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Mitte und ihr kennt ihn nicht! W i r kennen ihn, der mitten unter uns auf den Altären verborgen ist. Hub nun ist es im Advent ein schöner Brauch, die Sakramente zu empfangen. Dazu stimmen die Gedanken aus der Messe: Vergib deines Volkes Missetat, wende ab seine Knechtschaft! Neige dein Ohr zu unserem Flehen und banne mit deinem Licht die Nacht unserer Seele! Herr in Himmels- höh'n kninni mit deiner Allmacht, komm und er­löse uns! Von Sünden rein wollen wir uns so auf das nahe Fest vorbereiten. Dann ist Freude. Dann singen die Engel: Friede auf Erden! Der Friede Gottes, der jeden Begriff übersteigt, bewahre euch Herz und Sinn in Jesus Christus! Bereitet den Weg des Herrn! So wie wir als Kinder gerade vor Weihnachten immer am bravsten waren. . .

Ein Verg$meuim$t auf ein Mschofsgrah.

Von Dr. Joseph Schöfer.

Letzte Fahrten.

Am 3. Juni 1877 waren gerade 50 Jahre verflossen, seit Papst Pius IX. die Bischofsweihe empfangen hatte. Ketteler schrieb, als das Fest nahte:Die Mainzer Diözese, die durch ihre treue Anhänglichkeit an den Apostel-Stuhl von altersher sich auszeichnet und dadurch den Ehrennamen der besonderen Tochter der römischen Kirche verdient hat, wird bei dieser Jubelfeier nicht zurückstehen." Für den Bischof selbst stand fest, daß er zum Jubeltag des Hl. Vaters nach Rom wallfahren werde. Er wollte offenbar von Pius IX. Ab­schied nehmen, denn nach menschlichem (Ermessen waren die Pforten der Ewigkeit für beide nicht mehr fern.

Am 30. Januar ordnete er in notarieller Form seine irdischen Angelegenheiten. Seinen Verwand­ten aber schrieb er am 2. März:Wo Christus ist, da gibt es keine Trennung mehr, selbst nicht durch den Tod."

2fm 8. Mai abends 9 Uhr bestieg der Bischof den Zug zur Romfahrt. Eine dichtgedrängte Menge hatte sich am Bahnhof zusammengefurwen, um ihrem Hirten Abschiedgrüße und Segens­wünsche zuzurufen. Es war keine vorbereitete, es war eine aus dem Herzen fommenbe Ovation. Ob man's ahnte, was bald kommen würde?

Am Nachmittag des 11. Mai traf der Bischof in der ewigen Stadt ein, umjubelt von den be­reits anwesenden Mainzern. Das Befinden des hohen Pilgers war nicht befriedigend; eine schwere Erkältung hatte einen Fieberzustand zurückgelas­sen. Der Patient hoffte Genesung vom römischen Ruhestand im südlichen Klima; allein Rom brachte nicht die Ruhe und Rast, sondern bewegte Tage. Und doch die Seele bekam Feiertagsstimmung: Ich kann Ihnen nicht sagen, wie glücklich ich mid) fühle, so oft ich in Rom bin." So versicherte Ketteler dem Rektor der Anima.

Der erste Besuch galt dem Groh ^m. u^er eine Stunde kniete er hier auf dem Steinboden im stillen Gebet. Was mag in ^u..^ durch die Seele des großen Katholikenführers ge­gangen sein? Die Kirche in der Heimat, das Va­terland standen in jener Gebetsstunde sicherlich nicht an letzter Stelle!

Am 17. Mai fand die Audienz der Deutschen bei Pius IX. statt. Ketteler hatte, um den Hl. Vater in den bewegten Tagen des Festes zu schonen, es unterlassen, um eine Privataudienz nachzusuchen; er begnügte sich mit der allgemeinen Audienz. Bei der großen Zahl von geistlichen Würdenträgern kam der Bischof von Mainz dabei unmittelbar an die Wand des Saales zu stehen. Der Papst erschien; der Erzbischof von Köln ver­las die lateinische Adresse; dann kamen die Füh­rer der einzelnen Deputationen. Als nun das Jubiläumsgeschenk aus der Diözese Mainz über­reicht werden sollte und das WortMainz" das Ohr des Papstes traf, fiel der Hl. Vater lebhaft in dis Rede und fragte:Aber wo ist Bischof Ket­teler?" Man nannte ihm den Platz; allein der Papst rief:Ketteler! Ketteler!" Der Bischof mußte hervortreten und, während er gerührt dem Papst die dargebotene Hand küßte, bezeugte Pius IX. laut seine Freude über das Wiedersehen.Ah! Ketteler! Ketteler!" wiederholte er mehrmals mit der herzlichsten Freundlichkeit unb hielt den Bi­schof an seiner Seite unmittelbar zu den Stufen des Thrones.

