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gen hüllen über die Christenverfolgunci in Mexiko, dann dürfte wohl die Frage angevracht sein: »Warum schweigt ihr über Mexiko?"

Mexiko ist, darüber möge man sich nicht Hinweg- tauschen, zu einem Symbol für einen großen gei­stigen Wettkampf geworden. Was in Mexiko offen geschieht, das macht das gleiche stumme Ringen der Kirche mit den geistigen Mächten ihrer Gegner und Widersacher überall aus.

Ihr General-Anzeiger, die ihr nicht Zeit und Zeiten gespart habt, um in schreienden Sensationen die Tragödie des Schülerprozesses von Berlin zu schildern und die sittlichen Verirrungen mittens« schwacher Jugendmenschen in die Oeffentlichkeit zu tragen, warum schweigt ihr das Heldentum jenes starkmütigcn Jünglings ... Staats Jalisko, der an ein Lastauto gefesselt durch die Straßen des Heimatortes bis vor die Türe seines Vater­hauses grausam geschleift wird, weil er in seiner heldenhaften Gesinnung nicht die Blasphemie über die Lippen bringt: „Nieder mit Christus, dem König!" Warum schweigt ihr über diese Tragödie der Grausamkeit?

Ihr General-Anzeiger, die ihr in den Gerichts­verhandlungen um die beiden Anarchisten Sacco und Vanzettl euere Ueberschriften nicht groß genug, eure Artikel nicht lang genug, eure Notizen nicht oft genug und eure Entrüstung nicht stark genug ßum Ausdruck bringen sonntet, warum schweigt ihr, da am 2? November mit Ausschluß der Oef­fentlichkeit, unter Verletzung aller Rechtsformen, in übereilter Hast das Urteil über den Arbeiterapostel Pro Juares ausgesprochen und vollzogen wurde?

General-Anzeiger, der du „das Martyrium eines 10jährigen Mädchens" veröffentlichst und die Leidenszeit des armen Kindes schilderst, das fast täglich auf den nackten Körper vom Stiefvater und noch mehr von der eigenen Mutter mit einem Lederriemen gezüchtigt wurde, warum schweigst du, wenn Knaben und Jünglinge den qualvollsten Tod erleiden unter der Tyrannei eines Calles? Warum schweigst du, wenn eine rasende Sol- dateska unschuldige Kinder zwingen will, das Kreuz des Heilandes mit dem Fuß zu treten und gottlob, kein einziges das Kreuz auch nur mit einem Fuß­tritt schändete!

General-Anzeiger, die ihr euch hervortut in langen und breiten Schilderungen von Gerichts­verhandlungen und Gerichtssaal - Ereignissen, wa­rum schreibt ihr nicht von jener Gerichtsverhand­lung in der Diözese Colima, wo der 75jährige Priester Martius Diaz zum Tode verurteilt wurde, weil er den gottwidrigen Religionsgesetzen der Callesregisrung nicht beipflichten kann?

General-Anzeiger, die ihr das Unterseeboot-Un­glück an der amerikanischen Küste bis in die Einzel­heiten geschildert und die bittere Todesnot der Be­satzung beschrieben, warum schweigt ihr von dem heldenmütigen Sterben jenes Katholiken Manuel Bonilla, der in Taluka gekreuzigt wurde, warum schweigt ihr über die lebendige Verbrennung des Priesters Reyes? Warum leugnet ihr eure' sonst ständig hinausposaunten Gesetze der Menschlichkeit und Gerechtigkeit, wo bleibt eure sittliche Empö­rung, wo ihr euch auf Schritt und Tritt, bei allen Gelegenheiten in Entrüstung empört. Warum schweigt ihr?--

General-Anzeiger, die ihr so findig seid in eurer Berichterstattung, wenn es gilt, Skandalgsschichten an die Oeffentlichkeit zu zerren und jedes Gescheh­nis brühwarm den Lesern vorzusetzen, warum finden eure Reporter nicht den Weg nach Mexiko und warum schweigen sie über die grausame Tö­tung von 147 Priestern, warum schweigt ihr über die Glaubensbegeisterung der 20 000 Menschen jeden Standes und Ranges, die sich in dem Lei­chenzug der erschossenen Blutzeugen Pro Juarez, Humberto, Juan Tirado Artas, Louis Segura Vilchis zum Friedhof nach Dolores bewegen? Wa- rum schweigt ihr, wenn in Mexiko den Priestern das Erbrecht versagt und der Erwerb unbeweg- licher Habe verboten wird unb sie damit auf die Stufe von Geisteskranken und Verbrechern gestellt werden?

General-Anzeiger, die ihr das Wort „Freiheit" proklamiert, warum schweigt ihr, wo es gilt, die Freiheit, ja die Gewissensfreiheit, die Glaubens­freiheit von 15 Millionen Ndenschen zu vertreten und zu verteidigen, warum schweigt ihr, wo man Jungfrauen in Kerkern gefagnen hält und ruch­los ihnen die schmählichsten Unbilden zufügt! Warum schweigt ihr über die Gewalttätigkeiten

einer ^Legierung, me Dycyoffe ins tserangnts seM und in die Vervannung jagt, 10 000 Häscher aus« schickt, um den Cvzbcjchof von Guadalajara le­bendig oder tot gefangen zu nehmen?

