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37. Zahrg.
Religiöses Wschenblalk
für die katholischen Gemeinden Kassels.
Erscheint jeden Sonntag und kostet monatlich Ausgabe A 40 R.-Pfennig 8 45 R.-Pfennig (Zustellgebühr extra). Redaktionsschluß Montag. Anzeigen-Preise: Colonelzeile im Anzeigenteil 0,15 Goldmark, Colonelzeile im Reklameteil 0,60 Goldmark. Bei Wiederholung Rabatt. Auskunft und Osf.-Teb. 0,10 Goldmark. Porto extra Anzeigen müssen spätestens bis Montag morgens im Besitz der Fuldaer Acliendruckerei in Fulda sem.
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wockenkolender.
Sonntag, 27 Nov. 1. Adventsonntag.
Montag, 28. Nov Vom Tage.
Dienstag, 29. Nov. Vom Tage. Vigil des hl. Apostels
Andreas. Saturnin. Bischof, Mart., f 250.
Mittwoch, 30. Nov. Andreas, Apostel.
Donnerstag, i. Weihe des hl. Bonifatius.
Freitag, 2. Dez. Bibiana, Sigfr. Mart., f 343. Herz- I e s u - F r e ita g.
Sanistag, 3. Dez. Franziskus-Tavorius, Patron d. Werkes der Glaubensverbreitung, f 1552
Erster LtdrMtsMytag.
Epistel: Röm. 13, 11—14.
Brüder, ihr wisset, die Stunde ist nun da, vom Schlafe aufzustehen; denn jetzt ist unser Heil näher, als da wir zum Glauben kamen. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber hat sich genaht: laßt uns also oblegen dir Werke der Finsternis und anziehen die Waffen des Lichtes. Wie am Tage lastet uns ehrbar wandeln: nicht in Gauklerauszügen und Trinkgelagen, nicht in Schiaskammern und Unzucht, nicht in Zank und Eifersucht, ziehet vielmehr an den Herrn Jesus Christus.
Evangelium: Luk. 21, 25—33.
KöVsntslichter.
er Advent mit seinem geheimnisvollen Dunkel hat in das Kirchenjahr und in die Christenherzen seinen Einzug genommen. Spät geht die Sonne auf; früh geht sie wieder unter; und nur eine kurze
Strecke steigt sie während des Tages über den Horizont empor, als fürchte sie, von der steilen Höhe herabzustüizen. So ist keine Zeit des Jahres fo dunkel wie eben die Adventszeit.
Da nimmt der Mensch zum künstlichen Licht die Zuflucht, mit dem uns der Erfindergeist der Neu- Ltit so verschwenderisch ausgestattet hat. Aber trotz Gaslicht und elektrischem Licht übt immer noch das Kerzenlicht mit seiner zitternden Flamme den größten Zauber auf unsere Seele. In manchen Gegenden machen sich die Hausbewohner e^nen Kranz aus Tannenreis, hängen ihn in der Stube auf, stecken Lichter daran und brennen dieselben am Abend an. Sind diese Lichter nicht Sinnbilder großer, leuchtender Gedanken, die sich mit der Person des Erlösers beschäftigen, der ja wie ein Leuchtturm inmitten des Advent steht. Zwei Strahlen solcher Gedanken wollen wir heute um Jesu Haupt spielen lassen: er ist ein wahrer Mensch und wahrer Gott zugleich.
Folge mir durch die Zeilen des heutigen Evangeliums und lerne daraus diese beiden Wahrheiten. Jesus spricht zu den Jüngern: „Es werden Zeichen an der Sonne, am Mond und an M keinen geschehen, und auf Erden wird große -ungst fern unter den Völkern vom schrecklichen
Verstand der Menschen oder Engel je ergründet hat, noch jemals ergründen wird. Siehe, als Mensch wird Christus geboren; als Gott aber existiert er von Ewigkeit; als Mensch leidet er un« aussprechliche Qualen und Schmerzen, und gleichzeitig erfreut er sich als Gott einer unendlichen Seligkeit. Als Mensch wird er müde und genießt Speife und Trank und Schlaf; als Gott ist er keinerlei Bedürfnis unterworfen. Als Mensch stirbt er den grausamen Tod; als Gott kennt er weder Schwäche noch Auflösung. Das sind einige der markantesten Gegensätze, die in Jesus in wunderbarer Harmonie sich vereinigen. Höhe und Tiefe, Berg und Tal. Ohnmacht und Allmacht, Leben und Sterben sind in eins verschmolzen.
