Wochenkalender.
Sonntag, 1. April. Palmsonntag.
Montag, 2. April. Vom Tage. Franz von Paula, Bek., f 1507.
Dienstag, 3. April. Vom Tage.
Mittwoch, 4. April. Vom Tage. Isidor, Kirchenlehrer, Bischof, t 636.
Donnerstag, 5. April. Gründonnerstag. Kollekte für das hl. Land.
Freitag, 6. April. Karfreitag. Kollekte für das hl.
Land.
Samstag, 7. April. Karsamstag.
Palmsonntag.
Palmsonntag. Epistel: Phil. 2, 5—11.
Brüder! Habt solche Gesinnung, wie sie auch Christus Jesus hatte. Da er in Gottesgestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich selbst, nahm Knechtsgestalt an, wurde den Menschen gleich und im Aeußern wie ein Mensch besunden. Er erniedrigte sich selbst und nwrd gehorsam bis zum Tode, bis zum Tode am Kreuze. Deshalb hat ihn Gott erhöht und ihm den Warnen gegeben, der über alle Namen ist, damit im Namen Jesu sich beugen alle Kni« derer, die im Himmel, auf der Erde und unter der Erde sind, und jede Zunge bekenne, daß der Herr Jesu- Christus in der Herrlichkeit Gottes, des Vaters ist
Evangelum: Matth. 21, 1—9.
Das Geheimnis der Liebe.
it dem Hosanna des heutigen Palinsonntages mischt sich schon das dumpfe crucistge des kommenden Karfreitages.
Fulget crucis Mysterium: Es glänzt und strahlt das .. . Geheimnis des Kreuzes. Und dieses Geheimnis des Kreuzes ist ein Geheimnis der ‘ lebe. Der hl. Paulus hat diesen Gedanken an- «edeutet mit den Worten:
„Christus hat mich geliebt und sich selbst für
"^ hingegrben als Gabe und Opfer zu einem gißen Wohlgeruch."
^roß ist das Opfer des Kreuzes.
durch die Person des Priesters. Es war ™"' nicht Elias oder ein Prophet, der es Fracht hat, sondern Christus selbst, von dem ivuüt • treibt: „Einen solchen Hohepriester h wir haben: heilig, unbefleckt, abgesondert oen Sündern und höher als die Himmel."
vü*i- durch den Umfang des Opfers. Da war ausgenommen. Während die übrigen selbst er«v”ie Gabe opferten, opferte Christus sich ®Qmrmc 'e5 Opfer war ein „Holocaustum", ein und Brandopfer. Christus opferte am ‘" ^me Ehre und tauschte dafür ein Schmach
und Schimpf. Christus opferte seinen Besitz und tauschte dafür ein vollständige Armut bis zur Blöße; selbst seine Kleider wurden als herrenloses Gut verteilt. Christus opferte seine Lust und Freude und tauschte dafür ein Meer von Schmerz... und Oualen ein. Christus opferte seine Freiheit und tauschte dafür ein vollkommenen Gehorsam. Christus opferte sein Leben und tauschte dafür ein den frühen, bittern Tod. „Was habe ich noch für dich tun können und habe es nicht getan?" —
Groß ist dieses Opfer aber vor allem durch die Liebe. Da war nicht von Pflicht die Rede, nicht von Zwang. Christus ist der Sohn Gottes, hat sein Leben vollständig in der Hand. Mehrmals hat er den Anschlag gegen sein Leben siegreich zurückgewiesen. Jetzt aber hat er sich gebunden den Feinden übergeben, nicht, weil er mußte, sondern weil er wollte. Welche Macht konnte ihn aber antreiben, eine solche Verdemütigung, ein solches Uebermaß von Schmerzen, die Schrecken eines solchen Todes zu erwählen? Nur die Macht der Liebe, von der geschrieben steht: „Viele Wasser der Trübsal vermögen die Liebe nicht auszulöschen; sie ist stärker als der Tod." Dieser Gedanke hat den hl. Paulus überwältigt und hingerissen zu den Worten, die wir nicht oft genug niederschreiben, sprechen und lesen können:
„Er hat mich geliebt und sich selbst für uns hin- gegeben."
O daß wir doch mit allen Heiligen wurden begreifen und erfassen die Höhen und Tiefe, die Länge sind Breite einer solchen Liebe. Die Höhe; denn Christus hat uns durch seinen Krelizestod empor» geführt bis zu den Chören der Engel. Die Tiefe; denn Christus hat uns durch seinen Kreuzestod von der Hölle erlöst. Die Länge; denn Christus hat von Ewigkeit her uns geliebt und feinen Kreuzestod vorherbestimmt. Die Breite; denn die Früchte des Kreuzestodes erstrecken sich auf alle Menschen, angefangen von Adam bis zum letzten Erdenwaller, um dessen Ohren die Posaune des Gerichtes schallen wird.
