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Religiöses Wochenblatt

für die katholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 49 R.-pfennig 3 45 Zt-pfennig (Zustellgebühr extra).

Redaktionsschluß Montag. Anzeizen-Preise: Colonelzelle im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Neklanlsieil 0,80 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Geb. 0,1'3 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aciiendruckerel in Fulda len.

Druck und Berlu, der Fuldaer Artiendruckerü. Berlagsort Fuld».

Nr. 6.

Kassel, den 5. Februar 1928. ||| 58. Zahrg. ||

wochenkânöer.

Sonnkaa. 5. Fcbr. Sonntag Septuagesima. Agatha, MngM, Mart.

Montag, 6. Febr. Titus, Bisch, t 98- Dorothea, Jgfr., Mart., + 304. 6. Jahrestag der Wahl Papst Pius XI.

Dienstag, 7. Febr. Romuald, Abt, f 1027.

Mittwoch, 8. Febr Johannes von Matha, Bek., t 1213.

Donnerstag, 9. Febr. Cyrillus von Alexandrien, Kirchen­lehrer, t 444. Apollonia, Jgfr., Mart., t 248.

Freitag, 10. Febr. Scholastika, Siebtiffin, f 543.

Samstag, 11. Febr. Erscheinung der allersel. Jungfrau Maria in Lourdes.

Septuagesima. Epistel: 1. Kor. 9, 24 27 und 10, 15.

Brüder! Wißt ihr nicht, die, so in der Rennbahn laufen, laufen alle, aber nur einer erlangt den Preis? Laufet so, daß ihr ihn erlangt! Jeder, der im Wett­kampfe ringt, enthält sich von allem, und diese tun es, um eine vergängliche Krone zu empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe nun so, nicht wie ins Un­gewisse; ich kämpfe so, nicht wie einer, der in die Luft schlägt: vielmehr züchtige ich meinen Leib und bringe ihn in Dienstbarkeit, damit ich nicht, nachdem ich andern gepredigt habe, selbst verworfen werde. Denn ich will es euch nicht vorenthalten, Brüder, unsere Väter waren alle unter der Wolke, und gingen alle durch das Meer und wurden alle auf Moses in der Wolke und in dem Meere getauft, und aßen alle dieselbe geistige Speise, und tranken alle denselben geistigen Trank (sie tranken nämlich aus dem geistigen Felsen, der ihnen folgte, der Fels aber war Christus); und doch hatte Gott an der Mehrzahl von ihnen kein Wohlgefallen.

Evangelium: Matth. 20, 116.

Was habe ich davon?

n seiner egoistischen Einstellung führt der Mensch gern die Frage im Munde:Was habe ich da­von?" So werden auch die Ar­beiter im heutigen Evangelium von Septuaginta den Hausvater,

fh in seinem Weinberg beschäftigen wollte, zu­erst gefragt haben:Was bekommen wir dafür?" Bei so idealen Gütern nun, wie die Religion "ues ist, sollte eine so materielle Frage ganz »usicheiden Wenn die Religion Wahrheit ist. Wenn die Religion Notwendigkeit ist, sollte die llrage:Was habe ich davon" keine Rolle spielen. Äeii aber so manche Verführer und Hetzapostel "Gläubigen" einen richtigen Wauwau gegen Religion einzupauken suchen, weil sie den Mund voll nehmen mit Phrasen, als wäre die Re- llilon der schlimmste und grimmste Räuber des r>^âichen Glückes, der alle Freude und allen ?on unserm Planeten verbannt und eine "^zeit" heraufbeschwört, so dürfen uns wir auch die Frage stellen:

$ Was habe ich von der Religion?

^.r Mitteilung ron oben und aus der Fülle 1 'ier Erfahrung hat darüber schon der hl. Petrus

ein kräftiges Zeugnis abgelegt. Du kannst es nachlesen im ersten seiner Briefe gleich im ersten Kapitel:

Gepriesen sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns in seiner großen Barm­herzigkeit durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten wiedergeboren hat zu lebendiger Hoff­nung, zu einem unvergänglichen, unbefleckten, ewigen Erbe, das im Himmel für euch aufbewahrt wird. In Gottes Kraft werdet ihr durch den Glau­ben bewahrt, daß ihr das Heil erlangst, das am Ende der Zeiten offenbar werden soll. Freut euch also, möget ihr auch jetzt ein wenig durch man­cherlei Trübsale zu leiden haben: dadurch soll euer Glaube erprobt und herrlicher erfunden werden als im Feuer geläutertes Gold zu Lob und Preis und Ruhm bei' der Offenbarung Jesu Christi. Ihn liebt ihr, obwohl ihr ihn jetzt nicht gesehen habt- an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt noch nicht schaut.