General-Anzeiger, die ihr fast jedes Verbre­chen bis in die Einzelheiten schildert, warum schweigt ihr, wie eine verrohte und verwilderte Soldateska in den Kirchen die Altäre schändet, die Tabernakel erbricht, Sakrilege begeht und das Heiligste entweiht?

General-Anzeiger, die ihr Sportgrößen vergöt­tert und Dduskeileistntmen des Boxkämpjers, Schnelligkeitsrekorde von Rad, Pferd und Auto wie Lriumpfe feiert, warum schweigt ihr vor der Heldengrößs jenes 75jährigen greifen Vaters M- guel Pro, der an den Särgen ferner im Marter-, tob erschossenen Söhnen Totenwache hält und seine Hände auf die Vahren der Heldensöhne stützt, in edler Seelengröße die schluchzende Tochter tröstet: „Mein Kind, wir haben keinen Grund sie zu be­weinen," und am offenen Grabe die Umstehenden bittet, mit ihm den Lobgesang Tedeum anzustim­men, derweilen die Erdscholle» polternd auf die Särge fallen!

Warum schweigt ihr über Mexiko? „So viel unschuldige Opfer sterben dahin ohne Mitwissen der Welt, begraben unter dem Grabstein eines wahren Komplottes des Schweigens."

Komplott des Schweigens! Wer erinnert sich da nicht, wie die oberste Loge des schottischen Ritus in Mexiko-Stadt dem Staatspräsidenten Calles den höchsten Verdienstorden als Anerkennung seines Kampfes gegen die katholische Kirche verlieh und ihm die 85 Landeslogen zu Dieser Tätigkeit gleich­falls gratulierten! Wer erinnert sich nicht daran, wie man von der Sendestation eines europäischen Staates einen Funkfpruch aufgefangen hat, der den Tyrannen in Mexiko beglückwünschte und von Kreisen ausgegangen sein soll, die dem Freimau- rertum nahe stehen? Wer erinnert sich nicht an­gesichts dieses komplottarttgen Schweigens vieler deutscher Zeitungen, die Mitglieder der Ringgrup- pierung führender Provinzoerlage sind, die einen Mann an führender Stelle haben, der auch eine führende Rolle in Der Loge inne hat. Glaubt man etwa, daß wir so naiv seien, die Zusammen­hänge nicht zu sehen und Schweigen dieser Presse nicht deuten zu können?

Komplott des Schweigens! Können wir Ka­tholiken es ertragen, atme innerlich und ehrlich darüber uns zu entrüsten? Die Tränen stehen einem in den Augen, wenn man die Martyrerakie Mexikos lieft unb die ironischen Grausamkeiten erfährt. Die gante sittliche Entrüstung und innere Empörung bricht aus, wenn man angesichts der mexikanischen Greueltaten das wahrzunehmende Komplott des Schweigens schaut.

Ja, das Herz möchte einem brechen und aller Mut sinken, wenn man sieht, wie selbst ungezählte Katholiken diese General-Anzeiger-Presse ständig lesen und obonieren und dadurch dem bolschewi­stischen Diktator Mexikos, dem blutdürstigen Chri- stenverfolger Calles, Der selbst seine eigene Gattin, die in schwerer Krankheit nach den heiligen Sterbe­sakramenten jammert, ohne Priester sterben läßt. Mittel und Waffen an die Hand gibt, die Wahr­heit über die Greueltaten Mexikos zu verbergen, die erhebenden Heldentaten zu verdüstern und die Lügenberichte der gottwidrigen Regierung wirksam zu machen.

„Heute tobt der Kampf drüben in Mexiko, mor­gen schmettern die Fanfaren der Christushasser und Kirchenverfolaer vor den eigenen Toren."

Und ob dann nicht die General-Anzeiger-Presse heftig in die Fanfaren stößt?

Und wenn du, Katholik, die General-Anzeiger- Presse förderst, stärkst du ihren Kampffonds, der die Katholikenhetze der Zukunft finanziert und machst dich mitschuldig an der Christenverfolgung in Mexiko, die zweifelsohne schneller ihr Ende fin­den würde, wenn die Prelle endlich das Komplott des Schweigens aufgeben wollte gegenüber unsern Brüdern und Schwestern in Mexiko. F. H.

Die letzte Fuhre.

Skizze von Friedrich Möllenhoff,

Wie im Schlafe nickten die Pferde auf der Chaussee. Der schwere Schimmel mit dem breiten Rücken sieht weder rechts noch links; ein gleichmä­ßiges Heben und Senken des Kopfes — so wan­dert er Schritt für Schritt. Der Fuchs schrickt zu- weilen auf aus keiner Müdigkeit, bläht die Nü-

pern nuo icyuneil me mono? Mayne, «« „^ er das Zaumzeug abwerfen; ftraner fpa.u.ui iw die Riemen, aber der Schimmel folgt -hm niu/ So verfällt auch der Fuchs immer wieder in die­selbe schleppende Gangart.

