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Geistliche und Laien, hat sich zur Mitarbeit be­reit erklärt, das große Ziel verwirklichen zu hel­fen, die Bedeutung des Schrifttums für die Ver­breitung und Festigung unseres heiligen Glaubens ausstellungsmäßig wirksam und wissenschaftlich exakt herauszustellen.

Trotz umfangreicher ehrenamtlicher Mitarbeit erfordert die Durchführung des Ausstellungsplancs erhebliche Geldmittel. Möchten rocht viele verant­wortungsbewußte Katholiken das große Werk we­nigstens durch einen einmaligen ÄUtgliedsbeitrag zum I.K.C. von 20 Nm. fördern. (Einzahlungen erfo'gen auf Postscheckkonto Köln 80 912, Interna­tionales Katholisches Comite für die Pressa 1928, Köln, Neumarkt 18a—24.)

Kleine xolililchs Nachrichten. 11

Der alte Fürst Hermann Hatzfeld, Herzog zu Drachen­berg (Schlesien) beging dieser Tage seinen 80. Geburts­tag. Reichskanzler Max, Ministerpräsident Braun und die Zentrumsfraktion des Reichstages sandten dem Ju- inl.tr herzliche Glückwunschtelegramme. Fürst Hatzfeld gemrte in jüngeren Jahren, obwohl katholisch, der frei« konservativen Partei an und wurde mit 30 Jahren R eichstagsabaeordneter, ferner war er Mitglied des !f teutzischen Herrenhauses. Gegen Ende des Kultur­kampfes übernahm er die von Bismarck ihm aufge- rötigte Mission, den Papst Leo XIII. zum Nachgeben in der Frage der Anzeigepflicht für die neu zu ernen­nenden Pfarrer zu bestimmen; der Versuch gelang und trug wesentlich zur Beendigung des Kulturkampfes bei. A^ch an der Besetzung des Fürstbischöftichen Stuhles in Nreslau mit Bikchof Kopp aus Fulda hatte damals Hptzfeldt mit einem diplomatischen Kniff gegen Bis- inarcks Widerstand keinen geringen Anteil. Um die Jahrhundertwende war er neun Jahre lang schlesischer Oberpräsident, im starken Gegensatz zu der preußistz-n Polenpositik in Oberschlesien, deretweqen er dann auch ging. Nach dem Kriege schloß er sich sokart der Zen­trumspartei an (während bekanntlich andere Adlige in törichter Verblendung dem Zentrum den Rücken kehrten, weil es sich für monarchistische Pläne unzugänglich zeigte); noch heute Ht er als schlesischer Provinzialland-

tagsabgeordneter Mitglied der Zentrumsfraktion. j

Das Denkmal für Franz Joseph Riff-t von Buß, verloren gehen. Wir müssen unter allen Umstän­den ersten großen Führer der deutschen Katholiken im den auf allen Gebieten der Wissenschaft mehr

vorigen Jahrhundert, wurde am 29 Januar in seinem Kräfte bereit stellen, um dort, wo eine Nachfrage Heimatdorf Zell am Harmersbach (Schwarzma^) leier-1 auftritt, auch mit einem Angebot aufwarten zu lich eingeweiht. An der Feier nahmen teil Professor Dr. Finke als Vertreter der Universität Freiburg, an der Buß so lange gewirkt, Domkapitular Jauck'-Frei- bnta, der Präsident des Badischen Landtags Dr. Baum­gartner u. a.

In Hessen sind die Verhandlungen der Sozialdemo­kratie mit der Deutschen Volkspartei, die den liberal-so- zialistilch.en Kulturblock zum Zweck hasten, geheitert. Nunmehr verlacht die Sozialdemokratie wieder zur Weimarer Koalition, die in Hessen ununterbrochen seit 1918 die Regierung gebildet hatte, zurückzukehren. Das Ka einest wird also voraussichtlich von Zentrum, Dema- kn ten und Sozialdemokraten gebildet.

Von den Bauernvereinen. In einer Gesamtvor­standssitzung der Bereinigung der deutschen Bauernver­eine wurde von dem inzwischen erfolgten Rücktritt des seitherigen Präsidenten Frhr. v. Kerckernick Kenntnis ae« nammen. Cs wurde ihm herzlich gedankt für alle Ar­beit in der Bauernvereinsbeweaung. Die Neuwahl ei«

nes Präsidenten soll in aller Kürze auf einer weiteren Gesamtvorstandssitzung erfolgen.

Die sei tunq der Vereinigung der deutschen vereine (Sitz Berlin) wird gründlich neränbert

Bauern- werden.

Nachdem wie bereits gemeldet, Baron v. Kerckernick fei­nen Posten als Erster Präsident niedergelegt hat, schei­det Reichstagsabgeordneter Dr. Crone-Münzebrock dem­nächst Voraussichtsich. ebenfalls von feinem Amt als ge­schäftsführendes Vorstandsmitglied, um in das engere Präsidium einzutreten. Als neuer Präsident wird Land- tagsnbgeordneter Hermes genannt, der eben die deut­sche Regierung in den Handelsvertragsverhandlungen mit Polen vertritt und früher Relchsernährungs» und Finanzminister war. Man hofft, durch bie^e Verände­rungen den rheinischen Bauernverein wieder zum An­schluß an die Vereinigung bewegen zu können.

