Kassel, den U März 1928.
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Religiöses Wochenblatt
für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-stfennIg B 45 R.-pse»nig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Prelse: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklametell 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aktiendruckerei In Fulda fein.
Deut und Verlag der Fuldaer AcUendeulerei. Verlazaort Fuld»
Wochenkalender.
Sonntag, 11. März. 3. Fastensonntag.
Montag, 12. März. Gregor I., der Große, Kirchenlehrer, Papst, t 604.
Dienstag, 13. März. Dom Tage.
Mittwoch, 14. März. Vom Tage.
Donnerstag, 15. Märzr Klemens Maria Hofbauer, Bek., t 1820. Zacharias, Papst, Bek.
Freitag, 16. Mörz. Vom Tage. Beginn des Tri- duums zu Ehren des hl. Josef.
Samstag, 17. März. Patrick, Bischof, Apostel Irlands, t 493.
Dritter Zastensonntag
Epistel: Eph. 5, 1—9.
Brüder! Werdet Nachahmer Gottes als geliebte Kinder, und wandelt in Liebe, wie auch Christus uns geliebt und sich für uns als Gabe und Opfer hingegeben hat, Gott zum lieblichen Gerüche. Unzucht aber und jede Unreinigkeit oder Geiz dürfen unter euch nicht einmal genannt werden, wie es sich für Heilige (Christen) ziemt, auch nicht Schamlosigkeit, noch törichtes Gerede, noch Possen, die sich nicht schicken, statt dessen vielmehr Danksagung. Denn das wisset und erkennet, daß kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Geiziger, was dasselbe ist wie Götzendienst, ein Erbteil hat an dem Reiche Christi und Gottes. Laßt euch von niemand verführen mit eitlen Worten; denn solcher Dinge wegen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Werdet also ihre Genossen. Denn ihr wäret einst Finstern'«, nun aber seid ihr Licht im Herrn! Wandelt als Kinder »es Lichtes. " ' ~ aller
—. Die Frucht des Lichtes aber besteht in
Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
Evangelium: Luk. 11. 14—28.
<Fn großes Risiko.
st einmal ein Handwerker gewesen, hat in meiner Gemeinde gewohnt
den. auf
Als nun
und war bekannt als Gottes- lästeret und Trinker, obwohl er ein Katholik war und Frau und Kinder hatte, die zur Kirche flir.« . ----- einmal in der Osterzeit die Rede Buchten kam, da stieg aus seiner Gurgel. » die er bereits Ströme von Alkohol geschüttet G<ue, wieder einmal so ein abscheuliches Läster- ("Ich beichte am Karfreitag", sagte er ipot- Wußte er ja ganz gut, daß bei uns Katho- i aln Karfreitag weder Beicht noch Kommunion .sondern Trauertag, Fasttag und Bettag. Was einen Tropfen katholischen Blutes in den z^/" *)ct, geht am Karfreitag eine Stunde zur 1-0 des sakramentalen Heilandes und drück: Küchen Wunden des Erlösers einen lie- bat^r .^rsreitng kom. Aber unser Lästermaul Ta«»E Beicht nicht gemacht. Waruin nicht? Am «Mem ir^- am hohen Gründonnerstag, als er in Städtchen seiner Arbeit nachging, sank er
plötzlich, von einem Schlag gerührt, tot zusammen, und am Ostersonntag haben wir ihn begraben! So ist er gestorben ohne Beicht, ohne Kommunion, ohne Angehörige, ohne Priester, ohne Zeichen der Besserung und Reue. —
Und doch, diesem Mann hat es nicht an Gnade gefehlt. Wurde er ja eingeladen zur Beicht durch die hl. Kirche, eingeladen durch das Beispiel seiner Mitbürger, eingeladen wohl auch durch die Stimme seiner Angehörigen, seiner Freunde und seines Gewissens. Indes er hat der Stimme Gottes und wohlmeinender Menschen taube Ohren entgegengebracht. So ist er in die Ewigkeit gegangen.
Ist es also nicht ein großes Risiko, zur Buße und Versöhnung mit Gott eingeladen zu werden und ein verstocktes Herz zu haben? Abgesehen davon ist ein solches Gebühren ein grober Un-
Der berühmte Volksschriftsteller Alban
Stolz hat einmal gesagt:
Juf dem Wer MM He Kimme! lind KM miteinanOer".
