damit!" Ein kur-rs Wort, ob 'r vielsagend. Große j Männer lieben es überhaupt, in Wunen kurz zu t sein. Es deftig «^geflügeltes Wort von der „langen Rede "nrzem Sinn". Mit demselben Rechts könnte man oft reden von der kurzen Rede tiefem, inhaltsreichem Sinn. Das trifft auch von dem von Vater Solping angeführten Worte zu.
Des Menschen Leben ist ein Kamps, des Christen Leben erst recht. Es gibt viele und mächtige Feinde abzumehren, sie nicht zur Herrschaft über sein besseres Ich kommen zu lassen. Es heißt kämpfen bis zum letzten Augenblick des Lebens gegen die eigene durch die Erbsünde verdorbene Natur, gegen Welt und Hölle, „sonst ists um dich getan". Und eines der besten Abwehrmittel und Mittel zum Siege in diesem schweren Kampfe ist das Kreuz, der Blick auf den Gekreuzigten, der Gedanke an ihn und was es ihn gekostet hat, die Menschen zu erlösen, ihnen den Himmel wieder zu erschließen. Der Gedanke an das Kreuz und den Gekreuzigten, an seine unbegrenzte Liebe, seine entsetzlichen Leiden, seinen grausamen Tod soll in uns schwarze Gedanken verscheuchen, abwehren helfen, Gedanken des Mißtrauens auf Gottes allweise und allgütige Vorsehung, Gedanken der Zweifelsucht, Gedanken, die leicht zu fleischlichen Gelüsten sich entwickeln, Gedanken, die die Sucht wecken und nähren, der Welt zu gefallen, und andere ähnliche Gedanken, manche schwarz wie die Nacht. Zur Kriegszeit konnte man oft den Gedanken aussprechen hören: Wie kann Gott da zuschauen? Oder gar: Wenns einen gerechten Gott im Himmel gäbe, könnte er so was nicht zulassen. — Gings den Feinden zeitweise gleich ähnlich, dann hörte man solche Einwendungen nicht. Im Glauben festbegründete Menschen hegten nicht solche Gedanken der Zweiselsucht, des Mißtrauens gegen Gott. Ein Blick aufs Kreuz beruhigte sie immer wieder. Der Gedanke an den Gekreuzigten, der gänzlich unschuldig gelitten, wurde ihnen zur Wehr, beschwichtigte etwa austauchende schlimme Regungen. Und wenn wir die Geschichte des Alten Bundes und die Geschichte der Kirche durchblättern, werden wir immer wieder finden, daß die Gott ergebensten und getreuesten Seelen am meisten zu leiden hatten, jedoch in Geduld, oft freudig die schweren Leiden ertrugen. Das Kreuz diente ihnen zur Wehr und zum Siege. — Dem hl Franz von Sales sagte man drei Jahre lang schlechten Umgang mit einer weiblichen Person nach. Ebenso wurden Johannes Chrysostomus und Vinzenz der Wollust beschuldigt. Der hl. Ottmar wurde eines Ehebruches geziehen und zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Der selige Heinrich Suso wurde als Kirchenräuber, Scheinheiliger, Betrüger, Giftmischer beschuldigt. Ein böses Weib verleumdete ihn, Vater ihres Kindes zu sein. Jahrelang lastete auf Suso die Mißachtung seiner Mitbrüder und der Spott der Welt, bis Gott endlich seine Unschuld glänzend rechtfertigte. Das war gewiß auch dazu angetan, sich zu fragen: Wie kann Gott so was zulassen? Sie hedienten sich aber des Kreuzes als Wehr. Sie bedachten tief in ihrem Herzen, daß auch derjenige, der am Kreuze gehangen, verleumdet, verhöhnt, verspottet wurde, obwohl er der Heiligste war. Und das hat sie stark gemacht, ist ihnen zur Wehr geworden, bis es Gott gefiel, ihre Unschuld zu offenbaren. Nimm es! Wehr dich damit! Das Wort gilt auch den körperlich Leidenden. Die hl. Theresia, die Leuchte Spaniens, hatte 40 Jahre keine gesunde Stunde. Ebenso lange litt Vinzenz von Paul an kranken Füßen. Der hl. Alfons Liguori trug 24 Jahre lang schwere Leiden, die seinen Körper niederbeugten. Die hl. Klara war 32 Jahre kränklich, die hl. Lidwina litt 38 Jahre furchtbare Schmerzen. Der Blick auf den Gekreuzigten hielt sie aber trotz der schweren und langen Leiden geistig aufrecht. Sie sanken nicht in sich zusammen, sondern standen unter dem Kreuze. — Nimm es! Wehr dich damit! Das Wort sollen sich die Eltern sagen, die unter der Last der schweren Opfer zu erliegen drohen oder deren Kinder abwegig zu werden drohen. Wehr dich damit! Das Wort gelte von der christlichen Frauensperson, welcher der Teufel der schamlosen Mode zuflüstert, sich „modern" zu kleiden. Wehr dich damit! soll sich der christliche Hausvaier sagen, dem ein anti- christliches Blatt ins Haus geschmuggelt zu werden versucht wird, ob es nun offen oder versteckt Glaube, Kirche, Sittlichkeit bekämpft oder Christus und seine Kirche wie ein Aschenbrödel behandelt, das nie ein Wort des Ableben es. der Verürteiluna über
die Verfolgung der Kirche und der ihr ergebenen Sühne und Töchter enthält. Ein solches Blatt und das Kruzifix passen einmal nicht zusammen in der Familie. Nimm das Kreuz und wehre ab die Gefahr, die der Familie droht, „sonst ist's um dich gescheh'n", und um deine Kinder, wenn nicht jetzt, dann später. Spiele nicht mit der Gefahr! Es wehre sich jeder damit! Es braucht sie jeder, diese Wehr, der siegreich sich durchkämpfen will. Das Kreuz war aller Geretteten Wehr.