Nachher fand noch eine Unterhaltung des Pap­stes. mit hervorragenden Persönlichkeiten in den

Räumen der vatikanischen Bibliothek statt. Aus dem langen Gespräch mit Ketteler wollen wir nur ein Wort herau-greifen. Der Papst sagte dem Bischof:Du führst eine gute Feder, mein Sohn, und ich glaube, deine Feder schreibt besser als die meinige!"

Noch am gleichen Abend wurde Ketteler zur Privataudienz beim Papst beschieden. Sie dauerte eine halbe Stunde. Was hier gesprochen wurde, ist niemand bekannt geworden. Nur eines sagte der Bischof: der Hl. Vater sei ganz Liebe und Wohlwollen gegen ihn gewesen!

Ketteler blieb in Rom, um den Jubilaumslag dort zu erleben. Die Zeit bis dahin gehörte dem Besuch der Heiligtümer und dem Gebet.

Am 3. Juni verließ der Bischof die ewige Stadt. Auf dem Bahnhof versicherte er dem Rektor der Anima:Ich kann Ihnen nicht sagen, wie glücklich ich mich fiihle, daß ich wieder in Rom war!"

Um einen Bekannten im Kapuzinerkloster Burg­hausen bei Altötting in Bayern zu besuchen, wurde die Rückreise über den Brenner und über Inns­bruck genommen. In Altötting, an der berühmten Muttergotteswallfahrt, kam der Rompilger am Nachmittag des Herz Jefu-Festes an. Am andern «MWKWMM»>

DorweihnaOt.

Und wieder nun durch winterliches Land,

Um stille Lippen selig leises Lächeln,

Gehn träumend hin die dämmerblassen Tage, In deren Blicken weiche Sehnsucht glüht . . .

Es raunt der Wind im riefverschneiten Hage

Von jener Nacht, der ew'ges Licht entblüht . .

Maria wandelt durch die "weiße Flur

Wie einst, umglänzt von Mondessilberrosen;

In ihrem Schoße der Erlösung Leben, Die Brust erfüllt von Schauern süß und sacht . .

Von Herz zu Herzen wogt ein stilles Weben

Und alle Seelen wundersam erbeben,

Beglückt von Sehnsucht nach der Heil'gen Nacht.

Joachim S a m t l e b e n.

Morgen las er die hl. Messe am Gnadenaltar. Der Regentag brachte eine neue Erkältung. Er fuhr so, schon krank, nach dem drei Stunden entfernten Burghausen. Dort im Kapuzinerkloster lebte sein alter Freund und Verwandter Freiherr Klemens von Korff, einst Husarenrittmeister, seit 30 Jahren -Priester und seit zwei Jahren Pater Bruno im Kapuzinerkonvent.

Die Ueberraschung im Kloster war groß, als Ketteler in das Refektorium trat und grüßte: Ge­lobt fei Jesus Christus! Die Freude trübte die Tatsache des ernsten Unwohlseins; der Bischof lehnte jede Erfrischung ab und sagte:Ich will nichts zu mir nehmen, ich muß mich gleich zurück­ziehen. Mir ist nicht wohl, ich bin sterbensmüde!" Er war tatsächlich auf der Endstation seines Le­bens angelangt: er war wirklich sterbensmüde!

Am 13. Juli 1877, 9 Uhr vormittags, gab er seine Heldenseele in die Hände des Schöpfers zu­rück. Es war sein Trost, bei den Söhnen des hl. Franziskus das Leben beschließen zu dürfen. Welch ein Glück, welch eine Gnade, in diesem Hause des hl. Franziskus zu sein!" So hörte man ihn kurz vor dem Scheiden noch sagen.

In dem Testament des Verewigten aber las man:

Meine Seele empfehle ich dringend dem Gebete aller meiner lieben Mitbrüder, den Priestern der Diözese, denen ich bis zum Wiedersehen an Gottes Thron ein inniges und herzliches Lebewohl zu­rufe, ebenso dem Gebete aller Mitglieder bet in meiner Diözese bestehenden Orden und frommen Genossenschaften. Endlich empfehle ich meine Seele recht dringend dem Gebete aller meiner Diözesa­nen. Mögen sie diese meine letzte Bitte gerne er­füllen! Ich bitte auch die lieben Kinder um ein Gebet. Ich bitte endlich das hochw. Domkapitel, diese meine Bitte um Gebet allen meinen Diöze­sanen in einem kurzen Ausschreiben mitzuteilen."

Vermögen hinterließ der Bischof keines.Au­ßer dem in meinem Schreibtisch befindlichen baren Gelde habe ich kein Vermögen" .so liest man in

dein Testament,was ich hatte, habe ich zu guten Zwecken verwendet!"

