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N Nr. 10
6t. ElWeth-Mt
Religiöses Wochenblatt für die katholischen Gemeinden Kassels
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Pfennlg B 45 R.-Pfennig (Zustellgebühr exira).
Redaktionsschluß Montag. Anzelgen-Pretse: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerel in Fulda le n.
Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerel. Verlagsart Fulda.
wochenÄalender.
Sonntag, 4. März. 2. Fastensonntag. Kasimir, Bek., T 1484. Lucinus I., Papst, Mart., f 254. Quartals- kollekle für das Priesterseminar.
Montag, 5. März. Vom Tage.
Dienstag, 6. März. Perpetua und Felicitas. Mart., t 203.
Mittwoch, 7. März. Thomas von Aquin, Kirchsnlehr., t 1274.
Donersteg. 8. März. Iohannes von Gott, Stifter der Barmherzigen Brüder, f 1550.
Frâg, g^Wärz. Franziska Ronrana, Witwe, t 1410.
Samstag, 10. März. Vierzig Märtyrer zu Scbaste, t 320. _____________ __ _________
Zweiter Fastensonntag.
Epistel: 1. Thess. 4, 1—7.
Brüder! Wir bitten und ermahnen euch im Herrn 3e|U5, daß ihr so, wie ihr von uns unterrichtet worden seid, zu wandeln und Gott zu gefallen, auch wirklich wandelt, damit ihr immer vollkommener werdet. Denn ihr wißt, welche Vorschriften ich euch gegeben habe durch den Herrn Jesus. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr euch enthaltet von der Unzucht, daß ein jeder von euch feinen Leib in Heiligkeit u. Ehre zu besitzen wisse, nicht in leidenschaftlicher Lust. wie die Heiden, die Gott nicht kennen. Kei- n» übervorteile seinen Bruder und überliste ihn im widiäfte; denn der Herr ist Rächer von all diesem, Uiie wir auch schon gesagt und bezeugt haben. Denn hat uns nicht zur Unlauterkeit berufen, sondern ilur Heiligung in Christus Jesus, unserm Herrn.
Evangelium: Maklh. 17, 1—9.
Reminiseere!
litten wir doch in jenen Tagen gelebt, in denen unser Herr und Heiland durch die Lande ging, sein mildes Wort erschallen ließ, seine mächtige Hand ausstreckte zu „ - j Heilungen und Wundern, den Mahl des Kreuzes» bestieg und sein rosenfarbenes * 'U^rfPtJ zur Versöhnung für die Schulden ver Menschen!--
D mein Christ! Da weiß ich nur einen voll- oerten Ersatz. Lies vorerst nur die Ueberschrift & r . 'è.Mels: „Ueminiscerc!" Das klingt und u lateinisch und bildet den Anfang des heutigen ^uroitus und auch den Rainen des heutigen yNMags. „Reurmiscere" heißt aber zu deutsch »^errke". Wir rufen nämlich den erbarmungs- bckm" ®0^ an, sich auf seine Versöhnlichkeit zu se» ""Ell und uns Gnade für Recht ergehen zu lai- Ol,l "Reminiseere — Gedenke" rufen wir aber Biib ""- ^'^er zu in dem Sinn, daß wir das l'Gcres liebevollen Heilandes uns wieder HravÄ lebendig ins Gedächtnis rufen. Und La
-wt es keine besondere Anstrengung, keine be
sondere Spitzfindigkeiten. Hat ja der Heiland selber in seiner liebenswürdigen Besorgtheit ein Gedächtnis und Denkmal seines Lebens und Leidens eingesetzt, wie es einfacher, herrlicher und wirkungsvoller gar nicht gedacht werden kann. Denn es ist eine Erfindung des Himmels. —
Und welches ist diese Reminiszenz, diese Erinnerung, dieses Gedächtnis? Auf unseren katholischen Altären wird es täglich erneuert, gefeiert und dargestellt. Ich meine die hl. Messe. Betrachten wir ihren Verlauf mit den Augen des Glaubens und begleiten in lebendiger Erinnerung unsern Erlöser auf seinen Lebenspfaden.
