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Beilage zum Bonifatiusboten

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Sonntag, den \. Januar

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Aus der Diözese Fulda.

Vom Diözesanklerus. Der Hochw. Herr Bischor hat dem Kuratus Karl Graf in Friesenhausen vom 1. Januar nächsten Jahres ab die Pfarrei Giesel übertragen. Anweisung erhielt mit Wirkung vom 1. Januar nächsten Jahres Pfarrverweser Franz Ebel in Steinhaus als Kaplan in Derm­bach.

Das Jahr 1928 ist ein Schaltjahr mit 366 Ta­gen. Da der 1. Januar ein Sonntag ist, wird das Jahr 1928 nicht 52, sondern 53 Sonntage ha­ben. Ostern ist am 8. April.

Fulda. Am 27. Dezember war es dem Inva­liden Wilhelm Haney und dessen Ehefrau Therese geb. Dreßler vergönnt, in bestem Wohlsein das Fest der goldenen Hochzeit im Kreise ihrer Kinder und Enkel zu feiern. Der Jubilar ist im 77., die Jubilarin im 76. Lebensjahre. Herr Haney ist durch seine Tätigkeit in den katholischen Vereinen weit bekannt. Für den Borromäusverein und für den Volksverein hat er als Vertrauensmann eifrig gearbeitet.

Todesfall. In der Christnacht starb im 80. Lebens­jahre in Fulda der langjährige Leiter des hiesigen katholischen Lehrerseminars, Seminardirektor a. D. Schulrat Dr. Julius E r n ft. Schulrat Dr. Ernst war ein geborener Fuldaer und hatte das Fuldaer Gymnasium besucht, an dem er Ostern 1868 die Reifeprüfung bestand. Er studierte Philologie und Geschichte und trat dann in den höheren Schul­dienst, in dem er 40 Jahre lang tätig war. Die letzten Jahre seines Lebens, die er im Ruhestand verbrachte, waren durch Krankheiten heimgesucht. Geistig blieb er rege und nahm an den Schicksalen seiner Vaterstadt lebhaft Anteil. Noch vor etwa 3 Jahren veröffentlichte er in unserer Heimatbei- lage, den Buchenblättern, einen Beitrag, der dem Gedächtnis eines seiner Lehrer, Prof. Dr. Karl Weitzmann, der von 1847 bis 1866 am Fuldaer Gnmnasium wirkte, gewidmet war. Direktor Ernst war der Verfasser einer Geschichte der Pädagogik, die den Lehrern des Fuldaer Landes, die in gro­ßer Anzahl seine Schüler waren, in guter Er­innerung geblieben ist. R. i. p.

Albertus - Magnus - Verein. Die Stipen­diaten des Albertus-Magnus-Ver­eins haben die Verpflichtung übernommen, alljähr­lich im Dezember dem Vorstand ihre Adresse so­wie ihre derzeitigen Einkommensverhältnisse mit- zureilen und gegebenenfalls um eine weitere Stun­dung der ihnen gewährten Darlehen nachzusucken Soweit die Stipendiaten obiger Vervfltchtung noch nicht nachgekommen sind, werden sie auf diesem Wege daran erinnert. Eine Mitteilung erübrigt sich, wenn der Stipendiat im Laufe des Jahres Rückzahlungen oder sonst mit dem Vorstand in Verbindung getreten ist. Adresse für Zuschriften zurzeit: Prof. Dr Scheller, Fulda, Domdechaner- strafte Nr. 5.

