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sehr früh in den Bergwert« zu verdienen suchen. Spä­ter erbtest er eia« Strü, in einer Bersicherungsgesell- schaft. Dank feine* Sprachfühigkeiten er spricht ü- t-ruisch polnisch und ruMtz brachte er sich bald vor­wärts. Er verschafft, sich selbst die Mittel zum Stu­dium und erreichte jetzt durch bit WeH, fein langer­strebte» Ziel.

Zur Politik der wachs.

Der Reichstag

arbeitet zurzeit mit Hochdruck, um die EtatsLera- tung und die Rofttandsgefstze noch in diesem Woche zu Ende zu führen. Ar^ allen Seiten besteht ern­ster Wille zu sachlich« Arbeit. Der Reichstag wird das kann jetzt als bestimmt gelten am Sams- tag, den 31. März, aufgelöst.

Merkwürdigerweise bemühen sich die Deutsche Dolkspartei, die Demokraten und Sozialdemokraten darum, auch noch ein Gesetz zur Erleichterung der Ehescheidung durchzudrücken. Der liberal-soziali­stische Kulturblock zeigt sich daher wieder einmal, wie in der Echulfrage, offenbar um den Wählern vor Torschluß zu beweisen, wo die Feinde einer christlichen Auffassung der Ehe sitzen.

Das Reichskabtnett wird dem Reichspräsidenten vorschlagen, die Neuwahl des Reichstag am 20. Mai stattfinden zu lassen.

Mexiko ha Deutschen Reichstag.

Der Zentrumsabgeorbnete Prof. Dr. Schreiber kam bei den Etatsdsbatten auch auf die Verfol­gungsgreuel in Mexiko zu sprechen. Er führte aus:

Mit tiefstem Bedauern verzeichnen mir jetzt die Tatsache, daß fest Monaten ein amerikanischer Staat sich an der für die Völkerbeziehungen so wertvollen internationalen Kultursolidarität äußerst scharf vergreift. Ich denke hier an die Katholiken- verfolgungen in Mexiko. die uns geradezu zwingen und nötigen, an dieser Stelle eine scharfe Verrvah- rang cmzulegen. Wenn ein Kulturstaat derartige Gewaltakte norninuru, derartige Verstöße gegen Sittlichkeit und Menschlichkeit begeht gegen eine Religionsgesellschaft, die weithin auf dem Erdball Träger von überstaatlichen und zugleich kulturschöp­erischen Ideen ist. dann muß gegen diese Verlet­zung elementarer Freiheitsideen und Menschen­rechte der schärfste Einspruch erfolgen. Wir sehen in dieser Katholikenverfoigung ein Attentat auf die internationale Zusammengehörigkeit der Völker, auf jene HumanitcAspolirik, die in der Nachkriegs­zeit in zahlreichen internationalen Organisationen der 38eitnoibil.se, des internationalen Kulturaus­tausches zu Worte kommen. Jedes Volkstum, auch jedes religiöse Bekenntnis, sollte im Zeitalter einer wahrhaft humanitären Politik jene Delikatesse, jene sorgsame Behandlung und jene staatspolitische Be­wertung erfahren, die die britische Politik dem iri­schen Freistaat als Abschluß der irischen katholischen Emanzipation zuerkannte.

211s Einspruch gegen die unerhörte Vergewalti­gung geht heute bereits eine Protestbewegung durch Kanada, durch die Vereinigten Staaten, eine Protestbewegung durch Belgien, eine Protestbewe­gung durch die Katholiken Deutschlands, durch die Internationale Union katholischer Frauenverbände ein weithin gehörter Aufschrei gegen eine Ver­gewaltigung, die zu dem Beschämenb- ft e n gehört, was das 20. Jahrhundert entwickelte. Es ist ein unendlich trauriger Ruhm, wenn in einem Staat, der sich zu den Kul­turstaaten zählt, das Zeitalt er Diocletians heraufgeführt wird. Ich wiederhole noch einmal, wir werden stets eine Sympathie für ein Land Mexiko haben, das sich auf dem Boden der Hu­manität, der Toleranz und der Menschlichkeit stellt. Wir wissen uns Dort jener Animosität gegen den Staat und das Volk von Mexiko frei und haben es im Gegenteil begrüßt, daß nach dem Kriege ein Forschungsinstitut für den deutsch-mexikanischen Kulturaustausch geschaffen wurde. Aber das kann uns nicht von der Verpflichtung entbinden, uns auf die Seite der Wahrheit zu stellen und uns mit al­

Hus der Hauptstadt der Ltzristercheit.