Bersin. Die älteste katholische deutsche Studenten­verbindung, Bavaria (Bonn), im Kartellverband der farbentragenden katholischen Studentenverbindungen (CV). Hat den preußischen Iustizminister Dr. Schmidt zu ihrem Ehrenmitglied ernannt. In Anwesenheit des Vizepräsidenten des Preußischen Landtags, Geheimrat Dr. Porsch, der A h der Verbindung ist, des Philister- seniors Notar Dr. Galling und zahlreicher weiterer Alter Herren der Verbindung fand aus dielem Anlaß eine Festsitzung des Berliner Alteherrenzirkels statt, bei

der dem Ehrenmstgsted in feierlicher Form das Band der Verbindung überreicht wurde.

cd Ausland, cd cd

Oeslerreich.

In der Hauptstadt Wien haben die Sozialdemo­kraten im Gemeinderat Wien die Mehrheit. Mit brutaler Rücksichtslosigkeit bekämpfen sie jede Aeußerung des christlichen Geistes in der Schule. Aus fünf Wiener Schulen kommt die Nachricht, daß die Kreuzviider entfernt wurden. In einer Schule wurden sie aus allen Klassen weggenom- men, ausgenommen in jener Klasse, die einzig und allein dem jüdischen (l) Religionsunterricht dient. Ein Schulleiter benützte die Kreuzbilderrahmen für Hundebilder!! Und die sozialistische Stadtverwal­tung duldet dieses Vorgehen! Ferner wird berich­tet, daß mehr als 100 christliche Lehrpersonen 14 Tage nach Schulbeginn versetzt wurden, weil sie Religionsunterricht in ihren Klassen erteilten und das Schulgebet verrichteten. Alle wurden „kalt­gestellt". Am 31. Oktober fanden gegen die rote Schulpolitik große Protestversammlungen statt.

Die „Reichspost" veröffentlicht einen an die österreichischen Bischöfe gerichteten Papstbrief, in dem es unter anderem heißt: „Mehr als anderswo,

Eine wichtige Micht des kathol. Deutschland.

In der Zeitschrift „Der katholische Gedanke" Nr. 1 schreibt Prof. Dr. Honecker, Generalsekre­tär der Görresgesellschaft:

„Wenn es dem katholischen Volke Deutschlands nicht gelingt, seinen Söhnen den Weg in die aka­demische Laufbahn zu ebnen, so wird ihm stets . ein gutes Stück Mitarbeit und Anteil an den

! deutschen Wissenschaft, an der deutschen Kultur ' nprf nren st^ho« 9Rtr muff01t unter rtffprr Umffnitts

können.

Obiges so wichtige Ziel können wir nur er­reichen, wenn das kath. Volk in seinen weite­sten Kreisen den Albertus-Magnus-Verein un­terstützt, durch den unseren bedürftigen und begabten Studenten die Erreichung ihres Stu­dienzieles ermöglicht wird.

Jahresbeiträge und einmalige Gaben sende man an Prof. Dr. Scheller, Fulda (Postscheck­konto Frankfurt 83 919).

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besonders aber in der Hauptstadt, sind Parteien am Ruder, welche ungerechterweise zu hindern trach­ten, daß die Kirche sich der Rechte erfreue, welche die Lenker des Staates unter denen, durch Tüchtig­keit und Geschick ausgezeichnet, ihr Prälat hervor­ragt, für die religiöse Erziehung der Jugend und für das Wohl und den Frieden des Vaterlandes weise gegeben haben. Besteht deswegen darauf, daß die Jugend in den öffentlichen Schulen Unter­richt in der christlichen Religion erhalte und zu christlichen Sitten angeleitet werde."

Jugoslawien.

Der jugoslawische Außenminister Dr. Marinko- vic erklärte im Finanzausschuß der Skuptschina, daß er den Abschluß eines Konkordates mit dem Vatikan als eine politische Notwendigkeit erachte.

Tschechoslowakei.

Zwischen dem Vatikan und der Prager Regie­rung wurde ein provisorisches Abkommen getrof­fen, worin die Kurie zusagt, daß eine Neuabgren­zung der Diözesen erfolgen wird, damit kein Teil des Landes unter einem Bischof steht, der außer­halb der Tschechoslowakei seinen Sitz hat. Wenn hiermit auch in erster Linie jene Gebiete gemeint sind, die noch zu ungarischen Diözesen gehören, so wird doch auch das Fürstbistum Breslau berührt: 400 000 Katholiken in Tschechisch^Schlesien (früher Oesterreichisch-Schlesten) unterstehen dem Breslauer Fürstbischof. Umgekehrt aber untersteht das deutsche Vikariat Glatz (50 Pfarreien, 180 000 Katholiken)

dem Erzbistum Prag und das deutsche Archk- presbyterat Katscher (40 Pfarreien, 90 000 Seelen) dem Erzbischof von Olmütz.

