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bunden mar, wirk» zur Errichtung eines- würdigen Krie­gerdenkmals, das so hoffen wir recht bald in Angriff ge­nommen wird, verwendet.

sinnen. Die im vorigen Jahr neugegründete Orts­gruppe der Zentrumspartei Hanau arbeitet rührig für die kommenden Wahlen. Eine schwere Krisenperiode hat sie überstanden, aber nun geht es vorwärts. Auf eine sehr angeregte Frauenoersammlung vor einigen Wochen hatte sie nun erneut für Sonntag, den 18. März, ihre Mitglieder zu einer Versammlung einberufen. Trotz des lachenden Sonnenscheins hatte sich eine große Anzahl treuer Zentrumswähler eingefunden. Im vollbesetzten Saale sprach Herr Direktor Singer aus Fulda über die Ideale des Zentrums. Der ursprünglich als Redner gewonnene Prof. Dr. Dessauer aus Frankfurt hatte in letzter Stunde abgesagt, aber alle waren angenehm über­rascht, in Herrn Direktor Singer einen vollwertigen Ersatz zu haben. Der Redner ist bekannt als alter Zentrumskämpe und Mann von treukatholischer Gesin­nung. Seme von demselben Geiste getragenen Ausfüh­rungen rissen die Zuhörer hin wiederholter Beifall un­terbrach seine Worte. In echt populärer Weise beger- sterte der Redner für den alten Zentrumsgeist und feuerte besonders an zur Einigkeit in unsern Reihen. Nie wird das Zentrum untergehen, wenn es sich nicht selbst das Grab gräbt. Die anschließende Diskussion brachte noch die besonders schwere Lage der Arbeiterschaft zum Ausdruck, zugleich auch deren treue Gesinnung zum Zentrum. Die in Aussicht gestellten weiteren Versamm­lungen mögen von demselben Geiste getragen sein.

Großkrotzenburg a. M. Der hiesige Jungsrauenoei ein veranstaltete am Sonntag abend im Saale zum Anker" einen dem Ernst der Zeit entsprechenden Theaterabend vor ausverknustem Haus. Die Präfck- tion des Jungsrauenvereins, unsere ehrwürdigen Schwe­stern, hatte auch diesmal in der Auswahl der Stücke einen recht glücklichen Griff getan. In zwei ergreifen­den Akten wurde in dem Stück:Wenn Dir in der Heimat ein Mutterherz noch schlägt", den Zuhörern das hohe Lied von der Mutterliebe vor Augen geführt, die selbst dann nod) verzeiht, wenn andere schon längst flu­chen. In seinem hohen, erzieherischen GrundgÄanlen sucht das Stück besonders zur srohen Erfüllung der Pflichten des vierten Gebotes anzueisern. Das vier- aktige Drama:Die hl. Agatha", das nun folgte, ver­setzte die Zuhörer in die Zeit der Christsnoerfolgung und hielt sie in steter Spannung. Wußte man auch schon von früher, daß der Kathöl. Jungfrauenverein unter Leitung unserer ehrwürdigen Schwestern schöne, inhaltreiche Theaterstücke aufzusühren versteht, und daß die Spielerinnen des Jungfrauenvereins auf der Bühne sich wohl zurechtfinden, so wurden doch gestern alle Erwartungen übertroffen. Die Einübung der Rollen mußte mit viel Geschick, rechtem Eifer und großer Liebe geschehen fein; denn die jugendlichen Spielerinnen ga­ben mit feinem Verständnis und in geschulter Aus­sprache ihr Bestes. Die Wirkung der einzelnen Stücke wurde noch wesentlich erhöht durch die farbenprächtigen Kostüme und die künstlerisch« Bühnenausstattung. Ge­nannt zu werden verdient an dieser Stelle auch unser lieber Herr Lehrer Heim, der stets hilfsbereite Mitar­beiter für die gute Sache, der mit Meisterhand die ein- schlägigen, ergreifenden Gelänge in feinfühliger Weise auf dem Harmonium begleitete. Der Abend dürfte wohl bei den zahlreichen Zuhörern seinen tiefen Ein­druck nicht verfehlt haben.

Fritzlar. Dipl. rer. pol. Georg Benl von hier be­stand an der Universität zu München die Doktorprüfung. Wir gratulieren!