Eine Lehrkanzel
ist das Kreuz. Und der Prediger, der von ihr aus lehrt, ist der Weiseste, der Heiligste, die Wahrheit selbst. Er predigt, auch wenn er den Mund geschlossen hält, durch sein Leiden und Sterben. Was sagt uns das Kreuz, was offenbart es den Menschen? Erstens einmal, was es um die schwere Sünde sei. Etwas so Entsetzliches in den Augen Gortes, daß nur ein Gottmenlch dafür genügend Sühne zu leisten und die Menschen zu erlösen ver-
Wegkreuz.
Ein Kreuzbild ragt am Seitenweg —
Vom Sturm halb umgestoßen.
Und ringsum wuchert Dorngeheg In purpurfarbenen Rosen.
Doch zärtlich schlinget das Gerank Sich um des Heilands Glieder, Daß ja kein Dorn die Wunden blank Des Dulders öffne wieder.
Und uw das Mal der Nägel klafft, Erglänzt nun Rosenschimmer; So hängt der Herr am Kreuzesschast, Und lächelt, lächelt immer.
Aus seinen Lippen ist der Schrei Der Qualen ganz erstorben, Seit mitleid-atmend ihn der Mai Mit seinem Hauch umworben.
Und seiner Wunden herber Schmerz
Im Rosenkuß versiegte,
Seit sich ans stille Gottesherz
Der linde Frühling schmiegte.
Und alle Tage fand ich so
Das Kreuz am Seitenwege:
Die Rosen rot und frisch und froh —
Und grün das Dorngehege.
Das war der Tau nicht, der sie sacht
Mit seinen Perlen letzte: —
Das war der Herr, der sie bei Nacht
Mit Blut und Tränen netzte. —
O konnt' ich auch durch Kreuz und Mühe
Dies Rosenschicksal erben;
Im Herzen Jesu aufzubiiihn,
An Jesu Herz zu sterben.
Br. Willram.
WWW
mochte, weil die schwere Sünde als eine Beleidigung des unendlichen Gottes eine unendliche Sühne fordert. Am Kreuze sehen wir, wie Gott taxiert, ganz anders als wir Menschen, die wir sie so gerne als bloße Schwachheit oder als eine Kleinigkeit an sehen. Das Kreuz lehrt uns, einen anderen Maßstab anzulegen. Der Maßstab ist das Kreuz selbst und derjenige, der daran verblutet. Was predigt das Kreuz weiter? „So sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingab" und ihn am Kreuze für die Menschen sterben ließ. Gottes unbegrenzte Liebe und Barmherzigkeit zu den Menschen predigt das Kreuz. Um sie alle, die guten Willens sind, die die Lehre vom Kreuze verstehen wollen, vor dem ewigen Verderben zu bewahren und die ewige Seligkeit zu verdienen, wählte der Herr den Tod am Kreuze. Wer in aller Welt hatte je einen Freund gefunden, der je so viel für ihn getan? Sündenhaß predigt das Kreuz und unbegrenzte unbegreifliche Liebe zu den Menschen. — Die Pre- hint non der ßehrfaiuel des Kreures. die Vrèdiat
ton der Liebe Gottes, vereint mit der Gnade, bje vom Kreuze geflossen und noch flieht, hat die Welt überwunden, hat eine Umkehr, eine Veränderung in der Menschheit bewirkt, die sogar Ungläubige zur Bewunderung hinriß. Die wildesten Volksstämme, die der Menschenjagd und der Menschenfresserei ergeben waren, die aus Menschen- fchä bellt das Blut Ermordeter tranken und allen Lastern ergeben waren, wurden durch die Predigten der Missionare vom Kreuze, deren einzige Waffe auch das Kreuz war, in Lämmer umge- wandelt, rein in den Sitten, friedlich, bußfertig, liebevoll gegen ihre Feinde. Die Predigt vom Kreuze hat Millionen Heilige erzeugt, hat die Cl)e und Familie geheiligt, das Kind an feinem Leben und an seiner Ehre geschützt, hat Milliarden Taten der herrlichsten Liebe und Barmherzigkeit hervorgezaubert, sodaß sich darüber ganze Bibliotheken schreiben ließen. Leider wissen so viele Katholiken, sogar