men Griten aus dem Kopse schlagen und das gute Leben nur flott genießen. Wenn sie älter geworden und die Geschwister versorg! wären, dann könne sie immer noch ein frommes Leben anfangen.
Sie blieb standhaft bei ihrem Entschluß, gleich wegzu gehen: „Lieber will ich trockenes Brot essen und arbeiten, daß mir die Finger bluten, als noch eine Stunde länger in der Sünde bleiben oder das Sündengeld annehmen."
Vor Aerger und Trotz über diese Abweisung war ich wie von Sinnen. Ich bot höher und höher; zuletzt bot ich ihr zehntausend Mark an, wenn sie nur noch ein halbes Jahr bei mir bleiben würde. Ich war überzeugt, tvrnn erst der Einfluß der Mission gebrochen war, würde si'e auch noch länger bleiben. Dafür hätte ich schon gesorgt. Ja, wenn nur erst der verfl . . . Missionar weg wäre! Verzeihen Sie, Herr Pater, daß ich den schändlichen Ausdruck wiederhole. In jenen Tagen habe ich noch schlimmere Verwünschungen gegen Sie ausge- stotzen. Und wissen Sie, was das arme Mädchen mir zuletzt geantwortet hat?
Ich sehe sie noch vor mir; mit Tränen in den Augen wendete sie sich bald von mir: „Der liebe Gott möge Ihnen gnädig sein; ich kann nicht anders ... ich verkaufe meine Seele nicht!" ___
Das war ihr letztes Wort. Sie hat gleich nachher das Haus verlassen und ist nicht mehr zurückgekehrt.
Als sie weggegangen, kehrte allmählich meine Vernunft zurück. Ich schämte mich vor dem armen ungebildeten Mädchen, dessen Notlage ich solange in niederträchtiger Weise ausgenutzt hatte, und das jetzt mehr Charakterfestigkeit an den Tag gelegt hat als ein Mann, der sich für gebildet und gut erzogen hielt. Dieser Mann war ich. „Ich verkaufe meine Seele nicht!" hatte sie gesagt. Welche Kämpfe mochte sie überstanden haben, bis sie sich zu diesem Entschluß durchgerungen! Und ich wollte ein Mann von gereifter Lebenserfahrung sein? Mich hätten meine grauen Haare doch längst zum Nachdenken bringen müssen! Wer weiß, ob nicht bald mein letztes Stündlein schlagen würde! Der Arzt hatte schon vor mehreren Jahren einen schlimmen Herzfehler festgestellt. Ich wurde ernster gestimmt. Vielleicht hat das arme Mädchen inzwischen für mich gebetet. Kurz und gut, ich fühle, daß sich bei mir innerlich etwas löste, was alle die Jahre hindurch meine Sinne gefangen genommen hatte. Schließlich bin ich auf meine Knie gesunken und habe dem lieben Gott gedankt, daß er durch die Mission eine solche Wendung herbeigeführt hat.
Herr Pater, ich möchte durch Ihre Vermittlung ein Legat für die Familie des Mädchens aussetzen, dem ich an seiner Seele so viel Schaden zugefügt habe. Ich habe die notwendigen Schriftstücke mit» gebracht, und es ist alles so geordnet, daß mein Name dabei nicht genannt zu werden braucht. Ich selbst beabsichtige, meine Praxis bald aufzugeben und in die Nähe des Klosters zu B. zu ziehen, um den Rest meiner Tage dort im Schatten des Heiligtums zu beschließen. Ich habe viel gut zu madjen.
Und jetzt will ich zur Kirche gehen, und ich bitte Sie, dort meine Beichte anzuhören. Viel habe ich ja nicht mehr hinzuzufügen, aber ich hoffe, Sie werden Mitleid mit mir haben und mir im Namen Gottes den Frieden der Seele wiedergeben."
Wie gern und freudig mag der Missionar diesem reuigen Sünder die Worte gesagt haben: Ego te absolvo!