Eine liel erraschung brachte Weihnachten den Kran­ken des Landeskrankenhauses. Am heiligen Abend wurde die Radivanlage in Betrieb genom­men mit der Uebertragung der Weihnachtsfeier aus Hamburg. Die Anlage besteht aus einem Em- plangsapparat von Siemens-Halske mit einem Verstärker, der für tausend Kopfhörer oder 20 Lautsprecher einen guten Empfang sichert. Die Leitung geht in jedes Krankenzimmer und ist io angelegt, daß jeder, auch der bettlägerige Patient, sich selbst anschließen oder auf Wunsch angeschlossen werden kann. Außerdem kann auch von dem Ap­parate aus direkt gesprochen werden So konnte Herr Kaplan Kreuzer in den Apparat eine geistliche Ansprache für alle Kranken halten und der Normannsteiner-Singekreis sowie der Schwe- sternchor alle Kranken durch Chorgesänge erfreuen. Die Anlage, welche von der Firma Leibold ausge­führt ist, arbeitet ausgezeichnet. Durch die Radio­einrichtung ist die Möglichkeit gegeben, den Kran­ken manche einsame Stunden zu verkürzen. Allen, die durch hochherzige Spenden zur Ausführung der

Anlage beigetragen haben, ist der Dank der Kran­ken sicher.

Fulda. Am 24. Dezember beging der in hie­sigen Maurerkreisen geschätzte Maurer und frühere Schristführer des christlichen Bauarbeiterverbandes, Friedrich Röder, sein 50jähriges Maurerjubkläum. Röder hat als Maurergeselle in der Jugend in Köln, Mainz, Frankfurt, Dortmund und Essen gearbeitet. Röder entstammt einer durch mehrere Generationen in Fulda eingesessenen Maurerfamilie. Mögen dem Jubilar noch recht viele Jahre rüstiger Schaffensfreude beschert sein.

Exerzitien für Jünglinge. Zu den Exer­zitien in Soden, Kreis Schlüchtern, hie An­fang November stattfanden, hatten sich 151 Jünglinge gemeldet. Es konnte wegen dieser großen Zahl nur ein Teil von den Anmeldungen berücksichtigt werden. Nun findet ein neuer Exerzitienkursus statt, der am Abend des Donnerstag, den 5. Januar (Tag vor Heilig Drei­könig) beginnt und bis zum 8. Januar dauert. Es werden auch diesmal nur Jünglinge im Alter ppn 16—20 Jahren zur Teilnahme an den Exerzitien angenommen. Anmeldungen sind bis zum Diens­tag, den 4. Januar, an die Leitung des Marien­heims in Soden, Krs. Schlüchtern, zu richten. Gute Verpflegung wird geboten bei einem Kosten- beitrag von insgesamt 5 Mark. Die Herren Ju­gendpräsides werden gebeten, für die Teilnahme zu werben.

= Eine Hl. Chrisk-Geburls-Feier beging der kath. Gesellenverein am zweiten Weihnachtstage. In der schönen Kapelle des St. Josephsheims fanden sich am Morgen die Mitglieder vor der Krippe zu einem Festgot­tesdienst mit Generalkommunion ein. Der Gesellenprä­ses, Herr Religionslehrer Becker, zelebrierte das Hoch­amt und hielt eine tiefschürfende ,der Zeit und den Zu­hörern angepaßte Festpredigt. Eine Familienfeier fand am Abend in den neu hergerichteten Sälen des Gesellen­hauses statt . Außer einem großen Weihnachtsbaum wa­ren auf den Tischen noch kleine Christbäumchen aufge­stellt. Der Präses entwarf recht anschaulich ein Bild von oer ersten Krippe in Bethlehem. Im Laufe des Abends wurde manches unserer schönen Weihnachtslieder in freu­diger Stimmung gesungen. Die Gesangsabteilung be­stritt In gewohnter vortrefflicher Weise einen Hauptteil des Abends. Wir hörten die WeihnachtschSre: „Stimmt Erd' und Himmel", „Menschen, die ihr wart' verloren", „Laßt uns lauschen hl. Engel" und „Wie schön bist du, freundlichstille himmlische Ruh'", Dazwischen Musik­stücke. Für den Schluß aufgehoben war das vieraktige Weihnachtsspiel des bekannten Schriftstellers P. Houben: „Weltweihnachten". Es zeigt die Sehnsucht nach dem ver- beißenen Erlöser und schließt mit der Frohbotschaft des Engels an die Hirten im Felde: „Ich verkündige euch eine große Freude . . ." Jubilierend tönt es von den himmlischen Chören: „Ehre sei Gott ia der Höhe und Friede den Menschen auf Erden . . ."

