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Ausgabe B
Kassel, den 20 Mal <928.
38. Zahrg.
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M Nr. 2V
für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Pfennig B 45 ».-Pfennig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Tolonelzsile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda sein.
Druck und Veüag der Fuldaer Aettendruckerei. Derlagsort Fuld«.
wochsn^alender.
Sonntag, 20. Mai. 6. Sonntag nach Ostern. Vernhar- din von Siena, Bek Ged. der Oktav.
Montag, 21. Mai. Von der Oktav von Christi Himmelfahrt.
Dienstag. 22. Mai. Von der Oktav von Christi Hun- meliahrt.
Mittwoch, 23. Mai. Von der Oktav.
Donnerstag, 24. Mai. Oktav des Festes Christi Himmelfahrt.
Freitag, 25. Mai. Gregor VII., Papst Urban L, Papst Mart., t 230.
Somstag, 26. Mai. Vigil des Pfingstfestes. Philippus Neri, Stiller der Oratorianer, t 1595. Eleuthe- ^rius, Papst, Mart., t 192. V i g i l f a st t a g.
Sechster Sonntag nach Ostern.
Episk: Petr. 4, 7—11.
beliebteste! Seid klug und wachiam im Gebet. Vor allem aber liebet einander stets: denn die Liebe bedeckt kme Menge Sünden Seid gastfrei gegeneinander, ohne Murren. Dienet einander, jeder mit der Gabe, die er mptangen hat, als gute Vermalter der mannigfachen mnaden Gottes. Wenn jemand redet, so rede er wie Gottes Wort: wenn jemand ein Amt hat, io diene er mit der Kraft, die Gott gibt, damit in allen Dingen ^ott verherrlicht werde durch Jesus Christus, unsern Herrn.
Evangelium: Ioh. 15, 26—27 und 16, 1—4.
Drei ^reiche Waffen.
o ist denn ein Kampf entbrannt, daß es Waffen braucht, um zu kämpfen, Waffen, um zu siegen? Weit fort von uns, über dem Ozean, in einem Land, das a°n,.- ^ - vier Mal so groß ist wie unser -r»!,^b deutsches Vaterland, aber nur den dritten mnk^" Einwohnern zählt. Ein Land voll Son- uönn.'"' Schönheit und Fruchtbarkeit. Mexiko M-Nk^b ''chi und es wohnen dort 20 Millionen fer. «EU- von denen mindestens 95 Prozent un- unb >^^er'^em Glauben nach Katholiken sind, Korn War ^uchvliken von echtem Schrot und Kamn? nÄ,?^"'» ^ând tobt ein Kampf; ein feinden"» m,t. Räubern, Banditen, Vaterlands- Dolk^'n^'"'^" Kampf gegen die Blüte eines gen bij ?£ b,e ^'^öfe, gegen die Priester, ge- tilsliscb« G; V unter den Katholiken, gegen die ka- «Ä f^ ?'che. ein Kampf auf Leben gang. ' Kampf auf Vernichtung und Unter- ^ternätinnr,^1" ^^""' der in einer Zeit, die sich I'ch der Fr>ib°^ TT’ ^ Kch tolerant nennt, die Unglaub/» . »x^»^^ Gewissens rühmt, die sogar Nd Umsturz in ihrem Schoße duldet,
der in einer solchen Zeit es wagen darf, Millionen ob ihres Glaubens zu tyrannisieren, ihrer Güter zu berauben, sie von Haus und Hof zu vertreiben. sie grausam zu martern und hinzuschlachten? Elias Calles nennt sich der Wüterich. —
Ein Jesuitenpater, der es missen kann, entwirft von diesem Religionsfresser folgendes Konterfei:
Als Lehrer an der Volksschule verrichtete er seinen Dienst nachlässig, und zwar zum Aerger der Schüler und Eltern; öfters betrunken mißhandelte er die Kinder, bis der Staat genötigt war, ihm den Stuhl vor die Türe zu setzen. Durch die Gunst eines Verwandten wurde er Verwalter eines Landgutes, eines Hotels, einer großen Mühle. All diese Betriebe hat er durch seine Ausschweifungen in kurzer Zeit zugrunde gerichtet. Im Strudel eines Aufstandes gelang es dem rücksichtslosen, im übrigen offenbar begabten Manne, cbenaufzuschwimmen und wurde Gouverneur einer Provinz und endlich im Jahre 1924 Präsident von ganz Mexiko.
Dieser Verbrecher und Blutmensch auf dem Herrscherthron gebrauchte alsbald keine Macht, um gegen die Pai Kische Religion zum Todesstretch auszuholen. Im Jahre 1926 kam ein »Kulkur- kampfgeseß" heraus, von dem ich die wichtigsten Artikel hierhersetzen will.