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Zwei Jahre später erhieft der Missionar die Anzeige vom Tode eines Herrn, der zu B. im Alter von 62 Jahren an einem Herzschlags gestorben war. Er war plötzlich verschieden; aber er hatte noch tags zuvor die hl. Kommunion empfangen und, wie aus der Todesanzeige hervorging, in der letzten Zeit wöchentlich gebeichtet und kommuniziert, sodaß er wohl immer auf den Tod vorbereitet war. Er soll im Stillen viel Gutes getan haben. Den größten Teil seines Vermögens vermachte er Anstalten zur Rettung gefährdeter oder gefallener Mädchen. So sucht? er nach Kräften zu sühnen, was er früher gefehlt.
Seitdem hat der Missionar, wie der Verstorbene es selbst gewünscht, diese Geschichte manchmal erzählt, und es ist wunderbar, wie mancher Sünder und manche Sünderin schon dadurch ermutigt worden sind, mit der Gelegenheit zur Sünde endgültig
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Heldensinn einer Mutter.
Im Staate Jalisco (Mexiko) ist's. Eine Abteilung von den Truppen Calles' greift einen Jüngling aus den einfachen Volks klaffen auf, kaum 18 Jahre alt ist er. „Ge ersticken die Revolution" — natürlich! „Nieder mit Christus!" soll er rufen — daran erkennt man nämlich die Revolutionäre! Entrüstet weist der Bursche eine solche Gotteslästerung von sich. Er sei Katholik und werde so etwas nie sagen. „Also bist Du kein Revolutionär" riefen die Soldaten. „Ich bin kein Revolutionär. Ich bin nie mit ihnen gegangen. Niemand wird mir das Nachweisen. Aber ein Katholik bin ich und kann Christus nicht verleugnen."
Nun fesselten sie ilm, binden ihn ans Lastauto und fahren los, und der arme Bursche wird nachgeschleift, bis er am ganzen Körper mit Wunden bedeckt und blutüberströmt vor seinem Vaterhaus ankommt. Dort drängen sie noch mehr in ihn: „Hoch Calles! Es lebe Calles! Nieder mit Christus, dem König!" soll er rufen. Aber der Jüngling ganz erschöpft, entgegnet nur immer wieder: „Ich bin Katholik! Es lebe Christus, der König!"
Nun mißhandelten sie ihn mit Bajonettstichen, um ihn so dazu zu bringen, Christus zu verleugnen. — Eine Frau, die Zeugin dieses Schauspieles war, eilte ins Haus, die Mutter zu rufen. „Komm, draußen foltern sie Deinen Sohn, um ihn zum Abfall vom Glauben zu bringen!" Entsetzt eilt sie hinaus; in schrecklichem Zustand trifft die arme Mutter ihr Kind und — mit dem Heldenmut, der jetzt in Mtzxiko gerade in den unteren Volksschichten so zahlreiche Triumphe feiert, ruft sie ihm zu, so laut sie kann: „Und wenn sie Dich töten,, verleugne den Glauben nicht! Dein Glaube ist mehr wert, als das Leben! Es lebe Christus, der König!" Und: „Es lebe Christus, der König!" ruft der Jüngling mit letzter Kraft beim Klang der Stimme der Mutter und — stirbt.
(Mescijero del Tor. de Jesu. Enero 1928. 6. 87.)
Diese Erzählung ist entnommen der vor einigen Tagen im Verlag „Kölner Görres-Haus G. m. b. H., Köln, erschienenen Broschüre „Greuel in Mexiko" von Pfarrer Berghoff, Siegburg (30 Pfennig je Exemplar, bei Abnahme von mehr als 10 Exemplaren 25 Pfennig je Stück, bei Abnahme von mehr als 100 Exemplaren 22 Pfennig je Stück), die schonungslos die Schandtaten eines Calles an den Pranger stellt und den Heldenmut unserer mexikanischen Glaubensbrüder enthüllt. Es ist Ehrenpflicht aller Katholiken, sich für weitestgehende Verbreitung dieser Broschüre einzusetzen, damit das Schweigen des Komplottes gebrochen wird. Der Reinertrag ist für die verfolgten Katholiken Mexikos bestimmt.