Armenische Dischosskonferenz.

Anfang Mai dieses Jahres wird in Rom ein Kongreß der armenischen Bischöfe unter dem Vor« sitz des Kardinals Srncero, des Sekretär» der Kon­gregation für die orientalische Kirche, stattfinden.

Für die katholische Universität Marland.

In Rom wurde aus Veranlassung des Rektors der katholischen Universität Mailand, P. Gemelli, ein Komitee zur Förderung der Universität gegrün­det. Vorsitzender ist Kardinal Pomplli. Fast die gesamte römische Aristokratie ist dem Komitee bei­getreten. Der Heilig- Vater hat das Komitee und den Verein der Freunde der Universität in feier­licher Audienz empfangen und dabei seiner hohen Genugtuung über den Eifer der Förderinnen und Mrderer der kathMschen Hochschule Ausdruck ge­geben. Der Papst hob in seinen Worten die Be- deutung des Apostolates der Wissenschaften hervor. Er schloß mit herzlichen Wünschen für die Zukunft der katholischen Universität Mailand.

Päpstliches Jahrbuch.

Der Präfekt der Vatikanischen Archive wurde vom Papst in Prioataudienz empfangen, welcher den ersten Abdruck des »Anauario Pontificio 1928 vorlegte, das die vollständige Uebersicht über die gesamte kirchliche Hierarchie der ganzen Welt ent­hält und über 1000 Seiten zählt. Interessant sind die neuesten Daten über das Heilige Kollegium, aus denen hervor geht, daß dasselbe aus 66 Kar­dinälen besteht, also 4 zur Komplettierung fehlen. Von der Anzahl sind 3 von Leo xm. ernannt, 18 von Pius X-, 18 von Benedikt XV. und die übri­gen 27 von Pius XI. Den 33 italienischen Kirchen­fürsten stehen ebenfalls 33 ausländische gegenüber, unter denen sich 7 Franzosen, 4 Deutsche, 4 Spa- nier, 4 Amerikaner, 3 Engländer, 2 Polen. 2 Oesterreicher, 1 Belgier, 1 Kanadier, 1 Unrar, 1 Portugiese, 1 Böhme, 1 Brasilianer und 1 Hol­länder befinden.

Papst Pius XI. über die gute Presse.

Papst Pius XI; hat vor einigen Tagen etwa 3000 Vertretern des römischen Zweiges der katho­lischen Jugend Italiens eine feierliche Audienz ge­währt. Bei dieser Gelegenheit hat der Heilige Va­ter über die Aufgaben der katholischen Jugend plattens eine Rede gehalten, die für die Jugend der gesamten Welt wegweisend ist

Aus der wichtigen Rede sei eine bemerkens­werte Stelle über die gute Presse wiedergegeben:

»Die Presse ist in unseren Tagen eine der mächtigsten Kräfte, da sie sowohl die vcrhängnis- voliske als auch die wohltätigste Macht des £e- bens der Melk, ja der Kirche selbst werden kann. Des^al tatet ihr gut daran, euch über diese Dinge klar zu werden. Es war ein heiliger Gedanke eurer Führer, eud) beizeiten darüber aufzukla- »en-Cemals werdet ihr zuviel für die gute Presse sönnen. Wenn ihr aber nicht mehr tötet, als vie Blatter und Schriften der guten Presse zu ver­keilen, dann wurde das schon ein heiliges Werk lem. Wenn ihr aber einmal groß geworden sein «nd euer Lebensziel erreicht haben werdet, wenn euer Verständnis, was ihr lesek, größer sein kJz3 ts .Heuke möglich ist, dann werdet ihr dem Gebiete der guten Presse noch etwas «nfM<n2res "."d Nützlicheres leisten, vielleicht auch schr b"" « £*cbe M unserem Herrn Jesus Christus

r... om. Ein früherer ©rubentnabe, der beim Kohlen-

" kubierte, später bei einer besseren Beschäftigung fontpT , ier ^O. ein Geschäftchen einzurichten un» Sriuii sâe Brüder und Schwestern auf hohe $:8 J" ,"en konnte, ist in Rom zu einem Priester der einet- L*tinTOre 0eweiht worden. Es handelt sich um seiner *5' ®°u*5 Mendelis, der mit neun Jahren mit ien nn= m^ "^ Litauen nach den Vereinigten Siaa- swanderte. Da sie sehr arm waren, mußte er schon

lem Nachdruck als deutsche Katholiken an da» Weltgewissen zu wenden, wenn eine un­erhörte Diktatur über seelische und religiöse Le- bensäußerungen proklamiert wird. Es kann uns nicht hindern, jene Methoden zu brandmarken, wenn das zeitige Regime unverzichtbare Men­schenrechte und Aeußerungen des religiösen Emp» findungstehens niedsrhält."

