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Ausgabe B

Kassel, de» J8 März 1928.

M 58. Zahrg. D

für bie katholischen Gemeinden Kassels

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 Rypjennig B 45 R.-Pfennig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzelle im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzelle im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aktiendruckerei in Fulda fein.

Orai rmd Verlag der Fuldaer Aetiendruckerei. Verlagsort Fulda.-..

wochenlialendsr.

Sonnlug, 18. März. 4. Fastensonntag. Cyrillus, Bi­schof. Kirchenlehrer, b 368.

Beginn der österlichen Seif, die bis zum 3. Sonn- lag nach Ostern einschließlich dauert.

Montag, 19. März. Fest des hl. Joseph.

Dienstag, 20. März. Vom Tage.

Mittwoch, 21. März. Benedikt, Ordensstifter, t 543

Donnerstag, 22. März. Vom Tage.

Freitag, 23. März. Vom Tage.

Samstag, 24. Mi.rz. Gabriel, Erzengel.

vierter ZastensonnLag.

Epistel: Gal. 4, 2231

Brüder! Es steht geschrieben: Abraham hatte zwei Söhne, einen von der Magd und einen von der Freien. Der von der Magd ist dem Fleische nach geboren, der von der Freien kraft der Verheißung. Das ist im Bilde geiprochen, denn es bedeutet die beiden Testamente eine, von dem Berge Sinai, gebiert zur Knecht­schaft: es wird durch Agar dargestellt: denn der Berg Sinai liegt in Arabien und ist eine Verbindung mit K logen Jerusalem, das mit seinen Kindern in Knechtschaft ist. Das andere Jerusalem, das von oben 'HR die Freie: das ist unsere Mutter. Denn es stet/ peicbricben: Zweite dick. Unfruchtbare, die du nicht ae viersi, frohlocke und jauchze, die du nicht in Weh r

Die Kinder der Verlassenen sind ja zahlreiche Uls die Kinder derer, die den Mann hatte. Wir, meine Wuoer, sind wie Isaak, Kinder der Verheißung. Wie I r damals der nach dem Fleische Geborene den veo °G-c, der es dem Geiste nach war, io ist es auch je!.' K k "?s sagt die Schrift? Treib die Magd und ihren «ohn hinaus: denn der Sohn der Magd soll nicht neben dem Sohn der Freien. So sind mir Brewer, nicht Kinder der Magd, sondern der freit^ha ^^e der Freiheit, mit der "uns Christels be-

Ein glücklicher Raub.

L ekanntlich sind mit dein Heiland zwei Schächer gekreuzigt worden, zwei Missetäter, zwei Mörder. Und

^^ nachdem der eine davon schon so manche Diebereien und Räu­bereien sich auf das Kerbholz ge- ,. . .. laden, hat er zuletzt noch den besten *t kräftigsten Raub getan, der ihm mehr Glück ^ore gebracht hat als die früheren. Denn die V Räubereien haben ihm nur Schande, Ge- ' o'^E?!ch"lt und Tod eingetragen, der letzte Raub Nun "le höchste Ehre und das ewige Leben. Als bief^1 r^' bemerkt der hl. Papst Gregorius, hat unh h .facher am Kreuze einen Schatz entdeckt stebi?^»ke sich, denselben sich anzueignen, ihn zu wo ^ oder vielmehr zu rauben. Und dieser Schatz h^ ^b Himmelreich. Erfüllt haben sich die Worte Genier Himmelreich leidet Gewast rmd die, welche brauchen, reißen es an sich."

Dreier Werkzeitge hat sich der kluge Schächer zur Ausführung seines glücklichen Raubes bedient: er brauchte das Schwert des Glaubens, den Ham­mer der Buße und den Schlüssel des Gebetes.

Rings im Chor haben die Zuschauer den Mann am Kreuze verspottet. Sie hielten ihn für einen Gotteslästerer, einen Betrüger, einen von Gott ge­straften und geächteten. Darum gossen sie auf seine frischen Wunden noch das Salz des Spottes, indem sie sprachen:Ei du, der du behauptest, der Sohn Gottes zu sein, steige herab vom Kreuze; an­deren hat er geholfen, sich selbst kann er nicht hel­fen. Ist er der König von Israel, so steige er jetzt herab vom Marterholz, und wir wollen an ihn glauben.

Der gute Schächer hat eine Zeit lang auch diese Spotthetze mitgemacht. Als er aber die Würde, die Geduld und das Schweigen des Heilandes bemerkte, als er sogar ihn beten hörte für seine Todfeinde, da ist ihm ein anderes Licht aufgegangen. Von der Gnade erleuchtet, erkannte er die Unschuld und die Gotteswürde des Vielgeschmähten. Er öffnet seinen Mund und ruft dem Schmerzensmanns zu:

Herr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst." Welch ein Glaube. Denjenigen, der wie ein Wurm dahing, nennt erHerr". Von dem­jenigen, der am Kreuz nichts hatte, wohin er sein Haupt legen konnte, dessen Kleider die Soldaten als herrenloses Gut untereinander verteilten, glaubt er, daß erein Reich zu vergeben hat." Mit diesem Glauben hat er sich wie mit einem guten Schwerte einen Weg in den Himmel gebahnt. Erfüllt hat sich das Wort des Herrn:Wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben."

