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Isember 1918!) die Bayer. Dolkspartei als eigene Darèei konstituierte und erst dann im folgenden Bahre ganz vom Zentrum trennte.

11 HLeure pstM-che Mach richten.

Der Zetlkrumsabgeordneie 2 oh. Blum, einer der be- Dnntesten Rheinländer im Reichstag vollendete am M Nou. fein 70. Lebensjahr. Nachdem er sich schon her- ivorragend im kommunalplstittschen und kirchlichen Leben seiner Vaterstadt Krefeld verdient gemacht hatte, trat er 8918 in den Preußischen Landtag und bald darauf auch In den Reichstag ein . Letzterem gehört er heute noch an. Dem Bauernstände angehörend, ist er wett mehr als ein chloßer Standesvertreter. Er ist eine wertvolle Kraft der Mentrumsfraktion. Anläßlich seines 70. Geburtstages hat ihn der Hl. Vater zum Ritter des Gregoriusordens «rnannt.

* Der Zenlrumsabgeordnele, Prälat Saas, der vor kurzem eine lebensgefährliche Operation durchmachen .mußte, befindet sich erfreulicherweise auf dem Wege der i Besserung. Es geht chm unverändert weiter gut. Aller­dings wird bis zu seiner Wiederherstellung noch eine geraume Zeit vergehen. Er hofft bald das Krankenhaus verlassen und sich in ein Sanatorium begeben zu können. Dom Neichstagspräsidenten hat sich Prälat Kaas einen Drlaub von sechs Wochen erbeten. In einem herzlich ^gehaltenen Schreiben dankte Prälat Kaas aus Anlaß Des Wiederzusammentritts der Zentrumsfraktion den Swünschen, die ihm die Fraktion anläßlich der letzten wischsntagung ausgesprochen hatte.

Minister Hirtsiefer Ehrendoktor dec Medizin. Dem ^Minister für Volkswohlfahrt, Hirtsiefer (Zentr.), sind in .Anerkennung seiner Verdienste um die Volksgesundheit und Volkswohlfahrt, welche insbesondere eine großzügige Bekämpfung der Volksseuchen, und einen wirksamen Ausbau des Wohnungswesens betreffen, Titel, Rechte und Würde eines Ehrendoktors der Medizin der Uni- : verfität Bonn verliehen worden. Der Dekan der medi­zinischen Fakultät, Professor Dr. Fühner und Prodekan Professor Dr. Müller-Heß, Bonn, überreichten im Wohl­fahrtsministerium dem Herrn Minister im Beisein des !Herrn Staatssekretärs, der Abteilungsleiter und des zu­ständigen Referenten die Ehrenurkunde. Wir begrüßen diese Ehrung des Wohlfahrtsministers, der in feiner jahrelangen Tätigkeit als Minister für Volkswohlfahrt soviel für die öffentliche Gesundheitspflege getan hat und ! stets ein offenes Verständnis und ein warmherziges - Interesse für die Bedürfnisse der modernen Volkshygiene zeigte. In seiner Ehrung liegt zugleich eine Ehrung der christlichen Arbeiterschaft, aus der Hirtsiefer als Zen­trumsabgeordneter bis zur Würde eines Ministers cmporgeftiegen ist.

Der endgültige Reichslvirlschaftsrai. Dem Reichstag ist der Gesetzentwurf über die Schaffung des endgültigen Reichswirtschaftsrates zugegangen. Er soll nach der Vorlage aus 151 ständigen Mitgliedern bestehen, die von der Reichsregierung auf Grund von Vorschlägen der Vertretungen der Unternehmer, Arbeitnehmer oder sonst beteiligter Volkskreise oder auf Grund von Ernennungen durch die Reichsregieru.ng oder den Reichsrat einberufen werden fallen.