Religionsunterricht ist verboten; der Kirche und den Klöstern ist die Gründung und Unterhaltung von Schulen untersagt. Ordensnlederlassungen sind aufgelöst. Kritik an der Gesetzgebung durch Geistliche wird mit Gefängnis bestraft. Studienjahre in einem kirchlichen Seminar werden nicht ungerechnet. Religiöse Zeitschriften aller Art sind verboten. Religiöse Handlungen sind auf das Innere der Kirchen beschränkt. Standestracht der Geistlichen und jedes religiöse Abzeichen ist verboten. Grundbesitz und Vermögen können Kirchen weder erwerben noch vesitzen. Vorhandenes Kirchengut verfällt ohne weiteres dem Staat. Alle Kirchen, Bischofs Wohnungen, Seminarien, Asyle. Kollegien, Klostergebäude und sonstige religiösen Zwecken dienende Gebäude sind Eigentum des Staates, der frei über ihre Verwendung verfügt
Erfaßt uns da nicht ein inneres Knirschen und ein heiliger Zorn, wenn wir von solch ungerechten und drakonischen Gesetzen hören, geschmiedet zu dem einzigen Zweck, die verhaßte katholische Kirche vom Erdboden zu vertilgen? Mußten da nicht die Bischöfe sich zur Verteidigung der Kirche erheben? Und in der Tat, sie sind keine ftmn= men Hunde gewesen und haben gegen solche Knebelung lauten Protest erhoben, haben die Kirchenfeinde, die solche Gesetze machten und die sich erdreisten würden, sie durchzuführen, exkommuniziert und über ganz Mexiko das „Interdikt" verhängt Das ist die Sperrung alles öffentlichen Gottesdienstes, aller öffentlichen Seelsorge. Verstummt sind seitdem die Glocken und Orgeln; ver
ödet die Kirchen und Altäre; eingestellt ist der Gottesdienst und die Spendung der hl. Sakramente; nur im Sterbefall dürfen sie gespendet werden. Ein ewiger Karfreitag ist über Mexiko hereingebrochen Da geht in Erfüllung die Klage des Propheten Jeremias: „Die Wege Sions trauern, weil niemand kommt zum Feste."
Wer beschreibt das namenlose Elend, die Trauer, die Verwirrung, die Gewissensnöte, die bei solchen Zuständen im ganzen Lande herrschen müssen? Und da die Bischöfe, die Priester, die Katholiken alles tun, um solche ungerechte Gesetze zu durchkreuzen, so sind Kämpfe, Verurteilung, Gefängnis, Todesstrafen vonseiten der Regierung an der Tagesordnung.
Schon Ende 1927 zählte man 147 Priester, 66 Mitglieder der katholischen Jugendvereinigungen und viele sonstigen Bürger, die hingerichtet wurden; Kirchen ohne Zahl sind entehrt und geschändet, ganze Landstriche verödet, tauiende von Katholiken des Landes verwiesen, darunter viele Bischöfe und Priester. Kurzum, es ist eine Kirchenverfolgung, wie sie selbst ein Nero und ein Diokletian nicht in solchem Ausmaß geübt haben.
Und welches sind die Waffen, die uns zu Gebote stehen, um unsere Glaubensbrüdern wieder zur Freiheit zu verhelfen? Die erste Waffe ist die Junge. Wir sollen von den Leiden unserer Glaubensgenossen reden. Jenes Komplott des Schweigens, von dem der Hl. Vater gesprochen hat, dürfen wir nicht länger mitmachen. Um aber davon zu reden im Freundeskreis und in der Des* fentlichkeit, müssen wir von den dortigen Zuständen etwas wissen.
Um etwas zu wissen, müssen mir uns dafür interessieren, davon etwas hören in Versammlungen, davon etwas lesen in Zeitungen und Broschüren. Da ist zum Beispiel das Buch: „Der Kampf gegen die katholisme Kirche in Mexiko", Herausgekommen im Volksvereinsverlag M.-Gladbach Da sind noch manche andere Broschüren und Flugschriften. Kaufe dir davon, lies, erzähle. — Die zweite Waffe ist die Hand, die du erheben sollst zum Ge- bet für die bedrängte Kirche in Mexiko. „Bittet, und Ihr werdet empfangen, damit Eure Freuds vollkommen werde". Opfere bisweilen einen Rosenkranz, eine hl. Messe, eine hl. Kommunion auf in diesem großen Anliegen. — Die dritte Waffe ist der Skimmzeltel. Dazu ist beute am Wahltag die richtige Zeit. Tritt ein für diejenige Partei, die immerdar in unserm lieben deutschen Vaterland einqctreten ist für Kirche, für die Religion, für deren Schutz und Freiheit. Oder sind nicht Kräfte genug auch bei uns am Werk, die mit Ver- anüaen einen Kulturkampf heraufbeschwören würden, wenn wir Katholiken schlafen? Wenn wir uns in die Ecke stellen? Drum laßt, liebe Freunde, alle kleinlichen Bedenken bei Seite und habt die großen Interessen der Kirche im Anae. Trage