Abgeordnsker Rheinländer f.

Mitten aus dkr parlamentarischen Arbeit her­aus ist der Reichstagsabgeordnete Anton Rhein­länder durch einen unerwartet schnellen Tod in ein besseres Jenseits abberufen worden. Seit dem Jahre 1919 gehörte er der Nationalversammlung und dem Reichstag an als hochgeschätztes Mitglied der Zentrumsfraktion. In erster Reihe Hatter ge- arbeitet für die Rettung der konfessionellen Schule. Viele Jahre stand er schon an der Spitze des ka- tholstchen Lehrervereins. Trotz seiner anerkann­ten FrchiKkeiten war er sehr zurückhaltend. Er zeichnete sich aus durch Bescheidenheit und Dor- nehmhest. Es war der 17. Todesfall, den die Zentrumsfraktion des Reichstags zu beklagen hat. Abgeordneter Rheinländer starb in der Frühe des 23. März, gegen 5 Uhr, nachdem er noch am Abend einer ^ung der Zentrumsfraktion beige wohnt und zu Hause spät gegen Mitternacht einen Herz­schlag erlitten hatte.

Dr. Wirth

ist vom badischen Zentrum nicht wieder als Kan- Wbat für die nächsten Wahlen aufgestellt worden. Beklagen kann sich Dr. Wirth darüber nicht. Seine fortgesetzten Ssitensprünge, die ein gedeihliche» 'Mitarbeiten völlig unmöglich machten, sein zeit» welliger Austritt aus der Zentrumsfraktion, seine Artikel in gegnerischen Blättern, vor allem aber feine Stellungnahme mag es auch nur eine vor­übergehende gewesen sein gegen die konfessionelle Schule, zwangen das badische Zentrum, vor der Kandidatenaufftellung von Dr. Wirth gewisse Ga- rantien und Versprechungen zu fordern, die aber Wirth nicht in genügender Weise gab. Damit war feine Aufstellung für die nächste Wahl unmöglich. Als Spitzenkandidat der badischen Zentrumspartet für den Reichstag wurde Reichsfmanzminister Dr- Köhler ausgestellt.

Mittelstand und Reichstagsrvahlen.

In einer soeben im Volksoereins-Verlags, M- Gladbach, erschienenen Broschüre:Mittelstands- fürforc^" (34 Seiten, Preis 30 Pf.), schreibt der erste Vizepräsident des Reichstages, Abaeordneter Thomas Ester, in einem Schlußwort:Im parla­mentarischen Leben entscheiden die Majoritäten. Nur der kann für feine besondern Interessen etwas erreichen, der es versteht, eine Mehrheit dafür zu aemtrnen. Was nützen die schönsten Agitations- anträge, wenn sie von steinen, isolierten Gruppen gestellt werden? . . . Der österreichische Bundes­kanzler Dr. Seipel bat am 10. Oktober 1923 in Linz das Wort geprägt:Ein bescheidener Aus­gleich zwischen den Interessen der einzelnen Be­rufsstände ist mehr wert für jeden Berufsstand als der schönste, der glänzendste Klassenkampfl"Das gilt besonders für den gewerblichen Mittelstand. Bei der wirtschaftlichen Gliederung unseres Volkes ist kein Stand so stark u. zahlenmäßig so überwie­gend, daß er für sich dein, ohne Zuhilfenahme der Ünterftütjung durch andere Volkskreise, etwas diirchsstzen könnte Das ist nicht einmal der zah­lenmäßig stärksten Vevölksrungsschicht der Hand- und Lohnarbeiter gelungen. Darum haben alle Stände sich bemüht, innerhalb großer politischer Parteien den Zusammenhang mit andern Berufs- freifen zur Wahrung ihrer eigenen Interessen zu suchen. Nur her gewerbliche Mittelstand, obwohl schwächer an Zahl als Arbeiter und Landwirte, leistet sich den falschen Luxus einer Klassenpartei, obwohl es sich täglich beweist, daß diese den un­bedingt notwendigen Ausgleich der Interessen nie­mals finden kann.", Mögen Hitz Mitteiständle^