Dieses Wort gilt in unserer Zeit mehr als je. Ein Kämpfer für den Himmel ist unser altoertrauler lieber „Bonifatiusbote". Wer deshalb den „Bonitatiusboten" empfiehlt und ihm neue Abonnenten zuführt, der hilft dem Himmel in feinem Kampfe wider die Hölle.
gehorsam gegen die Kirche. Denn das Kirchen- gcbot lautet: „Du sollst jährlich wenigstens einmal einem Priester deine Sünden beichten und zur österlichen Zeit die hl. Kommunion empfangen. Wer diese Bestimmung in den Wind schlägt, übet dessen Haupt entladet sich wie ein Gewitter das Wort des Herrn: „Wenn jemand die Kirche nicht hört, sei er wie ein Heide und öffentlicher Sünder."
Dazu kommt die Rücksicht auf das eigene Wohl. Ist es nicht entsetzlich, mit dem Heil der Seele und mit dem Glück einer Ewigkeit ein frevles Spiel zu treiben? Das unwiderrufliche Los unb Schicksal der Seele dem Zufall zu überlassen? Kein Wunder, daß uns vor solcher Torheit die hl. Schrift mit eindringlichen Worten warm:
„Kehre zurück zum Herrn: wende dich ab von der Ungerechtigkeit und hoste über alles die Sunde. Halte dich zu den Heiligen der Welt; halte dich an diejenigen, die schon zu Lebzeiten Gott loben versteife dich nicht auf den Irrtum der Gottlosen, sondern lege noch vor dem Tod dein Bekenntnis ab. So lange du lebst und ge- fund bist lcae dein Bekenntnis ab; im vollen
Leben und bei frischer Gesundheit sollst du Gott loben und preisen und dich seiner Erbarmungen freuen." (Eccli. 17, 23.).
Welch herrliche Lebensregel hat hier der weis» 'Cirach auf Eingebung des hl. Geistes aufgestellt. So lang wir also noch am Leben sind und ae» fund an Leib und Seele, sollen wir Gott loben r«z»L preisen, sollen ihn um Verzeihung bitten, sollen unsere Sünden bereuen und bekennen. Rufen wir uns ins Gedächtnis, daß die Christen der ersten Jahrhunderte sogar öffentliche Buße geleistet haben. Von der vornehmen, wohltätigen und gottesfürchtigen Fabiola berichtet der hl. Hierony- mus, daß sie öffentlich einen Fehler bekannt und sich aus der Kirche treiben ließ. wobei selbst der Bischof vor Rührung weinen mußte. Ja, zu Lebzeiten sollen wir Gott dienen und an der Besserung arbeiten. Das gebietet schon die Rücksicht auf Gottes Ehre. Wir wissen, daß im alten Bund die strenge Vorschrift bestand, von den Früchten der Erde die Erstlinge, als die zartesten und besten Gewächse, dem Herrn zu opfern — ein Sinnbild und eine deutliche Mahnung, daß auch wir das beste und edelste und schönste vom Leben, also die Jugend und das Mannesalter unserm Herr- gott und seinem Dienste, nicht aber dem Satan und dem Laster weihen sollen.
Vertröste dich nicht darauf, im Alter und in den Jahren, die dem Tod vorangehen, dem Herrn dienen zu wollen. Oder wäre das nicht eine Gotteslästerung schlimmster Art? Heißt man das nicht, mit dem ewigen, heiligen Gott Trödel treiben? Das wäre gerade so, sagt der hl. Ehrysosio- mus. wie wenn jemand den Anstich und die Blume eines edlen Getränkes dem Teufel kredenzen, den schäbigen, schmutzigen Satz aber dem Herrgott anbieten würde! Außerdem ist ein Gedanke des hl. Augustinus wohl zu erwägen. Wenn wir nämlich im Alter erst zu sündigen aushören, sagt er, dann haben wir nicht die Sünde verlassen, sondern die Sünde hat uns verlassen! Die alten Gliede? sind dann ausgemergelt und die Säfte sind ver- schlemmt und verbraucht; die Kraft zur Sünde hat uns verlassen: ober die Gesinnung der Sünde
ist geblieben! ! I —
Verlangt nicht auch unser eigener Vorteil einen möglichst frühen Termin, wo wir anfangen, Gott zu dienen und von unseren Sünden abzustehen? Hören wir darüber die hl. Schrift: „Verschiebe ' :e?y Tag zum an* wist ich ansangen,
nicht deine Bekehrung von eint
dern". Sage nicht, morgen wil- —, — .--—... meinen Fehler abzulegen; morgen oder am Palmsonntag will ich zur Beicht gehen: oder: es ist noch lange Zeit. Buße zu tun; man muß in den alten Tagen auch noch etwas zu schaffen haben! Woher wußt du denn, daß ein „Morgen" dir lächelt? Daß eine Zukunft dir blüht? Daß ein Greisenalter dir beschicken ist? „Heute, wenn ihr Gottes Stimme hört, verhärtet. eure Her-en nicht", spricht der Herr. Barum geh' zu deiner Osterbeicht und Kommunion zur rechten Zeit, wenn der Seel-