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Nr. 27

Ausgabe B.

Kassel, den l Juli <928,

für die katholischen Gemeinden Kassels.

cheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-pjennig B 45 R.-psennIg (Zustellgebühr extra), daktionsschluß Montag. Anzeigen-Prelse: Colonelzelle im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im klameieil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunst und Osf.-Teb. 0,10 Goldmark. Porto extra zeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerel In Fulda fein.

...... '" Druck und B erlag »er Fuldcur Actiendruck-rri Berfageort Fulda. ...

wochenlkalender.

Sonntag, 1. Juli. 5. Sonntag nach Pfingsten. Fest d e s k o st b a r st e n B I n t c s unseres Herrn Jesus Christus. Oktav v. 'Johannes b. Täufer.

Montag, 2. Juli. Fest Mariä Heimsuchung.

Dienstag. 3. Juli. Prozessius und Martintan, Mart. Lea II., Papst, Bek.

Mittwoch, 4. Juli. 6. Tag her Oktav von Peter u. Prui. Donnerstag, 5. Juli. Anton Maria Zaccaria, Bek., t 1639.

Freitag, 6. Juli. Oktav des Festes der Apoktelfürst-n Petrus und Paulus. H e r z - I e s u - F r e i t a g.

Samstag, 7. Juli. Cyrillus u. Methodius, Bisch. Bek. ». Jhrh. Willibald, Bisch., Bek., t 781.

Fünfter Sonntag nach Pfingsten.

Epistel: 1. Petr. 3, 815.

(Beliebteste! Seid alle einmütig im Gebete mitlei­dig, brüderlich, barmherzig, bescheiden und demung. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, nicht Schmahwocte mit Schmähworten: im Gegenteil, 'egnet einander, wen ihr dazu berufen seid, den Segen zu erben. Denn w das Sieben liebhaben und gute Tage sehen null, der be­wahre seine Zunge vor dem Bösen, und seine Y'VP, das, sie nichts Trügerisches reden. Er wende fm, a pom Bösen und tue Gutes. Er suche den Frieden uns KW ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen am die Gerechten, und seine Ohren merken au, ihr doch ist das Angesicht des Herrn wider die die Bmes tun. Wer kann euch schaden, wenn ihr dem Guten na an «ifert? Wenn ihr aber auch ettoas leiden müsset um der Gerechtigkeit willen. Heil euch! Ihre Schrat nie fürchtet nicht und beunruhigt euch nicht. Haltet nur Christus den Herrn heilig in euren Herzen.

Etwas vomTeufelsglauben".

chlangenbrutl Wer hat euch gelehrt, dem künftigen Gericht zu entrin-

nen? Bringt würdige Früchte der Buße und sprecht nicht: wir habenC|Fl^ ..... -...... . ... ,

Abraham zum Vater. Wer von Wendigkeit der Werke. Nicht weniger als fünf euch zwei Kleider hat gebe dem cAnr;» Pfeile sendet er ab gegen die Feinde der l.^^ Wer Speise hat, tue "Merke. .

i Der 1. Pfeil ist der Hinwei^auf die ^Wertlosig-

T euct) zwei ! eines, der keines hat, und desgleichen."

, Der Preu

Von wem stammen diese urwüchsigen, kräftigen k^it und ^^/in ^^"^ mit

Worte? Von Johannes, dem Tauler, denen , ' ihm aus *Du armer

wir am 24. Juni begingen Johannes betont allo § «er l na^ Augenaufscklag zu b ^ unb zieh die Notwendigkeit der Werke und wirft die Der .fron ^ bin in Frieden, 'tz jicht gescherter ^riung auf den Glauben allein. ^-deutliche Kleider an. gedient, ein vermog-

Damit befindet er sich in voller Harmonie rn^ armen Trop ü Aitbruder mrt Sper e

d°m hl. Jakobus. Er ist der Ansicht, daß ein 5b -j. «" Christ hatte öen armm^ ^^ bie_ rrommen ^ war den Glauben besitzt, es aber an e'*!1^ Neidern veriorch - ^( ^^ts W«' " ^ iuredtenben Taten fehlen lasse, das)âl ^,u einem armen M nnierm Aerraott. Sütels teile. Dennauch die Teufel glauben unb|Cpr , . .

Wen." Liefen Glauben, diesen leeren, uniruem- ^ren, törichten, i " '

besitzt, es aber an

.

^iauoen, diesen leeren, unfruckt- !uns auch der Glaube nichts bei unserm Herrgott, unsinnigen Glauben nennt daher- wenn wir ihn nicht bekräftigen durch Werke.

der hl. Kirchenlehrer Augustinus einenTeufels­glauben."

Leihen wir nun dein hl. Jakobus ein williges Ohr und fernen wir seine Lehre über den Glauben und die guten Werke im Zusammenhang kennen. Jakobus schreibt:

Was nützt es, meine Brüder, wenn einer sagt, er habe bcii Glauben, aber keine Werke auszu- weiseu hat? Kann etwa der Glaube ihn retten? Da ist ein Bruder ober eine Schwester, denen es an den nötigen Kleidern und der täglichen Nah­rung fehlt. Wenn nun einer von euch zu ihnen sagte:Geht in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!" Ihr gäbet ihnen aber nicht, was zum Leben nötig ist, was würde das Hellen? Ebenso verhält cs sich mit dein Glauben: Wenn er keine Werke anfzuweisen hat, ist er in sich tot.

