Kassel, den 8. KprU (928.
58. Zahrg
Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Pfennig 3 45 R.-Pfennig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda fein, ------- Druck imb Beklag der Fuldaer Actiendrilcksret. Bsrlagzart Fulda. —.....— ■
zu ihnen: „Erschrecket nicht; ihr sucht Jesum, 6 n Gekreuzigten:
Wochenlialender.
Sonntag, 8. April. Ostersonntag.
Montag, 9. April. Ostermontag.
Dienstag, 10. April. Osterdienstag.
Mittwoch, 11. April. Von der Oktav des Osterfestes. Leo I. d. Gr., Kirchenlehrer, t 461.
Donnerstag, 12. April. Von der Oktav.
Freitag, 13. April. Von der Oktav. Hsrmenegild. Mart., 585.
Samstag, 14. April. Von der Oktav. Justinus, Mart., 1 163. Tiburtius u. Gen., Mart., t 229.
Ostern.
Ostersonntag. Epistel: 1. kor. 5, 7—8.
, Brüder! Fegt aus den alten Sauerteig, damit ihr eni neuer seid, wie ihr denn auch ungesäuert seid. Unser Osterlamm Christus ist geopfert worden. Laßt uns also Festmahl halten, nicht mit dem alten Sauer- der Bosheit und Schalkheit, sondern mit dem ungesäuerten Brot der Reinheit und Wahrheit.
Ostermontag. Lesung. Apg. 10, 37—43.
3n jenen Tagen stand Petrus in der Mitte des Volkes auf und sprach: Liebe Brüder, ihr wißt, was sich in ganz Judäa zugetragen hat: es begann in Galiläa nach w Taufe, die Johannes predigte Ihr wißt, wie Gott «lus von Nazareth mit dem Zeitigen Geiste und mit Sraft gesalbt hat, wie er umhergezogen ist, Gutes getan und alle, die vom Teufel besessen waren, geheilt Nat: Denn Gott war mit ihm. Wir sind Zeugen von all oem, was er im Lande der Juden und zu Jerusalem gatan hat. Ihn haben sie getötet, indem sie ihn ans ^>olz hingen. Ihn hat Gott am dritten Tage aurermerff encheiuen lassen, nicht dem ganzen Volke, sondern 5 uv" Gott vorherbestimmten Zeugen, uns, die wir it ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er von en uuferstandsn war. Er hat uns geboten, dem predigen und zu bezeugen, daß er es sei, der n Gott verordnet worden ist zum Richter der Geben- Ben und Toten Ihm geben alle Propheten Zeuams aUe- die an ihn glauben, durch seinen Namen Vergebung der Sünden erlangen.
Ostersonntag. Evangelium: Mark. 16, 1—7.
Vorsehung und der Engel freundliches Walten, die an einer Leiter zu Häupten des Schläfers auf und
eredt war der Stein, auf dem kvb sein müdes Haupt niederlegte; denn er verkündete Gottes liebliche
Ein beredter Stein.
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"verstiegen.
ronr der Stein, mit dem David jenen ^tpin ,an5 0Dn Philister niederstreckte; denn dieser sich "-.^kündigte den Mui, die Kraft und Geschick- Seiitnns t jugendlichen David und nicht minder den des gütigen Gottes lener ^ 'er und wann war ein Stein so beredt als ' er Dor dem Grabe Christi gelegen ist, dessen
Nusid^KrâundGeW aufbUckten, sahen sie, daß der SM..bereits = ’S* — "" - SÄÄ 'N ”» ®r«™m™r
wflr ein Stein ,. berebi * | hinein und sahen . MWM «WLL be Christi gelegen ist, dessen ' in weißem Gewände. Sie erschraken. Er aber «prach
der Engel als einer Kanzel sich bedient hat, um die Auferstehung Christi zu verkünden, deren Fest heute mit seinem reizenden Zauber die ganze Kirche erfreut? - - - MWSM!
Wie war denn dieser Stein überhaupt ans Grab gekommen? Joseph von ArimakhSa hatte sich von Pilatus den Leichnam Jesu erbeten. Joseph legte dann den Leichnam in Leinwarü» und legte ihn in sein eigenes neues Grab, das er in einen Felsen hatte hauen lassen.
Vor den Eingang des Grabes wälzte er einen grossen Stein und ging weg.