Die landwirtschaftliche Schule Hünfeld.

schloß am letzten Mittwoch mit einer feierlichen Prü­fung ihren 8. Kursus. Geprüft wurde in der Tier­heilkunde, Pflanzenbau- und Betriebslehre; abwechselnd mit den Prüfungsfächern hielten 3 Schüler je einen in­teressanten Vortrag. Sodann richtete der Direktor an die abgehenden jungen Leute ernste Worte der Ermah­nung. im Leben immer wieder an das Gelernte zurück­zudenken. Im Namen des Ortskuratoriums dankte Herr Lotz-Rhina und namens der Eltern der Schüler Herr Gremm-Langcnschwarz dem Lehrerkollegium herz­lichst für die geleistete riesige Erziehungsarbeit. An­schließend wurde eine kleine gemütliche Feier veranstal­tet, verbunden mit Filmvorführungen. Gezeigt wurde der in allen Teilen lehrreiche Film:Hof Buchen­schwaige."

Den Unterricht besuchten 49 Schüler, und zwar 22 die Ober- und 27 die Unterklasse. Das Durchschnitts­alter stellte sich am 1. März 1928 auf 20 Jahre, ein Zeichen dafür, daß im Kreise Hünfeld die jungen Land­wirte in etwas reiferem Alter zum Unterricht kommen. Die Notwendigkeit einer gründlichen Fachausbildung wird heute von der Mehrzahl der Landwirte eingesehen Unter den gegenwärtigen schwierigen Verhältnissen kann sich nur der Bauer auf seinem elterlichen Hofe behaup­ten, der auf der landwirtschaftlichen Schule etwas ge­lernt hat. In den meisten Berufen muß jeder ver­schiedene Prüfungen ablegen und bestehen; Bauer konnte und kann auch heute noch der Dümmste werden Hier will nun der landwirtschaftliche Fachunterricht weit- aehendste Abhilfe schaffen und sucht den Iungbauern, die freiwillig kommen, das nötige Wissen zu vermitteln.

Rechenschaftsbericht

des Vorstände« der Fuldaer Sâvdruckerel Wer des GesWfksfahr 1327.

Wir waren im Berichter 1927 durchschnittlich gut beschäftigt. Durch Erneuerung « Vermehrung des Schriftenmaterials und des Maschinenparks haben wir unseren Betrieb leistungsfähiger «stattet.

Die in unserem Verlag erschrtnend«Fuldaer Zei­tung" erfreute sich auch im abgelmchm«« Jahr einer gro­ßen Bezieherzâl.

Auck der Bonisatiusbot« mit seinen Nebenausga­ben (St. Elisabethbtatt, Kirchenzeituag für Frankfurt a. M.-Bockenheim und Hülfenstzergglocken) war in der ganzen Diözese Fulda und darüber hinaus ein gern gesehener Gast.

Das Akzidenzgeschäst war etwas lebhafter als im Vorjahr, was wohl zu einem Seinen Teil auch auf die Besserung der wirtschaftlichen Sage zurückzuführen sein dürfte.

Das Verlagsgeschäft war ruhig und blieb hinter dem Umsatz des Borjahres zurück.

Die Bilanz für 1927 wurde in der Generalversamm­lung vom 20. März genehmigt.

Das Festkleid zum weißen Sonntag.

Bon einer Mutter.

Die Erinnerung an meine erste bl. Kommunion ist mir immer getrübt worden durch die Gedanken an all die Aeußerlichkeiten, die damit verbunden waren.

Ich empfing meine erste hl. Kommunion in einer großen protestantischen Stadt. Die Art, wie die Protestanten bei der Einsegnung ihrer Söhne unö Töchter dieses Fest nach außen hin feierten, war auch von den Katholiken angenommen worden. Da kam so viel auf das Kleid an. Ein Wagen wurde zeitig zur Fahrt nach der Kirche bestellt. Die pro­testantischen Freunde kamen und brachten Blumen und Geschenke, schon am Tage vorher; kurz, es ge­schah in der besten Meinung manches, was die Sammlung und Vorbereitung der Kommunion­kinder stören mußte.

Da habe ich mir, als ich dann zwanzig Jahre später mein erstes Kind auf den Weißen Sonntag vorzubereiten hatte, bestimmte Richtlinien gezogen, die ich bei meinen vier Kindern durchgeführt habe und bewährt finde.