Die Settenbreiter des Wagens biegen sich nach außen; das Gejährt ist dichlgepackt mit roten Mauersteinen beladen. Nur auf dem vorderen Teil bleibt ein schmaler Platz für den Kutscher. Dieser lehnt, die Zügel schlaff in der rechten Hano, die Peitsche im Arm, mit dem Kopf unb Rücken an den harten Ziegeln. Wie die Pferde, jo droht auch ihn die Müdigkeit zu überwältigen. Wenn der Fuchs sich schüttelt, schrickt der Kutscher auf, greift zur Peitsche und schwingt sie über den Rüt­ten der Pferde: „Hüh, Hühl" Aber der Schimmel hört und fühlt nichts.

Vor der Waldschenke steht das Gefährt plötzlich. Vesperzett ist's und der Fuchs hat die Krippe er­blickt. Der Fuhrmann steigt gähnend unb schwer­fällig herunter, schüttet den Pferden vor und tritt, die rotbeftaubte Mütze abklopsend, ins Schankzim­mer: „Einen Topf Kaffee, Mutter Bürgi!"

Die Wirtin nickt, legt ihr Strickzeug beiseite und geht in die Küche.

Der Fuhrmann hat sein Vesperbrot ausgewik- kelt, sein Taschenmesser an den Hosen geputzt und beginnt zu essen. Aber es schmeckt nicht. Trocken ist's- -- ' ^anM das verfluchte Gähnen! Immer wieder nDi er den Kinnladen auf. So lehnt er sich in eine Ecke.

Als Mutter Bürgi mit dem Raffet eintritt, schnarcht's ihr entgegen. Sie muß den Schlafende« rütteln. Endlich ermuntert er sich und steht ver­stört umher: ^.. Ach fol" Er springt ans Fen­ster. Die Pferde fressen nicht mehr. Unbeweglich stehen sie mit hängenden Köpfen, wie angewachse« auf einem Fleck.

„Mann, sind Sie müde!" Fra« Bürgi sagt'» kopsichüttelnd und greift wieder zum Strickzeug.

Der Fuhrmann hat gerade den Topf vor» Munde. Er tut einen tüchtigen 3wa und macht sich, laut auflachend, an sein Vesperbrot:

„Müde? Kunststück! Seit fünfzehn Stunde» aufm Bock! Vergangene Nacht hab' ich kaum Lü

Klappe gesehen!"

„So viel zu tun jetzt?"

„Und ob! Da ist einer, der möcht' am liebstes in vierundzwanzig Stunden ’ne Bill« gebaut le­ben. Tag und Nacht möcht' man schuften! Siler das ist meine letzte Fuhre für heute, da mag M der Alte auf den Kopf stellen! Man ist ja kua Mensch mehr!" Er trittst den Rest und wirft lat

Geld auf den Schanktisch: „'n Abend!"

Die Pferde haben bas halbe Futter in Ser Krippe gelassen. Der Fuhrmann schüttet es zuück in den Sack. Lmnn schwingt er sich auf den MM und greift zur Peitsche.

Anfangs geht's flott auf der staubigen Lind- straße dahin. Ein gelinder Trab. Wer der Smn» mel hat feine Ausdauer mehr, trotz Peitsche und Zuruf. Alles Schelten hält ihn nicht mehr nun­ter. Er gerät wieder ins Nicken. Der Fuchs nacht noch einige Anstrengungen, dann läßt auch c den Kopf hängen. A

Der Kutscher hat zu pfeifen begonnen, un wach zu halten. Allmählich verstummt er; ewai- tig drückt der Schlaf auf die Augen. Dei Kott

lehnt sich zurück an die harten Steine.

Schritt für Schritt — ein gleichmäßiges "men. Eintönig knarrt der Wagen ... „ .

Immer geradeaus stapfen die Werde dort, wo die Landstraße sich in scharfer Kuve wen­det und bergab führt. _

Plötzlich gibt es einen Ruck . . . das Kewtt ist mit dem Vorderrad auf den Prellsteiraerate ... ein zweiter Ruck . . . ein Fall,. . eindumtter Schrei ... der Fuchs bäumt sich auf uv « zur Seite. ...

Den Schimmel reißt es mit. Die Leie zu Boden, Führerlos rast ein Wagen 1 *® , Tote Augen starren in die Sterr. O ■ schläft nun der müde Fuhrmann-

" es co Vermischtes» m 03

Sittenverderbende Arauenkleidung. ® ^i^^ der Schriften hierüber, welche die kirchliche . . ^„u nis haben, und günstig beurteilt sind, wird n b' ö, auf Verlangen unentgeltlich versandt durch ' ^, lang Dorn in Ravensburg, Württbg.

schrist mitteilen, deutlich schreiben.