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Raffel, den 8, Januar {928.

Drul und Bertaj der Fuldaer Acttendrulerrl. Verlagsort Fulda.

Religiöses Wochenblatt

für die kakholischen Gemeinden Kassels.

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-pfennig B 43 R.-pfennig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzelle im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.»Geb. 0,10 Goldmark. Porto extra. Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Aetiendruckerei in Fulda fein.

'wochenhalender.

Sonntag, 8. Januar. Fest der hl. Familie.

Montag, 9. Jan. 4. Tag der Oktav von Epiphanie.

Dienstag, 10. Jan. 5. Tag der Oktav von Epiphanie.

Mittwoch, 11. Jan. 6. Tag der Oktav von Epiphanie.

Hyginus, Papst, Mart-, i 142.

Donnerstag, 12. Jan. 7. Tag der Oktav von Epiphanie.

Freitag, 13. Jan. Oktav von Epiphanie.

Samstag. 14. Jan. Hilarius, Kirchenlehrer, f 336- Felix von Nola, Mart.

Erster Sonntag nach der Erscheinung des Herrn.

Epistel: Kol. 3, 1217.

Brüder! Als Aus erwählte Gottes, als Heilige und , Geliebte, ziehet an mitleidiges Erbarmen, Güte, Demut, i Bescheidenheit, Geduld. Ertraget einander und ver- I gebet einander, wenn einer gegen den anderen eine Klage hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so auch ihr. Zu allem diesem habt die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Christi frohlocke in euren Herzen. zu dem ihr auch berufen seid; in einem Leibe. Und zeigt euch dankbar. Das Wort Christi wohne reichlich in euch tn aller Weisheit. Unter- . richtet und mahnt einander mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Gesängen, und fingt Gott mit Dankbar­keit in euren Herzen. Alles, was ihr tut in Wort oder Tat, tut alles im Namen des Herrn Jesus Christus und dankt Gott dem Vater durch Jesus Christus unsern Herrn.

Gebogene Knie.

eber den drei Königen schwebte ein großes Licht, ein wunderbarer Stern. Er zeigte den Königen den Weg aus dem fernen Morgen­land; den Weg durch viele Länder, Gebirge, Wüsteneien, den Weg gen Westen, in das Land der Bibel,

Die Anbetung der hl. drei Könige.

in das Land der Verheißung, in das Land der Er­füllung, m das Land des Messias. Durch das Licht dieses Sternes fanden sie Bethlehem, diese unbedeutende Provinzstadt und fanden draußen vor den Toren den verlassenen Stall, über dem der Stern stehen blieb. Und sie traten ein und fanden das Kind.

Ich sehe aber noch einen anderen Stern, einen inneren Stern, der mitten im Herzen der Könige sein Licht verbreitete, als der äußere Stern unter­ging: das ist der Stern der Erkenntnis, der Stern des Glaubens, den Gott in ihrem Inneren ent­zündete. Im Lichte dieses Sterns sahen die Wellen rückwärts und verstanden die Prophezeiung des heiligen Jsaias, der da ruft:

Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. auf dessen Schultern die Herrickast

Tauben das Gehör, den Stummen die Sprache, den Blinden das Augenlicht schenkte, der die Toten aus den Grüften zum Leben zurückrief, daß die Menschen staunten und sprachen:Ein großer Prophet ist unter uns aufgestanden» und Gott hat sein Volk heimgesucht".

Und weiter sahen sie dieses Kind zum Himmel entrückt und vor ihm niederfallen alle Gewalten, Herrschaften, Mächte, Kräfte, Fürstentümer, Che­rubim und Seraphim und mit lauter Stimme aus­rufen:Amen, Lob und Ruhm und Weisheit und Dank und Ehre und Macht und Stärke fei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit". (Geh. Off. 7, 12).