Eichenzell. Eine Zierde unseres Gotteshauses brldet das kürzlich von Herrn Malermeister Leo Schneider von hier renovierte Zifierblatt der Turmuhr. Es bietet dem Auge auch bei weiter Entfernung ein klares und anmu­tiges Bild. Die mit Goldblättchen eingefaßten Zeiger und die blauen Ziffern heben sich von der weißen Kreis­fläche deutlich ab. Durch die auf die dunkeln Ecken ge­legten goldfarbigen Ornamente wird die Schönheit des Blattes gehoben.

Bad Salzfchlirf. Dem Auszüger Titus B r e h l e r wurde zu seinem 90. Geburtstage ein Glückwunsch­schreiben des Herrn Landrats Frhrn. v. Gagern und eine Ehrengabe des Kreises von 50 Mark durch den Herrn Bürgermeister überreicht. Brehler sowie seine Ehefrau, die im 85. Lebensjahre steht, sind noch wohlauf. Möge beiden ein schöner Lebensabend beschieden sein.

Rommerz bei Neuhof. Der Herr Regierungspräsi­dent hat dem Kirchenvorstand in Rommerz, Krs. Fulda, die Erlaubnis erteilt, bei den katholischen Einwohnern der Kreise Fulda-Stadt, Fulda-Land, Schlüchtern und Kirchhain in den Monaten Januar und Februar 1928 zum Besten des Baues einer katholischen Kirche in Rommerz eine Haussammlung zu veranstalten. Die mit der Sammlung beschäftigten Personen führen einen poli­zeilich gestempelten Ausweis, sowie Abschrift der Geneh­migung des Herrn Regierungs-Präsidenten in amtlich beglaubigter Form bei ihrer Tätigkeit mit sich.

Soden-Salmünster. In der „Pax-Korrespondenz" lesen wir: Den Mitgliedern des Priestervereins „Pax", die an Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße, Arterienverkalkung, Rheumatismus. Gicht, Nervenentzün­dung, Blutarmut und Nervenschwäche leiden, empfehlen wir ganz besonders das Heilbad Soden-Salmünster mit

dem tohlensäurereichsten Sprudel Deutschlands wegen sei­ner allseitig anerkannten Heilerfolge. Als Unterkunfts­gelegenheit empfehlen wir ebenso warm die beiden 'dor­tigen, von Schwestern geleiteten und das ganze Jahr ge­öffneten Kurpensionate „Marienheim" und „St. Vin­zenz" wegen ihrer guten Verpflegung. Mit der Bade­verwaltung und den beiden Kurpensionaten hat „Pax ein Uebereinkommen getroffen, wonach unseren Mitglie­dern bei Vorzeigung der Mitgliedkarte besondere Vergün­stigungen gewährt werden.

Großauheim. Lange haben die Katholiken von Groß­auheim sich nach einer Orgel in ihrer neuen Kirche ge­sehnt. Endlich gehen diese Wünsche in Erfüllung. Vier Monteure unter der sachkundigen Leitung der Herren Spät sen. und jun. sind augenblicklich dabei, das gewal­tige Werk aufzustellen. Nach den bisher veranstalteten Proben darf man der Hoffnung Ausdruck geben, daß bas Werk mit seiner Tonfülle die Kirche beherrschen wird. Dank gebührt denen, die im Orgelbau-Verein die Sum­men haben sammeln helfen! Diejenigen aber, die erst dann geben wollten, „wenn man etwas sieht", seien herz­lich gebeten, in diesen Tagen ein besonderes Scherflein zu opfern für die neue Orgel. — Am Sonntag, Montag und Dienstag hatte die kath. Kleinkinderschule zu ihrer Weihnachtsfeier eingeladen. Die Vortragsfolge war sehr reichhaltig. Nach dem Eröffnungslied erschien ein kind- kicher „St. Franz von Assisi" und warb für den Krippen- spielgedankcn. Dieser wurde ausgeführt in einem reiz- vollen Spiel zwischen Großmutter, Mutter und Kindern. Nachdem Nixen und Bergmännlein ihre Kunst gezeigt hatten, führten uns die kleinen Künstler und Künstlerin­nen das geschäftige Treiben im Himmelssaal unter der gestrengen Aussicht von St. Petrus und Paulus in der Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest vor. Alle waren über das „Wolkenseppele" und seine Engelgefähr­ten entzückt. Mit einem lebenden Bild und dem ge­meinsamen Lied „Stille Nacht" schloß die eindrucksvolle Feier, die wir der unermüdlichen Arbeit der Schwester Makra verdanken.