Und dieses Geheimnis ist nicht veraltet und ver- oangen; es wird jeden Tag neu und gegenwärtig auf unsern katholischen Altären in der hl. Messe. Oder was ist sie denn anders als eine unblutige Fortsetzung und Vergegenwärtigung des Kreuzopfers? Sämtliche Meerestropfen bilden das eine große Meer. Und das Kreuzopfer mit allen, Meßopfern zusammen bilden das eine große Opfer des neuen Bundes, das Opfer der Liebe.
Wundert es euch da, wenn die Katholiken zu allen Seiten und in allen Ländern das hl. Meßopfer als ihren größten Schah betrachtet haben? Daß die ersten Christen täglich der hl Meße bei- gewohnt haben? Daß sie lieber sich hmschlachten ließen als das Sonntagsopfer versäumen? Daß ein hl Priester in Ermangelung, eines Altars auf "ner eigenen Brust das Opfer darbrachte? Daß die Katholiken in Mexiko durch Abhaltung des
Gottesdienstes Einkerkerung, Geldstrafe, Mißhandlung und den Tod riskieren? Daß die Katholiken in Deutschland zur Zeit des Kulturkampfes oft in Scheunen das Altarsgeheimnis feierten? Daß die Katholiken der Diaspora in einer Notkirche und in unwürdigen Sälen zur Feier der hl. Eucharistie zusammenkommen wie einst die Hirten im Stall? Daß der Papst und die Bischöfe den Besuch der Sonntagsmesse zur strengsten Pflicht gemacht Ya- benen? Wundert es dich nicht viel mehr, daß es Katholiken gibt, die von einer Sonntagsmesie nichts wissen? Die am Sonntag ihren Ausflug machen, ihre Geschäfte treiben, ihr Gasthaus besuchen, in ihrem Kino und Theater sitzen, auf ihren Sport- Plätzen sich tummeln, dagegen nicht einmal ein halbes Stündlein finden, um das große Geheimnis der Liebe zu feiern? Möchten doch alle Katholiken den Trost jenes Schwarzwälder Baauern in ihrer Sterbestunde haben, der mit Wahrheit sagen konnte: ich bin 80 Jahre alt und habe die Sonntagsmesse nur einmal versäumt — und da bin ich krank gewesen!---
Mutz man da nicht jene Katholiken als irre- geführt, getäuscht und betrogen ansehen, die das „Geheimnis der Liebe" verachten? Die der Hsi Messe den Rücken kehren? Ist ja die hl. Messe, wie der hl. Kirchenlehrer Franz v. Sales schreibt: „die Sonne der geistlichen Uebungen, die Quelle, der Gottesliebe, das Herz der Andacht, die Seele
der Frömmigkeit." —
Da kommt nun freilich fast alles auf das „Wie" an. Das „Wie" macht die hl. Messe zu einem Paradies und das „Wie" macht die hl. Messe zu einer Hölle der Langweile. Da kann ich dir eine wirksame Waffe mitgeben. Und die heißt: „Schott's Meßbuch". Ich bin kein Buchhändler und kein Kaufmann. Aber die Schott-Meßbücher empfehlen ist für einen Priester eine Gewissenspflicht. Da kannst du die Parole des Papstes Pius X. in die Tat umsetzen: „Ihr sollt nicht in der hl. Messe beten, sondern ihr sollt die hl. Messe beten". Die Messe nämlich, die der Priester am Altar betet. Innigster Anschluß an den Priester. Wenn du mit dem „Schott" zur Messe gehst, dann trägst du bei dir einen goldenen Schlüssel der Andacht und Freude. Der Burgpfarrer.
wehr dich damit!
Kurz bevor Adolf Kolping, der Gründer des ersten katholischen Gesellenvereines, ins Jenseits hinüberschlummerte, unterhielt er sich noch mit einem seiner liebsten Freunde, der an Kolpings Sterbebette weilte. Da auf einmal wandte Kol- ping seine Augen auf ein Kruzifix, das auf der anderen Seite seines Sterbelagers an der Wand hing, betrachtete es eine Weile, griff sodann mit zitternder Hand danach und reichte es seinem Freunde mit den Worten: „Nimm es! Wehr dich