3m Glauben aber frohlockt ihr mit unaussprech­licher, verklärter Freude: benn ihr werdet als Frucht eures Glaubens das ewige Leben davon­tragen "

Dieser herrlichen Stelle des Petrusbriefes würde ich die Ueberfchrift geben:Segen der Religion. Die Religion ist aber nichts anderes als die durch den Glauben geregelte Beziehung zu Gott. Den­ken und Handeln, Tun und Lasten, Leiden und Sterben nach den Grundsätzen des Glaubens. Und was sagt nun der hl. Petrus davon? Daß die Frucht des Glaubens und der Religion: das ewige Leben ist. Das ist aber nicht alles. Petrus sagt auch noch:Im Glauben frohlockt ihr mit unaus- fvrechlicher Freude". Also schon vor dem ewigen Leben spendet uns die Religion einen Vorgeschmack der ewigen Freuden, eine Anzahlung des Himmels­lohnes in Gestalt einer den Ungläubigen rätsel­haften unbegreiflichen Freude.

Sind das leere Worte? Nein: tausendfach sind sie im Leben erprobt und bewährt. Petrus selber unb seine Gefährten haben sich gefreut nicht bloß bei Ausbreitung des Evangeliums, nicht bloß beim Glanz herrlicher Wunder, nein, auch bei der öffent­lichen Geißelung durch die Juden. Bedenke, mit welcher Verbitterung mancher Verbrecher seine ge­ringe Strafe abdüßt. Und Petrus war kein Der- bischer; ein Lehre? der Wahrheit, ein Mann der Arbeit, ein Wohltäter der Menschheit; jetzt wird er gegeißelt, daß die Haut in Festen geht und das Blut in Strömen über den Rücken läuft. Und doch keine Verbitterung; keine Klage. Im Gegen­teil Freude und Frohlocken. Das ist die Kraft der Religion.

Machen wir dieselbe Beobachtung nicht auch beim hl. Paulus? Er wird mit Leiden förmlich überschwemmt: Geißelung, Steinigung, Mißhand­lung, Beschimpfung, Einkerkerung, Mißerfolg, falsch' Brüder. Und dennoch, was sagt er?Ih bin übervoll von Freude in all meiner Trübsal." Sieb, das ist die Kraft der Religion.

5n seinem tiefsinnigen Buch:Nachtgedanken schildert der hl. Augustinus die Lechen unserer Brüder, der hl. Märtyrer und ihre wunderbaren Tröstungen.Komm und durchwandere mit mir die römischen Provinzen von den wilden Zeiten des grausamen Nero bis auf Maxentius und Li- cinius. Laßt uns eindringen in dis Wüsten und stillen Höhlen, bevölkert von Verbannten, deren einziges 'Verbrechen die Unschuld ist. Aber bei ihnen, findest Du keinen Unmut, sondern auf ihrem Antlitz süßen Frieden. Folge mir in die Warmorbrüche und in die tiefen Schächte der Bergwerke. Trotz ihrer harten Arbeit, trotz der Grausamkeit ihrer Aufseher ist es ein Volk der Freude. Frohsinn begleitet sie zur harten Arbeit, und so oft sie ihren Mund öffnen, trieft Honig von ihren Lippen. Schau endlich in die Gefäng­nisse, ungefüllt mit verurteilten Christen. Vorher waren es Wohnungen des Schreckens, jetzt der Freude. Begib Dich in die Amphitheater. Acht Da ist alles befleckt mit Menschenblut und ange- füllt mit zerfleischten Leichnamen und verstümmel« teil Gliedern. Hier ächzt die Folter, dort krachen die Räder, hier brüllen die wilden Tiere, dort zi­schen die Peitschen; an einem Ort blitzen tue

auf

der

Schwerter, am andern droht das Beil, hier brennt langsames Feuer, dort erfüllen große Scheiterhau­fen die Luft mit dem Qualm verbrannter Menschen, Aber wodurch werden denn diese Herzen so unüberwindlich? Die Religion ist es, die ihnen den natürlichen Abscheu vor den Leiden nimmt, ihre Qualen mildert und sogar dem Tod seine Bit­terkeit nimmt. Die Religion verleiht dem Menschen übermenschlichen Beistand, himmlische Kraft, Stärkt der Engel."

Bleibe also deiner Religion treu. Laß sie durch keine Beschimpfung oder üble Erfahrung verleiden. Mache sie zum Eckstein und zur Trieb­kraft deines ganzen Lebens. Durch die Religion wirst du ein ganzer Mensch, ein starker Mensch, ein glücklicher Mensch. D e r B u r g p f a r r e r.

vom vlastussegen.

Am 3. Februar ist das Fest des hl. BlasiuS, Nach alter Sitte wird in unseren Kirchen der Bla- siussegen gespendet. r

Die Legende erzählt folgendes von diesem Heili­gen: Blasius war ein berühmter Arzt und wurde, zum Bischof von Sebaste in Kleinasien gewählt. Auch als Bischof übte er seine Kunst weiter aus und half den Kranken an Leib und Seele. In d-r Derfoloung unter Diokletian (287) oder unter Lizinius (316)" würbe er gefangengenommen, ge­martert und in das Gefängnis geworfen. Auch dorthin kamen die Kranken, um Rat und Histe bei ihm zu holen. So brachte einst eine Mutter ihren Sohn, dem eine Fischgräte im Halse stecken, oeblieben war, zu ihm in den Kerker, damit er ihm helle. Blosius legte ihm die Hand auf, triefe über ihn und rettete ihn so vor dem Todr^ Eine