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Ausgabe B

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Kassel, den 25.

Nr. 52.

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ReligMes WochenbiM für die katholischen Gemeindeu Kassels

Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Psennig B 45 R.-Pjennig (Zustellgebühr exirs). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Off.-Tsb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda se n.

Sollt und Aerlaz der Fuldaer Act!endm<t«rel. Dertagsart Fulda. ■

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Sonntag, 25. Dez. Hochheiliges Weihnachksfest. Ana­stasia, Wwe., Mart, t 304.

l Kollekte für das Bischöfl. Konvikt und die Latein­schulen zur Förderung des Priesternachwuchses.

Montag, 26. Dez. Stephanus, Erzmartyrer, Diakon.

Dienstag, 27. Dez. Iohannes, Evangelist, Apostel.

Mittwoch, 28. Dez. Fest der Unschuldigen Kinder.

Donnerstag, 29. Dez. Thomas von Decket, Bilch., Mart., f 1170.

Freitag 30. Dez. 6. Tag der Weihnachtsoktav.

Samstag, 31. Dez. Silvester, Papst, f 336.

Christi Geburt.

Das schönste Kapitel der Weltgeschichte.

Cv. Lukas 2, 1—20.

Es geschah in jenen Tagen, daß vom Kaiser Augustus ein Befehl ausging, das ganze Land zu beschreiben. Dies war die erste Beschreibung und geschah durch Cyri- nus, den Statthalter von Syrien. Und alle gingen hin, sich anzugvöen, ein jeder in seine Statt.

Und es ging auch Joseph von Galiläa von der Stadt Nazareth hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, welche Bethlehem heißt, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids rvar, um mit Maria, seinem verlobten Weibe, die gesegnet war, sich anzugeben.

Es begab sich aber, als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren erst­geborenen Sohn, wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

Und es waren Hirten in derselben Gegend, die hüteten und Nachtwache hielten bei ihrer. Herde. Und siehe, ein Engel des Herrn stand vor ihnen, und die Herrlichkeit Gottes umleuchtete sie, und sie fürchteten sich sehr.

Der Engel aber sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht; denn siehe, ich verkündige euch eine große Freude, die allem Volke widerfahren wird: denn heute ist euch in der Stadt Davids der Heiland geboren worden, welcher Christus, der Herr ist. Und dies soll euch zum Zeichen sein: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln einge­wickelt und in einer Krippe liegend." — Und sogleich war bei dem Engel eine Menge himmlischer Heerscharen, welche Gott lobten und sprachen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen aus Erden, die eines guten Willens sind!" —

Und es geschah, als die Engel von ihnen geschieden waren in den Himmel, sprachen die Hirten zueinander: „Laßt uns bis nach Bethlehem gehen und sehen, was zu uns gesprochen worden ist und was der Herr uns ange­zeigt hat."

Und sie kamen eilends und fanden Maria und Joseph und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es aber sahen, fanden sie wahr, was von diesem Kinde zu ihnen gesagt worden war. — Und alle, die es hörten, verwun­derten sich über die Dinge, welche die Hirten ihnen er­zählten.

Der Regenbogen in der Weihnacht, ch verkündige euch eine große Freude.

Das war die Botschaft, die wie ein strahlender Regenbogen leuch­tete in der heiligen Weihnacht.

Arme, geplagte Leute, die Hirten

von Bethlehem, haben sie zuerst vernommen auf

dem Felde bei ihren Schafen. Auch in unsre Ohren tönt diese Botschaft und weckt Freude mitten in den Finsternissen verzweifelter Not, quälender Sorge, harter Bedrückung, schmerzlicher Krank­heiten, unverdienter Heimsuchungen.