Fechenheim, den 22. Dez. Weihnachtsfeier in der Klein-Kinderschute. Recht zahlreich war man der Ein­ladung gefolgt, welche die kathol. Schwestern zum er­sten Male zur Bescherung der Kleinkinder zum letzten Sonntagnachmittag hatten ergehen lassen. War doch die Turnhalle des Tv. 1860 bis auf den letzten Platz besetzt. Und fürwahr, es dürfte wohl keinen der Teil­nehmer gereut haben, dabei gewesen zu sein. Wenn man bedenkt, daß die Schule erst seit 3 Monaten ins Leben gerufen ist, so ist es des höchsten Lobes wert, was in dieser kurzen Zeit von den Sckuvestern geleistet wor­den ist. Wie strahlten die Augen der Kleinen, als sie ihre Begrüßungsgedichte hersagten und wie hingen sie an den Augen der Schwester, damit sie nur alles recht schön machten, wenn sie ihre possierlichen Liedchen san­gen, bald im Chor, bald einzeln. Wie hübsch brachten sie bei dem lebenden Bilde dem Christuskind in der Krippe unter sinnigen Berschen ihre Gaben dar und wie stramm marschierte Meister Klimperling mit seinen kleinen Musikanten zur Krippe, um auch seine Huldi­gung zu beweisen. Welche Geduld und Mühe muß es gekostet haben, bis dies alles so schön klappte. Auch ei­nige größere Kinder der Nähschule wetteiferten mit den Kleinen um in zwei recht ansprechenden Theaterstückchen und lebenden Bildern ihre Kunst zu zeigen. Alles in Allem, es war ein das kindliche Semüt erhebender Nach­mittag. Herr Pfarrer Abel sprach wohl allen Teilneh­mern' aus dein Herzen, wenn er den Schwestern für ihre große Mühewaltung den herzlichen Dank der An­wesenden übermittelte, das segensreiche Wirken der Schwestern auf verschiedenen Gebieten seit den 6 Mo­naten ihres Hierseins hervorhob. Zuni Schlüsse fand dann die Bescherung der Kinder statt. Jedes Kind der Kleinkinderschule erhielt neben einer Weihnachtstüte ein schönes Geschenk in Gestalt eines praktischen Kleidungs­stückes Möge die helle Freuds aus den Augen der Kleinen und der zahlreiche Besuch der Veranstaltung den lieben Schwestern eine kleine Genugtuung sein und ein neuer Ansporn zu weiterem segensreichen Wirken.

Naumburg. Unerwartet wurde am 22. Dezember im 81. Lebensjahre der Bürgermeister i. R. David H o r st aus dem Leben abberufen. Der Verstorbene war schon eine Reihe von Jahren im Dienste der Stadt tätig ge­wesen, als er 1893 an die Spitze der Stadtverwaltung gestellt wurde. 16 Jahre hat er seine ganze Kraft dem Wohle seiner Vaterstadt Naumburg gewidmet und sich bei der gesamten Bürgerschaft ein bleibendes Andenken gesichert. Er ruhe in Frieden!

Eisenach. Die der Arbeitsgemeinschaft angeschlos­senen kathol. Vereine feiern am 6. Januar 1928. dem Feste der hl. 3 Könige, wie im Vorjahr ein gemeinsames Weihnachtsfest. Die Veranstaltung selbst wird von dem kathol. Männer-Verein als größtem Verein ausgeführt und geleitet. Es kommt ein Theaterstück zur Auffüh­rung. und eine Musikgruppe wird für die weitere Un-