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Ein neues Kommunion-Andenken von Matthäus Schiestl. Wer Matthäus Schiestl kennt, dem werden die Gestalten lebendig, die dieser Meister aus der Wirklichkeit schuf und in packend malerischen Gruppen vereinigt. So sehen wir auch die Personen seines neuen Abendmahl-Bildes (Verlag: Gesellschaft für christliche Kunst G. m. b. H. München) in blutvoller Wirklichkeit um den Heiland versammelt: Nichts von Pose, sondern echte, wahre Ergriffenheit von Männern aus dem Volke, die staunend soeben die Abschiedsrede ihres Meisters vernahmen und fein eigenes Fleisch und Blut in sich aufnehmen sollen. Die Auffassung und die künstlerisch- technische Gestaltung ist so plastisch und anschaulich, in der Farbe so warm, daß sie dem kindlichen Gemüte in der Schiestel'schen Art immer Neues sagt, immer mehr verborgene Reize und Schönheiten bemerkbar werden läßt. So ist dieses Blatt in feiner symbolischen Umrahmung von Trauben uyd Aehren berufen, zur be- glückenden Erinnerung zu werden an den gnadenreichsten Tag des Lebens.
Filippsdorf Im 80jährigen Iubelkranze. Zum 60fäh= rigen Jubiläum des Wallfahrtsortes Filippsdorf. Jü- belheft von Reinhold Matig. Druck von Opitz-Warnsdorf. Das kleine Wallfâhrtsörtchen Böhmens wrb viel besucht. Jetzt, da es 60 Jahre her sind seit den Erscheinungen der Muttergottes in Filippsdorf, ist eine Rücstchau, wie sie das vorliegende Heft bietet, willkommen.
Dürer als Führer. Vom Rembrandtdeutschen und feinem Gehilfen. Mit einem Brief" von Hans Thoma an Momme Nissen. Großoktav. 81 Vollbilder in Kupferdruck. Büttenumfchlog. Mk. 2.40. Verlag Josef Müller, München 23. Am 6. April feiern wir den 400= jährigen Todestag des großen deutschen Künstlers Al- brecht Dürer. Zu Lebzeiten ehrten ihn die Großen der Erde, Fürsten auf dem Thron und Fürsten des Geistes: das deutsche Volk huldigte seinem großen deutschen Meister, bis in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts der französische KunstgesiWiack in unserem Vaterland fiAyrM-tniiX mitrhä ffrft Kor titti/s» fflna>iRe orPnnni» UHh
würdigte Dürers Bedeutung wieder. Als Mensch wie als Künstler steht Dürer groß.vor uns. Es ist die besondere Aufgabe des heurigen Dürerjahres, den Meister von Nürnberg dem deutschen Volke nahe zu bringen. Hier soll auf das außerordentlich interessante und originelle Buch: „Dürer als Führer" im Kunstverlag Josef Müller-München hingewiesen fein. Kein ge- ringerer als der Rembrandtdeutsche Julius Langbehn schildert den Meister Albrecht in feuriger, rassiger Sprache als deutschen Mann, aufrecht und gerade, frei und treu, und als deutschen Künstler, bodenständig unb doch fortschrittlich, fest mit Heimat und Volk verwah- Ën und doch nicht abgeschlossen und abgewandt von nregungen aus Italien und den Niederlanden. In 81 Kupferticfdruckbilüern schauen wir, innerlich tief ergriffen, die Werke von Dürers Griffelkunst und Malkunü. Ein liebevolles und wiederholtes Sichversenken in dies vortrefflich wiedergegebenen Bilder führt uns gründlich ein in die Dürersche Geistes- und Formemvelt. Die vornehme Ausstattung, der niedere Preis wird dem vollendeten Werk die Wege in das deutsche Volk ebnen.