Eine neue pädagogische Akademie. Wie man hört, werden im neuen preußischen Etat für 1928 Mittel für eine fünfte pädagogische Akademie bereitgestellt. Bisher bestanden zwei evangelische Akademien für Lehrer und Lehrerinnen in Elbing und Kiel, eine katholische Aka­demie für Lehrer in Bonn und eine simultane Akademie für Lehrer und Lehrerinnen in Frankfurt a. M. Die neue Akademie soll in Köln errichtet werden und ist für die Ausbildung katholischer Lehrerinnen bestimmt.

Der Haus- und Grundbesitzerverein in Charlotten­burg hatte voriges Jahr eine Weihnachtsfeier mit Ver­losung. Der 1. Gewinn entfiel aus den Vorsitzenden des Vereins Herrn Mühlhaus, der 2. Gewinn âuf den Schatz­meister des Vereins, Herrn Schröder. Das war auf­fallend. Erst vor kurzem kamen die Geschehnisse zur Kenntnis des Staatsanwalts, der Klage gegen die beiden Vorstandsmitglieder erhob. Das große Schöffengericht verurteilte die beiden Betrüger, den einen zu 4 Monaten Gefängnis, den anderen zu 1000 Mk. Geldstrafe. Die Hauptgewinne waren 2 Klubsessel.

Neuwied. Zu den Verfehlungen des Bezirksgeschästs- führers Scharfonstein vom Reichslandbund auf dem vorderen Westerwald erfahren wir, daß die bisher von diesem geleitete Geschäftsstelle in Dierdorf vom Amtsgericht geschlossen worden ist. Scharfenstein und sein bei ihm beschäftigter Sohn wurden einem gericht­lichen Verhör unterzogen, gegen Stellung einer Kaution aber auf freiem Fuße belasten. Bei der Angelegenheit die im ganzen Bezirk große Aufregung hervorgerufen hat, handelt es sich darum, daß eine Reihe von Ver­trauensmännern des Landbundes Scharfenstein für Saat- tzutkredite Wechsel in Höhe von 30 00040 000 Mark un- terfdjricben haben fallen und sich jetzt, nachdem Schar-

fenstein über den Derbleid der zurückgezahlten Gelder keine hinreichende Auskunft geben konnte, der Gefahr ausgesetzt sehe«, zu bereu Rückzahlung an de« Staat herangezoge« zu werde«. Auch die im Jahre 1926 ge­gründete Landbund-Genossenschäst soll hohe Kredite in Anspruch genommen hab«, für die wieder Mitglieder des Landbundes bürgen.

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Belgien.

Das KoaMiouSmiuffte-rium der drei großen Par­teien (Katholiken, Liberale, Sozialdemokraten) ist zurückgetreten, da inbezug auf den Abbau der Miki- tärlasten eine Emigung nicht möglich war. Der seitherige Ministerpräsident Jaspar wurde wieder mit der Kabinettsbildung beauftragt. Er holte sich seine Leute aus der rathobischen, liberalen und chrfftlich-demokratischen Partei. Die neue Regierung ist infolge des Ausscheidens der Sozialdemokraten mehr rechts gerichtet, aber leider auch stärker natio-i nalfftisch orientiert und franzo-senfreuudlich.

Italien und Jugoslawien

haben beide durch den Kriegsausgang große Stucke von Oesterreich bekommen ,aber satt werden sie nicht. Fortgesetzt haben sie Differenzen unèereinan- der, teils wegen der Grenzgebiete, in denen sie zu­sammenstoßen, teils wegen Albanien. Kürzlich wurde bekannt, daß Jugoslawien ein Bündnis mit Frankreich geschlossen habe, sodaß Italien jetzt von den beidenbefreundeten" Nachbarn in der Zange gehalten wird. Flugs holte Mussolini zum Ge­genschlag aus und schloß je einen Vertrag mit Ungarn und Albanien, um Jugoslawien von beiden Seiten zu packen. Wie lange wirds dauern, da erleben wir einen neuen Balkankrieg!

Rumänien.