langjährige Mitglieder katholischer Vereine nichts davon, nicht weil es an den Mitteln fehlt, sich mit solchen Waffen zu bereichern, sondern weil viele zu träge sind und geistig schläfrig und die Zeit lieber mit eitlem Spiel und Tändeleien vergeuden, anstatt ab und zu sich in die Kulturgeschichte zu vertiefen und in die Geschichte des Reiches Gottes auf Erden. Wie würden sie staunen über die Wirkungen der Predigt vom Kreuze und über die Gnadenströme, die von dort sich ergossen haben in die Herzen von Millionen und so das Angesicht der Erde erneuerten. Wenn es heute vielfach so trostlos und fast hoffnungslos ausschaut in der Welt, so unheildrohcnd, daß man bereits allen Ernstes vom Untergang des Abendlandes spricht und ganze Bücher schreibt, woher kommt das anders als weil so vieler Millionen, nicht mehr die Predigt vom Kreuze hören wollen, weil sie mit dem Judenvolk zur Zeit Christi, kurz bevor das Kreuz auf Golgatha aufgerichtet wurde, schreien: „Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche. Hinweg mit ihm!" Es bleibt der Menschheit keine andere Wahl, will sie in Frieden leben und glücklich werden, als der Predigt vom Kreuze zu lauschen und danach zu handeln. Ohne Christus und seine Lehre, noch mehr gegen Christus, folgt der Untergang in Kriegen und Revolutionen, unter dem Rattern der Maschinengewehre, dem Donner der Kanonen, im Giftgasschwaden und dem Erkrachen der aus Flugzeugen geschleuderten Bomben. Jeder Fortschritt in der Technik, heute so viel bewundert, wird ohne Rückkehr zu Christus zum grausigen Schicksal der Völker werden. Das Kreuz Christi muß wieder allgemein zur Wehr und zur Lebr werden.
Rosenkranzgebet in der Fastenzeit.
Wieder ziehen an unserem Auge die Leiden und Schmerzen des Gottessohnes vorüber und öfters als sonst lispeln wir vertraute Gebete. „Der für uns Blut geschwitzt hat . . . Der für uns am Kreuze gestorben ist" . . .
Es gibt Menschen, die sehen und hören nicht mehr, da ihre Auge, ihr Ohr erstorben ist. Und doch sehen und hören sie, da ihre inneren Sinne noch leben und wach sind. So manche Alten, die nicht mehr lesen und nicht mehr hören können, die leben glückselig auf, wenn die heiligen Perlen des Rosenkranzes durch ihre Finger gleiten. Und so feierlich still und glückselig froh wird ihre Seele bei diesem Gebete, da sie es gelernt haben, in der Not und in den Enttäuschungen des Lebens tiefer zu schaun. Und wenn die Fastenzeit gekommen ist, dann beten sie den schmerzhaften Rosenkranz. Dann ist es ihnen, als rönnen die Perlen wie die Heil. Blutstropfen Jesu durch ihre feinen Finger. Sie sehen den Heiland, wie er in schweigender Mondnacht droben auf dem Oelberg liegt, wie er zum Vater ringt und fleht, wie er verlassen betet für die Menschenkinder, die er erlösen will. Sie sehen den Gottessohn, wie er an den Marterpfahl gebunden ist, nackt und bloß, ausgeliefert rohen, unmenschlichen Schergen, die mit ihren rauhen, furchtbaren Geißeln den göttlichen Leib zerfleischen, daß ein einzig Wutbächlein rite* derrinnt. Sie schauen weiter den Menschensohn, wje er zum Spott und Hohn von den gefühllosen Henkersknechten gekrönt wird mit einer Dornenkrone und einem zerschlissenen, purpurnen Fetzen, wie er geduldig all ihre Schmähungen uns Schläge hinnimmt. Und weiter sieht ihr geistig^ Auge, während die Perlen durch die fdjnum Ääiid-> ateiten. wie der Eottmenlcb selbst len