Vor allem bekamen die Kinder von äußeren Festoorbereitungen so wenig wie möglich zu mer­ken. Von Geschenken war nie die Rede. Die Klei­dung spielte beim ersten Kinde, einem Knaben, kaum eine Rolle. Aber um die Kinder vor dem Gerede und der Zerstreuung zu bewahren, hielt ich sie inöglichst bei mir, und da sie in der Schule reich­lich und gut vorbereitet wurden, las ich mit ihnen in den letzten vier bis sechs Wochen vor dem Wei­ßen SonntagFabiola" oderValeria" und ähn­liche Bücher und konnte beobachten, wie die Kin­der so in eine gläubige und ernste Stimmung ver­setzt wurden.

Am Festtage selbst galt es, die Weihe und Be­deutung des Tages hochzuhalten, und erst nach dem Nachmittagsgottesdienste bekamen unsere Kom­munionkinder ihre Geschenke.

Bei meinem einzigen Töchterchen, dem zweiten unserer Kinder, habe ich von seinen ersten Lebens­jahren an mich bemüht, jede Aeußerung des Wohl­gefallens an dem Aussehen der Kleinen zu unter­drücken, oder die Worte so gestaltet, daß keine Eitel­keit entstehen, wohl aber Ordnung und Reinlichkeit angeregt werden konnten. Die Kleine kam auch bald, wenn sie frisch und hübsch angezogen war, zu mir und fragte:Bin Ich nun schön sauber?"

So wurde sie gehalten, bis dann auch ihr Ehren­tag herannahte.

Schon manches Jahr hatte ich beobachtet, wie die kleinen Kommunionmädchen auch in unserm Marktflecken aufgeputzt und mit Spitzen, Schleifen, Bändern, künstlich gekräuseltem Haar, steif und sich ihrerSchönheit" bewußt, dahergingen. Das tat mir immer in der tiefsten Seele leid für die Kinder, die ja selbst unschuldig an der Sache waren.

Als ich denn auch für meines Kindes Kleidtüig sorgen mußte, kaufte ich glatten, weißen Mull und nähte ein Kleidchen so schlicht, als es nur eben ging. Kein Band, kein Spitzchen kam daran. Echt bräut­lich, im Verein mit Schleier und Kränzchen, sollte es sein und so anspruchslos, daß dem Kinde kein Gedanke der Eitelkeit kommen konnte.

Leicht wurde mir das in einer Hinsicht nicht; denn ich hätte unsere kleine Maria in Seide oder Goldbrokat kleiden können. In der langen Reihe der Kinder, die meist geputzte Battist- und Woll­kleider trugen, erschien sie dann auch wirklich so be. scheiden, wie ich es beabsichtigt hatte, und ich fiel

einer mißbilligenden Kritik anheim, daß ich unserm einzigen Töchterchen kein besseres, reicheres Kleid gegeben hatte. Aber das tat mir nichts an. Wohl hatte ich eine herzliche Freud«, als ich hörte, was meine Kein« gesagt hatte, als man sie nach dem Feste fragte, warum st« solch ein einfaches, ärn.- liches Kleid zur ersten heiligen Kommunion be­kommen habe. Da hat sie klar und deutlich er­klärt:Weil meine Mutter das für richtig hi^t, und was meine Mutter mir anzieht, ist immer das Rechte für mich."

Ein lange gehegter Herzenswunsch ist es für mich, daß doch alle Mutter ihren kleinen Mädchen besonders die Versuchung zur Eitelkeit fernhalten möchten während der Vorbereitung und am Tage der heiligen Kommunion.

Es wäre übermenschlich, wenn Kinder nicht be­obachteten und Vergleiche zögen und naturgemäß stark obgelenkt würden. Um dem vorzubeugen, wäre das Mittel ein einheitliches, in Stoff, Schnitt und Sitz durchaus gleiches Mullkleid. Arm und reich, ganz gleich, bräutlich rein, wie müßte das für alle ein rührender Anblick werden. Welches Wahl, gefallen würde der Heiland an dieser Schaar reiner Jungfrauen gaben und wieviel lieber sich mit ihnen vereinen, die ihre ganze kleine Seele unge­teilt ihm zuwenden, wenn nichts sie ablenkt und ihre Andacht stört.