Aber es könnte einer sagen:Du hast den Glau-

Ma*ee"M^nM» Ä

Glauben aus den Werken zeigen Du glaubst bahr U"<mcht. Sie tat den Kundschaftern der Juden es nur einen Gott gibt? Sibert nahm sie mit eigener Lebensgefahr In ihr

I Anus auf und brachte sie des Nachts in Sicherheit.

die Teufel glauben unb zittern.

Willst du wohl einsehen, du törichter Mensch, daß der Glaube ohne die Werke unnütz ist? Wurde unser Vater Abraham nicht durch Werke gerechtfer- tigt, da er seinen Sohn Isaak auf die Opferbank legte? Da siehst du, daß der Glaube mit seinen Werken nur mitwirkt und der Glaube erst durch die Werke vollkommen wurde. So geschah im vollen Sinne des Wortes, was die Schrift sagt:Abra­ham glaubte Gott, und das wurde ihm als Recht­fertigung angerechnet." Und er wurde Freund Gotte? genannt. Ihr seht also, daß der Mensch durch Werke gerechtfertigt wird, und nicht durch den

bloßen Glauben.

Wurde nicht ebenso auch die Buhlerin Rahab durch Werke gerechtfertigt, da sie die Kundschafter aufnahm und auf einem andern Wege wieder ent­ließ? Wie der Leib ohne die Seele tot ist, so ist auch der Glaube ohne die Werke los."

Ihr seht, die Mappe des hl. Jakobus ist reich­lich gespickt mit Beweisen für die unbedingte Not- ... tR^ weniger^ als fünf

Der 2. Pfeil ist das Los des Teufels. Er glaubt ja auch an einen Gott. Was hilft es ihm aber? Er bleibt verstockt und verdammt. So geht auch ein Gläubiger verloren ohne Werke.

Der 3. Pfeil ist das Beispiel Abrahams. Er begnügte sich kcinesivegs mit dem inneren Glauben an Gott und mit der Anbetung Gottes. Vielmehr ergänzte und krönte er seinen Glauben durch das Opfer. Er machte sich mit Isaak auf den Weg, er bestieg den Derg Moria, er band den Isaak, er legte ihn auf den Holzstoß, er griff nach dem Messer, er holte aus zum tödlichen Stich. Erst in der letzten Sekunde wurde die Vollendung des Opfers sistiert durch das Eingreifen Gottes. So ist Abraham das Muster eines Gläubigen geworden.

Der 4. Pfeil ist das Beispiel der Rahab. Sie wohnte zu Jericho, war Heldin, Wirtin und Buh-

serht. Durch höhere Erleuchtung erkannte sie den

Haus auf und brachte sie des Nachts in Sicherheit. Als Jericho von Jofue genommen rourbe, fand sie

Schonung, entsagte dem Götzenglauben und dem unsittlichen Gewerbe, wurde in die Gemeinschaft Israels ausgenommen, wurde eine Stamm-Mutter des Messias und.fand das ewige Heil.

Ein 5. Pfeil ist der Vergleich mit dem Men» schon. Er besteht aus Leib und Seele. Ohne die Seele ist der Leib tot, unbeweglich, unbrauchbar. Genau so ist es mit dem Glauben ohne die Werks: es ist ein unbrauchbarer Leichnam. Ein solcher Ehrist ist vor Gott tot und wandert in die ewige Verdammnis.

verwirft nun Jakobus den Glauben? Im Ge­genteil: er verlangt ihn und setzt ihn als notwendig voraus. Nur verlangt er mit erbarmungsloser, zwingender und unausweichlicher Logik die Cr- aänzung und Vollendung des Glaubens durch die Werke. Befindet sich Jakobus im Gegensatz zu Paulus? Nicht im geringsten. Beide ergeben eine volle Harmonie. Auch Paulus begnügt sich nicht mit dem Glauben allein; er verlangt einenin der Liebe wirksamen Glauben": Opfer, Almosen, Gebet, Keuschheit, Demut, Gehorsam. Andererseits be« onügt sich Jakobus nicht mit den Werken allein. Die Werke sollen gleichsam die Früchte sein am Baume des Glaubens.

Erkenne also aus der Lehre der Schrift den Irrtum eines Luther und Zwingli und io vieler anderer Häretiker, die aus Hochmut vom goldenen Mittelweg abgeirrt sind und sich damit unsterblich blamiert haben. Heute sind alle Nachtreter eine« Luther in diesem Punkt durch eine glückliche In» konseauenz weit von ihm abgerückt. Unsere irren­den Mitbrüder reichen uns die Hand zu ehrlichem Wettstreit auf dem großen Feld der Praxis, der sozialen und karitativen Wirksamkeit. Uns Katho»