In wunderbaren Ausdrücken, die wie Quadersteins zu einer Festung sich auftürmen, ist diese Vereinigung zweier Naturen in einer einzigen Person im „Athanasianijchcm Glaubensbekenntnis" enthalten, das wir Priester Sonntags in der Prim zu sprechen haben. Ich will die wichtigsten diesbezüglichen Sätze hier beifügen:
„Wer immer selig werden will, muß vor allem das katholische Glaubensbekenntnis festhalten. Zunächst muß er die richtige Ueberzeugung haben vom Geheimnis der heiligsten Dreifaltigkeit. Indes ist cs zum ewigen Leben auch notwendig, die Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus gläubig anzunehmen. Es ist also der richtige Glaube an- zunehmen, daß Jesus Christus Gott und Mensch ist; vollkommener Gott und vollkommener Mensch, bestehend aus einet menschlichen Seele und einem menschlichen Leib. Wenn er nun gleich Gott und Mensch ist, so sind doch nicht zwei, sondern es ist nur ein Christus....."
Liebe Seele, suche fleißig Jesum in diesem stillen Advent und forsche ihm fleißig nach. Denn „der Mensch, der Christus nicht sucht, der schadet sich selbst mehr als die ganze Welt und alle seine Gegner ihm schaden können".
Der Burgpfarrer.
Von der Kasseler Kath. Volksschule in Vergangenheit und Gegenwart.
Bon Franz Henrich, Kassel.
1. Aus alter Zeit.
Im Jahre 1148 entstand als eine Gründung der frommen Landgrüfin Hedewig, der Witwe des Landgrafen Ludwig v. Thüringen, und ihres Sohnes Heinrich Raspe H. nicht weit vom Königshofe an der Ahna das Klo st er Ahnaberg, das auch nach dem Baue der Cyriakuskirche und deren Erhebung zur Pfarrkirche 1221 der Mittelpunkt des kirchlichen Lebens geblieben ist. Das Klostei war 1152 einem Konvente von Augustinerinnen übergeben worden. Die Klosterfrauen beschäftigten sich hauptsächlich mit der Erziehung der weiblichen Jugend. Schon im Jahre 1225
Gebrülle des Meeres und der Fluten. Erstarren werden die Menschen vor Erwartung der Dinge, die über den ganzen Erdkreis kommen.werden; und dann wird der Sohn des Menschen kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit". —
Woher hat Jesus dieses Wissen vom Weltuntergang geschöpft? Woher hat er mit solcher Deutlichkeit, als wäre es bereits geschehen, die künftigen Schrecknisse vorausgesehen? Hinabgestiegen ist er in die Brunnen seiner Allwissenheit, in welcher er die Zukunft genauer durchdringt als Röntgenstrahlen einen festen Körper, ,.$>& Zpt anst, ist ihm ein Buch, das offen vor ihm daliegt, in welchem er ohne Schwierigkeit zu lesen versteht. Dieses Wissen um die Zukunft und dieses deutliche Voraussagen ist aber ein Beweis der Göttlichkeit. Denn nur einem allwissenden Gott ist der Schleier der Zukunft enthüllt. Erkenne also, daß Jesus Christus, der Erlöser, mehr ist als andere große Männer; er ist ein Uebermensch in des Wortes wahrster Bedeutung, er ist wahrer Gott.
Fahren wir weiter. „Ihr werdet den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels. Der Heiland nennt sich also Menschen sohn. Er ist also nicht bloß Gott, sondern auch wahrer und eigentlicher Mensch, mit Leib und Seele, und zwar mit einem richtigen, nicht bloß einem Scheinleib. Du weißt, daß der Sohn Gottes in der Fülle der Zeit aus Maria, der Jungfrau, einen menschlichen Leib angenommen hat. In diesem Leib hat er 33 Jahre auf Erden gelebt; in diesem Leib ist er gekreuzigt und ins Grab gelegt worden; in diesem Leibe, der allerdings verklärt wurde, aber dennoch ein richtiger Leib blieb, ist er auferstanden; in diesem Leibe ist er in den Himmel aufgefahren; in diesem Leibe sitzt er zur Rechten des Vaters; in diesem Leibe wird er am jüngsten Tag wiederkommen, um alle Menschen zu richten; in diesem Leibe werden die Auserwählten ihn schauen und in diesem Anblick eine un- aussprechliche, niemals endende Seligkeit genie» ßcn. Mithin besitzt der Heiland seit seiner Menschwerdung einen menschlichen Leib, den er in alle Ewigkeit nicht ablegen wird. Und so wird der SohO Gottes, was er geworden, immer bleiben, ein wahrer Mensch. In dieser Menschheit wird er zum Gerichte kommen. Damit du aber nicht vergessest, daß dieser Mensch mehr als ein Mensch, daß dieser Mensch zugleich Gott ist, darum fügt der Heiland hinzu, daß der Menschensohn „in großer Macht und Herrlichkeit kommen wird."
Wie ist es aber möglich, sagst du, daß die nämliche Person Gott und Menfch zugleich ist? Antwort: durch die Vereinigung der menschlichen und göttlichen Natur zu einer einzigen, und zwar göttlichen Person, eine wunderbare, unendlich zarte, innige und unwiderrufliche Vereinigung, die in der Sprache der Kirche „Unio hypostaticä" heißt. Diese Bereinigung löst alle Rätsel und bleibt selbst ein ewig ungelöstes Rätsel, das kein