Frankreich und Amerika

und Schiedsvertrag

haben einen Freundschafts­miteinander geschlossen. Die Unterzeichnung wurde

als ein bedeutendes Ereignis in Paris und New» york gefeiert. Zweck der Verträge ist, Kriege zwi­schen den beiden Staaten in Zukunft zu vermeiden und etwaige Konflikte friedlich durch Anrufung eines Schiedsgerichts zu schlichten. Der Vertrag ist als ein weiterer Versuch, die Welt vor Kriegen zu bewahren und den Völkerfrieden zu schützen, vom Standpunkt des Christentums aufrichtig zu begrüßen.

Norwegen.

Eine der größten norwegischen Dichtergestalten, ,Frau Sigrid Undsel, die vor einiger Zeit zur katholischen Kirche konvertiert ist, wollte auf der Insel Selje, dicht an den Ruinen eines ehemaligen katholischen Klosters, ein Grundstück erwerben. Da das norwegische Gesetz den Katholiken den Er­werb von Grundstücken verbietet, beantragte sie beim Gemeinderat die gesetzlich zulässige Geneh­migung. Aber der Antrag wurde aboelehnt. —* Vor zwei Jahren wollte die norwegische Regie­rung den Paragraphen der Verfassung, der den Jesuiten die Niederlassung in Norwegen verbietet, aufheben, aber die Volksvertretung lehnte ab.

Bolivien.

Die Republik Bolivien im lateinischen Stmerifa besitzt einen Staatspräsidenten, der aus seinen christlichen Ueberzeugungen keinen Hehl macht und ein vorbildlicher Katholik ist. Bei der Eröffnung der Parlamentssitzung, die über Reaierungsmaß- nahmen zur Verbesserung der Lage des Volkes zu befinden hatte, rief er zur Erreichung dieser Ziele die Hilfe der Kirchs an, „eine wirksame Hilfe", wie er sagte, in die er sein ganzes Vertrau-n setze und die der ganzen Nation von großem Nutzen sein könne. Nach den „Nouvelles relimeusss" schloß er seinen Aufruf mit diesen im Munde eines Staats­präsidenten so edlen Worten: „Ich gebe mich ganz in die Hände der göttlich-m Vorsehung und ich bitte Gott, daß er mir die Gnade gewähre, mir einst am Ende meines Mandates saaen zu dürfen, daß ich meinem Vaterlands mit Erfolg gedient habe."

Mexiko.

Nachrichten aus Mexiko zufolge ordnete der Innenminister die Ausweisung von 23 Nonnen wegen angeblichen Verstoßes geaen das Gesetz über religiöse Vereinigungen an. Gegen den Bischof Delamora wurde ein Haftbefehl erlassen. w"il er in der Provinz Potosi unerlaubt geistliche Funk­tionen verrichtete.

China.

Unter den fortgesetzten revolutioären Unruhen des bolschewistisch verseuchten China leiden auch unsere katholischen Millionäre und Mistionsschwe« ftern immer mehr. Die neueste Meldung sagt: Mährend eines Gottesdienstes dranaen 100 Ban­diten bei Tag in das Gebäude dm deutschen kath. Mission in Putschan ein und entführten nach ein-m Zusammenstoß, bei dem einige Cbineftn getötet und verwundet wurden, drei deutsche Missionare und eine Nonne als Gefangene. Boten, bi» nach Tungtscbangfu gesandt wurden, um ein Lösegeld von 60 000 Dollar für die vier Deutschen zu for­dern. wurden verhaftet. Darauf wurden Truppen zur Befreiung her Deutschen aboeschickt. Al« die Truppen zum Angriff schritten, stellen die Ban­diten die Deutschen vor sich auf. Während des Kampfes starb, wie gemeldet wird, die Nonne vor Aufregung.

Kleine kirchliche Nachrichten

Rom. Nach ihrer letzten Hauptsitzung richtete die Katholische Aktion Italiens an das vom Verkehrsmini­sterium kürzlich geschaffene Komitee zur Kontrolle der Radiovorträge und -konzerte die Bitte, ihr Augenmerk besonders darauf zu lenken, daß die an sich so begrü­ßenswerte Neuerung auf dem Gebiete der Technik keine Gefahr für Glauben und gute Sitten in der Familie werde. Die Katholische Aktion fordert alle Katholiken zur Mitarbeit auf, gegen gegebenenfalls nicht einwand­freie Vorführungen bei den leitenden Persönlichkeiten aufs nachdrücklichste vorstellig zu werden, oder, im Falle dies erfolglos bleiben sollte, sich direkt an die zuständi- gen Behörden zu wenden. Reben dieser kritischen Tä­tigkeit sollen aber alle Katholiken auch aktiv Mitarbeiten,