Nun kamen die Feinde Jesu auf den Einfall, an diesen Stein ein Siegel anzulegen und vor dem Grab eine Wache aufzustellen. Sie traten vor Pilatus und sprachen: „Als dieser „Verführer!" noch lebte, hat er gesagt: nach drei Tagen werde ich auf. erstehen; befiehl also, daß man das Grab bewache, damit nicht etwa seine Jünger kommen, ihn stehlen und dann zum Volke sagen: er ist auferstanden, und so der letzte Irrtum ärger wäre als der erste." — Pilatus sprach: „Ihr habt eine Wache; geht also hin und bewachet das Grab, wie es euch gutdünkt." Da gingen die Feinde hin, stellten Wächter an das Grab und versiegelten den Stein. Wahrscheinlich zogen sie eine Schnur um die steinerne Verschluß- tür, tränkten sie reichlich mit Wachs und drückten das Siegel des hohen Rates barein. Welchen Zweck verfolgten sie mit dem Siegel? Wenn etwa die Jünger in die Grabkammer eingedrungen wären, hätten sie das Siegel verletzen und den Stein weg- wälzen müssen. Am Siegel konnten sie also feststellen, ob jemand am Grab etwas gemacht chatte oder nicht.
Hatte es nicht den Anschein, als hätte sich alles verschworen gegen die Auferstehung des Herrn? Tot lag sein Leib in der finsteren Grabeshöhle, umschnürt und umwickelt mit Binden und Tüchern; vor dem Eingang ein Stein von ungewöhnlicher Schwere und daran das amtliche Siegel.
Doch was geschah?
„Ihn hemmen Stein und Sieget nicht;
Freu dich und finge:
Durch eigne Kraft tritt er ans Licht; Alleluia.
Sing fröhlich Alleluia." —
Am Ostermorgen gingen die drei Marien m aller Frühe, als eben die Sonne aufgegangen war hinaus zum Grab, um nach jüdischem Brauch den Leichnam des Meisters zu falben. Unterwegs^pra- »en sie zu einander: „Wer wird uns den Stem von der Türe des Grabes wälzen. Und als sie
Er ist auferstanden; er ist nicht hier."---
Was war nun mit dem Stein geschehen? Eil Engel des Herrn war vom Himmel niedergestie gen, unter dessen Tritten die Erde bebte. Mit un sichtbarer Hand wälzte er den Stein, ohne dm Siegel zu verletzen, auf die Seite. Sein Antlit war wie der Blitz und sein Gewand weiß mit Schnee. Die Wächter erzitterten, fielen um uni waren wie tot.
Laßt nun keinen Irrtum aufkommen. Habt ein * klare Erkenntnis vom großen Ostermysterium, tzct vielleicht der Engel den Stein deshalb weggewälz um die Bahn fretzumachen für den Austritt Jest' aus dem Grab? Hinweg mit einem solchen Gedan ken; meilenweit hinweg! Nicht für den Heilani hat der Engel den Stein weggewälzt, sondern fw die Frauen und andern Besucher des Grabes, da mit sie hineingehen und sich überzeugen konnten daß Jesus nicht mehr da ist. Und nicht vor bei Auferstehung, sondern nach der Auferstehung ha der Engel den Stein weggewälzt. Der Heiland ist auferstanden, als der Stein noch in seiner gan- zen Plumpheit und Schwere dalag. Trotz des Steines und durch den Stein hat er sich einen We; zur Freiheit gebahnt. Ja, mitten durch den Gleit hat fein verklärter Leichnam den Weg genommen, so wie der Sonnenstrahl nicht etwa das Fenster öffnet, um in das Zimmer zu gelangen, sondern durch das Glas hindurchgeht, ohne daß es ihm oder dem Glas etwas schadet.
Ihn hemmen Stein und Siegel nicht;
Freu dich und singe:
Durch eigne Kraft tritt et ans L-cht, Alleluia,
Sing fröhlich Alleluia. —
So bist du, o Jesus, ein zweiter und stärkerer Samson geworden. Dieser hat bis Mitternacht in der Festung Gaza geschlafen; dann hat er sich erhoben, das Steintor aus den Angeln gerissen und auf den nahen Berg getragen, den Feinden zum Spott, ihm zum Ruhm und zur Ehre. Du aber, mein Jesus, bist bis zum Morgen des dritten Tages in der Getangenschaft des Grabes und Todes gelegen; dann aber hast du den Todesschlaf abgeschüttelt. Halt mitten durch Felsen dir den Weg gebahnt, hast den Tod, diesen schrecklichen Zwing- Herrn der Menschheit, samt seinem Urheber, dem Teufel besiegt, den Feinden zur Schmach, dir zur Ehre, den Gläubigen zum Trost und zur ewigen Freude. , .
Und heute wird diese Tatsache gefeiert auf dem ganzen Erdenrund mit Glockenklang und Orgel- spiel, mit Festgewändern und fröhlichem Alleluia nun liegt der Tod machtlos am Boden; das Reich Satans" ist vernichtet, die Tore der Hölle zertrümmert für alle, die an Jesus glauben, seine Lehre annehmen, feinem Beispiel folgen. Denn auch dir