine Brüder. Sprudelt denn die Quelle aus derselben Mündung süßes und zugleich bitteres Wasser hervor? Kann ein Feigenbaum Oliven fra­gen oder ein Weinstock Feigen?- Jak. 3,612.

Jakobus nennt also die Zungeeine Welt der Bosheit". Wir sind geneigt, diesen Ausdruck für kraß und übertrieben zu halten. *Jch habe mir nun die Mühe genommen, das AVE der bösen Znnge zu studieren mit dem Ergebnis, daß fast jeder Buchstabe des ABE einen Anfangsbuchstaben ab­gibt für irgend eine Zungensünbe.

A: falsch anklagen; ausplaudern, auslachen, auf­schneiden, falsch auslegen, anschreien.

B: beschimpfen, begeifern, bekritteln, bellen.___

L:

chikanieren..

D: diskreditieren, despektierlich reden, drohen.

E: Ehrabschneiden, seine Fehler entschuldigen, an dere ungerecht einschüchtern.

F: Fluchen. -----

G: Gotteslästerung, Großsprechen, Geschrei.

H: heucheln in Worten, heruntersetzen, höhnen.

3: Indiskretion, inkriminieren, insinuieren.

K: klatschen, lieblos kritisieren.

L: lügen, lästern, lärmen.

M: Meineid; markten.

R: Reid, nachäffen (in Worten).

0:

P:

Q:

R:

5:

r u V

Ohrenbläserei. Protzen, poltern, Possen reißen. quatschen, quasseln. rügen (unverdient oder über Gebühr), reizen durch heftige Reden.

schwören, schimpfen, schelten, streiten, schreien, schmeicheln, etwas einem anderen in die Schuhe schieben, woran man selber Schuld.

tratschen.

unkeusche Reden führen, übertreiben.

verspotten, verleumden, verkleinern, verstellen, falsche Versprechungen machen. etwas gegen den Willen der Berechtigten veröffentlichen, andere durch Worte verführen: einem etwas vormachen, was nicht ganz der Wahrheit en - spricht, einem frühere Fehler vorhalten oder vorrupfen oder erwiesene Wohltaten vorhalten. W: widersprechen, anstatt zu glauben und zu fol­

gen: wettern.

x und A gehen leer aus.

^. zanken Zoten zum besten geben, ungerecht Zürnen, mit zornigen Worten um sich werfen; sich zieren, zischeln, zischen.

Nicht wahr, das ist ein großes Sündenregister

hat sie ihre Vertreter. Und was hat die Zunge sonst noch auf dem Konto? Hören wir nochmals den hl. Jakobus.

Die Zunge setzt die Lebensbahn in Brand". Wie viel hatte z. B. der Aegyptische Joseph zu lei­den unter der bösen Zunge. Und die böse Zunge der Menschen ist von der Hölle in Brand gesetzr. Gerade die schlimmste Sünde der Zunge stainmt direkt aus der Hölle. Oder war es nicht der Teufel, der aus der Schlange zu Eva sprach:Keinesweges werdet ihr sterben", da er doch ganz genau wußte, daß sie sterben müssen. Damit hat der Teufel als unglücklicher Gärtner den Lügensamen aus der Hölle gebracht, der dann auf der ganzen Erde so verhängnisvoll aufgegangen ist.

Gezähmt werden die Landtiere, wie Löwen und Elefanten, die Vögel, wie Stare und Papa­geien, die kriechenden Tiere wie Schlangen, und die Wassertiere wie Krokodile. Aber die Zunge kann niemand zähmen". Hat da der hl. Jakobus nicht zu viel behauptet? Widerspricht er nicht dem hl. Paulus, der sagt:Ich vermag alles, in dem der mich stärkt?" Nein; Jakobus behauptet nicht zu viel. Ohne Gottes besondere Hilfe, das ist feine Ansicht, kann kein Mensch die Zunge vollständig beherrschen.

Mit Gottes Hilfe aber kann jeder, der guten Willen hat, die Zungenfehler vermeiden und aus der Zunge ein Glied der Gerechtigkeit und Wahr­heit machen. Das ist unsere Pflicht.

Die Zunge ist ein ruheloses Uebel. Sie ist eben, wie der hl. Augustinus sagt, gar leicht be- weglich, weil sie im Feuchten liegt, immer ge­schmiert und geölt. Wir müssen also die Zunge binden durch die Vernunft und durch den sparsamen Gebrauch. . . ,

Voll tödlichem Gift." Denke an Ananias, der in­folge seiner Lüge tot zu des Petrus Füßen gefallen ist. ,. ,

Zuletzt weist Jakobus auf die anfangs berührte Ungereimtheit und Unnatur hin, daß wir mit ein und derselben Zunge den Vater preisen und die Brüder lästern. Für heute seis damit genug zum Nachdenken und zur Germssenserforschung. Das nächste Mal will ich einige Rezepte angeben, die zum Gebrauch der Zunge dienlich sind.

Der Bnrgpsarrer.

Zportpredigt.

EineW e l t st a d t b e t r a ch t u n g" von Dr. Karl Sonnenschein-Berlin.

Sonntag morgen zehn Uhr! Mauritiuskirch^ Lichtenberg! In dem Gemeindesaal haben sie 'brß Handtaschen und Koffer verstaut. Nun stehen u« zwischen den Bänken der Kirche und um den altar geschart. Dreihundertfümzlg lunge Menâm Handballer Leichtathleten Fußballer. We* 1 mittag Weltkämpfe der Deutschen Jugendl.ro i