Der gewalttätige Diktator, Ministerpräsident Bratinau, ist nach kurzer Krankheit unerwartet gestorben. Das Land, das wegen der Königsfrage in Unruhs ist und durch die eiserne Faust Bratl- anu notdürftig niedergehalten wurde, wird jetzt von dem Bruder des verstorbenen Diktators regiert. Es heißt, der verbannte frühere Kronprinz Karol fei auf dem Wege nach Rumänien ,um die Königskrone an sich zu reißen, die man seinem 5jährigen Söhn­chen Michael aufs Haupt gefetzt hat. Also auch 'M nordöstlichen Balkangebiet ist Kriegsgefahr.

Mexiko.

Calles' Rekord an Blut- und Schandtaten läßt alle anderen Tyrannen weit hinter sich. Hier ist sein Werk von sieben Tagen: 66 hervorragende Bürger getötet, 14 Generäle hingerichtet, ein Gou­verneur, 13 Mitglieder der Staatslegislatur, zwer Obersten und der Stab eines von ihnen erschossen, ein weiterer Gouverneur und außerdem eine unbe­kannte, aber große Zahl von weniger hervorragen­den Leuten ermordet.

25 Abgeordnete und 3 Senatoren wurden vom Nationalkongreß auf Calles' Geheiß ausgestoßen. 8 Abgeordnete der Staatslegislatur wurden einem Verfahren unterworfen, das mit dem Todesurteil enden wird. ,

4 Divisionsgenerale ließ Calles achten. Sie entzogen sich durch die Flucht. Das gleiche Oos widerfuhr dem Führer der mexikanischen Luft­flotte, der in Verkleidung entkam. ,

Des Landes verwiesen wurden die beiden viel­leicht größten Zeitungsherausgeber Mexikos. Bon den beiden Gegnern Obregons wurde der eine ge­tötet und der andere von 10 000 Mann verfolgt. jJnzwifchen ist auch dieser, Gomez, erschosiss wor­den). . ,

Das ist das Werk, das Calles in einer Woche vollbrachte. _ ~ , .

Angesichts der sich von Tag zu Tag häufenden Greuel der mexikanischen Blutherrschaft unter Cal­les wird es immer unverständlicher ,daß die vielen internationalen Gesellschaften zur Wahrung der Rechte und Würde der Menschheit nichts unterneh­men, daß nicht einmal der am ehesten berufene Völ­kerbund einen Finger für das grausam verfolgte und ausgeplünderte Volk Mexikos krümmt.

Der Auszug aus Mexiko dauert an. Nach der ZeitungExzelsior" verlassen täglich 5000 Menschen den mexikanischen Boden und flüchten in die Ver­einigten Staaten. Eine einzige amerikanische Diö­zese gab kürzlich bekannt, daß sich schon 250 000 Flüchtlinge in ihrem Bereiche niedergelassen hat­ten.

Die Flüchtlinge sind der beste Teil des mexika- nischen Volkes. Sie sind zum größten Teil die

.... Abkommen der Spanier und der gebilde­ten Klassen.

China.

Nach einem Bericht der deutschen Gesandtschaft in Peking ist der Franziskanerpater Hermenigild, der mit seinem bürgerlich. Namen Karl Waeldele heißt, im derzeitigen Kampfgebiet südlich Tatungsa in der Provinz Schansi auf einer Ueberlandreise von berittenen Soldaten oder Räubern ermordet worden. Das Generalkonsulat in Tientsin hat so­fort Nachfcnffchungen zur Aufklärung des Sachver­halts eingeleitet.

Der ermordete Missionar gehört der Mission der bayerischen Franziskaner in Nord-Schansi an. Das Missionsgebiet wurde am 12. Mai 1926 vom Vikariat Tachuanfu abgezwsigt und zur Aposto­lischen Präfektur Lhohchaw erhoben. Die Mis­sion hat schon schwere Opfer an Menschenleben gefordert aber dennoch das Missionspersonal stetig vermehrt.

Kleine Kirchliche Fächerchten.

Rom. Kardinal Faulhaber, Erzbischof von München, ist hier eingetroffen und im deutschen Nationalkolleg Anima abgestiegen.