Das zweite Werkzeug war der Hammer der Buße.Wir leiden, was wir verdient haben," ruft er seinem Kollegen von der Räuberzunft entgegen. Dieses Wort läßt bineinblicken in eine bußfertige, demütige Seele. Er hat gestohlen, geraubt, ge- morbet Er leugnet es nicht. Er wird dafür zum Tode verurteilt und an den Schandpfahl des Kreuzes gehängt. Und er ist mit diesem Urteil zu­frieden; bereitwillig trägt er die Strafe; murrt nicht gegen die Richter oder gegen die Schergen und noch weniger gegen die göttliche Gerechtigkeit. Was sehen wir denn an so manchen Verurteilten? Ewig spielen sie die gekränkte Unschuld, lästern gegen die Gesetze und nennen das Urteil ein unge­rechtes. Ganz anders unser Schächer.Wir leiden, was wir verdient haben". Als wollte er sagen: mir geschieht ganz recht, daß ich am Galgen endige: denn ich bin ein Räuber gewesen. Gern will ich all- Schmerzen und den schimpflichen Tod hin- nehmen zur Strafe und Buße für meine Verbrechen.

Solcher Gesinnung konnte derjenige nicht wider­stehen, der gesagt hat: Tut Buße, denn das Him­melreich ist nahe. Darum sofort die Verheißung: heute noch wirst du bei mir im Paradiese sein.

Wie slehts mit unserer Duszgesinnung? Es ist m mehr- der beste, sicherste, unfehlbarste Weg zum Himmel "ist der Wea der Unschuld. Aber wie

wenige sind es, die ihn gegangen sind. Dann bleib# keiner mehr übrig als dèr Weg der Buße. Abel auch dieser ist herrlich und vielversprechend und versetzt den ganzen Himmel in festliche Stimmung. Wird ja im Himmel Freude sein über einen ein­zigen Sünder, welcher Buße tut, mehr als über 99 Gerechte, die der Buße nicht bedürfen." Zur Buße gehört willige Annahme der Zurechtweisung, der Strafe, der Leiden. Zur Buße gehört demütiges, aufrichtiges Bekenntnis der Schuld im Sakrament der Versöhnung, im Sakrament der Buße. Hast du es schon empfangen? Warte nicht zulange. Be- nütze die Zeit; halte dich an den Termin, der von deinem Seelsorger dir bestimmt wird. Denn Ord­nung ist auch etwas wert. Wenn jeder am Oster­montag oder Palmsonntag beichten will, wie sollen denn di- wenigen Priester einen solchen Sturm be. wattigen? Da gibt es nichts als Aerger und Ver­druß auf beiden Seiten. Gehst du aber zur rechten Zeit, so brauchst du nicht so lange zu ivarten, und der Beichtrater kann deiner Seele auch die nötige Aufmerksamkeit widmen. Schließlich, wer seine Frist und Einladung versäumt, der könnte das Wort des Herrn zu verspüren bekommen:Ihr werdet mich suchen, aber nicht finden: in eurer Sunde werdet ihr sterben."

Das dritte Werkzeug bei diesem heiligen, gluck- bringenden Raub war das Gebet.6etr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst. Wie de ­mütig ist dieses Gebet. Er sagt nicht, schenke mir den Himmel. Sondern was? ,, Geante meiner" Auch schreibt er dem Heiland keine Frist vor, sondern sagt nur:wenn du in dein Reich kommst" Und welche Kraft hat ein solches Gebet. Sagt ja die Schrift:Das Gebet des Demütigen bringt durch die Wolken." Sofort finW das Gebet feine Erhörung und zwar mit einer Freigebigkeit und Großinut, die uns-alle in Verwunderung fetzt. Wahrlich, roahrlid), ich sage dir: Heute noch wirst du bei mir im Paradiese sein." Wurde jemals ein Menlch so rasch, so gründlich erhört? Schon stand der Räuber mit einem Fuße In der Hölle; da wird er mit einem plötzlichen Ruck ins Paradies versetzt,

O welch unergründliches Meer der goltbchen Barmherzigkeit. Wie kann es dir da beim Anb.ick deiner Sünden trostlos zu Mute sein. H'we das Wmt des hl. Ebrysostomus,, mit dem ich schließe. ..All unsere Sünden sind wie ein einziger Funke, Ken man hineinwirft in das Meer der göttlichen Barmherzigkeit; da wird er spurlos verschwinden.

DerBurgpfarrer.

Der Heilige im blauen Kittes.

Auf den Iosephstag von Hans Sauerland.

Es gibt einen Heiligen, der ist, fast möchte man sagen,aus der Art geschlagen". Als er noch lebte, kannte man ihn kaum; denn er trug nicht den Strahlenkranz übermenschlicher Tugenden mit nm herum. Er starb auef) nichtim Geruch der Heilig)