Zuerst verrichtet der $rk -er an den Stufen des Altars das Staffelgebet mit Schuldbekenntnis
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oder fionfileor. Erkenne hier im Priester das Bild der sündenqebeugten, erlösungsbedürftigen Menschheit vor Christus. Bald folgt „Kyrie eleison" als Schrei zum dreieinigen Gott um Erbarmen, gleichsam ein gewaltiges „Rorate". Sogleich stimmt der Priester das „Gloria" an. Christus ist bereits gekommen, geboren im Stall zu Bethlehem, und über den Fluren erschallen die Klänge der Eltge!- „Ehre sei Gott in der Höhe". Mit „Dominus nobiscum" grüßt euch Christus selber burd) den Mund des Priesters und der Kirche. In der Kollekte, die mit „Oremus" eingeleitet wird, betet Christus mit ausgefpannten Armen für die Anliegen der Seelen. Es schließen sich Epistel und Evangelium an, in welchem Christus zuerst durch den Mund der Propheten und Apostel und sodann mit eigenem Mund uns lehrt und unterweist.
Darauf schreitet der Priester zur Opferung. Gaben von Brot und Wein werden dem himmlischen Vater dargebracht, worin symbolisch auch die Opfer des alten Bundes und Hab und Gut. Leib und Leben aller Menschen enthalten ist. Was ist die Präfaèion anders als ein erhabenes Loblied auf die göttliche Maiestät, Größe und Helligkeit aus dem Mund des Heilandes und der Kirche" In die nun folgende „Sanct«s"-Glocke tönt nicht bloß das Hosanna, sondern auch schon das „Cruri- fig/ — ans Kreuz"! Wir nahen uns dem Höhepunkt der bl. Messe, der Wandlung.
Der Priester beugt sich nieder und spricht übet die Hostie die machtvollen Worte Christi: „Das ist mein Leib", und über den Wein: „Das ist mein Bluf“. Nun ist das Große geschehen. Christus selbst ist im Geleite der Engel herabgestiegen und hat unter den Brotes- und Weinsgestalten Wohnung genommen. Denn das Brot wurde in den wahren Leib, der Wein in das wahre Blut Christi verwandelt, während das Aussehen, der Geschmack, der Geruch und alle übrigen sogenannten „Gestalten" geblieben sind. Indem nun die Wandlung über getrennte Gestalten gemacht wird, wird dadurch die Trennung des Leibes vom Blute Christi, und damit fein Tod versinnbildet und auch systematisch und unblutig bewirkt. Die Wandlung ist das Geschehnis auf Golgatha. Darum auch die Erhöhung der Gestalten über das Haupt des Priesters, da auch der Herr am Kreuze erhöht wurde. Deshalb auch das Läuten mit Schellen und Glocke, um die Hainmerschläge bei der Kreuzigung vorzustellen. Ein Schauer der Ehr- furcbt geht durch die Seelen in diesem Augenblick, wenn alle in tiefster Stille den Erlöser unter Brots- und Weinsgestalten anbeten.
In kräftigen Worten wird dann das gegenwär» tige Opfer durch die Hände des Erzengels Michael dem allmächtigen Vater dargebracht und übersandt. Auch ist es, als ob der Heiland wie nach seinem Tod in die Unterwelt hinabstiege, um dort die Seelen der Verstorbenen zu befreien. Darum das „Memento" der Verstorbenen.
Wenn dann bei der hl. Kommunion der Heiland eingeht in die reinen Seelen des Priesters und der Gläubigen, ist das nicht gleichsam ein würdiges, ehrenvolles Begräbnis für den Heiland?
So ist mithin die hl Messe ein kräftiges „Remi« niscere", ein Gedächtnis an den Heiland, sein Leben, Leiden und Sterben. Und noch ein anderes „Remi- niscere" ist das hl. Meßopfer: ein Gedächtnis an die lieben, guten Menschen, die durch den Tod von uns geschieden sind. Und gerade heute haben wir besondere Ursache, daran zu denken. Begehen wir ja heute den „Volkslrauerkag" zur Erinnerung an die Gefallenen des Weltkrieges, die ja auch gleich dem Heiland einen blutigen, gewaltsamen Tod erlitten haben. Drum klagen von den Türmen in dumpfen Klängen die Glocken. Drum Kranzniederlegung an Kriegergräbern. Drum Ansprachen, Chorälen, Trauermusik. Das alles nützt aber den Verstorbenen so wenig wie eine Etikette der Flasche. Nicht, als ob ich solche Ehrungen verwerfe: im Gegenteil: ich schätze und begrüße sie als einen Tribut der Menschlichkeit und Dankbarkeit Aber als Katholiken dürfen wir dabei nicht stehen bleiben. Wir müssen den Verstorbenen auch wirksame Hilfe bringen. Und dazu ist eben das Meßopfer das allerbeste Mittel. Immer nach der Wandlung, wie schon bemerkt, ist das „Memento" der Verstorbenen Auch kann das hl. Meßopfer für die Verstorbenen einens oufoe» opfert und gelesen werden. Das wußte die hl.