München. Am 8. Oktober 1924 starb im Kapuziner­kloster Vilsbiburg P. Victricus Weiß, Exprovinzials des Kapuzinerordens in Bayern, im Rufe der Heiligkeit und fand feine Ruhestätte im Klosterfricdhof innerhalb der Klausur Nach seinem seligen Heimgänge mehrte sich der Ruf seiner Heiligkeit, und auf seine Anrufung wur- den außerordentliche Gnaden erlangt. Die Verehrer des Dieners Gottes drängten deshalb auf feine Uebertra- gung in die allen zugängliche Wallfahrtskirche. Die Uebertragung fand statt am 19. Oktober, so daß jetzt die große Verehrung des Verstorbenen ungehindert sich entfalten kann.

Köln. Eine neue katholische Zeitschrift! Der katholische Akademikerverband gibt am 1. Dezember d I. zum ersten Male die VierteljahrsschriftDer kathol. Gedanke" heraus. Somit ist nun ein lebendiges Organ geschaffen, das die bisherige Publikationstätigkeil, die vierteljährlich erscheinendenMitteilungen des Verban­des der Verein« katholischer Akademiker zu Pflege der katholischen Weltanschauung", den jährlich herausgege- benenKatholischen Almanach" sowie die auf 20 Bänd­chen angewachsene SammlungDer katholische Gedanke" zusannnenfaßt.

Duisburg. Der Bischof von Münster hat den Dechan. ten des Dekanats Groß-Duisburg, Prälat Cüppers, zum Ehrendomherrn an der Domkirche in Münster ernannt Chrendomherr Prälat Cüppers ist mit 63 Jahren das jüngste Mitglied des Münsterschen Domkapitels.

Dinslaken. Die katholische Pfarrkirche im Stadtteil Aldenrade ist das Opfer jugendlicher Vandalen geworden. Am Morgen fanden Kirchenbesucher in der Kirche hau­fenweise Glassplitter, Reste von zertrümmerten Blei, faffungen und faustgroße Steine. Säintliche neun Fen­ster an der Nordseite der Kirche waren eingeworfen und zertrümmert worden. Die Polizei ermittelte als Täter zehn- bis zwölfjährige Schüler der evangelischen Schule, die auf dem Heimwege von der Schule das Zerstörungs­werk verübt haben. Es ist fraglich, ob die prächtigen Glasmalereien der eingeschlagenen Fenster in der alten Wirkungskraft wiederhergestellt werden können. Wer hat wohl jene protestantischen Schulkinder so ausgehetzt, daß sie die Fenster einer kath. Kirche einwerfen?

Münster. Hier fand wiederum (vom 2.10. N»v.) in zwei Kursen für 64 Reichswehrfoldaten Exerzitien statt. Der Bischof von Münster hielt die Schiußfeier des ersten Kurses. Generalleutnant Frhr. v. Ledebur, Befehlshaber im Wehrkreis 6, hatte die Exerzitien warmherzig gefördert.

Valkenburg (Holland). Der bekannte kath. Moral- zchilosoph Pater Cathrein feierte dieser Tag sein golde­nes Priesterjubiläum. Er ist 82 Jahre alt.

Straßburg. Nachdem die alten kathol. Studenten­verbindungen Straßburg räumen mußten und ihren Sitz zumeist nach Deutschland verlegten, kommt jetzt die sreu- bige Kunde, daß die neue deutsche katholische Studenten­verbindung Alsatta, die die Farben rot-blau-gold sühn, bereits einen starken Mitgliederstand aufweist. Die zahlreichen Alten Herren der früheren katholischen L-tu- bentenverbindungen in Straßburg haben sich der tlliana angeschlossen.

Amerika. Die Kirche vom Heiligsten Herzen Pittsburg in Amerika erlebte vor kurzem die groß« Freude, die größte Kollekte zusammenzubringen, von Der man wohl je gehört hat. Zu dem ersten Jahrestag neuen Kirche setzte ein nicht genannter Wohltäter einen Betrag von 10 000 Dollar aus, für den Fall. gleicher Betrag von anderen gegeben würde. Du i