Der hl. Papst Leo, dieser Mann großer Taten und meisterhafter Rede, muntert in seiner Weih­

nachtspredigt alle Welt zur Freude auf. „Unser Erlöser, Geliebteste", schrieb er, „ist heute geboren; freuen wir uns. Denn es ist nicht Recht, für die Traurigkeit ein Plätzchen übrig zu haben, wenn der Geburtstag des Lebens ist. Christus hat uns die Furcht vor dem Sterben genommen, die Ewigkeit uns versprochen und damit uns Freude verschafft. Niemand darf von der Teilnahme an dieser Fest- stimmung sich ausschließen. Gemeinsam ist der Grund zur Freude für alle. Zwar hat unser Hei­land, der Zerstörer der Sünde und des Todes, niemand von Sünde freigefunden, ist aber auch ge­kommen, um alle zu erlösen. Somit frohlocke der Heilige; denn er gelangt zur Palme; es freue sich der Sünder; denn er wird zur Versöhnung ein­geladen; es fasse Mut der Heide; denn er wird zum Leben berufen".

Der hl. Abt Bernhard, dieser „honigfließende" Lehrer, ruft aus: „Es erscholl die Stiinme der

Freude in unsren Ohren, die Stimme des Jubelt und des Heiles in den Hütten der Sünder; wir haben vernommen das freundliche, tröstliche Wort, eine Sprache voll Lieblichkeit und Anmut. Daruni jubelt, ihr Berge; das Gehölz des Waldes frohlocke vor dem Angesichte des Herrn; denn er ist ge­kommen. Höret es, ihr Himmel, vernimm es, o Erde, mit deinen Ohren; jegliche Kreatur erstaune und lobsinge dem Herrn; vor allem aber du, o Mensch Denn Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist geboren zu Bethlehem Juda." —

Ein Regenbogen mit Strahlen der Freude. Aber auch ein Regenbogen mit Strahlen der Lehre. Im Lichte des Glaubens verwandelt sich hie Krippe in eine Kanzel, von welcher die erhabensten Wahr­heiten verkündet werden „Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der im Schoße des Vaters ist, hat uns davon erzählt", schreibt der Evangelist Johannes. Die Menschwerdung ist eine Theophanie, eine Gottesoffenbarung der herrlichsten Art. Strahlt nicht aus der Krippe Gottes All­macht? Wer hätte sich denn zusammenreimen können, daß der große Gott ein kleines Kind wird? Daß er von einer Mutter ernährt wird und doch allen Lebenden Speise gibt? Daß er von den schwachen Armen einer Jungfrau getragen wird und gleichzeitig das Weltall in den Händen trägt? Und sieh, all diese Gegensätze, die kein Verstand zu überbrücken und zu begreifen vermag, sind durch die Vereinigung der göttlichen und mensch­lichen Natur zu einer einzigen Person wie durch eine goldene Klammer zusammengehalten, ver­knüpft und versöhnt. — Die Krippe gibt uns einen Begriff von der göttlichen Gerechligkeit. Gott hätte ja den Menschen die Sünde einfach verzeihen können. Diesen Weg der Erlösung hat er aber verschmäht. Die göttliche Gerechtigkeit verlangte eine Genugtuung und Sühne. Im Hochmut haben die Menschen sich aufgelehnt. Und nun steigt ein Gott herab in Niedrigkeit und Demut. In Un­gehorsam haben die Menschen gegen den Schöpfer gefrevelt. Und nun erscheint ein Gott und übt Ge­horsam bis zum Tod. Vom Becher der sündhaften Lust haben die Menschen getrunken; und nun trinkt ein Gott den Becher der Leiden. Aber gleichzeitig wird auch die Barmherzigkeit ins rechte Licht ge­rückt. Gott überließ die Menschen nicht dem wohl- verdienten Schicksal und warf sie nicht als Massa damnatg — verdammte Menschenmasse — in die Hölle, sondern bot ihnen die Hand zur Versöhnung und öffnete ihnen den Zugang zum Himmel. So erfüllen sich wunderschön die Worte des Psalnustenr

Die Gerechtigkeit und der Friede küssen ein- ander. Pf. 34. Auch die Treue Gottes feiert an der Krippe ihre Triumphe. Alle Verheißungen der Provheten haben sich in der Menschwerdung des Sohnes Gottes herrlich erfüllt. Der hervor­ragendste Strabl in diesem Regenbogen ist aber die Liebe. Der Heiland selbst hat im Gespräch mit Nikodemus auf die Größe dieser Liebe aufmerksam gemacht mit den Worten: „So sehr hat Gott in«