Kassel, den 42 Februar 4928.
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für die katholischen Gemeinden Kassels.
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1 Druck und Berl», Bet Fuldaer Actlsndruckerel. Verlags»! Fulda. » .
wochenkalender.
Sonntag, 12. Februar. Sonntag Sexagesima. Sieben
Stifter des Serviten-Ordens. 6. Jahrestag der Krönung des hl. Vaters Pius XI.
Montag, 13. Februar. Gregor II, Papst, Bek., t 731.
Dienstag, 14. Februar. Valentinus, Bischof, Mart.,
Balentinus, Priester, Mart.
Mittwoch, 15. Februar. Fauftinus und Jovita, Mart., t 122.
Donnerstag, 16. Februar. Vom Tage.
Freitag, 17. Februar. Vom Tage.
Samstag, 18. Februar. Marten-Samstag. Simon,
Bischof, Mart., t 105.
Sonntag Zexaoesima.
Epistel: 2. kor. 11, 19—33, 12, 1—9.
Brüder! Ihr ertragt ja gern die Törichten, da ihr selbst weise seid. Denn ihr ertragt es, wenn einer knechtet, wenn einer euch auszehrt, wenn einer, was euch gehört, nimmt, wenn einer sich erhebt, wenn einer euch ins Gesicht schlägt. Zu meiner Schande gestehe ich es: Dazu war ich zu schwach; doch worauf einer pocht, dar- äuf ich rede in Torheit, poche auch ich. Sie sind Hebräer, ich auch; sie sind Israeliten, ich auch; sie sind Nachkommen Abrahams, ich auch; sie sind Diener Christi, ich noch mehr, ich rede, als wäre ich nicht recht bei Verstand; vielerlei Mühseligkeiten hab' ich erduldet, mehr Gefängnisse, Mißhandlungen über die Maßen, Todesgefahren häufig. Von den Juden habe ich fünfmal die vierzig Streiche weniger einen bekommen. Dreimal bin ich mit Ruten gestrichen, einmal gesteinigt worden, dreimal habe ich Schiffbruch gelitten, einen Tag und eine Nacht bin ich in der Meerestiefe gewesen; auf Reifen oft, in Gefahren von Flüssen, in Gefahren von Räubern, in Gefahren von meinem Volke, in Gefahren von Heiden, in Gefahren in Städten, in Gefahren in der Wüste, in Gefahren auf dem Meere, in Gefahren von falschen Brüdern, in Mühseligkeit und Elend, in vielfältigen Nachtwachen, in Hunger und Durst, in vielem Fasten, in Kälte und Blöße, ohne jenes, was noch dazu kommt, der tägliche Andrang zu mir, die Sorge für alle Gemeinden. Wer wird schwach, ohne daß ich schwach werde? Wer wird geärgert, ohne daß ich vor Schmerz brenne? Wenn es gerühmt fein soll, null ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott, der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der gepriesen ist in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damaskus ließ der Statthalter des Königs Aretas die Stadt der Damaszener bewachen, um mich zu ergreifen, und ich wurde durch ein Fenster in einem Korbe an der Mauer heruntergeiaffen und entkam so seinen Händen. Wenn es gerühmt sein soll. es nicht zwar nichts, so will ich auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn kom- wen. Ich kenne einen Menschen, der in Christus ist: W vierzehn Jahren war er, ob mit dem Leibe, ich weiß es nicht; ob außer dem Leibe, ich weiß es,nicht, 'sott weiß es, entrückt bis in den dritten Himmel. Ich weiß von diesem Menschen, ob mit dem Leibe, ob oußer dem Leibe, ich weiß es nicht. Gott weiß es, daß in das Paradies entrückt ward und geheime Worte wne, die ein Mensch nicht aussprechen darf. Dessen m "$ m*^ rühmen, meiner aber will ich mich nickt ""wen, außer in meinen Schwachheiten. Wenn ich
mich aber rühmen wollte, so wäre ich nicht töricht; denn ich würde die Wahrheit sagen; ich enthalte mich aber dessen, damit niemand mehr von mir halte, als er an mir sieht oder von mir hört. Damit ich mich nicht der hohen Offenbarungen wegen erhebe, wurde mir ein Stachel in mein Fleisch gegeben, ein Engel Satans, daß er mir Faustschläge gebe. Um seinetwillen habe ich dreimal den Herrn gebeten, daß er von mir weichen möge. Er aber sprach zu mir: Es genügt dir meine Gnade; denn die Kraft wird in der Schwachheit vollkommen. Gern will ich mich darum meiner Schwachheiten rühmen, damit in mir wohne die Kraft Christi.
Evangelium: Luk. 8, 4—15.
Der Baum an Wasserbächen.
echs Jahre finit es gerade heute, seitdem dem Hl. Vater, Papst Pius XI, in der Peterskirche zu Rom die dreifache Krone der Tiara feierlich ist aufgesetzt worden. Ein Segensstrom fließt vom Vatikan
hinaus in alle Länder, in alle Gemeinden, in alle Herzen der Katholiken. Wer immer an diesen Segnungen teilnimmt, der gleicht „dem Baum, gepflanzt an Wasserk'ächen", der seine Frucht bringt zu seiner Zeit.