Und darum, mochten sie auch nur die Gestalt eines neugeborenen Kindes sehen, das in Windeln eingewickelt in der Krippe lag, zwischen Ochs und Esel; wenn auch die Wohnung des Kindes ein elender Stall gewesen ist mit vier nackten Wänden, deren einziger Schmuck wohl die Spinngewebe ge­wesen sind, und mochte auch der Boden des Stalles Kart und ickmutzia gewesen sein:

ruht; und sein Name wird sein: Wunderbar, Ratgeber, Gott, starker Held, Vater der Zu­kunft."

In diesem Licht verstanden sie auch die anderen Worte des nämlichen Propheten:

»Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären; und man wird seinen NamenEmanuel" nennen, d. h.Gott mit uns".

In diesem Licht schauten die heiligen Weisen auch vorwäris und sahen dieses Kind als Mann, an dessen Mund tausende hingen, die da sprachen: Noch nie hat ein Mensch so geredet"; ein Mann der den Stürmen und Wogen gebot, der über die Dämonen Gewalt übte, der Aussätzige heilte, den

sie beugten dennoch ihre Kniee und fielen nieder und beteten es an.

Und damit haben die Könige etwas getan, was sich mit Recht gehört; sie haben dem Kind von Bethlehem die höchste Ehre erzeigt, die man einem Wesen erzeigen kann, höher als einem Apostel, Propheten oder Engel; eine Verehrung, die vor Ge- schöpfen Halt macht, die Gott allein vorbehalten ist, die alsAnbetung" bezeichnet wird, und deren Symbol die Kniebeugung ist. Dieses Kind ist ja Jesus Christus, der Erlöser; und Jesus Christus ist wahrer Gott, nicht erst als Mann oder als Wun­dertäter oder nach feiner Auferstehung und nach feiner Himmelfahrt. Nein, schon im Mutterschoß, schon in der Krippe, denndas Wort ist Fleisch ge­worden und hat unter uns gewohnt". Dieses Wort ist aber der Sohn Gottes. Sohn Gottes ist er ge­blieben und Mensch ist er dazu geworden. Dis-s Kind war also Gott, und es gebührt ihm von allen Geschöpfen Ehre und Anbetung.

Die Menschheit Christi ist mit seiner Gottheit 1 aufs innigste verbunden und im höchsten Grade anbetungswürdig. Der Heiland selbst hat solche Anbetung gefordert und entgegengenommen.Ich : werde Tote auferwecken, welche ich will, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren". Nun aber gebührt dem Vater die Ehre derAnbetung"; also gebührt dem Sohne die nämliche Ehre, bis !Anbetung". Als der Blindgeborene nach seiner Heilung aus der Synagoge ausgeschlossen wurde, und Jesus ihn traf, fprach er zu ihm:Glaubst bu an den Sohn Gottes?" Darauf der Geheilte:Wei ! ist es, daß ich an ihn glaube?" Und Jesus sprach zu ihm:Der mit dir spricht, der ist es". Da fiel bei Geheilte vor Jesus nieder und betete ihn an.

Das gleiche haben auch die frommen Frauen getan. Als Jesus von den Toten auferstanden war, umfaßten sie seine Füße und beteten ihn an. Das gleiche taten auch die Apostel und forderten die Anbetung von anderen. Als ihr Meister zum Himmel fuhr, warfen sie sich nieder und beteten ihn an. Der hl. Paulus aber erhebt laut und feierlich die Forderung, daßim Namen Jesu1 das beißt vor der Persönlichkeit des Gottmenschen alle Kniee sich beugen sollen im Himmel und auf Erden und unter der Erde".

Mein Christi Der nämliche Heiland, den die hl. drei Könige, von übernatürlichem Licht erleuch­tet, angebetet haben, der wohnt unter uns, im Ta­bernakel, davor das ewige Lichtlein brennt.

Nun bieg die Knie.

Gott selbst ist hie;

Weißt du nicht wie? Wie das geschieht, Dem Aug entflieht, Der Glaub es sieht.

Und auch diesem faframetsialen Heiland, der ge­weihten Hostie, in welcher der Gottmensch Jesus mit Leib und Seele, mit Gottheit und Menschheit