Martindale und Richter S. 3„ „Durch innere Frei- heit zur Reinheit!" Winke zur Selbstbeherrschung für junge Männer. 67 Seiten in steifem Umschlag eleg. kart. Rm. 0.60 (partieweise billiger). B. Kühlen Kuns:- und Derlagsanstalten M. Gladbach. Dies Büchlein ist nicht für Schulknaben gemeint, noch auch in erster Linie für reife Männer, aber schon jedem fünfzehnjährigen Jungen kann und sollte es in die Hand gegeben werden, wenn sich auch sein Sinn, Gehalt und praktischer Wert erst dem gereiften Manne, vor allem den verantwortlichen Führern der Jugend, den Vätern, Lehrern, Seelsorgern, nicht zuletzt auch den Aerzten erschließen dürfte. Das sechste Gebot wird gewöhnlich nicht genügend psychologisch behandelt. Wir Menschen brauchen auch psychologische, d. h. Verstandes- und Willensbildung und -fiihrung, so gut wie körperliche Abhärtung und Festigung, so gut wie religiöse, übernatürliche Gnadenmit- teL — Dieses Büchlein macht in der Tat den ganzen katholischen Menschen marsch- und kampfbereit, die ganze Menschennatur, Körper und Geist, Verstand und Wille und Herz, und die ganzen allmächtigen Gnaden- Ichätze der Uebernatur: Dieser katholische Mensch kann und wird leicht gern das schwierige sechste Gebot leben,
Aus fernen Landen. Eine Sammlung illustrierter Erzählungen für die Jugend. Bisher 34 Bändchen. 12* Freiburg im Breisgrau, Herder. 34. Bdchen.: Lutterbeck, Georg Alfred, S. I., Die Todesfahrt des »6t Jakob". Geschichtliche • Erzählung aus dem 16. Jahrhundert. Mit 3 Silbern. (6 und 84 S.) 1928. Broschiert 0.80 Mark. Mit welcher Spannung haben wir als Jungen die Bändchen „Aus fernen Landen" eins nach dem andern verschlungen. Die prächtige Sammlung ist heute noch so beliebt wie damals und wird gerade um ein neues Bändchen bereichert: „Die Todesfahrt des St. Jakob" von Georg Alfred Lutterbeck J. Man hat feine Freude an diesen Bildern und Gestalten, an dieser Handlung. Sie führt uns in die Zeit, wo Portugal noch das Meer beherrschte und noch begeistert den katholischen Glauben in die Welt trug.
Aelia Pulcheria von Dr. Herbeck, 124 Seiten, Preis gebd. 2.— Mk. Verlag Missionsdruckerei Kaldenkirchen, Rheinland. "
Die Siedlung in der Provinz dhenp mark Posen-westpreutzen.
Neben den privaten Siedlungsgesellschaften, die nicht immer den Stempel der Gemeinnützigkeit tragen, sind jetzt in allen östlichen Provinzen provinzielle Siedlungsgesellfchaften ins Leben gerufen worden. In der Grenzmark Posen-Westpreuße" wurde eine solche vor einem Jahre gegründet. Bis zum 15. Juli 1928 hat diese über 150 Siedlerstellen in Größe von je 60 bis 100 Morgen und au' ßerdem noch einige Restgüter von 400 bis M Morgen zu vergeben. Da das Angebot von Eutern sehr groß ist, kann die SiedlungsgeselljaM sich günstige Objekte aussuchen, und es haben oie neugeschaffenen Stellen alle mittleren bis guten, teilweise sogar recht schweren, dränierten Boden. Die einzelnen Stellen werden hinreichend ausgebaut und enthalten Wohnhaus, bestehend aus vie Stuben, einer Küche, einer Viehküche, Keller un Bodenraum, Scheune und Stallungen für Pserv-- Rindvieh, Schweine und Hühner. Die Stellen werden mit voller, guter Ernte und mit oder oyn Inventar übergeben. Für den Erwerb einer"Sm ohne Inventar ist ein Barvermöqen von ßOUU 10 000 Mark nötig, für eine Stelle mit Inventar sind 4 000 bis 6 000 Mark mehr erforderlich. Rente für die einzelne Stelle beträgt je nach Qualität des Bodens 13 bis 20 Mark pro MorgU worin eine ^prozentige Amortisation enthalten i - Soweit wie möglich wird konfessionell gef»M gesiedelt und dann auch für die entsprechende lung und religiöse Betreuung gesorgt. ^n ., ersten Jahren haben die Siedler steuerliche En terungen. Sobald in unserer Landwirtschan allaomeint Renlobilttä! unserer Betriebe W 1