Am 18. Juli 1877 haben sie den Leib in d-r Marienkapelle des Mainzer Domes beigesetzt. lin­ier den Bischöfen, die ihrem Amtsbruder das Ge­leite gaben, schritt auch sein geistlicher Sohn, Lot! ar von Kübel. Er vertrat unsere Diözese in ib^r Trauer um den besten Wohltäter und edlen Füh­rer durch manches Jahrzehnt.

Wer aber als gläubiger Katholik nach Mainz kommt, besucht den Dom und dort das Grab des in Worten und Taten mächtigen Bischofs", Hi i aus dem Grabe fein Hirtenwort und die Fähe - parole und betet für den Heimgegangenen fromm Vaterunser. So fordert's dis Dankespftichr von jedem Katholiken.

Nun könnte ich noch ein Charakterbild von Ket­teler in dieses Büchlein hineinmalen. Das will Idi aber unterlassen und dafür die Bitte an alle die richten, welche das Büchlein lesen, sie möchten dem Beispiel des Bischofs folgen und so sein Tu­gendleben in ihrer Seele abmalen und bamit bendige Bilder schaffen, Bilder, die einmal ;.n Himmel zur Preiskrönung und Ausstellung gelan­gen sollen. Dazu wurde nämlich nicht zuletzt das Büchlein geschrieben.

Nun kann aber mit niemand einwenden, für 's erste bin ich kein Bischof und fürs zweite kein Ketteler. Daraufhin sage ich: aber ein Katholik bist du; ein bestimmter Wirkungskreis ist auch dir von Gottes Vorsehung zugswiessn. Also sei oa ein Muster und Beispiel mit den dir zugeteünn Kräften! Mehr verlangt das Büchlein nicht von dir. . Also Parole: Sei ein Katholik, ein ganzer Katholik, ein Katholik der Tat!

Lieben Grundsätze übsrNsnnersreuch

Predigt des Kardinals v. Faulhaber im Dom zu München am 6. November 1927.

Und Jesus sprach zu feinen Jüngern: Es werden läge kommen, da werdet ihr euch danach sehnen, einen einzigen Tag des Mc» ichsnsohnes zu sehen. Und man wird euch sagen: Siehe, hier ist er und siehe, dort w er. Geht nicht hin und laufet dem nicht nach!" Luk. 17, 22 f.

Die öffentliche Aussprache über 'Konnersreuth will nicht zur Ruhe kommen. In den Familien, auf der Straßenbahn, auf dem Wege zur Arbeit und in den Arbeitspausen wird bis zum Ueberdruß mit der Fertigkeit der Münchener Zunge darüber gesprochen, und in der europäischen Presse zieht die Frage immer weitere Kreise, Liebe, Haß, Zartge­fühl und Gefühlsroheit, Glaube und Unglaube melden sich zum Worte, und einige lassen sich die Gelegeilheit nicht entgehen, ein Geschäft zu ma­chen und ihren Haß gegen die Kirche auszuspre­chen. Die Bischöfe von Bayern haben verboten, nach Konnersreuth zu wallfahrenGeht nicht hin und laufet dem nicht nach"! Andersgläu­bige aber und Nichtbayern fühlen sich durch das Verbot der bayerischen Bischöfe nicht gebunden. Darum läßt mich mein Gewissen nicht länger schweigen, und fühle ich mich verpflichtet, das Ver­bot der Bischöfe neu zu begründen und meinen lie­ben Diözesanen in 7 Grundsätzen 7 Schlüssel für dieses Zeiträtsel zu geben!

1. Grundsatz: Christus hat Wunder ge­wirkt und seiner Kirche Wunderkraft des Glaubens verheißen. Ein Jünger Christi muß also ohne Wenn und Aber an die Wunder des Evangeliums glauben und auch daran, daß im Laufe der Kirchengeschichte einzelne Wun­der vorkommen können,

Christus hat Wunder gewirkt: Er hat dem Seesturm Ruhe geboten und ist selber auf dem Wasser wie auf festem Boden gewandelt. Er hat Kranke geheilt und aus unreinen Seelen böse Gei­ster ausgetrieben. Er hat mit einem Wort Men­schen zu feiner Nachfolge berufen. Er hat Tote erweckt und ist selber vom Tode auferstanden. In den Lukaspredigten von P. Kronseder in der Mi­chaelskirche werdet ihr darüber hören. Ja, Chri­stus hat noch mehr Wunder gewirkt als im Evan­gelium ausgeschrieben sind.

Christus hat seiner Kirche die Wunderkraft des Glaubens verheißen: Ein rechter Glaube, sagte er, könne Berge versetzen, und denen, die glauben, werden Wunderzeichen folgen:In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Spra­chen reden, Schlangen ausheben, und wenn sie ei­nen tödlichen Trank trinken, wird es ihnen most