Auch manche praktische Seite wird eine kluge Mutter meinem Vorschläge abgewinnen, wenn sie sich mit andern, wenn möglich, allen Müttern über die Frage verständigt. Auch jeder Pfarrer wird mir zustimmen, daß das einheitliche Kommunion­kleid einen großen Gewinn für die Seelen der Kinder bedeutet.

Rus einem Brief des Franziskaner-

Missionars P. Ubald Schecks

in Hiroshima, Apostolische Präfektur Sapporo. 1 Hokkaido, Japan.

Heute feiert man in der Heimat die Fastnacht, noch einmal wird gejubelt und getanzt, um dann für einige Zeit der Freude Lebewohl zu sagen. Hier im buttsten Heideulande kennt man keine Fastnacht, hier ist eben immer Dunkelheit und Finsternis, oder mit optimisti­schem Worte immer Jubel undHeidenlärm". Ich HU? hier auf dem Lande und muß wohl sagen, daß die hie­sige Landbevölkerung recht arm an Freuden und sinn­lichen Genüssen ist, ärmer wie daheim. Hier gibt es kein Theater, keine Konzerte; in den Städten spüren auch die Japaner mehr davon. Der japanische Bauer ist im Sommer auf seinem Reièfelde und im Winter hockt er beim Ofen und dreht Strohseile oder fertigt Reissäcke an. Wenn er dabei jeden Abend seinen Reis- jchnaps hat, mit dem er sich ins Land der Träume wiegt, ist er vollauf zufrieden. Der Gedanke, daß W auch mal feiner Seele einen Feiertag gönnen kann, daß man an seinen Herrgott mal denken muß, läßt ihn dabei wohl ganz kalt. Ist jemand krank, so geht man zum Arzt; ist ein Gaul nicht wohl, so denkt man me- leicht an einen Gott, der so aussehen muß wie ein all­mächtiger Gaul und alle Pferdekrankheiten tarieren kann. Für jedes Tier hat man ja seinen Götzen, uns der Mensch ist selbst ein kleiner Gott, wenigstens u» japanische. Ich hatte neulich eine Rede anzuhoren, die so ähnlichen Inhalt hatte. Am 11. Februar stnn man in Japan das Fest Kigensetzu d. h. Erinnneruog der Thronbesteigung des Kaisers Jimmu, der einnw in grauer Vorzeit lebte. Bei diesem Feste wurde M zur Schulseier eingeladen. Dabei fang man zuerst bi Nationalhymne, dann wurde das Crzjehungsdckret »° Kaiser Meist aus dein Jahre 1891 vorgelesen. hielt der Hauptlehrer eine feierliche Ansprache an « Kinder. Er führte etwa folgendes aus: Wir heute das Andenken an den Kaiser Jimmu, der vor und soviel 1000 Jahren unser Land regierte. Er m der große Urenkel der Göttin Amaterasu. Von meu großen Helden stammen wir alle ab. Wir sind m Tat ein bevorzugtes Volk; denn wo ist ein Bou > Ausland, das so von sich sagen kann. Deshalb unsere Geschichte so glorreich, und unser Land P rühmt und blühend. Wir überragen die Ausländer allem, in der Abstammung, in der Tugend und tigkeit. Japan ist jetzt das drittgrößte und ga Land der Erde. England, Amerika und bann . schon Japan. So ging es weiter in den bongten - nen. Ich, als einziger Ausländer, schämte mich lief) vor den Kindern, und mehr als einmal luaten die Beine, um mit einer höflichen Verbeugung tue in die Hand zu nehmen. Und der Mann nennt M - reftor, und wenn auch ein Volksschullehrer w" viel gilt, so ist es immerhin ein Mann, der gedu<.i . will. Ich glaube kaum, daß die Worte so überzeug- - voll sie auch klangen, dem Mann von H"-^" sondern daß er in feiner Eigenschaft als ARkse 1 so sprach. Es war aber trotzdem ganz lehrreich .iLn und zeigte mir die Erziehungsmethode der PP Jugend.

Wir sitzen hier jetzt im tiefsten Winter. ^ war er bis jetzt sehr reich, 1% bis 2 Meter, uy