Wenn wir auf Rom hören, sind wir immer im Besitze der Wahrheit. Entsteht ein Streit über eine Angelegenheiten des Glaubens, so ist es der Hl. Vater, der durch obersten Spruch die Entscheidung fällt, und alle sind tu ounden, und diese Entscheidung hat den Voco--u der Unfehlbarkeit und Irrtumslosigkeit. Im Lager der Andersgläubigen und Sekten, da ist ein Tohu Vabohu, ein babylonischer Wirrwar, daß niemand mehr sich auskennt. Täalich schießen aus der menschlichen Unduldsamkeit, aus dem Hochmut und dem Widerspruchsgeist neue Sekten empor. Wo man eben vom obersten Hort der Wahrheit, vom Felsen Petri, abweicht, da hat man keinen Boden mehr unter den Füßen, da ist alles der Willkür und der Leidenschaft überantwortet. Wir Katholiken aber brauchen nur auf Rom zu schauen, und wir sind gegen den Irrtum gefeit. Roma locuta — causa finita: Rom hat gesprochen — die Sache ist entschieden! Von Zeit zu Zeit nimmt der Hl. Vater Stellung zu wichtigen Tagesfragen, die das Glaubensgebiet betreffen Manchmal hält er eine bedeutungsvolle Ansprache und ein andermal erläßt er ein Rundschreiben, eine Enzyklika an die ganze Welt. Wenn schon die Andersgläubigen, sogar die Unabhängigen und Freigeister. solche Kundgebungen mit Interesse aufneh- men und sorgfältig studieren, dürfte da ein Katholik achtlos daran vorübergehen?
Wenn wir auf Rom hören, bleiben wir auch immer auf dem Weg der gottgewollten Ordnung und Moral. Um nur einen Punkt berauszugreifen: wer hütet denn mit so großer Wachsamkeit und Umsicht das Heiligtum der christlichen Ehe? Jenes Wort des Heilandes: „Was Gott verbunden hat,
soll der Mensch nicht trennen" — wo hat es denn noch Geltung und Wirklichkeit außer in der katholischen Kirche? Wo wird die Unauflöslichkeit der Ehe noch festgehalten außer vom Zügel in der Hand des Hl. Vatèrs? Hat nicht selbst ein Martin Luther, dem es doch wahrhaftig nicht an Willens- energis gefehlt hat, dem Landgrafen Philipp von Hessen eine Doppelehe gestattet? Ich sage „gestattet", nicht bloß geduldet? Wie ganz anders Rom, der Felsen Petri. Als König Heinrich VIII. an den Papst das Ansinnen stellte, seine Ehe mit Katharina von Aragonien aufzulösen und ihm eine andere Ehe mit einer Hofdame zu gestatten, da hat der Hl. Vater einem solchen Ansinnen einen unbeugsamen Widerspruch entgegengesetzt. Lieber hat er den Abfall des Königs und von ganz England in Kauf genommen, als daß er von der Strenge des christlichen Sittcngesetzes auch nur ein Haar breit gewichen wäre.
Und hat sich heute nicht die ganze Hölle verschworen, die Heiligkeit der Ehe mit Stumpf und Stil auszurotten? Sind nicht Machenschaften an der Tagesordnung, um die Ehe zu einem Tummelplatz der gemeinsten Sinnlichkeit herabzudrük- l'en? Werden nicht die verwerflichsten Mittel angepriesen, um den Kindern die Tore des Lebens zu verrammeln und so den Eheleuten ein angenehmes, kindcrarmes, sorgenfreies Dasein zu eröffnen? Wer hat da den Mut, gegen solch verwerfliches Treiben die Stimme zu erheben? Die katholische Kirche unter der Führung des Papstes, die wiederholt und mit allem Nachdruck und aller Deutlichkeit die Erklärung abgegeben haben, daß jede Praris, ausgenommen die Enthaltsamkeit, die auf Kinderlosigkeit oder Beschränkung der Kinderzahl abzielt, eine schwere Sünde ist gegen die Natur und gegen die göttlichen Gevote. O, wenn alle Katholiken diese wohlgemeinte Direktive, diese hl. Warnung und Weisung hören und befolgen würden, welcher Strom des Segens würde da aus dem Heiligtum der Ehe hervorbrechen für die Familie, für dis Kirche, für die menschliche Gesellschaft, ja selbst für das himmlische Jerusalem. Mitten in einer verdorbenen Welt wären die katholischen Familien Inseln der Sittlichkeit, der Reinheit, der Wiedergeburt, des Friedens und Glückes.
Und wie viele Wohltaten verdankt die Menschheit dem Papsttum auf dem Gebiet der Kultur und Zivilisation. Ein protestantischer Geschichtsforscher hat den Ausspruch getan: „Ohne das Papst- tum wäre Europa in die Barbarei zurückgesunken. Wer hat denn die Schätze der antiken Kunst und Literatur vor dem Untergang bewahrt? Die katholische Kirche, die Mönche, die Klöster, der Klerus und an ihrer Spitze der Apostolische Stuhl. Wer hat die schönsten Skulpturen, Gemälde, Kunstwerke aller Art, Handschriften und Bücher? Der Hl. Vater, der Papst. Wer einmal durch die unendlichen Kunsthallen des Vatikans gewandert ist. dem ist darüber eine Ahnung aufge»